Ausstattungs- und Preisschub

Canon stellt lang erwartete EOS 5D Mark IV zum "Profipreis" vor

2016-08-25 Über vier Jahre mussten Canon-Fans auf das Nachfolgemodell der Canon EOS 5D Mark III warten, nun ist die lang ersehnte EOS 5D Mark IV endlich da! Neben einem deutlichen Technologieschub, der durch die große Zeitdifferenz zu erwarten war, durchbricht jedoch auch der Preis nun die 4.000-Euro-Schallmauer. Zur Erinnerung: die EOS 5D Mark II kostete als günstigstes Modell der Reihe noch knapp über 2.000 Euro. Der Dual-Pixel-CMOS-Sensor löst nun 30 Megapixel auf und erlaubt 4K-Videoaufnahmen. Auch der Autofokus ist leistungsstärker geworden. Zudem gibt es erstmals in der Canon-Profiklasse einen Touchscreen.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Die Canon  EOS 5D Mark IV besitzt einen 30.4 Megapixel auflösenden Dual-Pixel-CMOS-Sensor im Vollformat, der auch 4K-Videoaufnahmen erlaubt. [Foto: Canon]

    Die Canon EOS 5D Mark IV besitzt einen 30.4 Megapixel auflösenden Dual-Pixel-CMOS-Sensor im Vollformat, der auch 4K-Videoaufnahmen erlaubt. [Foto: Canon]

Canon hatte über vier Jahre Zeit, die EOS 5D Mark III weiterzuentwickeln. Was bei der Mark IV dabei herausgekommen ist, kann sich sehen lassen. Der neue Dual-Pixel-CMOS-Sensor im Vollformat löst 30,4 Megapixel auf. Die Serienbildgeschwindigkeit erreicht sieben Bilder pro Sekunde bei maximal 21 Raw-Aufnahmen in Folge. In JPEG hingegen ist die Anzahl der Bilder bei hoher Serienbildrate nicht begrenzt. Neu ist zudem die Tatsache, dass der Digital Lens Optimizer nun auch auf JPEG-Bilder anwendbar ist, dem leistungsstarken Bildprozessor Digic 6+ sei gedankt. Damit können Bildfehler der Objektive minimiert werden.

Der Empfindlichkeitsbereich erstreckt sich von ISO 100 bis 32.000, erweitert sogar von ISO 50 bis 102.400. Neu ist die Möglichkeit, die Dual-Pixel im Rohdatenformat zu speichern. Die beiden Teilpixel bieten einen leicht unterschiedlichen Blickwinkel und ermöglichen dadurch wahlweise eine minimale Schärfeverlagerung. Alternativ lässt sich das Bokeh verlagern. Durch die horizontale Verschiebung des Unschärfebereichs lässt sich eine optimale Anpassung an die fokussierten Bereiche realisieren. Zudem gibt es die Möglichkeit, Geisterbilder zu reduzieren, um beispielsweise Linsenreflexionen zu minimieren.

Auch das Autofokusmodul bietet ein hohes technisches Niveau. Es besitzt 61 Messpunkte, die netzartig über die Bildfläche verteilt sind, um eine bessere Motivverfolgung zu ermöglichen. Bei 41 der Sensoren handelt es sich um Kreuzsensoren, die sowohl auf horizontale als auch vertikale Kontrastkanten reagieren. Selbst bei Mondlicht von -3 LW arbeitet der Autofokus noch. Gleichermaßen funktioniert der Autofokus noch bei F8 lichtschwachen Konverter-Objektivkombinationen, und zwar nun mit allen 61 Messpunkten. Nutzt man hingegen den Dual-Pixel-Autofokus im Live-View, stellt der Autofokus sogar noch bei -4 LW scharf. Neu ist auch der Touchscreen, der aber weiterhin fest verbaut ist, der Bildschirm lässt sich also nicht bewegen. Mit einer Diagonale von 8,1 Zentimetern und einer Auflösung von 1,6 Millionen Bildpunkten bietet der Monitor eine sehr hohe Auflösung.

