Erste Kameratrends 2008

Acht neue Kompaktkameras von Samsung zur CES 2008

2008-01-07 Samsung nutzt statt der PMA Ende Januar bereits die heute startende CES in Las Vegas, um insgesamt acht neue Kompaktkameramodelle der NV-, i- und L-Serie vorzustellen. Zwischen den meisten der Kameras, die man getrost als Produktpflege bezeichnen kann, tut sich ein Modell besonders hervor: die NV24 HD. Diese Kamera nimmt nicht nur neue Trends auf, sondern setzt auch welche. Und das nicht durch die Auflösung, die man mit 10 Megapixeln schon fast als konservativ bezeichnen kann, sondern mit einem Objektiv, das bereits bei umgerechnet 24 mm beginnt – ein Novum für eine Kamera, deren Gehäuse nur knapp 19 mm dünn ist. Als richtungsweisend könnte sich auch der AM-OLED-Monitor herausstellen, der neben einem Kontrastverhältnis von 10.000:1 und einem Blickwinkel von 180° noch andere Vorteile bietet.  (Benjamin Kirchheim)

Samsung NV24 HD [Foto: Samsung] Kompaktkameras mit 28 mm Weitwinkel sind längst nichts Besonderes mehr und bei Panasonic beispielsweise sehr verbreitet. Die 24 mm der Samsung NV24 HD sind dagegen noch etwas Besonderes – mit einem solchen Weitwinkel bekommt man in engen Räumen oder Gassen oder bei großen Gruppen einfach mehr auf das Bild. Die Kompaktheit der Kamera leidet indes nicht darunter, sie ist mit knapp 19 mm als sehr flach und damit hosentaschentauglich zu bezeichnen. Allerdings erreicht das Objektiv mit einem Zoomfaktor von 3,6 auch nur umgerechnet 86 mm Brennweite – irgendwo ist letztlich der Kompromiss bei so einer kompakten Weitwinkelzoomkamera zu machen. Ein anderer Kompromiss ist die Lichtstärke: Im Weitwinkel beträgt sie zwar noch F2,7, fällt aber im Tele mit F5,7 recht bescheiden aus. Gegen Verwackelungen hilft der eingebaute Bildstabilisator, der den Sensor wie bei den Herstellern Sony, Pentax, Fujifilm, Ricoh und Olympus den Kamerabewegungen entgegen gesetzt verschiebt, um für ein ruhiges Bild zu sorgen. Diesen Bildstabilisator hat Samsung schlicht "OIS" getauft und verbaut ihn auch in anderen der heute vorgestellten Kameras. Zusätzlich zum OIS verfügt die NV24 HD auch noch über den alt bekannten ASR-Bildstabilisator, allerdings in zweiter Generation, die nun "Fast ASR" heißt. Hierbei werden zwei Belichtungen mit identischer Empfindlichkeit gemacht: eine Verwackelte mit langer Belichtungszeit und eine Unverwackelte mit kurzer. Diese beiden Aufnahmen werden in weniger als einer Sekunde miteinander zu einem scharfen Bild verrechnet. Die beiden Bildstabilisationsmethoden schließen sich dabei nicht gegenseitig aus, sondern ergänzen sich.

Die höhere Geschwindigkeit wird durch einen neuen Prozessor erreicht, den Samsung "DRIM Engine" getauft hat. Dieser soll auch die Signalverarbeitung und somit die Bildqualität verbessern, wozu auch die Rauschunterdrückung "DNR" gehört. Eine weitere Aufgabe des Prozessors ist eine automatische Kontrastkorrektur, wie man sie von Bildbearbeitungsprogrammen her kennt. Diese sorgt stets für eine optimale Kontrastwiedergabe auch bei starken Hell-Samsung NV24 HD [Foto: Samsung]Dunkel-Unterschieden des Motivs. Sowohl in den Schatten als auch in den Lichtern soll die Zeichnung dadurch optimal bewahrt werden. Der Empfindlichkeitsbereich der Kamera reicht von ISO 80 bis 1.600, wobei die digitale Rauschunterdrückung DNR auch schon bei ISO 80 aktiv ist. Schaltet man die Kamera von 10 auf 3 Megapixel herunter, steht auch eine Empfindlichkeit von ISO 3.200 zur Verfügung.

Eine weitere Besonderheit der Samsung NV-Serie ist die Bedienung. Neben und unterhalb des Bildschirms sind berührungsempfindliche Tasten angeordnet, die eine optimale Bedienung erlauben (siehe unseren Test der Samsung NV8 in den weiterführenden Links). Beim Bildschirm der NV24 HD kommen erstmalig organische LEDs zum Einsatz, die im Gegensatz zu klassischen TFTs keine Hintergrundbeleuchtung benötigen, weil die Pixel selbst leuchten. Zwar ist die Auflösung des 2,5 Zoll großen Bildschirms mit 230.000 Bildpunkten (dots) nicht höher als die üblicher TFT-Bildschirme, aber die AM-OLED-Technologie (Active Matrix Organic Light Emmiting Diode) bietet andere Vorteile: Der Blickwinkel beträgt 180°, und das Kontrastverhältnis ist mit 10.000:1 deutlich höher als das von bisher verbauten TFTs, die in der Regel etwa nur einen Kontrast von 300:1 erreichen. Auch sonst sollen die Bildqualität und Reaktionsgeschwindigkeit des Displays den Herkömmlichen überlegen sein – ein Test der Kamera wird es zeigen müssen.

