Kompakttest

Sony NEX-5R

2013-01-03 Die NEX-Familie von Sony ist inzwischen auf vier Modelle angewachsen. Einer der jüngsten Sprösse ist die besonders kompakte NEX-5R. Eigentlich ist sie eine alte Bekannte, die Sony indes kräftig überarbeitet hat. So hat die NEX-5R zusätzliche Bedienelemente mit auf den Weg bekommen, Sony hat ihr auch einen Hybrid-AF spendiert und sie mit WiFi-Konnektivität ausgestattet. Geblieben ist es allerdings beim 16-Megapixel-Sensor, der beim Vorgängermodell bereits einen sehr guten Eindruck hinterließ. Ob die Bildqualität dieses Sensors auch heute noch auf der Höhe der Zeit ist, musste die NEX-5R im Testlabor unter Beweis stellen. Im Praxiseinsatz ging es dann um die Frage, ob Sony bei der NEX-5R das nicht immer überzeugende Bedienkonzept der Vorgängerinnen verbessert hat.  (Martin Vieten)

Sony NEX-5R [Foto: MediaNord]Ergonomie und Verarbeitung Auf dem ersten Blick scheint es, als habe Sony der NEX-5R das unveränderte Gehäuse der Vorgängerin spendiert. Die spiegellose Systemkamera präsentiert sich aufregend schlank und sehr kompakt. Ein ausgeprägter Griff auf der rechten Seite lässt die kleine Kamera sehr gut in der Hand liegen. Front und Unterseite des Gehäuses bestehen aus Metall, für den Rest hat Sony einen hochwertigen Kunststoff verwendet. Die Schnittstellen liegen unter einer ordentlichen Kunststoffklappe und nicht etwa unter einer fummeligen Gummiabdeckung. Geblieben ist es auch bei dem Stativgewinde aus Edelstahl, das korrekt in der optischen Achse sitzt. Ein Bordblitz findet weiterhin keinen Platz in dem schlanken Gehäuse, Sony legt der NEX-5R jedoch einen kleinen Aufsteckblitz bei, der Anschluss an dem proprietären „Smart Accessory Terminal“ findet. Alternativ nimmt dieser auch den vorzüglichen elektronischen Sucher FDA-EV1 auf, allerdings muss man dann auf ein Blitzlicht verzichten.

Spätestens nachdem man die NEX-5R in die Hand genommen hat, zeigt sich, dass Sony doch nicht einfach das Gehäuse der Vorgängerin übernommen hat. Oben auf der Frontplatte thront jetzt ein Funktionsknopf – dafür musste der Hauptschalter weichen, er umschließt nun den Auslöser. Über den neuen Funktionsknopf lassen sich bis zu sechs häufig benötigte Einstellmöglichkeiten wie Weißabgleich, Belichtungs- und AF-Modus etc. schnell abrufen; insgesamt kann man sechs aus 16 Funktionen auf die Sony NEX-5R [Foto: MediaNord]Fn-Taste legen. Sony hat sich also durchaus die Kritik am menülastigen Bedienkonzept der früheren NEX-Modelle zu Herzen genommen. Grundsätzlich ist es jedoch dabei geblieben, dass viele Schalter und Wählräder je nach Kontext eine andere Funktion annehmen. So kann die NEX-5R mit einer überschaubaren Anzahl an Bedienelementen auskommen. Dazu zählt ein feinfühliger Einstellring auf der Rückseite, der gleichzeitig als Kreuzwippe mit vier fest vorgegebenen Einstellmöglichkeiten fungiert. Neu hinzugekommen ist ein weiteres Wählrad auf der Oberseite – es übernimmt Funktionen, für die bislang der Einstellring zuständig war. So gibt man nun im Modus „A“ mit dem Wählrad die Blende vor, der Einstellring ist dann ohne Funktion. Hier hat Sony leider die Chance vertan, der NEX-5R zwei echte Einstellräder zu spendieren und etwa den Drehring permanent mit der Belichtungskorrektur zu belegen. Einzig bei manueller Belichtung ergänzen sich die beiden Räder, das obere stellt dann die Blende ein, das rückwärtige gibt die Belichtungszeit vor. Gerade weniger versierte Fotografen hätten es sicherlich begrüßt, wenn sich das obere Wählrad auch als Programmwähler einrichten ließe. Aber da bleibt Sony stur, die NEX-5R bietet nur ein virtuelles Programmwählrad, das allerdings mit nur einem Tastendruck schnell aufgerufen ist.

