Software

Google stellt Picasa ein und „verschenkt“ die Nik-Collection

2016-03-31 Seit dem Jahr 2004 steht Picasa für eine einfache Bildbearbeitung und eine leistungsstarke Bildverwaltung. Damit ist seit dem 15. März 2016 Schluss, wie Google bereits im Februar 2016 ankündigte. Erfreulicher hingegen ist die Nachricht, dass die Nik-Collection seit dem 24. März 2016 kostenlos herunterladbar ist. Die Nik-Collection beinhaltet neben Viveza auch Analog Efex Pro, Color Efex Pro, Silver Efex Pro, HDR Efex Pro, Sharpener Pro und das Entrauschungstool Dfine. Trotz des „hohen“ Alters der Photoshop- und Lightroom-Plugins sind diese immer noch beliebt und leistungsfähig.  (Harm-Diercks Gronewold)

  • Bild  [Foto: Google]
  • Bild Nik Collection by Google [Foto: Google]

    Nik Collection by Google [Foto: Google]

  • Bild Snapseed Logo [Foto: Nik Software]

    Snapseed Logo [Foto: Nik Software]

  • Bild Snapseed for Windows - Logo [Foto: Nik Software]

    Snapseed for Windows - Logo [Foto: Nik Software]

Die Einstellung von Picasa war langfristig absehbar. Zum einen ist das letzte Picasa Update im Jahr 2012 gewesen und zum anderen hat Google mit Google Photos eine wesentlich erfolgreichere Bildbearbeitung im Programm, auf die sich das Unternehmen voll konzentrieren will. Nutzer von Picasa müssen allerdings nicht verzagen, denn auch nach dem 15. März ist Picasa weiterhin funktionsfähig. Lediglich auf Picasa-Webalben muss der Anwender ab dem ersten Mai 2016 verzichten. Vorhandene Fotos in Picasa-Webalben werden automatisch in Google Photo migriert, sobald der Anwender sich einmalig dort anmeldet. Google Photo eine reine Onlinelösung (mit dazugehöriger Smartphone-App) und kein „standalone“ Programm für den Computer. Als Anwender sollte man also eine stabile Internetverbindung sein eigen nennen. Zu den interessantesten Eigenschaften von Google Photo gehört eindeutig die nicht destruktive Bildbearbeitung, die beschneiden, drehen und verschiedene Farbfilter umfasst. Die lassen sich nach der Anwendung auf ein Bild jederzeit ändern und auch rückgängig machen. Leider umfasst Google Photo bei weitem noch nicht den Funktionsumfang von Picasa. Hiervon betroffen sind besonders die Verwaltungsfunktionen. Der Speicherplatz, den Google dem Anwender zugesteht, ist unbegrenzt, wenn man einwilligt, die Bilder stark verkleinern zu lassen. Bei unserem Test wurde aus einem 10.092 x 2.728 Pixel großen Panorama mit 7,42 Mbyte Größe ein 7.992 x 2.002 Pixel großes Panorama mit 2,58 Mbyte Speicherbedarf. Möchte man das Bild in der Orginalgröße speichern, so kann man das tun, der Speicherbedarf wird allerdings vom eigenen Google-Drive-Kontingent abgezogen. Zwar ist Google Photo eine recht runde Sache, aber für besonders große Sammlungen vielleicht noch nicht die beste Lösung.

Eine richtig gute Lösung hingegen ist die Nik-Collection. Sie ist seit dem 24. März 2016 komplett kostenlos als Mac- und Windows-Version erhältlich. Auch wenn Google auf der Website zur Nik-Collection keine Version der verschiedenen Softwareprodukte nennt, handelt es sich bei allen um die letzte herausgegebene Version. Dem Anwender stehen nach dem knapp 430 Mbyte großen Download neben Viveza 2 auch Analog Efex Pro 4, Color Efex Pro 4, Silver Efex Pro 2, HDR Efex Pro 2, Sharpener Pro 3 und das Entrauschungstool Dfine 2 zur Verfügung. Trotz ihres relativ hohen Alters liefern die Plugins professionelle Ergebnisse mit wenigen Handgriffen. Den Link zum Herunterladen der Nik-Collection ist im Linkbereich unter dieser Meldung zu finden. Kunden, die die Nik-Collection im Jahr 2016 gekauft haben, können sich den Kaufpreis von Google erstatten lassen. Doch leider bedeutet die jetzt kostenlose Nik-Collection auch, dass es wahrscheinlich keine Updates mehr geben wird und neue Versionen der verschiedenen Software sind damit wohl auch vom Tisch. Die Firma Nik Software selber wurde 2012 an Google verkauft und beschäftigt sich mit der Entwicklung von mobilen Apps wie Snapseed und Google Photo.

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Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 48, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.