Foto-Equipment flexibel ausleihen

Gearflix macht das Mieten für Dauerkunden günstiger

2019-08-01 Die neue Preisstruktur bietet einen höheren Rabatt für die Langzeit-Miete und ermöglicht es, den Rabatt auf andere Produkte zu übertragen. Beides zusammen macht das kontinuierliche Mieten – statt besitzen – nun deutlich attraktiver. Zudem muss man sich hinsichtlich der Mietdauer nicht im Voraus festlegen, kann die Ausrüstung also problemlos durchtauschen, so wie man es braucht.  (Jan-Markus Rupprecht)

Gearflix könnte vielen unserer Stammleser mittlerweile ein Begriff sein. Der Rent-Anbieter, hinter dem die Firma Foto Hamer aus Bochum und Recklinghausen steckt, ist seit einiger Zeit Werbekunde auf digitalkamera.de und in unseren Kamera-, Objektiv- und Blitzgeräte-Datenblättern mit einer Sonderwerbeform präsent (immer wenn es das Produkt bei Gearflix zu mieten gibt, wird der Mietpreis für die erste Woche, als Anzeige gekennzeichnet, im Datenblatt angezeigt).

Nun aber zur Sache. Bislang unterschied sich das Preis-Modell von Gearflix nicht allzu sehr von konventionellen Miet-Modellen. Der Kunde hat sich die gewünschten Produkte ausgesucht und bekommt sie dann nach Hause geschickt. Wenn man Geräte etwas länger mietet, wurde der Mietpreis ab der dritten Wochen etwas günstiger. Das ist soweit ja normal. Die Besonderheit war, dass man sich hinsichtlich der Mietdauer nicht im Voraus festlegen musste. Wenn man die Sachen nicht mehr braucht, bestellt man einfach über die Gearflix-Website ein Rücksendeetikett und leitet damit die Beendigung der aktuellen Miete ein. Die meisten Kunden werden wohl sofort nach dem Anwendungsfall (Urlaub, Hochzeit o. ä.) alles zurückschickt haben, denn der Rabatt für eine längere Mietdauer war nicht allzu groß, sodass es sich nicht wirklich gut rechnete, Ausrüstung langfristig zu mieten.

Das dürfte sich nun ändern. Erstens gibt es eine neue Preisstaffel für Langzeitmiete: Bereits ab der fünften Miet-Woche zahlt man pro Woche nur noch jeweils 50 % der ersten Woche. Zweitens lässt sich dieser Rabatt auch direkt von einem Produkt auf ein anderes Produkt übertragen – auch von einem günstigen Produkt auf ein teures. Da kann es sich lohnen, ein günstiges Produkt, z. B. eine GoPro Actioncam, eine Kompaktkamera oder eine günstige Systemkamera, länger zu mieten als man sie tatsächlich benötigt. Wenn man den günstigen 50%-Tarif anschließend auf eine teure Systemkamera oder ein teures Objektiv überträgt, hat man die Miete fürs günstige Gerät schnell wieder raus.

Wir haben nachgefragt, wie das genau gedacht ist. Kann man wirklich z. B. ein Fernglas langfristig mieten und den damit erreichten Rabatt dann auf eine Kamera übertragen? Reicht ein langfristig gemietetes Gerät aus, um den Rabatt auf eine ganze Urlaubsausrüstung zu übertragen? Und muss das Gerät mit der "Langzeitmiete" dafür zurückgegeben werden, um den Rabatt auf andere Geräte zu übertragen? 

Marius Hamer, Gründer von Gearflix, zerstreut alle unsere Bedenken. Das sei wirklich alles total unkompliziert, sagt er. Wichtig für den Erhalt des 50%-Rabatts sei allein dass immer irgendein Gerät gemietet bleibt. Das müsste für die Rabatt-Übertragung auch nicht zurückgeschickt werden. Und der Rabatt könne auch von dem einen Gerät auf mehrere weitere übertragen werden. Er empfiehlt dafür etwas zu mieten, das man sowieso häufig nutzt, beispielsweise eine verhältnismäßig preisgünstige, aber leistungsfähige Systemkamera, wie z. B. die Fujifilm X-T30 oder auch eine GoPro Actioncam, falls man die häufiger braucht. Fährt man dann in den Urlaub, bestellt man sich einfach weitere Objektive dazu oder eine komplette Kameraausrüstung mit noch höherwertiger Kamera. Es greift dann bereits ab der ersten Woche der 50%-Rabatt. Nach dem Urlaub geht man wieder auf die Basisausstattung zurück.

