Preisansage mit detaillierter Vorstellung

Moderne Retrokamera Fujifilm FinePix X100 kommt im April 2011

2011-02-11 Auf der Photokina 2010 überrasche Fujifilm mit der groß angelegten Vorstellung der FinePix X100, einer Festbrennweiten-Digitalkamera mit APS-C-Sensor im Messsucher-Retrostil. Highlight der Kamera war neben dem Design und der Qualität versprechenden Sensor-Objektivkombination der optische Sucher, in den sich statt Leuchtrahmen ein hoch auflösende elektronisches Sucherbild einblenden lässt. Die Markteinführung sollte "Anfang 2011" erfolgen, beim Preis gingen die Gerüchte und Spekulationen Richtung 1.000 Euro. Nun kommt Fujifilm mit allen Details, aufgrund derer wir unser Datenblatt aktualisiert haben.  (Benjamin Kirchheim)

Fujifilm FinePix X100 [Foto: Fujifilm]Der CMOS-Sensor misst 23,6 x 15,8 mm und löst 12,3 Megapixel auf. Die APS-C-Größe sorgt dafür, dass der Bildwinkel des eigens für die X100 entwickelten 23mm-Fujinon-Objektivs dem eines 35mm-Objektivs an Kleinbildfilm entspricht. Dank spezieller Anpassung des Sensors an schräg einfallendes Licht an den Rändern konnte das Objektiv besonders kompakt gebaut werden. Das klassische Bildseitenverhältnis von 3:2 lässt sich, unter Verlust von ein paar Pixeln und etwas Bildwinkel, auf 16:9 umschalten. Neben Fotos in RAW und/oder JPEG können auch Videos in HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln bei 24 Bildern/s mit Stereoton aufgezeichnet werden. Als Speicherformat kommt der Quicktime-Container mit H.264 kodiertem Videoinhalt zum Einsatz. Die Blende kann zum gezielten Einsatz einer geringen Schärfentiefe auch im Videomodus manuell eingestellt werden.

Auch einen kleinen Blitz hat Fujifilm verbaut. Seine Reichweite ist mit stattlichen 9 m angegeben, berücksichtigt man aber die zugrunde liegende ISO-Empfindlichkeit von 1.600 und die große Blendenöffnung von F2,0, so ergibt sich eine Leitzahl von lediglich 4,5. Auf der Gehäuseoberseite ist jedoch ein TTL-Systemblitzschuh angebracht, auf den die beiden Blitze EF-20 (110 EUR, vertikal schwenkbar, Leitzahl 20) und EF-42 (200 EUR, horizontal und vertikal schwenkbar, Leitzahl 42) passen. Sogar einen 20 MBytes kleinen internen Speicher hat die X100 zu bieten, sinnvoller aber ist die Anschaffung einer Speicherkarte, die Fujifilm ist kompatibel zu SD, SDHC und SDXC. Für die Energieversorgung zeigt sich der Lithium-Ionen-Akku NP-95 verantwortlich, der wahlweise auch Fujifilm FinePix X100 [Foto: Fujifilm]gegen ein Netzteil mit Akkuadapter getauscht werden kann. Eine USB-Schnittstelle ist an Bord der Kamera, auf einen analogen Videoausgang hat Fujifilm hingegen verzichtet und gleich eine HDMI-Mini-Schnittstelle eingebaut. Auf der Rückseite gibt es einen 2,8" (7,1 cm) großen Bildschirm mit 460.000 Bildpunkten Auflösung.

Die Belichtungszeiteinstellung der X100 reicht von 1/4.000 s bis zu 1/4 s in der Programmautomatik bzw. bis zu 30 Sekunden in allen anderen Programmen. Auch Bulb-Langzeitbelichtungen sind bis zu 60 Minuten Dauer möglich. Bei der kürzesten Belichtungszeit gibt es allerdings die Einschränkung, dass sie erst ab Blende F8,0 eingestellt werden kann. Wer dennoch die Freistellmöglichkeiten von F2,0 bei Sonnenschein nutzen möchte, kann einen ND-Filter einschwenken lassen, der das Licht um 3 EV-Stufen verdunkelt. Auch zur Erzeugung von beispielsweise Wasserfließeffekten mittels künstlich langer Belichtungszeit kann der ND-Filter genutzt werden. Die neun Blendenlamellen sollen eine kreisrunde Öffnung für ein angenehmes Bokeh erzeugen. Mit 10 cm Naheinstellgrenze ist das Objektiv sogar makrotauglich. Spezielle Vergütungen mit bis zu neun Lagen sollen rote Geisterbilder verhindern helfen.

Fujifilm FinePix X100 [Foto: Fujifilm]Für die Bildverarbeitung sorgt ein neu entwickelter EXR-Bildprozessor. Filmsimulationsmodi, Bracketingoptionen verschiedenster Art und eine Dynamikbereicherweiterung gehören zur Firmwareausstattung. Sogar die Motion-Panorama-Funktion hat es in die X100 geschafft. Mit ihr lassen sich Panoramen bis 180° mit immerhin bis zu 16,6 Megapixeln aufnehmen.

Das herausragende Merkmal der FinePix X100 ist sicherlich der optische Hybridsucher. Hiermit versucht Fujifilm den Spagat, verschiedenen Anwenderansprüchen gerecht zu werden. Einerseits bevorzugen Puristen das helle, klare Bild eines optischen Suchers. Andererseits möchte man auf die Zusatzinformationen, die ein elektronischer Sucher bietet, auch nicht verzichten. Die optische Sucherkomponente besteht aus einem invers-galileischen Aufbau aus reinen Glaskomponenten und bietet eine 0,5fach Vergrößerung. Außerdem zeichnen sie eine geringe chromatische Aberration und Verzerrung aus. Durch ein Prisma und LCD-Element können Informationen des elektronischen Suchers in das optische Sucherbild Fujifilm FinePix X100 [Foto: Fujifilm]eingeblendet werden. So ist es möglich, ein optisches Sucherbild mit elektronische eingeblendeten Informationen zu ergänzen. Wer möchte, kann aber auch das optische Bild ausblenden und nur das elektronische Sucherbild mit 1,44 Millionen Bildpunkten und 100 % Bildfeldabdeckung nutzen.

Die Fujifilm FinePix X100 soll Anfang April 2011 in Schwarz/Silber in den Handel kommen und 1.000 EUR kosten. Zum Zubehörprogramm gehören neben den Blitzgeräten eine braune Ledertasche für 110 EUR, ein Adapterring für 40 EUR sowie eine Set aus Adapterring und Metallsonnenblende für 80 EUR. Das Zubehör ist bereits ab Ende Februar 2011 verfügbar.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.