Kamera in Smartphone-Größe mit künstlicher Intelligenz

Light L16 Kompaktkamera will mit 16 Objektiven DSLR-Qualität erreichen

2018-03-20 Das amerikanische Unternehmen Light bietet seine Kompaktkamera L16 ab sofort auch in Deutschland an. Die 16,5 mal 18,5 mal 2,4 Zentimeter große Kompaktkamera will mit insgesamt 16 Objektive in drei Brennweiten und 16 Bildsensoren mit jeweils 13 Megapixeln Auflösung eine DSLR überflüssig machen. Dabei soll die Kamera so intelligent sein, dass sie sogar die Brennweite automatisch wählen kann.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Statt eines ausfahrbaren Zoomobjektivs besitzt die Light L16 16 Kameras mit Festbrennweiten und jeweils 13 Megapixeln Auflösung. [Foto: Light]

    Statt eines ausfahrbaren Zoomobjektivs besitzt die Light L16 16 Kameras mit Festbrennweiten und jeweils 13 Megapixeln Auflösung. [Foto: Light]

Vom Formfaktor her ähnelt die Light L16 einem Smartphone, ist aber deutlich dicker und mit 435 Gramm vor allem deutlich schwerer. Bei den Objektiven handelt es sich um lichtstarke Festbrennweiten, die jeweils unterschiedlich ausgerichtet sind. Ein Motiv wird immer von mindestens zehn Kameras gleichzeitig aufgenommen. Die L16 besitzt fünf Festbrennweiten mit einem F2,0 lichtstarken 18mm-Kleinbildäquivalent, fünf Festbrennweiten mit einem F2,0 lichtstarken 70mm-Kleinbildäquivalent und sogar sechs Festbrennweiten mit einem F2,4 lichtstarken 150mm-Kleinbildäquivalent. Die Sensorgrößen verrät Light zwar nicht, aber es dürfte sich um recht kleine Bildsensoren handeln, die auch in Smartphones zum Einsatz kommen. Alle 16 Sensoren lösen jeweils 13 Megapixel auf und erreichen eine Empfindlichkeit von ISO 100 bis 3.200, optische Bildstabilisatoren hat die Kamera hingegen offensichtlich nicht, sonst würde der Hersteller diese sicherlich erwähnen.

  • Bild Die Light L16 besitzt fünf Festbrennweiten mit F2,0 lichtstarkem 28mm-Kleinbildäquivalent, fünf 70 mm F2,0 Objektive und sogar sechs 150 mm Objektive mit F2,4. Damit soll ein stufenloses Zoom möglich sein. [Foto: Light]

    Die Light L16 besitzt fünf Festbrennweiten mit F2,0 lichtstarkem 28mm-Kleinbildäquivalent, fünf 70 mm F2,0 Objektive und sogar sechs 150 mm Objektive mit F2,4. Damit soll ein stufenloses Zoom möglich sein. [Foto: Light]

Mit Hilfe der verschieden ausgerichteten Kameras will die L16 ein stufenloses 5,4-fach-Zoom von 18 bis 150 Millimeter im Kleinbildäquivalent erreichen. Die künstliche Intelligenz wählt selbstständig das passende Zoom, auch welche der 16 Kameramodule zum Einsatz kommen, entscheidet sie automatisch. Die Kamera selbst berechnet zwar nur 13 Megapixel auflösende Fotos, mit der externen Software sollen jedoch bis zu 52 Megapixel auflösende Aufnahmen entstehen. Zudem lassen sich die Schärfentiefe und auch der Fokuspunkt nachträglich bearbeiten. Sogar ein 3D-Bild des aufgenommenen Motivs kann erstellt werden.

  • Bild In der Explosionsansicht ist der komplexe Aufbau der Light L16 zu sehen. [Foto: Light]

    In der Explosionsansicht ist der komplexe Aufbau der Light L16 zu sehen. [Foto: Light]

Beim Prozessor der Light L16 handelt es sich immerhin um einen Snapdragon 820, das war vor zwei Generationen beziehungsweise Jahren noch der Flaggschiffprozessor von Qualcomm, der in zahlreichen Smartphones und anderen Geräten zum Einsatz kommt. Hinzu gesellt sich ein Light ASIC Chip. Auf der Rückseite des großen Gehäuses befindet sich ein in der Diagonale immerhin fünf Zoll beziehungsweise 12,7 Zentimeter großer Full-HD auflösender Touchscreen, über den die Kamera gesteuert wird, aber auch ein Auslöseknopf fehlt nicht. Gespeichert werden die Bilder im 256 GByte großen internen Speicher, der 4.120 mAh große Lithium-Ionen-Polymer-Akku soll eine achtstündige Laufzeit ermöglichen. Verbaut sind zudem ein GPS, Bluetooth und WLAN, so dass die Kamera nicht nur Standortinformationen speichern kann, sondern sich Bilder auch drahtlos teilen lassen. Für eine Kabelverbindung steht eine USB Typ C Schnittstelle zur Verfügung, was nicht nur eine schnelle Datenübertragung ermöglicht, sondern auch das Laden des Akkus. Selbst ein Stativgewinde fehlt nicht.

Light verspricht eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Software. So soll es in Kürze möglich sein, 4K-Videoaufnahmen anzufertigen. Auch ein direktes Posten von Bildern in sozialen Netzwerken soll später möglich sein. Momentan erfolgt die Datenübertragung noch über den integrierten Browser. Noch bis 31. März kann die Light L16 zu einem Preis von 1.435 Euro direkt beim Hersteller über die Website light.co bestellt werden, danach steigt der Preis auf 2.050 Euro.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 40, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.