Fotorucksack mit Sling-Funktion

Testbericht: Cullmann Como CrossPack 300 Fotorucksack

2014-02-26 Optisch hat der Como CrossPack 300 von Cullmann nicht viel zu bieten. In seinem Inneren aber fasst er eine mittlere Spiegelreflexausrüstung mit Zubehör und erlaubt dank Sling-Technik einen schnellen Zugriff auf die Kamera. Die Polsterung und die Innentaschen machen auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Ob sich der Como in der Praxis bewährt und tatsächlich so praktisch ist, wie es scheint, hat die Redaktion auf zahlreichen Fototouren ausführlich getestet.  (Daniela Schmid)

Verarbeitung, Design und Platzangebot Mit seinem schlichten Erscheinungsbild hält sich der Como CrossPack 300 optisch dezent zurück. Weder die schwarze Farbe noch das Design fallen besonders ins Auge. Das tut seiner Funktionalität aber keinen Abbruch. Das Material wirkt robust, strapazierfähig und wasserabweisend. Die Nähte sind sauber vernäht und die Reißverschlüsse anständig verarbeitet. Sie schließen innenliegend, damit die Ausrüstung besser vor Staub und Spritzwasser geschützt ist. Wie bei Foto-, beziehungsweise Sling-Rucksäcken dieser Art üblich, ist der Innenraum mittels flexibler Innenstege frei einteilbar. Sogar die Trennung zwischen Kamera- und Daypack-Fach kann bei Bedarf herausgelöst werden, was den Como blitzschnell von einem Foto- zum Tourenrucksack macht. Die übliche Verwendung für Fotografen ist jedoch mit Unterteilung zwischen den beiden Fächern. Oben lässt sich Zubehör oder Proviant unterbringen. Mit guten 20 Zentimetern Breite muss man lang ausfallende Trinkflaschen (0,5 l) oder Taschenregenschirme schon etwas quetschen oder diagonal einlegen. Schade ist, dass dieses Daypack-Fach keine Innentaschen aufweist, in denen man Kleinkram unterbringen kann. Um den Vorteil der Sling-Technik nutzen zu können, muss das Kamerafach so angebracht werden, dass der seitliche Eingriff des Hauptfaches die Kamera freigibt. Rechts und links davon passen Objektive, Blitze oder ein Ladegerät. Bis zu einer Länge von elf Zentimetern kann man Objektive mit Front nach innen reinstecken, Größere muss man lang legen.

  • Bild Der Cullmann Como CrossPack 300 verfügt über ein Kamerafach mit Zubehörtaschen und ein Daypack-Fach für Proviant oder andere persönliche Gegenstände.  [Foto: Cullmann]

    Der Cullmann Como CrossPack 300 verfügt über ein Kamerafach mit Zubehörtaschen und ein Daypack-Fach für Proviant oder andere persönliche Gegenstände. [Foto: Cullmann]

  • Bild Das Design des Cullmann Como CrossPack 300 ist eher unauffällig. [Foto: Cullmann]

    Das Design des Cullmann Como CrossPack 300 ist eher unauffällig. [Foto: Cullmann]

  • Bild Im Deckel des Kamerafachs kann man beim Como CrossPack 300 Speicherkarten und anderes kleines Zubehör wie Filter unterbringen. [Foto: Daniela Schmid]

    Im Deckel des Kamerafachs kann man beim Como CrossPack 300 Speicherkarten und anderes kleines Zubehör wie Filter unterbringen. [Foto: Daniela Schmid]

  • Bild Der Hauptgurt des Cullmann Como CrossPack 300 wird per Klettverschluss verstellt. [Foto: Daniela Schmid]

    Der Hauptgurt des Cullmann Como CrossPack 300 wird per Klettverschluss verstellt. [Foto: Daniela Schmid]

  • Bild Eine komplett abnehmbare Regenhülle gehört zur Grundausstattung des Cullmann Como CrossPack 300. [Foto: Daniela Schmid]

    Eine komplett abnehmbare Regenhülle gehört zur Grundausstattung des Cullmann Como CrossPack 300. [Foto: Daniela Schmid]

  • Bild Der Cullmann Como CrossPack 300 besitzt einen zusätzlichen Stützgurt, der die Tragelast vom Hauptgurt besser verteilt und so die Schulter entlastet. [Foto: Daniela Schmid]

    Der Cullmann Como CrossPack 300 besitzt einen zusätzlichen Stützgurt, der die Tragelast vom Hauptgurt besser verteilt und so die Schulter entlastet. [Foto: Daniela Schmid]

