Messsucher mit WLAN – Tradition und Moderne

Leica M10 als aktuelle Version der Leica-M-Reihe vorgestellt

2017-01-18, aktualisiert 2017-01-20 Mit der neuen M10 kehrt Leica zur Durchnummerierung der traditionsreichen Messsucherkameras zurück. Mit neuem 24-Megapixel-Sensor (natürlich wieder im vollen Kleinbild-Format), etwas flacherem Gehäuse sowie großem Arbeitsspeicher für recht schnelle und vor allem lang andauernde Serienaufnahmen ist die Kamera insgesamt moderner geworden. Wichtigstes neues Feature ist das eingebaute WLAN/WiFi-Modul, denn ein solches gab es bislang in der Leica-M-Serie noch nicht. Damit wird die Traditionskamera nicht nur per Smartphone fernbedienbar, Fotos lassen sich zudem (auf Wunsch auch als DNG-Raw-Datei) an iOS-Geräte übertragen und dort weiterverarbeiten und teilen.  (Jan-Markus Rupprecht, Benjamin Kirchheim)

  • Bild Leica M10 in Schwarz. [Foto: Leica]

    Leica M10 in Schwarz. [Foto: Leica]

  • Bild Leica M10 in Silber. [Foto: Leica]

    Leica M10 in Silber. [Foto: Leica]

  • Bild Leica M10 in Silber. [Foto: Leica]

    Leica M10 in Silber. [Foto: Leica]

Die Leica M10 ist das Nachfolgemodell der M (Typ 240), die ihrerseits auf die M9 folgte. Mit der M10 kommt Leica dem Wunsch vieler Fotografen nach, die Kamera flacher zu gestalten. Ganze vier Millimeter weniger in der Tiefe misst die Deckplatte, womit es die M10 auf nur noch 33,75 Millimeter bringt – wenig für eine Kleinbild-Vollformatkamera. Die zentralen Einheiten Bildsensor und Bildprozessor wurden durch modernere Komponenten ersetzt. Der 24 Megapixel auflösende CMOS-Sensor kommt ohne auflösungsmindernden Tiefpassfilter aus. Die ISO-Empfindlichkeit reicht nun von 100 bis 50.000. Die neu gestalteten Mikrolinsen fangen auch schräge Lichtstrahlen noch besser ein, sodass der Sensor besser mit schräg einfallendem Licht umgehen kann, wie es vor allem bei den kleinen M-Objektiven vorkommt. Der Infrarot-Sperrfilter wurde im Sensor-Deckglas integriert, sodass Leica sich eine weitere Glasschicht sparen konnte.

Der Bildprozessor Maestro II kann die Bilddaten noch schneller verarbeiten und ermöglicht mit seinem zwei Gigabyte großen Arbeitsspeicher lange Bildserien. Fünf Serienbilder pro Sekunde erreicht die Leica M10, wobei maximal 30 DNG- oder 100 JPEG-Bilder in schneller Folge aufgenommen werden können. Zudem ermöglicht der neue Prozessor eine frei verschiebbare Lupenfunktion, um die Bildschärfe besser kontrollieren zu können.

Das neu gestaltete Gehäuse besitzt nun neben dem Belichtungszeitenrad auch ein ISO-Einstellrad, sodass nun alle wichtigen Belichtungsparameter ohne Menü und sogar bei ausgeschalteter Kamera eingestellt werden können. Ebenfalls verbessern konnte Leica den Messsucher. Das Sehfeld wurde um 30 Prozent erhöht, die Vergrößerung auf 0,73-fach. Ebenfalls vergrößern konnte Leica die Pupillenlage, sodass Brillenträger nun komfortabler in den Sucher blicken können. Der rückwärtige Bildschirm misst 7,6 Zentimeter in der Diagonale und löst 1,04 Millionen Bildpunkte auf. Die M10 verfügt über eine Live-View-Funktion. Zudem lässt sich optional der als Zubehör erhältliche elektronische Visioflex-Sucher aufstecken, der eine Auflösung von 2,4 Millionen Bildpunkten bietet. Der nach oben klappbare Sucher bringt zudem ein GPS-Modul mit.

Leica ist der Meinung, dass Erinnerungen, die mit der M10 festgehalten wurden, gezeigt werden sollten. Dazu gehören heutzutage auch Smartphones beziehungsweise die über diese zugänglichen sozialen Netzwerke. Darum verfügt die M10 als erste Messsucherkamera von Leica über ein WLAN-Modul. Damit können sowohl JPEG- als auch DNG-Rohdatenbilder an Smartphones übertragen werden. Sogar als Fernbedienung kann das Smartphone mit entsprechender App dienen, was beispielsweise Langzeitbelichtungen oder Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven erleichtert. Damit ist die M10 die wohl modernste, schnellste und auch kompakteste digitale M, die es bisher gab. So sollte es bei einer neuen Kamera, die immerhin 6.500 Euro kostet, auch sein. Seit dem 19. Januar kann die Leica M10 beim Leica-Fachhändler gekauft werden.


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Autoren

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 39, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.

 

Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 52, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.