Sony NEX-5R Speicherkartenfach und Akkufach [Foto: MediaNord]Bei den Menüs bleibt Sony ebenfalls der einmal eingeschlagenen Linie treu: Das Hauptmenü präsentiert sich mit jetzt sieben Untermenüs zunächst erfreulich übersichtlich. Doch spätestens wenn man das Untermenü „Einstellung“ aufruft, ist es vorbei mit der Übersichtlichkeit: Hier hat Sony einfach alles in eine lange Liste gepackt, was sich in den übrigen Menüs nicht unterbringen ließ. Die Idee dahinter ist wohl, dass die „Einstellung“ nur selten aufgerufen wird, um die Kamera grundsätzlich an seine Vorlieben anzupassen. In der Praxis scheitert diese Idee indes und so blättert man immer wieder hilflos in der langen Liste, etwa um die Monitorhelligkeit anzupassen. Wünschenswert wäre zudem eine Möglichkeit, wenigstens ein Benutzer-Setup permanent speichern zu können – doch auch dies verwehrt die NEX-5R dem Fotografen. So bleibt es also dabei, dass sich die NEX-5R vorwiegend an Fotografen wendet, die Ihre Kamera nicht ständig neu konfigurieren möchten. Der Auslöser für Filmaufnahmen lässt sich bei der NEX-5R abschalten, mit einer anderen Funktion (etwa für den Messwertspeicher) kann er leider nicht belegt werden.

Insgesamt hat Sony die Bedienung der NEX-5R jedoch im Vergleich zur Ahnherrin NEX-5 signifikant verbessert. Dazu trägt sicherlich auch das sehr gute Display bei. Es lässt sich manuell in den Modus „Sonnig“ schalten und kann dann auch im hellen Sonnenlicht noch einigermaßen Sony NEX-5R [Foto: MediaNord]gut abgelesen werden. Als einziges Modell innerhalb der NEX-Familie wartet die NEX-5R mit einem berührungsempfindlichen Display auf. Im Vergleich zur Vorgängerin hat Sony die Touch-Funktionen zeitgemäß erweitert, vor allem lässt sich die NEX-5R auch per Fingertipper auslösen. Zudem wurde das Doppelgelenk überarbeitet, mit dem der Monitor am Gehäuse angeschlagen ist. Das Display lässt sich nun um 180 Grad nach oben klappen, wobei der Inhalt automatisch gedreht wird – das ermöglicht die Bildkontrolle von Selbstportraits am ausgestreckten Arm. Für Überkopf-Aufnahmen kann das Display um ca. 45 Grad nach unten geklappt werden, was in der Praxis völlig ausreicht.

Ausstattung Ein Blick in die langen Menülisten zeigt schnell, dass die NEX-5R mit einem sehr großen Funktionsumfang aufwartet. Dabei hat Sony vor allem auch ein Herz für den weniger geübten Fotografen – ihm bietet die NEX-5R gleich zwei äußerst praxistaugliche Vollautomatiken. Während iAUTO als klassische Motivautomatik funktioniert, hat iAUTO+ noch weitere Pfeile im Köcher: Sonderprogramme, die die Bildqualität durch Mehrfachaufnahmen verbessern. Dazu zählen eine HDR-Automatik sowie gleich zwei Programme, die per Verbundaufnahme rauscharme Aufnahmen bei hoher ISO-Zahl liefern. In Sony NEX-5R [Foto: MediaNord]der Praxis hat sich insbesondere das Programm „Handgehalten bei Dämmerung“ als äußerst nützlich erwiesen. Es nimmt in rascher Folge gleich sechs Fotos auf, die bei einer kurzen Belichtungszeit zunächst unterbelichtet sind. Diese sechs Aufnahmen werden dann vom flotten Bildprozessor der NEX-5R derart kombiniert, dass das Ergebnis korrekt belichtet wirkt und dennoch deutlich rauschärmer ist als ein entsprechendes Einzelfoto. Das funktioniert sogar bei Motiven, die sich etwas bewegen: Die Kamera spart dann einfach die Bildpartien aus, die sich in den Einzelaufnahmen geändert haben und vermeidet so verblüffend wirkungsvoll Geisterbilder. Allerdings zeigen diese Bildbereiche stärkeres Rauschen – ein Manko, mit dem sich in der Praxis jedoch prima leben lässt. Wer sich nicht ganz auf die Vollautomatiken verlassen möchte, kann sie übersteuern. Anpassen lassen sich die Schärfentiefe, der Weißabgleich sowie die Farbsättigung, zudem erlauben die Vollautomatiken eine Belichtungskorrektur. Schade allerdings, dass Sony diese Möglichkeiten in den Motivprogrammen nicht vorgesehen hat. So bieten die Vollautomatiken das größere Potenzial für eine kreative Bildgestaltung.