Zur Unterbringung von Filtern, Speicherkarten und ähnlich kleinem Zubehör bietet der Como CrossPack 300 zwei Netztaschen und eine in fünf einzelne Fächer unterteilte Speicherkartentasche im Deckel an. Leider sind die Täschchen so eng, dass CompactFlash-Karten, mit denen viele Spiegelreflexkameras arbeiten, kaum hineinpassen. Und wenn man sie reingeschoben hat, kriegt man sie kaum wieder heraus. Für alle anderen Karten aber eignen sich die Einschübe sehr gut, da sie eine übersichtliche Zuordnung erlauben und über die Sichtfenster alle Speichermedien im Blick sind. Klettverschlüsse sorgen dafür, dass sie nicht wieder herausrutschen. Am Rucksackäußeren hat Cullmann eine längliche Einschubtasche angebracht. Man kann dort beispielsweise eine Wasserflasche unterbringen – vorausgesetzt, das Rucksackinnere ist nicht zum Bersten gefüllt. An drei am Hauptfach befestigten Schlaufen lässt sich weiteres Zubehör anbringen und auch das Daypack-Fach wartet mit einer Art Mischung aus Schlaufe und Griff auf. Da lässt sich beispielsweise eine dünne Jacke reinschieben, die Schlaufe ist aber nicht verstellbar und so hält sie nur Kleidung, die gerade die richtige Dicke hat.

Handhabung und Komfort Der Zugriff auf die Kamera erfolgt seitlich. Das geht dank der Sling-Technik, durch die der Rucksack über den diagonal verlaufenden Schultergurt nach vorne vor den Bauch gezogen wird, sehr schnell und bequem. Der Reißverschluss vom Hauptfach ist leichtgängig, der vom Daypack-Fach ist etwas hakeliger. Die Reißverschlussgriffe sind aber so groß gestaltet, dass man sie auch mit Handschuhen bedienen kann. Sorgt man sich um herausfallende Objektive, kann der Reißverschluss des Hauptfaches mit zwei Schnappverschlüssen so blockiert werden, dass nur die Kamera entnommen werden kann. Diese Art Verschluss bietet den Vorteil der Auswahl. Man kann sichern, muss aber nicht, wenn einen die Zusatzverschlüsse nerven. Dank der flexiblen Inneneinteilung lässt sich großes Zubehör wie Blitz oder Objektive da verstauen, wo man sie braucht. Kleinkram wie Filter, USB-Stick, etc. bringt man in den beiden mit Klettverschluss gesicherten Netztaschen im Deckel des Hauptfaches unter. Und für die Speicherkarten gibt es oben erwähnte fünf extra Taschen. So bewahrt man die Übersicht – vorausgesetzt, man benutzt keine CF-Karten. Ein System zum Kenntlichmachen von bereits benutzten Karten gibt es nicht.

Der Tragekomfort des Como CrossPack 300 ist hoch. Die Polsterung des Schultergurtes ist besonders im Schulter- und Hüftbereich angenehm dick und auch die Rückenpolster links und rechts sind schön weich. In der Mitte des Rückenteils spart Cullmann allerdings die extra Polsterung mit atmungsaktivem Material aus. Da die ganze Tasche aber sehr gut ausgekleidet ist, stört das nicht beim Tragen. Man muss nur aufpassen, dass man die abnehmbare Regenhülle, die im Rückenteil Platz findet, richtig einschiebt. Stopft man sie als Knäuel hinein, spürt man das unterwegs. Belädt man den Como bis zum Anschlag mit einer Maximalzahl an schweren Objektiven, Wasserflasche und allem was Gewicht hat, kann er auf der Schulter drücken. Ein zusätzlicher Stützgurt, der von der rechten Hüfte diagonal bis vor die Brust läuft, nimmt ein wenig von der Last ab. Bei der Größe von 420 x 250 x 180 Millimeter hält sich die Beladung aber meistens in Grenzen, so dass man den Como auch den ganzen Tag mitnehmen kann. Ein wenig ungewöhnlich erscheint die Höhenverstellung des Tragegurtes, die mit einem Klettverschluss erfolgt. Das mag schnell gehen, bietet aber nicht die Flexibilität an Länge. Für sehr kleine Personen wäre eine kürzere Einstellung des Gurtes sicher angenehmer.

