Casio nun auch mit GPS und HDR

Casio zeigt Exilim EX-Z2300, EX-ZR10 und EX-H20G

2010-09-20, aktualisiert 2010-09-21 Auf einer Pressekonferenz auf der Photokina 2010 stellte Casio soeben zwei neue kompakte Digitalkameras namens Exilim EX-ZR10 und Exilim EX-H20G vor. Dabei preist Casio einerseits eine eingebaute HDR-Funktion an, die fünf Bilder zu einem HDR-Bild montiert – auf Wunsch sogar mit extremem HDR-Tonemapping-Effekt. Andererseits stellt Casio das Hybrid-GPS der H20G heraus. Laut Casio wird damit die nächste digitale Revolution losgetreten – und übersieht dabei, dass GPS bei anderen Herstellern schon seit längerem ein Thema ist. Immerhin hat Casio das Thema tatsächlich weiterentwickelt.  (Benjamin Kirchheim)

Casio Exilim EX-H20G [Foto: Casio]Das neue Reisekamera-Spitzenmodell ist die Casio Exilim EX-H20G. Sie bietet 14,1 Megapixel Auflösung auf einem zur Bildstabilisierung beweglich gelagerten CCD-Sensor, einen 3"-Bildschirm (6,7 cm, 460.000 Bildpunkte) sowie ein 10fach-Zoom von 24-240 mm (KB). Das eingebaute Hybrid-GPS empfängt nicht nur Satellitendaten, sondern ein Bewegungssensor (diese Kombination ist tatsächlich einmalig in einer Digitalkamera!) und ein elektronischer Kompass sorgen auch "unter Tage", wo kein Satellitenempfang besteht, für eine korrekte Positionierung (bspw. in Tunneln, Gebäuden etc.). Die H20G speichert nicht nur den Ort und die Aufnahmerichtung in den Bilddaten ab, sondern kennt auch über 10.000 Sehenswürdigkeiten weltweit, die auf Wunsch zusammen mit Datum und Uhrzeit direkt ins Bild "einbelichtet" werden können. Daneben wird der komplette Track auch bei abgeschalteter Kamera aufgezeichnet. Dazu werden wieder der Bewegungssensor und der elektronische Kompass verwendet, nur alle 30 Casio Exilim EX-H20G [Foto: Casio]Minuten werden bei abgeschalteter Kamera kurz GPS-Signale empfangen, sofern sie sich überhaupt bewegt hat. So strebt Casio eine Akkulebensdauer von 500 Aufnahmen trotz GPS an. Die im internen Speicher eingebaute Karte ist in der Lage, sowohl die zurückgelegte Route als auch die Fotos direkt anzuzeigen. Eine Art Radar zeigt die Fotos der Umgebung an. Da die Geoinformationen in die EXIF-Daten geschrieben werden, kann auch jede PC-Software und sogar Internetcommunities wie Picasa, Flickr oder Locr etwas damit anfangen.

Zur weiteren Ausstattung der Exilim EX-H20G gehört der Premium-Auto-Modus, der die Kamera automatisch korrekt auf das Motiv – etwa eine Landschafts- oder Porträtaufnahme – einstellt. Auch eine automatische 360-Grad-Panoramafunktion namens Slide Panorama hat Casio verbaut. Casio Exilim EX-ZR10 [Foto: Casio]Selbstverständlich können Videos in HD-Qualität (1.280 x 720 Pixel bei 30 Bildern/s im MPEG4-Format) aufgezeichnet und optional über die HDMI-Schnittstelle wiedergegeben werden. Trotz der vielen elektronischen Bauteile und des GPS soll die Exilim EX-H20G äußerst sparsam mit Energie umgehen, was die auf Energiesparmodi hin optimierten Bauteile zurückzuführen ist. Dazu gehört unter anderem die neue Exilim Engine HS, die mit zwei Prozessorkernen ausgestattet ist und eine hohe Rechenleistung zur Bildverarbeitung und Kamerasteuerung bietet. Ab Ende November 2010 soll die Casio Exilim EX-H20G für voraussichtlich 300 EUR in den Handel gelangen.

