Zwei Objektive und zwei APS-C-Digitalkameras von Sony

Neu: Sony NEX-F3 und 18-200 sowie SLT Alpha 37 und 18-135

2012-05-21 Sony präsentiert mit der NEX-F3 und der SLT Alpha 37 jeweils neue Einsteigermodelle der beiden Systemkameraklassen sowie passend dazu universal nutzbare Objektive mit großem Zoombereich. Die NEX-F3 bekam einen neuen Bildsensor mit 16 Megapixeln Auflösung spendiert, der auch FullHD-Filme in 50i oder 25p aufnimmt. Dabei verspricht Sony vollmundig nicht weniger, als dass die NEX-F3 mit ihrer Profi-Automatik jedem Anwender Profi-Fotos ermöglicht und will dadurch mit der Regel brechen, dass der Fotograf die Fotos macht und nicht die Kamera.  (Benjamin Kirchheim)

Sony NEX-F3 [Foto: Sony]Man könnte das in etwa damit vergleichen, als wenn WMF ein Kochtopfset heraus brächte, das alleine und vollautomatisch ein Fünf-Gänge-Gourmet-Essen kochen könnte. Der Vergleich zeigt, dass es so einfach nun auch wieder nicht ist und der Anwender bei der Kamera schon noch Bildausschnitt und Standpunkt selbst festlegen und eigenständig auf den Auslöser drücken muss – eine "Motivklingel" hat die Sony also nicht eingebaut. Vielmehr greift Sony tief in die "schmutzige" Bildbearbeitungskiste, um perfekte Porträts zu ermöglichen. Die Kamera rückt das erkannte Gesicht in den goldenen Schnitt und schneidet die Bildränder entsprechend ab. Das anschließend kleinere Foto wird mittels Digitalzoom, das künstliche Details hinzu fügt, wieder auf die Ursprungsauflösung hoch skaliert. Die echten Details werden also durch künstliche ersetzt. Das sieht der Anwender zwar nicht unbedingt, ein mulmiges Gefühl bleibt aber dabei. Sony nennt diesen Zaubertrick "By Pixel Super Resolution" Technik. Zahlreiche weitere Automatiken sollen die Kamera optimal einstellen. Auch 2D- und 3D-Schwenkpanorama, eine Sony NEX-F3 [Foto: Sony]HDR-Automatik sowie elf Bildeffekte mit 15 Varianten gehören zum Repertoire der NEX-F3. Die spiegellose Systemkamera bietet dem Anwender aber auch die Möglichkeit, mit Halbautomatiken oder manuell zu arbeiten.

Sony SEL-18200LE [Foto: Sony]Neu ist an der NEX-F3 der eingebaute Blitz mit einer Leitzahl von 6, der aus der größeren Schwester NEX-7 stammt. Somit muss man kein externes Blitzgerät mehr anschrauben, auch wenn es sich im Lieferumfang befand. Der Info-Lithium-Akku erlaubt nach CIPA-Standardmessverfahren immerhin 470 Aufnahmen, zudem kann der Akku unterwegs bequem in der Kamera per USB-Ladefunktion aufgetankt werden. Der rückwärtige Bildschirm misst 7,5 Zentimeter (drei Zoll) in der Diagonale und ist um 180° schwenkbar, was Aufnahmen in Bodennähe und über Kopf erleichtert. Zudem beeindruckt die NEX-F3 mit ihren kompakten Abmessungen und dem geringen Gewicht.

Ab Juni 2012 soll die NEX-F3 zu einem Preis von knapp 600 EUR in den Farben Schwarz und Silber erhältlich sein. Im Lieferumfang befindet sich das Setobjektiv SEL-1855 mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 27 bis 83 Millimeter. Das Set mit 18-55 und zusätzlichem 16-Millimeter-Weitwinkel (24 Millimeter entsprechend Kleinbild) soll 700 EUR kosten. Passend zum NEX-System bringt Sony im Juli 2012 ein neues Superzoomobjektiv mit einer Brennweite von 18-200 Millimeter (27-300 Millimeter entsprechen Kleinbild) auf den Markt. Es ist vor allem kleiner und leichter als das alte 18-200 und bietet dennoch einen optischen Bildstabilisator. Das SEL-18200LE soll knapp 750 EUR kosten.

Sony Alpha 37 [Foto: Sony]Die Sony SLT Alpha 37 richtet sich an Einsteigerfotografen, die auf das große Spiegelreflexsystem von Sony zurück greifen wollen. Jedoch besitzt sie keinen Schwingspiegel, sondern einen fest stehenden, teildurchlässigen. Der Sensor bekommt zwei Drittel des einfallenden Lichts ab und kann ein Livebild erzeugen, während das vom Spiegel reflektierte Licht auf den Autofokussensor fällt, der dadurch ständig aktiv die Schärfe nachstellen kann, auch während Video- und Serienaufnahmen. So schafft die Alpha 37 spielend sieben Bilder pro Sekunde, Videos werden in FullHD-Auflösung aufgenommen.

Auch die Alpha 37 besitzt die Profi-Automatik mit den "Schummel"-Details, normale Automatiken, Motivprogramme, Effekte etc., aber auch halbautomatische und manuelle Belichtung. Die By-Pixel-Resolution-Technologie kommt auch beim so genannten Klarbild Zoom zum Einsatz, bei dem es sich um ein digitales Zweifachzoom mit künstlich hinzugefügten Sony Alpha 37 [Foto: Sony]Details handelt.

Der zur Aufnahme anvisierte Bildausschnitt wird nicht in einem optischen Spiegelreflexsucher angezeigt, sondern in einem elektronischen, der an der gewohnten Stelle sitzt. Die Auflösung beträgt feine 1,44 Millionen Bildpunkte. Der rückwärtige Bildschirm hingegen fällt mit 6,9 Zentimeter (2,7 Zoll) und nur 230.400 Bildpunkten Auflösung etwas sparsam aus. Immerhin ist aber auch er Sony 18-135 mm 3.5-5.6 SAM (SAL-18135) [Foto: Sony]nach oben und unten klappbar, um Aufnahmen in Bodennähe und aus der Vogelperspektive zu erleichtern. Ab Juni 2012 soll die Alpha 37 zu einem Preis von knapp 500 EUR erhältlich sein. Sony bietet aber auch diverse Sets mit Objektiven an. Mit dem 18-55-Millimeter-Standardobjektiv steigt der Preis um 100 EUR, weitere 200 EUR, also insgesamt 800 EUR,  sind fällig, wenn auch das 55-200-Millimeter mit im Set sein soll.

Ganz neu ist ferner ein Universalzoom mit etwas gemäßigterem Brennweitenbereich als die Superzooms. Das SAL-18135 zoomt optisch 7,5-fach von auf Kleinbild umgerechnet 27 bis 203 Millimeter, denn es handelt sich um ein auf APS-C gerechnetes Objektiv. Ein optischer Bildstabilisator ist nicht nötig, da die Kameras von Sony einen beweglich gelagerten Bildsensor besitzt und auf diese Weise Verwacklungen ausgleichen. Das neue Objektiv verfügt über einen schnellen und leisen Autofokus und auch die Möglichkeit, es manuell über einen Ring am Objektiv zu fokussieren. Das SAL-18135 soll ab Juli 2012 zu einem Preis von knapp 480 EUR verfügbar sein. Das Set mit der Alpha 37 soll 800 EUR kosten und ab August 2012 erhältlich sein, man spart also gut 180 EUR gegenüber dem Einzelkauf.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.