  • Bild Die Speicherkartenfächer des Cullmann Como CrossPack 300 ist mit Sichtfenster und Klettverschluss ausgestattet. Für CF-Karten sind sie jedoch zu klein. [Foto: Daniela Schmid]

    Die Speicherkartenfächer des Cullmann Como CrossPack 300 ist mit Sichtfenster und Klettverschluss ausgestattet. Für CF-Karten sind sie jedoch zu klein. [Foto: Daniela Schmid]

  • Bild Das Kamerafach des Como CrossPack 300 kann mit Schnappverschlüssen gesichert werden. Objektive und anderes Zubehör können so nicht herausfallen, wenn die Kamera entnommen wird. [Foto: Daniela Schmid]

    Das Kamerafach des Como CrossPack 300 kann mit Schnappverschlüssen gesichert werden. Objektive und anderes Zubehör können so nicht herausfallen, wenn die Kamera entnommen wird. [Foto: Daniela Schmid]

  • Bild An den Schlaufen an der Vorderseite des CrossPack 300 kann man zusätzliche Taschen, etc. anbringen. [Foto: Daniela Schmid]

    An den Schlaufen an der Vorderseite des CrossPack 300 kann man zusätzliche Taschen, etc. anbringen. [Foto: Daniela Schmid]

  • Bild Der Hauptgurt des Cullmann Como CrossPack 300 ist sehr gut gepolstert und trägt sich angenehm. [Foto: Daniela Schmid]

    Der Hauptgurt des Cullmann Como CrossPack 300 ist sehr gut gepolstert und trägt sich angenehm. [Foto: Daniela Schmid]

  • Bild Der Cullmann Como CrossPack 300 ist eine Sling-Tasche. Das heißt, der Hauptgurt verläuft diagonal von der rechten Schulter zur linken Hüfte. [Foto: Daniela Schmid]

    Der Cullmann Como CrossPack 300 ist eine Sling-Tasche. Das heißt, der Hauptgurt verläuft diagonal von der rechten Schulter zur linken Hüfte. [Foto: Daniela Schmid]

  • Bild Dank der Regenhülle kann man den Cullmann Como CrossPack 300 auch bei Wind und Wetter mit auf Tour nehmen. [Foto: Daniela Schmid]

    Dank der Regenhülle kann man den Cullmann Como CrossPack 300 auch bei Wind und Wetter mit auf Tour nehmen. [Foto: Daniela Schmid]

Schutz der Ausrüstung Die Polsterung des Como CrossPack 300 ist rundum sehr gut. Auch die flexiblen Innenraumteiler sind ausreichend dick, was für einen guten Schutz der Ausrüstung sorgt. Durch die nach innen schließenden Reißverschlüsse kann Staub und Spritzwasser besser abgehalten werden, was durch eine zusätzliche Innenumrandung des Verschlusses unterstützt wird. Die Tasche selbst hält einem kleinen Sprühregen stand, dann wird es aber Zeit für die Regenhülle. Der Boden ist nicht eigens gummiert, daher sollte die Tasche nicht auf nassem Boden abgestellt werden. Die Schnappverschlüsse, die das Hauptfach sichern, damit Objektive bei der Kameraentnahme nicht herausfallen, sind auch ein guter Diebstahlschutz, während die langen Reißverschlussgriffe das Öffnen erleichtern. Da im Daypack-Fach Innentaschen mit eigenem Verschluss fehlen, sind Geldbeutel, Smartphone und Co. dort recht exponiert untergebracht. Am sichersten sind sie bei der Kamera, dann fehlt dort aber Platz.

Fazit Der Como CrossPack 300 ist eine unauffällige Sling-Tasche, die eine mittlere Ausrüstung gut und sicher unterbringt und sich auch für Tagestouren mit leichtem Gepäck eignet. Verarbeitung und Tragekomfort sind hoch, die Höhenverstellung des Gurtes mit Klettverschluss etwas gewöhnungsbedürftig und nicht so flexibel. Nicht mehr ganz zeitgemäß ist das fehlende Fach für einen Tablet-PC und auch sonst spart Cullmann eher mit Zusatztaschen.


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Autor

Daniela Schmid

Daniela Schmid hat in Augsburg Sprachen studiert, bevor sie nach einem halben Jahr in einer PR-Agentur für IT-Firmen in die Verlagsbranche wechselte. Ab 2004 war sie als festangestellte Redakteurin für die Magazine Computerfoto und digifoto zuständig. Während eines dreijährigen Auslandsaufenthaltes in der Nähe von New York berichtete sie als freie Autorin für digitalkamera.de von der PMA, CES und der PhotoPlus Expo aus Las Vegas und New York und übernahm die Zuständigkeit für die Rubrik Zubehör. Seit 2009 testet sie auch regelmäßig Kameras.

Kurzbewertung

  • Sehr dicke und angenehme Polsterung auch bei der flexiblen Innenraumeinteilung
  • Extra Speicherkartenfächer im Deckel
  • Gute Verarbeitung
  • Speicherkartenfächer sind zu klein für CF-Karten
  • Wenig Zubehörfächer z.B. für ein Smartphone
  • Gewöhnungsbedürftige Höhenverstellung des Hauptgurtes mittels Klettverschluss