Aus dem digitalkamera.de-Testlabor

Bildqualität der Panasonic Lumix DMC-TZ31 im Labor getestet

2012-04-16 Mit einem deutlich vergrößerten Zoombereich, laut Hersteller besserer Bildqualität bei identischer Sensorauflösung und einem niedrigeren Preis möchte Panasonic die Käufer von der Lumix DMC-TZ31 überzeugen. Ein derart kompakter Reisezoomer lockt mit seinem universellen Einsatzbereich, doch ob bei der ganzen Technik im Mini-Gehäuse nicht am Ende die Bildqualität auf der Strecke bleibt, haben wir ausführlich im digitalkamera.de-Labor getestet.  (Benjamin Kirchheim)

Panasonic Lumix DMC-TZ31 [Foto: Panasonic]Je größer der Zoomumfang des weiterhin kompakten Objektivs ist, desto problematischer beziehungsweise aufwändiger wird dessen Korrektur. Daran ändern auch neue Gläser und Produktionstechniken im Grunde nichts, wobei es heutzutage durchaus üblich ist, gewisse Objektivschwächen durch ausgeklügelte Berechnungen des Bildverarbeitungsprozessors zu kaschieren. Doch wie immer hat auch hier die Medaille zwei Seiten, denn rechnet man Verzeichnung heraus, nimmt die Randunschärfe zu, rechnet man Vignettierung heraus, so steigt entweder das Bildrauschen am Bildrand, oder es gehen, wenn man auch dieses korrigiert, noch mehr Details verloren. Bei der Panasonic Lumix DMC-TZ31 ist vor allem bei kurzer und langer Brennweite ein deutlicher Schärfeverlust zum Bildrand hin zu beobachten, seinen besten und äußerst gleichmäßigen Bereich hat das Objektiv um etwa 100 Millimeter (bezogen auf Kleinbild) herum. Da aber insgesamt die Schärfe im Telebereich geringer ist als im Weitwinkel, macht sich bezogen auf einem A4 großen Abzug die Randunschärfe vor allem hier bemerkbar, während das Objektiv im Weitwinkel am Rand noch hoch genug auflöst, um auf dem Print genügend Details zu zeigen. Die Randabdunklung Panasonic Lumix DMC-TZ31 [Foto: Panasonic]ist in allen Brennweiten sehr gering, was auf eine elektronische Korrektur hin deutet. Auch die Verzeichnung ist gering und damit wahrscheinlich korrigiert. In Weitwinkelstellung bleibt dennoch eine etwa einprozentige Tonnenform übrig, die aber nur bei wenigen sehr kritischen Motiven mit geometrischen Strukturen, etwa Architektur, stören dürfte. Das Objektiv ist auch nicht frei von Farbsäumen, insgesamt werden sie aber nur leicht sichtbar.

Ausgesprochen schwach ist der Signal-Rauschabstand, bei ISO 100 und 200 ist er gerade noch akzeptabel mit ca. 35 dB, darüber sinkt er in den kritischen Bereich. Helligkeitsrauschen ist bis ISO 400 kaum wahrnehmbar, nimmt darüber aber mit jeder weiteren ISO-Stufe zu und wird immer stärker sichtbar. Über ISO 400 wird das Rauschbild auch deutlich grobkörniger. Selbst Panasonic Lumix DMC-TZ31 [Foto: Panasonic]Farbrauschen taucht bei höheren ISO schwach sichtbar auf. Sicherlich versucht Panasonic hier eine Balance zu finden zwischen Rauschen, Rauschunterdrückung und dem Erhalt von Details. Leider ist festzustelen, dass auch die TZ31 bereits bei ISO 100 einen leichten Detailverlust zeigt, der ab ISO 400 dann deutlicher sichtbar wird. Die Bilder wirken also selbst für eine Kompaktkamera mit 14 Megapixeln auf 1/2,3" Sensormaß recht weich. Immerhin schafft der japanische Hersteller es, den Dynamikbereich über fast das gesamte ISO-Spektrum auf recht gutem Niveau von rund zehn Blendenstufen zu halten. Farben gibt die TZ31 insgesamt mit mittlerer Abweichung wieder. Während einige Werte wie Grün, Orange oder Magenta recht genau sind, gibt es bei Lila, Rot oder Cyan etwas stärkere Abweichungen vom Original (siehe Diagramm unten). Der Autofokus geht mittelschnell zur Sache, im Weitwinkel braucht er etwa 0,36 Sekunden in Telestellung dagegen 0,5. Arbeitet man bei Actionmotiven hingegen mit dem Fokusspeicher, so erreicht man eine sehr kurze Auslöseverzögerung von nur 0,01 bis 0,02 Sekunden; ein hervorragender Wert und an der Grenze dessen, was in unserem Labor messtechnisch noch erfassbar ist.

Panasonic Lumix DMC-TZ31

Farbtreue

Im digitalkamera.de-Testlabor werden mit Hilfe der Software Analyzer von DXOMARK verschiedene Bildqualitätsparameter gemessen. Der Labortest mit klar gestalteten und leicht verständlichen Diagrammen, Erklärungstexten in Form einer ausführlichen PDF-Datei zum Download kostet je nach Umfang 0,49 bis 1,49 EUR im Einzelabruf für eine Kamera und 0,49 bis 0,69 EUR für ein Objektiv. Flatrates, die den Zugriff auf das gesamte Labortest-Archiv erlauben, sind ab 2,08 EUR pro Monat buchbar. Eine Flatrate hat keine automatische Verlängerung und wird im Voraus für einen festen Zeitraum gebucht und bezahlt.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 44, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.