Reportageobjektiv für gut betuchte

4.400 Euro teures Leica APO-Summicron-SL 1:2/35 Asph. angekündigt

2019-02-28 Auf der Photokina 2018 zeigte Leica eine Roadmap, auf der das neue APO-Summicron-SL 1:2/35 Asph. bereits zu sehen war. Im April 2019 soll das Reportageobjektiv endlich auf den Markt kommen. Leica verspricht volle Bildqualität bereits ab Offenblende, sodass das Schließen der Blende nicht mehr aus Qualitäts-, sondern nur noch aus ästhetischen Gründen nötig sein soll. Das lässt sich der deutsche Traditionshersteller allerdings teuer bezahlen: 4.400 Euro soll das neue Leica APO-Summicron-SL 1:2/35 Asph. kosten.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Leica APO-Summicron-SL 1:2/35 mm Asph. [Foto: Leica]

    Leica APO-Summicron-SL 1:2/35 mm Asph. [Foto: Leica]

Die optische Konstruktion besteht aus 13 Linsen, die in elf Gruppen angeordnet sind. Dabei sollen die meisten Linsen aus Spezialgläsern bestehen, zudem kommen fünf asphärische Oberflächen zum Einsatz. Die apochromatische Korrektur soll Farbsäume eliminieren. Verzeichnungsfreiheit verspricht Leica genauso wie natürliche Hauttöne und weiche Übergänge ins Bokeh. Zudem will Leica speziell auf eine reflexionsmindernde Konstruktion geachtet haben und verspricht den Einsatz hochwertiger Vergütungen.

Der Autofokus wird von leistungsfähigen DSD-Schrittmotoren (Dual Syncro Drive) angetrieben, die den gesamten Einstellbereich von der 27-Zentimeter-Naheinstellgrenze bis unendlich in einer Viertel-Sekunde durchfahren können sollen. Dabei wird an der Naheinstellgrenze ein maximaler Abbildungsmaßstab von 1:5 erreicht, was ein minimales Bildfeld von 18 mal 12 Zentimetern bedeutet. Der manuelle Fokusring arbeitet mit einem Ringmagnet mit abwechselnder Nord-Süd-Polarisierung, die Signale werden vom Prozessor umgesetzt und an den Fokusantrieb weitergegeben.

Zwar bezeichnet Leica das Objektiv als kompakt, tatsächlich sind die Abmessungen aber identisch mit den anderen F2 lichtstarken Summicron-SL-Objektiven mit 50, 75 und 90 mm Brennweite. Das hat zwar seine Vorteile, aber für ein 35er ist das APO-Summicron-SL 1:2/35 Asph. damit sogar verhältnismäßig groß und mit 720 Gramm auch ziemlich schwer, vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich um ein Objektiv für eine spiegellose Systemkamera, wenn auch im Vollformat, handelt. Immerhin ist die Konstruktion gegen Staub- und Spritzwasser geschützt und die Frontlinse mit der schmutzabweisenden Beschichtung Aquadura versehen. Ab April 2019 soll das Leica APO-Summicron-SL 1:2/35 Asph. zu einem Preis von 4.400 Euro erhältlich sein. Es passt nicht nur an die Leica SL (Typ 601), sondern auch die Panasonic Lumix DC-S1 und S1R.

Hersteller Leica
Modell Apo-Summicron-SL 1:2/35 Asph.
Unverbindliche Preisempfehlung 4.400,00 €
Bajonettanschluss L-Mount
Brennweite 35,0 mm
Lichtstärke (größte Blende) F2
Kleinste Blendenöffnung F22
KB-Vollformat ja
Linsensystem 13 Linsen in 11 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
Naheinstellgrenze 270 mm
Bildstabilisator vorhanden nein
Autofokus vorhanden ja
Wasser-/Staubschutz ja
Filtergewinde 67 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 73 x 102 mm
Objektivgewicht 720 g

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.