Die Casio Exilim EX-ZR10 gehört zu Highspeed-Serie des Herstellers. Ihr CMOS-Bildsensor ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert und bietet 12 Megapixel Auflösung. Das optische 7fach-Zoom reicht von 28-196 mm (KB). Casio Exilim EX-ZR10 [Foto: Casio]Die Highspeedfähigkeit zeichnet sich durch bis zu 40 Serienbilder/s (30 Stück in Folge bei 10 Megapixeln Auflösung) und die bis zu 480 Bilder/s schnelle Videofunktion aus. Aber auch normale Videos in FullHD-Qualität (1.920 x 1.080 Pixel, H.264-Kompression) können aufgenommen werden. Dabei bleiben optisches Zoom und der Autofokus aktiv, sogar Serienbilder können während der Videoaufnahme fotografiert werden. Die Serienbild-Highspeedfunktion kommt auch zur Steigerung des Dynamikumfangs kontrastreicher Motive zum Einsatz: In der HDR-Funktion werden in schneller Folge 5 unterschiedlich belichtete Bilder aufgenommen und in der Kamera zu einem einzigen Verrechnet. Dabei kann der Benutzer entscheiden, ob er eine natürliche oder eine sehr überzogene Darstellung bevorzugt. Bei letzterer werden durch Casio Exilim EX-Z2300 [Foto: Casio]Tonemapping gemäldeartige Effekte erzielt, Casio nennt es HDR ART.

Eine andere Funktion namens "Multiple-frame super-resolution" ist ein ganz raffiniertes "Digitalzoom". Der Telebereich wird um den Faktor 2 erweitert und die Kamera nimmt einfach in schneller Folge vier Bilder hintereinander auf, die anschließend nach links und unten versetzt übereinander gelegt werden. Das Ergebnis ist erstaunlich: Die Qualität ist erheblich besser als bei einem herkömmlichen Digitalzoom und annähernd mit einem optischen Zoom vergleichbar. Die Unterschiede fallen nur bei hoher Vergrößerung im direkten Vergleich auf. Auch in der ZR10 kommt die Exilim Engine HS mit zwei Prozessorkernen zum Einsatz. Premium-Auto-Modus und 360-Grad-Panoramafunktion gehören selbstverständlich ebenfalls zum Ausstattungsumfang. Auf der Rückseite prangt ein 3"-Bildschirm (7,6 cm) mit 460.800 Bildpunkten Auflösung, die Wiedergabe ist aber auch über die Casio Exilim EX-Z2300 [Foto: Casio]HDMI-Schnittstelle möglich. Ab Dezember 2010 soll die EX-ZR10 in den farben Schwarz, Silber und "Dunkelpink" für ca. 270 EUR erhältlich sein.

Gegenüber den beiden Technikprotzen ist die Exilim EX-Z2300 etwas einfacher gestrickt. Sie muss bspw. mit der Exilim Engine 5.0 vorlieb nehmen, die aber ebenfalls eine hohe Leistung bspw. für digitale Gemäldeeffekte, die Dynamic-Photo-Funktion oder den Premium-Auto-Modus bietet. Der CCD-Sensor löst 14,1 Megapixel auf und das optische 5fach-Zoom reicht von 26-130 mm Brennweite (KB). Die Videofunktion erreicht 720p-HD-Qualität. Auch der rückwärtige 3"-Bildschirm (7,6 cm) kann sich sehen lassen, er löst sogar feine 460.800 Bildpunkte auf. Das Design des Metallgehäuses setzt Akzente, zumal es in verschiedenen Farben angeboten werden soll. Die EX-Z2300 ist ab sofort für ca. 200 EUR erhältlich.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.