Der Natur mit 2.000 mm auf den Pelz gerückt

Die neue Nikon Coolpix P900 mit beeindruckendem 83-fach-Zoom

2015-03-02 Höher, schneller, weiter lautet das Motto bei den Superzoomkameras und die Hersteller übertrumpfen sich von Generation zu Generation gegenseitig mit immer größeren Zooms. Nun ist wieder einmal Nikon an der Reihe und setzt die Latte auf ein 83-fach-Zoom mit 2.000 mm Endbrennweite deutlich höher. Damit stößt die Nikon Coolpix P900 sowohl die Canon PowerShot SX60 HS (mit 65-fach bisher größter Zoom) als auch die Sony Cyber-shot DSC-H400 (mit 1.550 mm bisher längste Brennweite) vom Thron. Besonders der Tierwelt soll man laut Nikon mit der 16 Megapixel auflösenden P900 zu Leibe rücken können, aber auch für Nachthimmelaufnahmen soll sich die Coolpix dank der langen Brennweite bestens eignen.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Die Nikon Coolpix P900 deckt mit ihrem beeindruckenden 83-fach-Zoom einen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von 24 bis 2.000 Millimeter ab. [Foto: Nikon]

    Die Nikon Coolpix P900 deckt mit ihrem beeindruckenden 83-fach-Zoom einen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von 24 bis 2.000 Millimeter ab. [Foto: Nikon]

Wie genau das mit einer Blende von F6,5 am langen Ende in Zusammenarbeit mit dem winzigen 1/2,3"-Sensor funktionieren soll, erklärt Nikon nicht. Auch bei der Naturfotografie sollte man sich bei derartigen Brennweiten der physikalischen Grenzen bewusst sein: Ist durch die lange Brennweite das Motiv weiter entfernt, so befindet sich eine dickere Luftschicht mit Schmutzpartikeln, Feuchtigkeit und thermischen Bewegungen zwischen Kamera und Motiv, was der Bildqualität nicht gerade zuträglich ist. Verwacklungsunschärfen will Nikon mit dem 5 LW effektiven Bildstabilisator auch bei langen Brennweiten effektiv begegnen, das hieße, dass bei 2.000 mm Endbrennweite theoretisch Belichtungszeiten von 1/60 Sekunde auf der Hand gehalten werden können sollten. Im 24-mm-Weitwinkel liegt die maximale Lichtstärke immerhin bei F2,8. Neben den Zoomhebeln links am Objektiv und rund um den Auslöser verfügt die P900 auch über eine "Überblickstaste", die auf Knopfdruck schnell aus- und wieder einzoomt, falls man angesichts der langen Brennweite einmal das Motiv aus den Augen verloren hat.

Auch sonst lässt sich Nikon bei der technischen Ausstattung der P900 nicht lumpen. So besitzt sie etwa einen 921.000 Bildpunkte auflösenden elektronischen Sucher und einen 7,5 Zentimeter großen, ebenfalls 921.000 Bildpunkte auflösenden Bildschirm, der sich schwenken und drehen lässt, um aus diversen Perspektiven fotografieren zu können. Zur Erleichterung der Umschaltung erfolgt diese über einen Augensensor. Die Auslöseverzögerung soll äußerst kurz und die Fokussiergeschwindigkeit sehr hoch sein, zusammen sind es im Weitwinkel laut Nikon 0,12 Sekunden, den Wert für die Telestellung gibt Nikon nicht an. Für die hohe Rechenleistung zeichnet sich der Bildprozessor Expeed C2 verantwortlich. Er soll auch eine hohe, rauscharme Bildqualität mit dem rückwärtig belichteten 16 Megapixel auflösenden 1/2,3"-CMOS-Sensor ermöglichen. Neben einer Automatik und 19 Motivprogrammen stehen dem Fotografen auch die klassischen Aufnahmeprogramme P, A, S und M zur Verfügung, so dass gezielt Einfluss auf Blende und Belichtungszeit genommen werden kann. Videos zeichnet die Coolpix P900 in Full-HD-Auflösung bei bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde auf. Das integrierte Mikrofon passt dabei die Richtcharakteristik dem Zoom an.

  • Bild Der 3"-Bildschirm lässt sich bei der Nikon Coolpix P900 drehen und schwenken, was auch Selfies ermöglicht. [Foto: Nikon]

    Der 3"-Bildschirm lässt sich bei der Nikon Coolpix P900 drehen und schwenken, was auch Selfies ermöglicht. [Foto: Nikon]

  • Bild Der integrierte Blitz klappt bei der Nikon Coolpix P900 besonders hoch aus, was Abschattungen durch das Objektiv sowie rote Augen vermeidet beziehungsweise vermindert. [Foto: Nikon]

    Der integrierte Blitz klappt bei der Nikon Coolpix P900 besonders hoch aus, was Abschattungen durch das Objektiv sowie rote Augen vermeidet beziehungsweise vermindert. [Foto: Nikon]

Darüber hinaus ist die P900 mit dem amerikanischen GPS, dem russischen GLONASS und dem japanischen QZSS ausgestattet, um die Position der Kamera zur Routenaufzeichnung und Verortung der Fotos genau bestimmen zu können. Auch WLAN und NFC sind mit an Bord, was eine einfache Übertragung von Bildern zwischen Kamera und Smartphone oder Tablet ermöglicht, auch eine Fernauslösefunktion samt Livebildübertragung auf das Smartgerät gibt es mit der kostenlosen App für iOS und Android. Ab Mitte März 2015 soll die Nikon Coolpix P900 zu einem Preis von knapp 620 Euro erhältlich sein.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.