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Luftbilder – mit der "Kamera am Stiel"

2008-12-15 Luftaufnahmen haben einen besonderen Reiz, schaffen sie doch im wahren Sinn des Wortes schnellen Überblick. Luftaufnahmen haben aber auch ein besonderes Handicap, sind doch die Geräte dafür – vom gecharterten Fluggerät bis zum "handlichen" Feuerwehr-Lichtmast mit 12 Metern Höhe – meist sündhaft teuer. digitalkamera.de stellt daher in diesem Fototipp eine sehr preiswerte Bastellösung vor, die bereits mit Erfolg dazu verwendet wurde, im österreichischen Städtchen Hafnerbach nach 70 Jahren einen Fotokalender mit dem Titel "Hafnerbach einst und jetzt" zu erstellen.  (Franz Weinhofer)

Gespeicherte Augeblicke – Gardena Lösung [Foto: Franz Weinhofer]Das Problem des Autors mit dem ehrenvollen Auftrag seiner Gemeinde in der Tasche bestand darin, dass die 70 Jahre alten historischen Fotos nicht ohne weiteres wiederholbar waren – Wald, Hecken, Zäune, Mauern oder Gebäude standen dort, wo seine Vorgänger bei ihren Aufnahmen einst noch freies Schussfeld gehabt hatten. Was also tun? Hubsteiger oder örtliche Feuerwehr schieden aus Kostengründen aus.

Gespeicherte Augeblicke – Gardena Lösung in Benutzung [Foto: Franz Weinhofer]Die Lösung kam dem Garten- und Gartengerätebesitzer beim Blick in den Geräteschuppen: Es sollte dem handwerklich begabten Fotografen doch gelingen, die Marken Gardena und Manfrotto sinnvoll zu kombinieren. Ein Einsatzwerkzeug für den Gardena-Teleskopstiel (in diesem Fall eine Harke) wurde abgeschnitten, dem verbliebenen Stumpf auf der Drehbank ein Stativgewinde und ein Aufnahmeteller für den Kugelkopf verpasst, fertig. Wer keine Drehbank sein Eigen nennt, geht zum örtlichen Schlosser und lässt sich den Aufnahmeteller drehen und ein ¼"- oder 3/8"-Gewinde schneiden.

Darauf die Kamera montiert (in diesem Fall eine Konica Minolta 7D mit elektrischem Fernauslöseanschluss, es geht aber auch mit vielen anderen Kameras, ggf. sogar mit Selbstauslöser). So erreicht man ca. 4,50 Meter Arbeitshöhe. Mit einem 5-Meter-Fernauslösekabel, etwas Übung und Augenmaß ist schon beim zweiten oder dritten Schuss das gewünschte Objekt im Kasten, jedenfalls bei statischen Motiven ist das kein Problem. Wer das Fernauslösekabel sparen möchte (oder eine Kompaktkamera ohne Anschluss verwendet), kann das auch mit dem Selbstauslöser versuchen; man muss dann allerdings die Kamera rechtzeitig (10 Sekunden hat man Zeit!) in Position bringen und für jede Aufnahme wieder einholen.

Die Verwacklungsgefahr ist übrigens nicht so groß wie befürchtet – leichtes Muskelzittern absorbiert anscheinend der Stiel. Trotzdem sind kurze Belichtungszeiten zu empfehlen. Mit dieser überaus billigen Lösung (7,90 EUR für die zerschnittene Harke, alles andere war vorhanden) kam der Autor zu den gewünschten Aufnahmen. Dass sich die "Kamera am Stiel" auch seitlich oder nach unten in normalerweise unzugängliche Aufnahmepositionen bringen lässt, versteht sich wohl von selbst.

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