  • Bild Erstmals in der Canon-Profiklasse bietet die EOS 5D Mark IV einen Touchscreen. Er misst 8,1 Zentimeter in der Diagonale und löst feine 1,6 Millionen Bildpunkte auf. [Foto: Canon]

    Erstmals in der Canon-Profiklasse bietet die EOS 5D Mark IV einen Touchscreen. Er misst 8,1 Zentimeter in der Diagonale und löst feine 1,6 Millionen Bildpunkte auf. [Foto: Canon]

  • Bild Selbstverständlich bietet die Canon  EOS 5D Mark IV ein übersichtliches LC-Display. Das Gehäuse besteht aus einer robusten Magnesiumlegierung und ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt. [Foto: Canon]

    Selbstverständlich bietet die Canon EOS 5D Mark IV ein übersichtliches LC-Display. Das Gehäuse besteht aus einer robusten Magnesiumlegierung und ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt. [Foto: Canon]

  • Bild Das Speicherkartenfach der Canon  EOS 5D Mark IV nimmt sowohl eine CompactFlash als auch eine SD-Karte auf. Schnelle Modelle sind selbstverständlich zu bevorzugen, um die hohe Serienbildrate von 7 Bildern pro Sekunde vor allem in JPEG ausnutzen zu können. [Foto: Canon]

    Das Speicherkartenfach der Canon EOS 5D Mark IV nimmt sowohl eine CompactFlash als auch eine SD-Karte auf. Schnelle Modelle sind selbstverständlich zu bevorzugen, um die hohe Serienbildrate von 7 Bildern pro Sekunde vor allem in JPEG ausnutzen zu können. [Foto: Canon]

Der klassische Spiegelreflexsucher arbeitet mit einem Pentaprisma und bietet bei einer 0,71-fachen Vergrößerung ein 100-prozentiges Sichtfeld. Neu in der 5D Mark IV ist die 4K-Videofunktion mit maximal 4.096 mal 2.160 Pixeln Auflösung (17:9) bei wahlweise 30, 25 oder 24 Bildern pro Sekunde. Daraus lassen sich sogar Einzelbilder mit einer Auflösung von 8,8 Megapixeln extrahieren. Die hohe Bitrate von 500 Mbps sowie die Speicherung mit H.264-Kompression sollen für eine hohe Bildqualität sorgen. In Full-HD (1.920x1.080) sind bis zu 60 Bilder pro Sekunde möglich, in HD (1.280x720) sogar 120 Bilder pro Sekunde. Das integrierte Mikrofon arbeitet jedoch nur in Mono, für Stereoton muss der externe Mikrofonanschluss verwendet werden. Der HDMI-Ausgang arbeitet hingegen maximal mit Full-HD-Auflösung, eine externe Videoaufzeichnung ist dank ausblendbarer Statusanzeigen möglich.

Auch in Sachen Konnektivität lässt sich die Canon EOS 5D Mark IV nicht lumpen: Sowohl ein GPS als auch WLAN sind eingebaut. Die DSLR lässt sich via Smartphone fernsteuern oder überträgt Bilder auf diesem Wege. Nichtsdestotrotz gibt es weiterhin den professionellen WLAN-Adapter WFT-E7B, der einen deutlich größeren Funktionsumfang, etwa die Vernetzung mehrerer Kameras, bietet. Das Gehäuse der EOS 5D Mark IV besteht wie gehabt aus einer robusten Magnesiumlegierung und ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Ab Mitte September 2016, also möglichweise noch während der Photokina, soll die Canon EOS 5D Mark IV zu einem Preis von 4.065 Euro im Handel erhältlich sein. Auch auf der Messe in Köln ist die Kamera selbstverständlich vom 20. bis 25. September zu bewundern.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.