Rot, Weiß, Schwarz und Blau

Die neue Einstiegs-DSLR Pentax K-x treibt's bunt und dreht Videos

2009-09-17 Pentax stellt mit der K-x eine Nachfolgerin der ein Jahr alten Einsteigerkamera K-m vor. Die K-x bietet funktionsmäßig dank LiveView und HD-Videomodus mehr als Einsteigerkameras anderer Hersteller. Geblieben ist der kompakte Body und der niedrige Einstiegspreis von knapp 600 EUR mit Objektiv. Beim 12-Megapixel-CMOS-Sensor handelt es sich dagegen um eine Neuheit, auch wenn der Sensor aus anderen Kameras bestens bekannt ist.  (Benjamin Kirchheim)

Pentax K-x mit DA-L 18-55 [Foto: Pentax]Der Sensor entstammt der Produktion von Sony. Die Anzahl der AD-Wandler ist nicht angegeben, da es mehr als einen gibt. Das deutet sehr auf den Exmor-Sensor hin, der für jede Bildzeile einen eigenen AD-Wandler direkt auf dem CMOS-Chip hat und damit die Anfälligkeit für das störende Bildrauschen deutlich reduziert. Ein weiteres Indiz dafür ist der Empfindlichkeitsbereich, der von ISO 200 bis 12.800 reicht. In ähnlich hohe Regionen sind bereits APS-C-Kameras von Nikon, Canon und Sony vorgestoßen. Die K-x schafft mit dem neuen Sensor 4,7 Bilder/s und macht bei dem Tempo 17 JPEG-Bilder in Folge, bei RAW sind es hingegen nur 5, bevor die Geschwindigkeit einbricht. Interessant ist auch, dass sich die schnellste Verschlusszeit auf 1/6.000 Sekunde verkürzt hat.

Gegenüber der K-m ebenfalls verbessert wurde der Autofokus. Zum Einsatz kommt das bewährte Modul SAFOX VIII mit seinen elf Messfeldern, von denen neun Kreuzsensoren sind – für eine Einsteigerkamera ist das mehr als ordentlich. Der Autofokus arbeitet bei einem Umgebungslicht von 0-21 LW, bei weniger Licht dient der Blitz als Hilfslicht. Ebenfalls neu in der Klasse ist der Bildverarbeitungsprozessor Prime II, der für die Verarbeitung der schnellen Serienbilder sorgt. Endlich hat die Einsteigerkamera von Pentax auch LiveView und selbstverständlich einen Live-Autofokus mit Gesichtserkennung.

Pentax K-x [Foto: Pentax]Auch mit einem Videomodus ist die K-x ausgestattet. Er löst 1.280 x 720 Pixel auf und nimmt 24 Bilder/s auf, was High Definition (HD) entspricht. Der Ton wird aber nur in Mono über das integrierte Mikrofon aufgenommen, fokussiert werden muss manuell. Der mechanische Bildstabilisator, der im Kameragehäuse eingebaut ist, bleibt dabei aktiv. Er gleicht Verwackelungen durch den beweglich gelagerten und magnetisch gesteuerten Bildsensor aus. Bei Fotos sind so Belichtungszeiten um 4 EV-Stufen länger möglich als ohne Bildstabilisator.

Für LiveView, Bildkontrolle etc. ist der rückwärtige Bildschirm mit 2,7" (6,9 cm) Diagonale zuständig. Er löst 230.000 Bildpunkte (rund 320 x 240 Pixel, 3 Bildpunkte entsprechen einem Pixel) auf und bietet einen hohen Betrachtungswinkel. Beim Sucher handelt es sich um eine Pentaspiegelkonstruktion mit 96 % Bildfeldabdeckung und 0,85facher Vergrößerung. Eine Mattscheibe des Typs Natural Bright Matte II sorgt für ein helles und klares Sucherbild.

Die K-x verfügt nicht nur über eine einfache Bedienung mit klar strukturiertem Menü und Motivprogrammen, sondern auch über 16 digitale Filter (z. B. Schwarzweiß, Sepia, Minituarisierungseffekt etc.) und eine HDR-Funktion, die mehrere automatisch hintereinander aufgenommene Bilder zu einem verrechnet. Neu ist auch eine Funktion bzw. ein Filter namens Crossentwicklung. Der Begriff stammt aus der analogen Fotografie. Dabei wird ein Diafilm wie ein Negativfilm entwickelt bzw. umgekehrt, also ein Negativfilm wie ein Diafilm. Das Resultat ist ein Foto mit knalligen Farben, hohen Kontrasten und sichtbarer Körnigkeit, aber auch leichter Unschärfe.

Pentax K-x [Foto: Pentax] Pentax K-x [Foto: Pentax] Pentax K-x [Foto: Pentax]

Wie die K-m kommt auch die K-x im Set mit einem (18-55mm-) oder zwei (18-55mm- und 50-200mm-) Objektiven der Baureihe DA L auf den Markt. Das Single-Lens-Kit soll rund 600 EUR kosten, das Double-Lens-Kit hingegen 700 EUR. Lieferbar ist die Kamera ab Oktober 2009, wobei sie nicht nur in Schwarz, sondern auch Weiß, Rot und Blau auf den Markt kommen soll. Anders noch als bei der K-m, wo die weiße Kamera zu einem höheren Preis und späteren Zeitpunkt als Sonderedition auf den Markt kam, kostet die K-x unabhängig von ihrer Farbe zur Markteinführung gleich viel bzw. wenig.

Pentax K-x [Foto: Pentax] Pentax K-x [Foto: Pentax] Pentax K-x [Foto: Pentax]

Für viele interessant sein dürfte die Tatsache, dass Pentax in der Einstiegsklasse weiter auf AA-Batterien setzt, von denen die K-x 4 Stück zum Betrieb benötigt. Aber auch entsprechende Akkus oder Lithiumbatterien können verwendet werden. Solche Batterien bzw. Akkus sind handelsüblich und daher weltweit erhältlich. Übrigens gab es von Pentax schon einmal eine analoge Kamera namens KX,. einen Klassiker aus Mitte der 70er Jahre. Mehr Infos dazu, allerdings auf Englisch, in den weiterführenden Links.

Nachtrag In Japan gibt es die K-x in 100 Farbkombinationen (siehe Blogbeitrag in den weiterführenden Links).

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 44, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.