  • Bild Gearflix Beispielrechnung für ein Jahr "Flixrate"-Miete (siehe hierzu unseren Kommentar im Kasten). [Foto: Gearflix]

    Gearflix Beispielrechnung für ein Jahr "Flixrate"-Miete (siehe hierzu unseren Kommentar im Kasten). [Foto: Gearflix]

Rechnen kann sich der günstige 50%-Tarif zudem für Leute, die sowieso gern das aktuellste Equipment haben und ihre Ausrüstung häufig erneuern. Statt relativ neue Kameras oder Objektive umständlich über eBay oder Amazon zu verkaufen oder an einen speziellen Gebrauchtgeräte-Ankäufer wie RPB zu geben, könnte die Miete zum 50%-Tarif eine ebenso wirtschaftliche Möglichkeit sein. Laut Gearflix sind die Konditionen jetzt vergleichbar mit Leasing und bieten dabei den Vorteil, dass man sich nicht auf einen Zeitraum festlegen muss. Man kann alles jederzeit zurückgeben. Zudem sind die Mietgeräte versichert. Bei Drohnen ist sogar die Haftpflichtversicherung inklusive, was das Mieten von Drohne im Vergleich zum Besitz zusätzlich attraktiv macht.

Nachgelegt hat Gearflix bzw. Foto Hamer auch für das Try-und-Buy-Angebot. Wer sich nach der Miete zum Kauf des Geräts entschließt, bekommt nicht nur 50 % des Mietpreises angerechnet, sondern es entfällt zusätzlich der Mietpreis für die erste Woche. Der Kunde bekommt dann natürlich ein fabrikneues, original verpacktes Gerät. Das Mietgerät wird wieder dem Miet-Kreislauf zugeführt.

Beispielrechnung  Gearflix hat mit der Pressemitteilung eine Beispielrechnung verschickt, die ein ganzes Kalenderjahr "Flixrate" visualisieren soll (siehe Abbildung oben). Eine Panasonic Lumix TZ71 Travelzoom-Kamera wird immer dann gemietet, wenn nichts anderes gemietet wird. Übers Jahr verteilt wird dann unter anderem zweimal eine Sony Alpha 7R III mit zwei Objektiven (darunter das relativ teure 70-200 F2,8), einmal eine Sony Alpha 6300 mit Standard-Zoom und einmal eine Drohne.

Was in der Beispielrechnung, die auf ca. 953 Euro kommt, fehlt, ist das jeweilige Service-Paket fürs Verschicken und den Rückversand der Ware. Das fällt an, wenn man die Ware nicht persönlich bei Foto Hamer in Bochum abholt (für die Zukunft plant Gearflix die Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen). Geht man den Weg über den Versand kämen 4 x 9 Euro und 4 x 19 Euro hinzu. Irgendwann am Anfang muss auch zwei Wochen lang die eine volle Miete und zwei Wochen lang eine um 25 % reduzierte Miete bezahlt werden. Hierzu bietet sich ein günstiges Produkt wie die Lumix TZ71 an. Alles in allem kommen wir dann auf 1.138,65 Euro mit dem günstigsten Fernglas (3,45 Euro laut Gearflix-Website vom 31.07.2019) für das angenommene Szenario.

Dafür hat der Kunde dann zweimal im Jahr eine Top-Kamera-Ausstattung, einmal eine hochwertige Drohne und vier Wochen lang eine feine, reisetaugliche Systemkamera, und sonst entweder die TZ71 oder die GoPro (plus Fernglas). Das alles zusammen repräsentiert einen Kaufpreis von ca. 8.000 Euro ohne die bei Gearflix enthaltenen Versicherungen.

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Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 54, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.