Rubrik: Panoramaaufnahmen

Panoramafotografie: So ermitteln Sie den Knotenpunkt

1999-08-18 Zur Ermittlung des Knotenpunkts unserer Kameras und für die späteren Panoramaaufnahmen stand uns der sogenannte "Quick Time VR Kit 302" Panoramakopf des Herstellers Manfrotto zur Verfügung, den wir statt des normalen Stativkopfes auf unserem Stativ montiert haben. Aufgrund des Gewichts des Kopfes von rund 2,3 Kilogramm empfiehlt sich unbedingt die Verwendung eines stabilen, standsicheren Stativs. Der Kopf besteht aus einer Nivelliereinrichtung, einer rastbaren Dreheinheit, die auf verschiedene Bildwinkel anpassbar ist, und einer horizontalen 2-Wege-Verstelleinheit mit Skalen. Die ersten beiden Baugruppen dienen eher dem Komfort. Die Einstellschlitten der Verstelleinheit benötigen wir hingegen zur Ermittlung des Nodal Points bzw. zur versetzten Montage der Kamera, so dass diese beim Aufnehmen der Einzelbilder der Panorama-Aufnahme um den Nodal Point gedreht werden kann.  (Michael Guthmann)

Schritt 1: Gehen Sie mit Ihrer Ausrüstung nach draußen und suchen Sie sich je eine nahe und eine entfernte vertikale Linie, die Sie miteinander in Deckung bringen können (z. B. den Pfahl eines Verkehrsschildes dicht vor dem Stativ und eine weiter entfernte Hausecke). Platzieren Sie Ihr Stativ etwa einen halben Meter vor dem nahen vertikalen Objekt, so dass sich dieses exakt zwischen dem Stativ und dem entfernten vertikalen Objekt befindet.
 
   Vertikale Linien in Vorder- und Hindergrund zur Bestimmung des Nodal Punktes
 
Schritt 2: Jetzt müssen Sie Ihr Stativ mittels Wasserwaage oder Libelle möglichst exakt horizontal ausrichten. Haben Ihr Stativ und der Panoramakopf (oder Ihre Eigenkonstruktion, beides bezeichnen wir ab jetzt einfach als "Kopf") separate Einstellmöglichkeiten, richten Sie zunächst das Stativ etwas grob aus, das reicht. Die Feineinstellung nehmen Sie dann an dem Kopf vor.
 
Libellen an Stativ und Panoramakopf
 
Schritt 3: Befestigen Sie Ihre Kamera auf dem Kopf und fahren das Objektiv – falls erforderlich – in die Brennweitenstellung, in der Sie die Panoramaaufnahmen machen wollen. Diese Einstellung muss reproduzierbar sein. Meist nimmt man die maximale Weitwinkelstellung eines Zoomobjektivs.
 
Olympus C-2000 Zoom auf einem "Quick Time VR Kit 302" Panoramakopf von Manfrotto
 
Schritt 4: Nun blicken Sie von vorne auf die Kamera und justieren die Kamera so, dass sich der Mittelpunkt Ihres Objektives genau über der Drehachse des Stativkopfes befindet. Damit haben Sie die leichtere der beiden Achsen des Knotenpunkts bereits ermittelt.
 
Kameransicht von Vorne mit eingezeichneter Drehachse
 
Schritt 5: Schauen Sie durch den Sucher, wenn Sie eine Spiegelreflexkamera haben, oder auf den zugeschalteten Monitor und visieren Sie die beiden in Schritt 1 ausgesuchten vertikalen Linien an. Wenn der optische Sucher nicht exakt über dem Objektiv eingebaut ist (was bei Kompaktkameras die Regel ist), können Sie den Sucher nicht verwenden, benutzen Sie also statt dessen den LCD-Monitor. Beide vertikalen Objekte sollen auf dem Monitor (bzw. im Spiegelreflexsucher) am rechten Bildrand (nicht in der Bildmitte!) dicht beieinander erscheinen, je dichter, desto besser. Eventuell müssen Sie das Stativ dazu noch etwas verrücken und danach womöglich die horizontale Ausrichtung des Kopfes nachkorrigieren.
 
Abstand der beiden vertikalen Linien auf der rechten Monitorseite
 
Schritt 6: Wenn Sie mit der Ausrichtung zufrieden sind, drehen Sie Ihren Stativkopf nach rechts, so dass die dicht beieinander liegenden Objekte gerade noch am linken Rand auf dem Monitor bzw. Spiegelreflexsucher erscheinen. Beobachten Sie die Position der beiden Objekte zueinander. Wenn Sie nicht bereits bei der Montage der Kamera zufällig den Knotenpunkt getroffen haben (was sehr unwahrscheinlich ist), dann werden Sie eine Veränderung des Abstandes der beiden Objekte zueinander auf dem Monitor feststellen. Verschieben Sie nun Ihre Kamera nach vorne oder nach hinten, so dass der Abstand zwischen den Objekten am linken Bildrand genauso groß erscheint wie am rechten Bildrand. Schwenken Sie hierzu zur Kontrolle mehrmals hin und her. Wenn Sie den Knotenpunkt getroffen haben, bleibt der Abstand über den gesamten Schwenkbereich immer gleich. So können Sie sicher sein, dass sich die Einzelaufnahmen des Panoramas später gut zusammenfügen lassen.
 
Abstand der beiden vertikalen Linien auf der linken Monitorseite
 
Schritt 7: Zum Schluss notieren Sie sich die ermittelten Einstellungen sorgfältig, oder bringen Sie entsprechende Markierungen auf Ihrem Kopf an, damit Sie beim nächsten Mal die Kamera einfach wieder in der gleichen Position montieren können. Notieren Sie sich die Einstellungen

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