Üppig ist die NEX-5R mit sogenannten Kreativprogrammen ausgestattet. Sie verfremden eine Aufnahme im Tonemapping-Stil, lassen ein Foto wie aus einer historischen Kamera wirken aber auch diverse Schwarzweiß-Vorgaben fehlen nicht. Wesentlich häufiger dürften in der Praxis die diversen Portrait-Automatiken zum Einsatz kommen. Selbstredend, dass die NEX-5R eine Gesichtserkennung und -wiedererkennung an Bord hat. Sony NEX-5R [Foto: MediaNord]Hinzu kommt noch die Funktion „Auslösen bei Lächeln“, die bei aktiviertem Selbstauslöser völlig automatisch ein Foto schießt, sobald jemand in die (auf ein Stativ montierte) Kamera lächelt. Auf Wunsch kann die NEX-5R eine Portrait-Aufnahme sogar gemäß den Regeln des Goldenen Schnitts zuschneiden, vergrößert dann aber unsinnigerweise das zugeschnittene Bild auf die üblichen 16 Megapixel Maximalauflösung. Bei all diesen Automatiken geht fast unter, dass sich die NEX-5R auch ganz klassisch als Programmautomat betreiben lässt sowie die halbautomatische und manuelle Belichtungssteuerung beherrscht. Erst dann eröffnet sie dem Fotografen ihr gesamtes Einstellpotential, die Ergebnisse der kamerainternen Bildaufbereitung lassen sich sehr weitgehend an die Vorstellungen des Fotografen anpassen. Das gilt indes nicht im Wiedergabemodus, hier geizt die NEX-5R mit Bearbeitungsmöglichkeiten. Nicht einmal eine Funktion zum Entwickeln von Raw-Aufnahmen hat Sony ihr spendiert – schade. Als etwas lästig erwies sich in der Praxis auch, dass der NEX-5R eine Taste zum Speichern des aktuellen Belichtungswertes fehlt. Immerhin lässt sich einer der der Softkeys zum Messwertspeicher umfunktionieren – eine sinnvolle Möglichkeit, die man nicht ungenutzt verstreichen lassen sollte.

Bis hierhin bietet die NEX-5R also kaum mehr als ihre Vorgängerin. Doch ihr Funktionsumfang lässt sich (wie auch bei der NEX-6) via App erweitern. Diese Kamera-Apps sind teils kostenlos (etwa „Bildeffekt+“ oder „Fotoretusche“ zur nachträglichen Bildbearbeitung), teils kosten sie zwischen ca. fünf und zehn Euro. Für fünf Euro gibt es zum Beispiel die empfehlenswerte Funktionserweiterung „Professionelle Reihe“, mit der sich nicht nur Belichtungs- und Blitzbelichtungsreihen sehr weitgehend steuern lassen, sondern sogar automatische Fokusreihen möglich sind. Angeboten werden die Apps unter playmemoriescameraapps.com; sie können bequem installiert werden, sobald die NEX-5R via USB-Kabel mit Sony NEX-5R [Foto: Sony]einem Rechner verbunden ist. Neu ist auch die Möglichkeit, die NEX-5R via WiFi ins Netz zu bringen. So lassen sich die neuesten Aufnahmen unverzüglich veröffentlichen, etwa auf Facebook aber auch in der Sony-Cloud PlayMemories. Sogar mit einem Smartphone kann die NEX-5R Kontakt aufnehmen, etwa zur Weitergabe von Fotos per E-Mail. Zudem lässt sie sich mithilfe der kostenlosen Smartphone-App PlayMemories Mobile (erhältlich für iOS und Android) fernsteuern.

