WTO baut schrittweise Zölle für IT-Produkte ab

Fällt bald die Grenze von 29 Minuten 59 Sekunden für Videos?

2016-07-08 Es ist schon etwas kurios, wenn man erfährt, warum Digitalkameras in Europa bei hochauflösenden Videos auf eine maximale Cliplänge von 29 Minuten und 59 Sekunden beschränkt sind. Ab 30 Minuten Videoaufnahmelänge gälte eine Digitalkamera nämlich als digitaler Camcorder und es würden 4,9 Prozent Zoll fällig, was die Preise von Kameras deutlich erhöhen würde. Doch ein am 1. Juli 2016 in Kraft getretenes Handelsabkommen der WTO will in den kommenden drei Jahren Zölle auf viele IT-Produkte abschaffen, womit auch diese lästige Grenze der maximalen Aufnahmelänge entfallen könnte.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Welthandelsorganisation WTO Logo. [Foto: WTO]

    Welthandelsorganisation WTO Logo. [Foto: WTO]

Genau genommen besteht die Beschränkung der Cliplänge erst ab mindestens 800 mal 600 Pixeln Auflösung und mindestens 23 Bildern pro Sekunde Bildwiederholrate, was aber heutzutage praktisch jede Digitalkamera betrifft. Full-HD (1.920 x 1.080) mit mindestens 25 Bildern pro Sekunde und sogar 4K-Video (3.820 x 2.160) mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde sind längst weit verbreitet. Die Welthandelsorganisation (WTO) will Handelsbeschränkungen, zu denen Zölle gehören, abschaffen. Das am 1. Juli 2016 in Kraft getretene ITA-Abkommen (Information Technology Agreement) betrifft 201 IT-Produkte, darunter wohl auch Camcorder (Item 80, siehe weiterführende Links). Bis zum 1. Juli 2019 sollen die Zölle weltweit schrittweise abgebaut werden.

Dem ITA-Abkommen haben Länder zugestimmt, die gemeinsam 97 % des Welthandelsaufkommens für eben jene 201 IT-Produkte ausmachen. Darunter sind Länder wie alle Mitgliedsstaaten der EU, die USA, Japan, Korea, China, Taiwan, Thailand, Vietnam, die Philippinen, Hong Kong und Singapur, also praktisch alle für die Kameraproduktion zuständigen Länder sowie der hiesige Markt. Wenn jedoch der Zoll für Camcorder entfällt, so gibt es auch keinen rechtlichen Grund mehr, die Länge von Videoclips zu begrenzen. Allenfalls technische Gründe (Akkukapazität, Wärmeentwicklung, Speicherkapazität) könnten dann die Videolänge noch beschränken.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 44, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.