Analoge Bedienelemente und WLAN-Smartphone-Bedienung vereint

Digitale Messsucherkamera Leica M10-D ohne Bildschirm vorgestellt

2018-10-24 Mit der neuen digitalen Messsucherkamera M10-D will Leica die analoge mit der digitalen Fotografie verbinden. Die Vollformat-Systemkamera verzichtet auf einen Bildschirm und damit die Möglichkeit, die Einstellungen über Menüs vorzunehmen, das muss dann notgedrungen über das per WLAN gekoppelte Smartphone erfolgen. Die wichtigsten Aufnahmeeinstellungen werden komplett über analoge Bedienelemente vorgenommen, das Smartphone ist kein Muss für die pure Fotografie.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Leica M10-D mit Summicron 1:2 35 mm Asph. [Foto: Leica]

    Leica M10-D mit Summicron 1:2 35 mm Asph. [Foto: Leica]

Sogar einen Filmtransporthebel hat Leica bei der M10-D verbaut, wobei dieser aber eine rein mechanische Funktion übernimmt: Er dient als ausklappbarer Daumenhebel. An die Stelle des Bildschirms auf der Kamerarückseite rückt ein Belichtungskorrekturrad. Man kann die Leica M10-D komplett über die analogen Bedienelemente einstellen, jedenfalls was die wichtigsten Aufnahmeparameter wie Blende, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungszeit und den manuellen Fokus angeht (einen Autofokus gibt es bei den Messsucherkameras von Leica ohnehin nicht). Aufgenommen wird über einen 24 Megapixel auflösenden CMOS-Vollformatsensor, die Speicherung erfolgt auf SD-Karten.

Dank WLAN kann die M10-D mit einem Android- oder iOS-Smartphone verbunden werden, für die zeitgleich mit der heutigen Marktverfügbarkeit der Kamera die neue Leica Fotos App kostenlos zur Verfügung steht. Sie erlaubt nicht nur eine Üebrtragung der Fotos, sondern auch eine Fernsteuerung der M10-D samt Livebildübertragung. Das Smartphone ersetzt damit quasi den Bildschirm. Zudem können vom Smartphone aus weitere Einstellungen, etwa der Weißabgleich, vorgenommen werden. Diese bleiben dauerhaft in der Kamera gespeichert. So ein bisschen ersetzt das Smartphone damit das Display, falls man doch ein paar Einstellungsmöglichkeiten nutzen möchte.

  • Bild Dank ohne Bildschirm sieht die digitale Leica M10-D wie eine analoge Kamera aus. Nur der optionale Aufstecksucher oder ein per WLAN verbundenes Smartphone zeigen die Bilder beim Fotografieren an. [Foto: Leica]

    Dank ohne Bildschirm sieht die digitale Leica M10-D wie eine analoge Kamera aus. Nur der optionale Aufstecksucher oder ein per WLAN verbundenes Smartphone zeigen die Bilder beim Fotografieren an. [Foto: Leica]

Etwas digitaler wird die M10-D zudem, sobald man den optionalen elektronischen Aufstecksucher verwendet. Er dient nicht nur als Winkelsucher, sondern besitzt auch ein eingebautes GPS und erlaubt eine Livebildansicht, was insbesondere bei stärkeren Weitwinkel- sowie Teleobjektiven sinnvoll ist, die nicht gut durch den Messsucher der Kamera abgedeckt werden. Auch eine fünfsekündige Ansicht des zuvor aufgenommenen Fotos ist im Sucher möglich. Ab heute ist die Leica M10-D zu einem Preis von 7.500 Euro erhältlich.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.