Für experimentierfreudige Fotografen bietet die NEX-5R also eine gute Basis, aber auch klassische fotografische Tugenden kommen nicht zu kurz bei ihr. Unter Anderem hat Sony eine Reihe von Phasen-AF-Sensoren auf dem Bildwandler untergebracht, die dem bisweilen etwas betulichen Kontrast-Autofokus gehörig Beine machen. Dieser neue Hybrid-Autofokus erledigt seinen Job sehr flott, die NEX-5R hatte im Test nach nur 0,25 bis 0,3 Sekunden scharf gestellt und ausgelöst – schneller ist auch eine ausgewachsene DSLR nicht. Leider funktioniert der Hybrid-AF lediglich unter bestimmten Bedingungen; so darf nicht weiter als bis F6.3 abgeblendet werden und das verwendete Objektiv muss mit der aktuellen Firmware versehen sein. Schade auch, dass die NEX-5R bei Videoaufnahmen auf die Dienste des Hybrid-AF verzichtet. Dennoch führt die Kamera auch beim Filmen den Fokus ohne allzu lästiges Pumpen nach. Dabei zeichnet sie im AVCHD-Format mit 50 Vollbildern je Sekunde und Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Bildpunkte) auf, wahlweise gelangen die Videos aber auch im nachbearbeitungsfreundlichen MP4-Format auf die Speicherkarte; der Ton wird in Stereo aufgenommen.

Bildqualität Während Sony den Ausstattungsumfang der NEX-5R im Vergleich zur Vorgängerin deutlich erweitert hat, ist beim Bildwandler im Wesentlichen alles beim Alten geblieben. Der Sensor in APS-C-Größe zeichnet rund 16 Megapixel auf; er konnte bereits beim Test der NEX-6 in weiten Teilen begeistern. Ob das auch für den Sensor in der NEX-5R gilt, musste die Kamera wie stets im Sony NEX-5R [Foto: MediaNord]ausführlichen Labortest von digitalkamera.de unter Beweis stellen. Das ausführliche Testprotokoll mit detaillierten Erläuterungen kann gegen ein kleines Entgelt abgerufen und dauerhaft auf dem eigenen Rechner gespeichert werden (siehe weiterführende Links).

Wie nicht anders zu erwarten, macht der 16-Megapixel-Sensor auch in der NEX-5R eine erfreulich gute Figur. Der Signal-Rauschabstand ist bis ISO 800 gut bis sehr gut und bleibt bis ISO 3.200 auf einem akzeptablen Niveau. Es lässt sich also ganz gut damit leben, dass die ISO-Automatik der NEX-5R notfalls die Empfindlichkeit bis auf ISO 3.200 hinauf regelt und sich dieser Höchstwert nicht begrenzen lässt. Hinzu kommt, dass die Sony die Rauschunterdrückung nahezu perfekt abgestimmt hat: Farbrauschen hat sie über den gesamten Empfindlichkeitsbereich bis ISO 25.600 fest im Griff, Helligkeitsrauschen beginnt erst jenseits der ISO 6.400 lästig zu werden. Viel bedeutsamer aber ist, dass die Rauschunterdrückung nicht zu Lasten der Detailwiedergabe geht. Texturverlust wird erst jenseits der ISO 1.600 überhaupt messbar, die Texturschärfe bleibt bis ISO 3.200 akzeptabel. Die Eingangsdynamik des Sensors beträgt bis ISO 3.200 mehr als 10 EV – ein hervorragendes Ergebnis. Auch bei der Ausgangsdynamik gibt sich die NEX-5R keine Blöße; sie liegt bis ISO 400 nahe am theoretischen Maximum von 8 Bit/Kanal und bleibt bis ISO 3.200 sehr hoch.

