Superzoom-Bridge mit Supersensor und Supersucher

Fujifilm FinePix X-S1 lässt Fotografenherzen höher schlagen

2011-11-24 Fujifilm präsentiert mit der FinePix X-S1 endlich wieder eine Bridge-Kamera, die den Namen auch verdient. Einst zeichneten sich Bridge-Kameras durch 2/3 Zoll große Sensoren, mäßigen Zoom und SLR-Design und SLR-Bedienung aus, würdige Vertreter waren etwa die Minolta Dimage A1 oder sie Sony Cyber-shot F828. Dann wurden die Zooms immer größer und die Sensoren immer kleiner. Die FinePix X-S1 behält zwar das große 26-fach-Zoom von umgerechnet 24 bis 624 Millimeter mit integriertem Bildstabilisator, stellt ihm jedoch den 2/3-Zoll-EXR-CMOS zur Seite, der schon in der FinePix X10 begeistern konnte.  (Benjamin Kirchheim)

Fujifilm FinePix X-S1 [Foto: Fujifilm]Der Bildsensor löst zwölf Megapixel auf und verwendet EXR-Technologie für die Struktur. Die wabenförmigen Pixel entsprechen nicht dem üblichen Bayermuster, sondern es sind zwei gleichfarbige Pixel schräg versetzt angeordnet. Das gibt der Kamera die Möglichkeit, wahlweise Fotos mit voller Auflösung von zwölf Megapixeln aufzunehmen oder aber zwei benachbarte Pixel unterschiedlich zu belichten, um den Dynamikumfang mit einer Art Sensor-HDR-Funktion zu erweitern. Dabei verringert sich allerdings die Auflösung genauso auf sechs Megapixel wie bei der dritten Möglichkeit: Durch Zusammenschalten zweier benachbarter, gleichfarbiger Pixel erhöht sich die Empfindlichkeit und verringert damit das Bildrauschen. Dass die Pixel mit Farbfiltern (rot, blau und grün) versehen sind, ist üblich und auch beim Bayersensor so. Denn die Sensorzellen selbst können nur hell und dunkel unterscheiden. Die Farbfilter sorgen dafür, dass nur Licht einer Farbe zum Sensor gelangt, die korrekten Farbwerte eines jeden Pixels werden im Nachhinein anhand der Farbinformationen benachbarter Pixel interpoliert. Üblicherweise kommen dabei auf zwei grüne je ein rotes und ein blaues Pixel, denn auch das menschliche Auge besitzt für grüne Farbtöne viel mehr Rezeptoren als für blaue und rote Farbe.

Fujifilm X-S1 [Foto: Fujifilm]In welchem der drei Modi (hohe Auflösung, hohe Dynamik oder hohe Empfindlichkeit) die X-S1 arbeitet, kann sie entweder automatisch einstellen oder der Fotograf gibt es manuell vor. Überhaupt ist die Bridgekamera dazu bestimmt, vom Fotografen gesteuert zu werden. Die Belichtungsparameter können halbautomatisch oder manuell geregelt werden, wofür die X-S1 ein Bedienrad besitzt. Einstellungen wie ISO-Empfindlichkeit, Fokus oder Weißabgleich werden über dedizierte Tasten gesteuert, so dass der ambitionierte Anwender nicht ins Menü muss. Drei Benutzerspeicher auf dem Programmwählrad sorgen dafür, dass die X-S1 schnell an verschiedene bevorzugte Aufnahmesituationen angepasst werden kann. Außerdem zeichnet die X-S1 ihre Bilder auf Wunsch auch im RAW-Format statt als JPEG auf, so dass der versierte Fotograf seine Aufnahmen am PC nach Wunsch selbst entwickeln kann. Das SD-Speicherkartenfach nimmt auch SDHC- und SDXC-Karte auf, die Stromversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku.

Der rückwärtige Bildschirm ist praktischerweise klappbar, was bodennahe oder Über-Kopf-Aufnahmen erleichtert, sofern man im Querformat fotografiert. Er misst drei Zoll (etwa 7,6 Zentimeter) in der Diagonale und löst 460.000 Fujifilm FinePix X-S1 [Foto: Fujifilm]Bildpunkte (etwa 480 x 320 Pixel) auf. Ein spezieller "Tageslicht-Modus" soll die Ablesbarkeit in heller Umgebung verbessern. Auch der elektronische Sucher (EVF) weiß zu begeistern. Er erinnert weniger an die pixeligen Tunnelsucher von Superzoomkameras, sondern eher an die hochwertigen elektronischen Sucher von Systemkameras. Der EVF besitzt ein 0,47 Zoll großes Display mit feinen 1,44 Millionen Bildpunkten, das entspricht 800 x 600 Pixeln. Mittels Näherungssensor wird der Sucher automatisch aktiviert, wenn man die Kamera ans Auge nimmt.

Wie es sich für eine richtige Bridgekamera gehört, wird auch das Zoom manuell eingestellt. Eine kleinbildäquivalente Brennweitenskala auf der Oberseite des ausfahrenden Tubus dient dabei als Brennweitenanzeige. Selbstverständlich verfügt das Objektiv über einen Bildstabilisator. Der optisch hochwertige Aufbau besteht aus 16 Linsen in zwölf Gruppen, darunter zwei ED-Glaselemente und vier asphärische. Das soll laut Fujifilm eine hohe Bildqualität über den gesamten Brennweitenbereich von umgerechnet 24 bis 624 Millimeter garantieren.

Videos nimmt die FinePix X-S1 maximal in FullHD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf. Ein Stereomikrofon ist im Gehäuse verbaut. Gespeichert werden die Videos als Quiktime (MOV) mit effektiver MPEG-4-Komprimierung H.264. Auch Serienbilder in voller Auflösung von zwölf Megapixeln nimmt die X-S1 mit beachtlicher Geschwindigkeit von sechs Bildern pro Sekunde auf. Bei einer auf sechs Megapixel reduzierten Auflösung sind sogar zehn Bilder pro Sekunde möglich. Ergänzt wird die Ausstattung der X-S1 durch einen leistungsstarken integrierten Blitz, einen TTL-Systemblitzschuh, Filmsimulationsmodi und einen 360°-Motion-Panorama-Modus. Die Fujifilm FinePix X-S1 soll ab Januar 2012 zu einem Preis von knapp 700 EUR in Schwarz mit hochwertiger Verarbeitung "Made in Japan" erhältlich sein.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 43, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.