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Die neue zwischen D90 und D300S heißt Nikon D7000

2010-09-15 Die D90 ist einer der erfolgreichsten Dauerbrenner im Nikon DSLR-Segment, allein unser Testbericht wurde seit seinem Erscheinen über 350.000 Mal gelesen. Nun bekommt sie mit der D7000 eine größere Schwester, die, so die Benutzer es mögen, der nächste Dauerbrenner werden könnte. Das Zeug dazu hat sie: 16,2 Megapixel Auflösung, FullHD-Videoaufnahme, gedichtetes Gehäuse mit Magnesiumelementen, 39-Punkt-Autofokus, GPS-Anschluss, Doppel-SD-Kartenschacht, 100-%-Sucher, LiveView mit Kontrastautofokus auf einem hoch auflösenden 3"-Bildschirm etc. Und das alles zu einem Preis von knapp unter 1.200 EUR.  (Benjamin Kirchheim)

Nikon D7000 mit AF-S Nikkor 18-105 mm [Foto: Nikon]Die D90 war und ist nicht grundlos so beliebt, schließlich bietet sie viel Leistung für angemessenes Geld, d. h. ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis. So soll die Kamera auch weiterhin verkauft werden, Nikon sieht die D7000 eher als größere Schwester bzw. Upgrade denn als direktes Nachfolgemodell. Das hat auch seinen Grund. Das Gehäuse der Nikon D7000 ist sehr hochwertig verarbeitet, u. a. sind einige Gehäuseteile (Ober- und Rückseite) aus einer Magnesiumlegierung gefertigt, und sie besitzt einen ebenso guten Wetterschutz wie die größere Schwester D300S. Dabei ist das Gehäuse ähnlich groß wie bei der D90 – ein guter Kompromiss aus Kompaktheit und hervorragender Ergonomie, wozu auch die beiden Einstellräder für Daumen und Zeigefinger beitragen sollen. Der optionale Batteriegriff besteht sogar komplett aus einer Magnesiumlegierung und nimmt wahlweise einen zusätzlichen Lithium-Ionen-Akku auf (einer verbleibt in der Kamera) oder kann mit 6 AA/Mignon-Rundzellen (Alkalibatterien, Lithiumbatterien oder NiMH-Akkus) bestückt werden. Der Akku vom Typ EN-EL15 mit 7,4 V und 1.030 mAh Kapazität ist neu. Er besitzt einen Security-Chip, der von der Kamera geprüft wird, Fremdakkus werden also vorerst nicht in der D7000 funktionieren. Auch Panasonic ging schon diesen Weg "zur Sicherheit der Anwender" als "Schutz" vor minderwertigen Nikon D7000 [Foto: Nikon]Akkus (siehe weiterführende Links). Bei Panasonic gibt es inzwischen aber doch funktionierende Drittherstellerakkus und bei Nikon wird es sicher auch nicht anders laufen. Ein positiver Nebeneffekt des neuen Akkus ist die prozentgenaue Restkapazitätsanzeige, so dass man beim Fotografieren keine bösen Überraschungen mehr erleben sollte.

Der optische Sucher der D7000 lehnt sich an der größeren Schwester D300S an: Ein Pentaprisma aus Glas bietet eine 0,94fach Vergrößerung und ein Sichtfeld von 100 %, auch eine Dioptrienkorrektur (-3 bis +1 dpt) ist verbaut. Eine LiveView-Funktion samt Kontrastautofokus und Schärfenachführung (AF-F) bietet die D7000 ebenfalls, die Anzeige erfolgt über den rückwärtigen 3" (7,6 cm) großen Bildschirm mit feinen 921.000 Bildpunkten Auflösung. Allerdings ist er fest verbaut und nicht bspw. wie bei der D5000 beweglich. Auf der Oberseite gibt ein zusätzliches LC-Statusdisplay Auskunft über die wichtigsten Kameraeinstellungen.

Nikon D7000 mit AF-S Nikkor 18-105 mm [Foto: Nikon]Ein weiteres Highlight ist der effektiv 16,2 Megapixel auflösende CMOS-Bildsensor, den Nikon laut Markus Hillebrand, Marketing-Manager Nikon Deutschland, selbst entwickelt hat und produziert. Physikalisch bringt er es sogar auf 16,9 Megapixel und er besitzt effektive Rauschunterdrückungsmechanismen. Auch an eine integrierte Sensorreinigungsfunktion hat Nikon gedacht. Die ISO-Empfindlichkeit reicht von 100 bis 6.400, in den Einstellungen Hi 1 bzw. Hi 2 sogar 12.800 und 25.600. Auch die Geschwindigkeit des Sensors im Zusammenspiel mit dem Bildprozessor Expeed 2 ist äußerst hoch: 6 Bilder/s werden im Serienbildmodus erreicht. Dabei soll der Verschluss für mindestens 150.000 Auslösungen geeignet sein. Doch die D7000 kann nicht nur Fotos aufzeichnen, sondern auch Videos. Ein dedizierter Movieknopf sorgt allzeit für Aufnahmebereitschaft. Dabei wird in FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln bei 24 Bildern/s erreicht, der Ton wird in Stereo, optional sogar über ein externes Mikrofon (über einen 3,5 mm Stereoklinkenanschluss) aufgezeichnet. Gespeichert wird mit H.264-Komprimierung im Quicktime-Format (MOV). Der Fokus kann dabei auf Wunsch automatisch nachgeführt werden (AF-F). Ein hohes Sensor-Readout beim Filmen soll den so genannten Rolling-Shutter-Effekt minimieren, gegen Falschfarben und Moirés hingegen soll eine horizontale 3-Pixel-Addition helfen.