Sony NEX-5R [Foto: MediaNord]Kommt jedoch das Standard-Zoom E 18-55 mm 3.5-5.6 OSS (mit dem die NEX-5R auch im Set angeboten wird) ins Spiel, muss die Bildqualität der NEX-5R etwas Federn lassen. Insbesondere die Auflösung enttäuscht, sie reicht bei keiner Blendenstufe annähernd an 40 Linienpaare pro Millimeter (lp/mm) heran. Zudem löst das preisoptimierte Objektiv an den Bildrändern nochmals um rund 20 Prozent schlechter auf. Es verzeichnet sowohl am Teleende wie in Weitwinkelstellung stark und kämpft am kurzen Zoomende bisweilen mit stark ausgeprägter chromatischer Aberration (Farbsäume an Kontrastkanten). Insgesamt kann das Set-Objektiv weiterhin nicht ganz überzeugen – selbst so manche hochwertige Kompaktkamera – etwa eine Sony RX100 – liefert eine bessere optische Performance.

Ebenfalls zum Test mit der NEX-5R fand sich das brandneue Weitwinkelzoom 10-18 mm F4 (SEL­­­-1018) ein. Bezogen auf das Kleinbildformat deckt es einen Brennweitenbereich von 15 bis 27 Millimeter ab; es eignet sich also hervorragend für Landschafts- und Architekturaufnahmen, wie für Reportagefotos in engen Räumen. Indes erwies sich das SEL-1018 im Testlabor von digitalkamera.de ebenfalls nicht gerade als Auflösungswunder. Im Zentrum bleibt es knapp unter der magischen Grenze von 40 lp/mm, immerhin schwächelt es an den Rändern nicht so stark wie das Set-Objektiv. Auch die Verzeichnung des Weitwinkelzooms geht insgesamt noch in Ordnung, bei 13 Sony E 10-18 mm 4 [Foto: Sony]Millimeter Brennweite (20 mm KB) bildet es nahezu verzeichnungsfrei ab. Wie viele Weitwinkelobjektive kämpft es aber mit chromatischer Aberration an den Bildrändern.

Visuell fallen die Abbildungsschwächen der getesteten E-Mount-Objektive glücklicherweise nicht so schwer ins Gewicht, wie es die Messprotokolle scheinen lassen. Dennoch könnte auch die NEX-5R von wirklich hochwertigen Objektiven nochmals profitieren. Ihr Bildwandler sowie der Bildprozessor liefern Ergebnisse, die wahrnehmbar erst von einer Vollformatkamera übertroffen werden. Daran ändert auch die standardmäßig etwas knackige Abstimmung der Tonwertkurve nichts: Zum einen lässt sich die Bildaufbereitung mit dem Kreativstil „Neutral“ mehr Zurückhaltung auferlegen, zum anderen zeichnet die NEX-5R auf Wunsch auch im Raw-Format auf. Darauf muss man bei der NEX-5R indes nur noch im Ausnahmefall zurückgreifen – denn der Weißabgleich der Kamera arbeitet sehr genau, die Farbabweichungen sind im Mittel noch gering und bei der Farbtreue hat die Kamera wohl einen Hang zu kräftiger Sättigung, jedoch keineswegs zu einer eigenständigen Interpretation der originalen Farbtöne. Somit empfiehlt sich die NEX-5R mit ihrer Bildqualität durchaus als Alternative zu einer schwergewichtigen DSLR, auf alle Fälle aber als deren Ergänzung.