Neben diesen Innovationen setzt die NV24 HD auch beim Videomodus Maßstäbe. Dieser unterstützt die HD-Auflösung im 720p-Standard (1.280 x 720 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde). Dabei bleibt das Zoomobjektiv aktiv, auch der Bildstabilisator steht zur Verfügung und Ton wird in Stereo aufgezeichnet. Um die Speicherkarte nicht überzustrapazieren, werden die Videos mit dem H.264 Standard komprimiert. Dieser ist MPEG-4-konform, aber effektiver bzw. bietet eine bessere Bildqualität als die bisher zum Einsatz gekommenen MPEG-4-Varianten (H.263, DivX, XviD). Entsprechend der HD-Aufnahmemöglichkeit verfügt die Kamera auch über einen HDMI-Anschluss – allerdings nur, wenn man sie an die optional erhältliche Dockingstation anschließt.

Samsung NV4 [Foto: Samsung]Fast schon selbstverständlich sind dagegen die Gesichtserkennung (Fokussierung und Belichtung) und die Motivprogramme, die mit an Bord sind – die Belichtung lässt sich wahlweise aber auch manuell einstellen. Die geballte Technologie hat aber auch ihren Preis – die NV24 HD kostet zur Markteinführung im März 2008 ca. 400 EUR.

Etwas schlichter fallen die Samsung NV40 und NV30 aus. Bis auf die Auflösung und den Preis sind diese beiden Kameras identisch. Die NV40 löst 10,5 Megapixel auf, die NV30 8,1. Dafür kostet die NV30 mit 250 EUR etwas weniger als die NV40, die mit 300 EUR zu Buche schlägt. Das Objektiv der Kameras erreicht umgerechnet 37-111 mm, was einem 3-fachen Zoomfaktor entspricht. Wie auch die NV24 verfügen diese beiden Kameras über die duale Bildstabilisaton, die Gesichtserkennung, die Smart-Touch-Bedienung, die DRIM-Engine und bis zu ISO 3.200. Der Bildschirm hingegen ist ein klassischer TFT mit 230.000 Bildpunkten Auflösung, der um eine automatische Helligkeitsanpassung an das Umgebungslicht erweitert wurde, was Samsung "Intelligentes 2,5"-Display" nennt. Der Videomodus der beiden Kameras speichert in MPEG-4, wobei die Bildauflösung 640 x 480 Bildpunkte bei 30 Bildern pro Sekunde erreicht. Beide Kameras kommen im März 2008 in den Handel.

Die Letzte der NV-Garde mit Vollmetallgehäuse ist die NV4, die als Nachfolger der NV3 platziert ist. Sie kommt in einem schlanken, nur 17,5 mm dünnen Samsung Digimax i8 [Foto: Samsung]Gehäuse daher und ist mit einem  Zoomobjektiv in Periskopbauweise ausgestattet, das nach außen hin ohne bewegliche Teile auskommt. Das Dreifachzoom reicht von umgerechnet 38-114 mm bei einer Lichtstärke von F3,5-F4,5. Die Kamera ist laut Samsung nicht nur zum Fotografieren da, sondern soll gleich sieben Geräte in sich vereinen: Kamera, portablen Media-Player, MP3-Player, digitales Diktiergerät, eBook, Camcorder und digitalen Datenträger. Einige der Funktionen scheinen ob des 2,5" kleinen LCD-Monitors und dem nur 20 MBytes kleinen internen Speicher eher fragwürdig. In erster Linie ist das Gerät eine Digitalkamera mit 8,2 Megapixeln Auflösung, digitaler Fast-ASR-Bildstabilisation und Gesichtserkennung. Wie bei der NV30 und NV40 passt der Bildschirm seine Helligkeit automatisch an das Umgebungslicht an, die Empfindlichkeit reicht ebenfalls bis zu ISO 3.200. Was die Kamera nicht bietet, ist der OIS-Bildstabilisator der anderen neu vorgestellten NV-Kameras. Die NV4 soll ab März 2008 zu einem Preis von ca. 250 EUR in den Handel kommen.

Die Samsung i8 stellt die Nachfolgerin der i7 dar und ist in den Funktionen der NV4 täuschend ähnlich – auch die i8 ist nur 17,5 mm dünn und vereint zahlreiche Multimediafunktionen in sich. Die i8 hat mit einer Diagonale von 2,7" ein geringfügig größeres Display, das Gehäuse ist im Gegensatz zur NV4 abgerundet und in Hochglanzoptik gehalten – als Farben stehen Blau, Pink und Weiß zur Auswahl. Dafür ist die Kamera aber auch 30 EUR teurer und steht ebenfalls ab März 2008 beim Händler.

Samsung L110 [Foto: Samsung] Die L-Serie von Samsung soll vor allem durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bestechen. Dem preisbewussten Einsteiger bietet Samsung gleich drei neue Modelle an, die sich in Preis und Ausstattung kaum unterscheiden. Die L210 ist mit ca. 250 EUR die Teuerste des Dreiergespanns, löst mit 10,2 Megapixeln aber auch am höchsten auf. Das Objektiv verfügt über einen dreifachen Zoombereich von umgerechnet 37-111 mm bei einer Lichtstärke von F2,8-F5,2. Der duale Bildstabilisator ist ebenso mit an Bord wie der intelligente 2,5"-Bildschirm mit 230.000 Bildpunkten Auflösung. ISO 3.200, MPEG-4-Videos und Gesichtserkennung sind weitere Ausstattungsmerkmale der L210. Die L110 und die L100 lösen nur 8,2 Megapixel auf, ansonsten unterscheidet sich die etwa 230 EUR teure L110 nicht von der L210. Die L100 jedoch hat keinen OIS-Bildstabilisator, kostet dafür aber auch nur etwa 200 EUR. Auch diese drei Kameraneuheiten sollen ab März 2008 erhältlich sein. Alle Samsung-Neuheiten verfügen über einen SD-Kartensteckplatz, der mit SDHC-Karten bis mindestens 8 GBytes Kapazität kompatibel sein soll.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 40, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.