53 Megapixel, 1,7-mal größer als Vollformat

Mittelformatkamera mit Live-View und Spritzwasserschutz: Pentax 645Z

2014-04-15 Mit der Mittelformatkamera 645Z stellt Pentax der 2010 vorgestellten 645D ein besser ausgestattetes Schwestermodell an die Seite. Der in der Diagonalen im Vergleich zu Vollformat 1,3 Mal größere CMOS-Bildsensor (knapp 44 x 33 mm, 1,7-fache Fläche) bringt es auf knapp 53 Megapixel Auflösung. Die 645Z verfügt über Live-View, einen Klappbildschirm und kann Videos in Full-HD aufzeichnen. Damit bringt Pentax die 645er bei diesen und anderen Funktionen auf den aktuellen technischen Stand. Sogar um WLAN für tethered Shooting lässt sich die 645Z erweitern.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Bei der Pentax 645Z handelt es sich um eine in vielen Punkten weiterentwickelte 645D. So löst der 44 x 33 mm große CMOS-Sensor über 50 Megapixel auf und erlaubt Live-View, Full-HD-Videoaufnahmen sowie bis zu drei Serienbilder pro Sekunde. [Foto: Pentax]

    Bei der Pentax 645Z handelt es sich um eine in vielen Punkten weiterentwickelte 645D. So löst der 44 x 33 mm große CMOS-Sensor über 50 Megapixel auf und erlaubt Live-View, Full-HD-Videoaufnahmen sowie bis zu drei Serienbilder pro Sekunde. [Foto: Pentax]

  • Bild Die Pentax 645Z verfügt nicht nur über Live-View, sondern auch einen klappbaren 8-cm-Bildschirm mit über einer Million Bildpunkten Auflösung. Das gehärtete Schutzglas sorgt wie die 76 Gehäusedichtungen für eine hohe Robustheit der Kamera. [Foto: Pentax]

    Die Pentax 645Z verfügt nicht nur über Live-View, sondern auch einen klappbaren 8-cm-Bildschirm mit über einer Million Bildpunkten Auflösung. Das gehärtete Schutzglas sorgt wie die 76 Gehäusedichtungen für eine hohe Robustheit der Kamera. [Foto: Pentax]

  • Bild Überarbeitet hat Pentax bei der 645Z bspw. Autofokus und Belichtungsmessung. Beide arbeiten nun bei weniger Licht und sind präziser. Zudem erlaubt die 645Z mit maximal ISO 204.800 eine deutlich höhere Empfindlichkeit als noch die 645D mit ihren 1.600 ISO. [Foto: Pentax]

    Überarbeitet hat Pentax bei der 645Z bspw. Autofokus und Belichtungsmessung. Beide arbeiten nun bei weniger Licht und sind präziser. Zudem erlaubt die 645Z mit maximal ISO 204.800 eine deutlich höhere Empfindlichkeit als noch die 645D mit ihren 1.600 ISO. [Foto: Pentax]

Bei einer Mittelformat-DSLR wie der 645Z hat der Fotograf richtig was in der Hand, doch diese Kamera ist weniger für Studio, auch wenn sie dort selbstverständlich ebenfalls hervorragende Arbeit leistet, sondern eher für Outdooraktivitäten gebaut. Denn die rund 1,5 Kilogramm schwere Kamera ist mit 76 Dichtungen gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Die große Robustheit schlägt sich auch beim Verschluss nieder, der mindestens 100.000 Auslösungen überstehen soll (645D 50.000 Auslösungen). Die 645Z verfügt über einen ausgeprägten Handgriff sowie viele Bedientasten, mehrere Benutzerfunktionen und drei frei belegbare Programmspeicher. Der große optische Trapezsucher fällt durch das flache Trapez-Prisma und den Kepplerschen Teleskop-Typ-Sucher vergleichweise kompakt aus. Bei einer Bildfeldabdeckung von 98 Prozent erreicht er eine 0,75-fache Vergrößerung.