Fazit Obwohl Sony mit der NEX-6 eine spiegellose Systemkamera eingeführt hat, wie sie sich Freunde und Anhänger des NEX-Systems schon lange gewünscht haben, hat auch die NEX-5R ihre ganz individuellen Stärken. Dazu zählt vor allem der berührungsempfindliche Monitor, der sich um 180 Grad nach oben klappen lässt. Auf der Haben-Seite verbucht die NEX-5R zudem das nochmals kompaktere, hochwertig verarbeitete Gehäuse. Von Ihrer Vorgängerin setzt sie sich durch die Erweiterbarkeit per App ab, sowie ihrer WiFi-Konnektivität und dem neuen Hybrid-AF. Zudem hat Sony die Bedienung durch eine frei belegbare Fn-Taste deutlich verbessert, das ebenfalls neu hinzugekommene Wählrad bleibt hingegen in zu vielen Situationen wirkungslos. Der Ausstattungsumfang der Kamera ist sehr gut, insbesondere die Vollautomatiken haben in der Praxis überzeugt. Wer sich wenig Gedanken um die richtigen Einstellungen machen möchte, kommt mit der NEX-5R prima zurecht; anspruchsvolle Fotografen zwingt sie indes zu häufig zum Gang ins nicht immer übersichtliche Menü. Der 16-Megapixel-Sensor liefert im Verein mit dem Bildprozessor eine piekfeine Bildqualität, jedoch schöpfen sowohl das Set-Objektiv wie auch das neue Weitwinkelzoom 10-18 mm F4 das Auflösungspotenzial des Sensors nicht aus. Wer damit leben kann, dass Sony weiterhin kaum First-Class-Objektive für das NEX-System im Angebot hat, bekommt mit der NEX-5R eine kompakte und leichtgewichtige Alternative zu einer DSLR. Verzichten muss er bei ihr indes auf ein leistungsfähiges Blitzsystem – das bietet erst die NEX-6 mit ihrem neu eingeführten ISO-Schuh.


Weiterführende Links

Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Kameras


Steckbrief
Hersteller Sony
Modell NEX-5R
Preis ca. 750 EUR*
Sensor Auflösung 16,1 Megapixel
Max. Bildauflösung 4.912 x 3.264
(Seitenverhältnis) (3:2)
Objektiv 18-55 mm 3.5-5.6 OSS
Filtergewinde 49 mm
Sucher EVF optional
  Sichtfeld
  Vergrößerung
  Dioptrienausgleich
LCD-Monitor 3"
  Auflösung 921.600
  drehbar
  schwenkbar ja
  als Sucher ja
Videoausgang HDMI
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
ja
Motivprogramme
  Porträt ja
  Kinder/Baby
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 5
Belichtungsmessung    Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz ja
  Blitzanschluss Spezialblitzschuh
Fernauslöser Infrarot (optional)
Intervallaufnahme
Speichermedium SD/SDHC/SDXC, MemoryStick
Videomodus
  Format AVCHD oder MP4
  Codec MPEG-4/AVC oder H.264
  Auflösung (max.) 1.920 x 1.080
  bei Bildfrequenz
50p
Empfindlichkeit
  automatisch ISO 100-3.200
  manuell ISO 100-25.600
Weißabgleich
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe ja
  Glühlampe ja
  Sonstiges Schatten, Blitz, manuelle Farbtemperaturwahl
  Manuell ja
Autofokus
  Anzahl
  Messfelder
25 bzw. 99
  AF-Hilfslicht orange
  Geschwindigkeit ca. 0,2-0,3 s
Sprachen Deutsch
  weitere 16
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
Gewicht
(Betriebsbereit)
ca. 276 g (nur Gehäuse)
ca. 495 g (mit Objektiv*)
Zoom
  Zoomverstellung am Objektiv
Akkulaufzeit ca. 320 Bilder (lt. CIPA)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit Objektiv Sony 18-55 mm 3.5-5.6 OSS

Kurzbewertung

  • Kompaktes, hochwertig verarbeitetes Gehäuse
  • Display mit erweiterten Touch-Funktionen
  • Wifi-Konnektivität und Erweiterbarkeit per App
  • Bildqualität bis ISO 800 sehr gut, bis ISO3.200 gut
  • Proprietärer Blitzanschluss
  • Zweites Wählrad nicht frei konfigurierbar
  • Weiterhin kaum First-Class-Objektive im Angebot
  • Weiterhin etwas umständliche Bedienung

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 91 %
Ausstattung 12,5 % 95 %
Handhabung 12,5 % 91 %
Geschwindigkeit 12,5 % 89 %
Bildqualität 50,0 % 91 %
Gesamtnote 91 %