18 Monate nach der Entwicklungsankündigung

Digitale Mittelformatkamera Leica S3 wird endlich ausgeliefert

2020-03-06, aktualisiert 2020-03-09 Bereits auf der letzten Photokina im September 2018 kündigte Leica die Entwicklung der digitalen Mittelformatkamera S3 als Nachfolgemodell der S (Typ 007) an und zeige auch schon einen ersten Prototypen. 18 Monate lang, bis heute, blieb es still um das neue Flaggschiffmodell, doch nun ist die 18.600 Euro teure Digitalkamera endlich fertig und wird an den Handel ausgeliefert. Neben der offensichtlichsten Neuerung, dem 64 Megapixel auflösenden Bildsensor, soll es zahlreiche Detailverbesserungen geben.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Die neue digitale Mittelformat-DSLR Leica S3 löst 64 Megapixel auf ihrem 45x30 mm großen CMOS-Sensor auf. [Foto: Leica]

    Die neue digitale Mittelformat-DSLR Leica S3 löst 64 Megapixel auf ihrem 45x30 mm großen CMOS-Sensor auf. [Foto: Leica]

Der Bildsensor, der wie bisher 45 mal 30 Millimeter misst, wurde exklusiv für Leica entwickelt. Er bietet ein klassisches 3:2-Seitenverhältnis wie das Kleinbildformat, aber eine 56 Prozent größere Fläche. Gegenüber dem 37,5 Megapixel auflösenden Vorgängermodell ist die Auflösung sogar um 71 Prozent gestiegen, dennoch soll der Sensor mit 15 Blendenstufen einen sehr hohen Dynamikumfang und mit bis zu ISO 50.000 eine sehr hohe Empfindlichkeit bieten. Ebenfalls neu ist, dass die gesamte Sensorbreite nicht nur für Full-HD-Videos, sondern nun auch für Cine-4K-Videos (4.096 x 2.160 Pixel im 17:9-Seitenverhältnis) genutzt werden kann.

Der Bildprozessor Maestro II verfügt über einen 2 GB großen Pufferspeicher, um die großen Datenmengen schnell zwischenspeichern und verarbeiten zu können. Die Leica S3 verfügt über einen großen Spiegelreflexsucher und einen schnellen Autofokus. Die Serienbildfunktion erreicht drei Bilder pro Sekunde. Nicht nur im Sucher lässt sich eine hilfreiche Wasserwaage einblenden, sondern auch auf dem rückwärtigen Drei-Zoll-Monitor, der im Live-View mit 60 Bildern pro Sekunde betrieben wird. Auch Fokus-Peaking, ein Gitter oder ein Histogramm lassen sich einblenden.

  • Bild Das Leica-S-System bietet eine reichhaltige Objektivauswahl. [Foto: Leica]

    Das Leica-S-System bietet eine reichhaltige Objektivauswahl. [Foto: Leica]

Über die USB-3.0-Schnittstelle kann die Leica S3 mit einem Computer verbunden und ferngesteuert werden. Aber auch außerhalb des Studios soll die Leica S3 mit ihrem robusten Magnesiumgehäuse überzeugen, das gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet ist. Außerdem wird der Monitor von einem Corning Gorilla Glass geschützt. Praktisch für unterwegs ist darüber hinaus das eingebaute GPS, auch mit WLAN kann die Leica S3 dienen und Fotos an die Leica Fotos App auf Mobilgeräten übertragen. Ab dem heutigen 6. März 2020 soll die Leica S3 zu einem Preis von 18.600 Euro erhältlich sein, womit sie genauso viel kostet wie das Vorgängermodell. Weitere Informationen sind unserem Datenblatt sowie der nachfolgenden Pressemitteilung von Leica zu entnehmen.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.