Der rückwärtige 3:2-Bildschirm ist mit einem gehärteten Schutzglas versehen und bringt es bei einer Diagonalen von 3,2 Zoll (etwa 8 Zentimeter) auf eine Auflösung von 1,037 Millionen Bildpunkten. Im Gegensatz zur 645D verfügt die 645Z über eine Live-View-Funktion, wie sie bei normalen Kameras längst nicht mehr wegzudenken ist. Praktischerweise lässt sich der Bildschirm nach oben und unten klappen, was Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven erleichtert. Im Live-View-Betrieb kann per Kontrast-Autofokus oder auch manuell mit Hilfe einer 16-fachen Lupe und Fokus-Peaking scharf gestellt werden. Im Sucherbetrieb sorgt das Autofokus-Modul SAFOX 11 für eine präzise und schnelle Fokussierung. Von den insgesamt 27 Fokusmessfeldern sind 25 als Kreuzsensoren ausgeführt, drei davon wiederum als Flux-Sensoren, die eine optimale Genauigkeit auch bei F2,8 lichtstarken Objektiven zu gewährleisten. Um auch bei geringem Umgebungslicht noch zuverlässig messen zu können, arbeitet das AF-Modul in einem Helligkeitsbereich von -3 bis 18 EV. Damit hat Pentax das AF-Modul gegenüber der 645D (11 Sensoren, 9 Kreuzsensoren, Arbeitsbereich -1 bis 16 EV) entscheidend weiter entwickelt. Auch der Belichtungsmesser bietet mit -1 bis 21 EV einen größeren Arbeitsbereich als noch bei der 645D (2 bis 21 EV). Er arbeitet mit 86.000 RGB-Pixeln äußerst präzise, denn die vielen Farbpixel erlauben die Unterscheidung von Vorder- und Hintergrund, die Berücksichtigung des Weißabgleichs, die Erkennung von Bewegungen etc.

Die hohe Empfindlichkeit des Autofokusmoduls macht bei der 645Z viel Sinn, denn der neue 53 Megapixel auflösende, 44 x 33 Millimeter große CMOS-Sensor bietet eine deutlich höhere Lichtempfindlichkeit von ISO 100 bis 204.800, bei der 40 Megapixel auflösenden 645D musste sich der Fotograf noch mit ISO 100-1.600 begnügen. Außerdem beträgt die Serienbildgeschwindigkeit nun drei Bilder pro Sekunde statt einem, wobei letzteres für Mittelformat schon als schnell galt. Ermöglicht wird dies durch den etwa fünfmal schnelleren Prozessor im Vergleich zur 645D. Neu hinzugekommen ist außerdem TIFF als Aufnahmeformat. Von den 53 Megapixeln werden übrigens effektiv 51,4 Megapixel (8.256 x 6.192) genutzt. Ebenfalls neu bei der 645Z ist die Möglichkeit, Videos aufzunehmen. Die Auflösung beträgt 1.920 x 1.080 Pixel bei 24, 25 oder 30 Vollbildern pro Sekunde oder 50 oder 60 Halbbildern pro Sekunde. 4K-Videos zeichnet die 645Z hingegen nur in einem speziellen Slow-Motion Intervall-Betrieb für rund zwei Sekunden lange Clips auf. Die Tonaufzeichnung erfolgt wahlweise mit dem internn Stereomikrofon oder über ein extern angeschlossenes, der Tonpegel lässt sich aussteuern. Bei HD-Auflösung (1.280 x 720) werden bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde aufgenommen. Ob über den HDMI-Ausgang ein unkomprimiertes Videosignal zur externen Aufzeichnung ausgegeben werden kann, gibt Pentax nicht an.

Die 645Z ist mit zwei SD-Speicherkartenplätzen ausgestattet, die zu SDHC und SDXC UHS I kompatibel sind. Außerdem lässt sich die Pentax FluCard einsetzen, die bisher nur zur K-3 kompatibel war. Diese 16 GByte WLAN-Karte erlaubt per Browser die drahtlose Steuerung der Kamera von praktisch jedem Gerät ohne spezielle App. Für den Studiobetrieb bietet Pentax die Software "Image Transmitter 2" an, die kabelgebunden die Überprüfung des Bildes am Rechner sowie entsprechende Korrekturen beispielsweise des Weißabgleichs erlaubt. Außerdem kann die Kamera ausgelöst werden und die Bilder lassen sich übertragen. Da die 645Z über USB 3.0 verfügt, geht die Bildübertragung auch äußerst schnell vonstatten.

Ab Juli 2014 soll die Pentax 645Z für den vergleichsweise günstigen Preis von knapp 8.000 EUR aufgeboten werden. Im Set mit dem 55 mm 2.8 SDM Standardobjektiv liegt der Preis bei knapp 9.000 EUR. Normalerweise sind Mittelformatkameras um mehr als den Faktor zwei teurer. Die 2011 in den deutschen Markt eingeführte 645D soll weiterhin im Programm bleiben, sie kostet aktuell ohne Objektiv knapp 6.000 EUR und mit dem 55er knapp 7.000 EUR.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.