Ganz neu bzw. weiter entwickelt ist der Belichtungsmesser. Dieser hat gegenüber der D90 fast die 4fache Auflösung, 2.016 RGB-Pixel und genau zu sein. Damit kann die D7000 auch unter Hinzuziehung der vom Objektiv übermittelten Entfernung sehr Nikon D7000 [Foto: Nikon]präzise die Belichtung ermitteln und dabei die Motivfarben wie bspw. Gesichtshaut berücksichtigen. Damit unterstützt der Belichtungsmesssensor auch das neue Autofokusmodul, das über 39 Messpunkte verfügt. Die 9 zentralen davon sind hochwertige Kreuzsensoren, die auf horizontale wie vertikale Motivstrukturen gleichermaßen ansprechen. Die Autofokuspunkte lassen sich wahlweise einzeln oder in Gruppen wählen, auch der Wechsel vom Quer- ins Hochformat und umgekehrt wird dabei berücksichtigt. Zusammen mit dem Belichtungsmesssensor gelingt eine sehr präzise Motivverfolgung des Autofokus, da anhand der Farbe, z. B. eines Gesichts, erkannt wird, wohin sich das Motiv bewegt. In dunklen Umgebungen hilft ein eingebautes Hilfslicht dem Autofokus auf die Sprünge.

Noch ein weiteres Merkmal macht die Nikon D7000 einmalig: Sie besitzt einen Doppel-SD-Kartenschacht, d. h. es können gleichzeitig zwei Karten des Typs SD, SDHC oder SDXC verwendet werden. Wie bei den Profikameras von Nikon hat der Anwender die Wahl, wie diese Karten mit Bild- bzw. Filmmaterial bestückt werden sollen: Nacheinander, parallel (als Backup) oder etwa RAW- getrennt von JPEG- oder Filmaufnahmen. Selbstverständlich gibt es auch eine Kopierfunktion. Überhaupt zeigt sich die D7000 anpassungsfähig: Auf dem Programmwählrad gibt es zwei Benutzerspeicher, und 48 Individualfunktionen lassen eine umfassende Konfigurierbarkeit der Kamera zu. Auch die Bild- und sogar Nikon D7000 mit AF-S Nikkor 18-105 mm [Foto: Nikon]Filmbearbeitbarkeit kommt nicht zu kurz. Videos können beschnitten und Einzelbilder heraus gelöst werden. Zu den Bildbearbeitungsfunktionen gehören etwa die Bildverkleinerung, Active-D-Lighting zur Schattenaufhellung oder eine Perspektivkorrektur. Auch RAW-Bilder können direkt in der Kamera entwickelt werden. Die Beseitigung von Vignettierungen bzw. Randabdunklungen kann sogar direkt bei der Aufnahme erfolgen, die D7000 berücksichtigt dabei die Objektiveigenschaften für eine optimale Kompensation.

Das integrierte Blitzgerät hat eine Leitzahl von 12 und deckt dabei einen Bildwinkel von 24 mm (KB) ab. Über den Systemblitzschuh können i-TTL-Blitzgeräte (Speedlight) angeschlossen werden. Die kürzeste Blitzsynchronzeit des ohne Blitz bis zu 1/8.000 schnellen Verschlusses beträgt 1/250 s. Auch der Nikon-eigene Multifunktionsanschluss ist vorhanden, darüber kann bspw. ein GPS mit der Kamera verbunden werden. Der HDMI-Anschluss hingegen sorgt für eine hochauflösende Darstellung auf Flachbildfernsehern, dank HDMI-CEC-Kompatibilität kann die Kamera dabei von der Fernseher-Fernbedienung gesteuert werden. Die Nikon D7000 soll ab Ende Oktober 2010 zu einem Preis von 1.190 EUR erhältlich sein. Sie wird auch im Set mit dem 18-105mm VR angeboten, der Preis beträgt dann knapp 1.400 EUR.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 40, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.