Testbericht

Sony Cyber-shot DSC-RX100 III

2014-06-02 Vom Duo zum Trio: Sony erweitert seine RX100-Familie und fügt der edlen und anspruchsvollen Kompaktkamera mit der RX100 III eine weitere Variante hinzu. Neu beim jüngsten Familienzuwachs ist unter anderem das Objektiv, das jetzt bei der Anfangslichtstärke F1,8 bis F2,8 von 24 bis 70 Millimeter zoomt. Zudem ist die RX100 III die erste Kamera ihrer Art mit einem versenkbaren elektronischen Sucher, dafür musste allerdings der Blitzschuh entfallen. Unter der Haube hat sich ebenfalls viel getan, die RX100 III erhielt beispielsweise den neuen Bionz-X-Prozessor, der der Kamera eine Reihe weiterer Möglichkeiten hinzufügt. Zudem lässt sich der Funktionsumfang der RX100 III via Camera Apps erweitern. Nachdem nun ein Serienmodell der Kamera den Weg ins Testlabor von digitalkamera.de gefunden hat, haben wir den zunächst vorläufigen Hands-On-Bericht zum gewohnten Testbericht erweitert. Damit wird nun auch die Frage beantwortet, wie es um die Bildqualität der RX100 III bestellt ist.  (Martin Vieten)

Ergonomie und Verarbeitung Stellt man die neue RX100 III neben die RX100 und die RX100 II (die weiterhin im Programm von Sony bleiben), so fallen die engen Familienbande des Trios sofort auf. Auch die RX100 III trägt ein sanft gerundetes Kleid aus massivem Metall, das allerdings knapp drei Millimeter dicker ausfällt als bei der RX100 II. Doch obgleich die jüngste Kamera der RX100-Familie nochmals etwas pummeliger geraten ist, passt sie noch einigermaßen in die Hosentasche. Wie nahezu jede Kompaktkamera lässt sich auch die RX100 III nicht sonderlich sicher halten – dazu fehlt ihr ein Handgriff, die Gehäusevorderseite ist zu glatt. Immerhin bietet Sony schon seit geraumer Zeit einen selbstklebenden Gummigriff an, der auch auf die Front der RX100 III passt.

  • Bild Die Sony DSC-RX100 III besitzt ein F1,8-2,8 lichtstarkes 2,9-fach-Zoom von umgerechnet 24 bis 70 Millimeter. [Foto: MediaNord]

    Die Sony DSC-RX100 III besitzt ein F1,8-2,8 lichtstarkes 2,9-fach-Zoom von umgerechnet 24 bis 70 Millimeter. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der 13,2 mal 8,8 Millimeter große 1

    Der 13,2 mal 8,8 Millimeter große 1"-Sensor der Sony DSC-RX100 III löst rund 20 Megapixel auf. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der rückwärtige 7,5 Zentimeter große Bildschirm der Sony DSC-RX100 III löst 1,23 Millionen Bildpunkte auf und lässt sich nach unten sowie nach oben und für Selbstporträts nach vorne klappen. [Foto: MediaNord]

    Der rückwärtige 7,5 Zentimeter große Bildschirm der Sony DSC-RX100 III löst 1,23 Millionen Bildpunkte auf und lässt sich nach unten sowie nach oben und für Selbstporträts nach vorne klappen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Auf der Oberseite der Sony DSC-RX100 III befinden sich der Einschaltknopf, der Auslöser mit Zoomring sowie das Programmwählrad. Einen Blitzschuh gibt es leider nicht. [Foto: MediaNord]

    Auf der Oberseite der Sony DSC-RX100 III befinden sich der Einschaltknopf, der Auslöser mit Zoomring sowie das Programmwählrad. Einen Blitzschuh gibt es leider nicht. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Metallstativgewinde der Sony DSC-RX100 III sitzt außerhalb der optischen Achse. [Foto: MediaNord]

    Das Metallstativgewinde der Sony DSC-RX100 III sitzt außerhalb der optischen Achse. [Foto: MediaNord]

  • Bild Auf der linken Seite der Sony DSC-RX100 III sitzt die Entriegelung für den elektronischen Sucher. Auch der NFC-Chip sitzt hier. [Foto: MediaNord]

    Auf der linken Seite der Sony DSC-RX100 III sitzt die Entriegelung für den elektronischen Sucher. Auch der NFC-Chip sitzt hier. [Foto: MediaNord]

  • Bild Auch der rechten Gehäuseseite der Sony DSC-RX100 III sitzen die Schnittstellen: Micro-USB sowie Micro-HDMI. [Foto: MediaNord]

    Auch der rechten Gehäuseseite der Sony DSC-RX100 III sitzen die Schnittstellen: Micro-USB sowie Micro-HDMI. [Foto: MediaNord]

  • Bild Akkus und Speicherkarte teilen sich bei der Sony DSC-RX100 III ein Fach. Auf dem Stativ beziehungsweise mit Wechselplatte lässt es sich allerdings nicht öffnen. [Foto: MediaNord]

    Akkus und Speicherkarte teilen sich bei der Sony DSC-RX100 III ein Fach. Auf dem Stativ beziehungsweise mit Wechselplatte lässt es sich allerdings nicht öffnen. [Foto: MediaNord]

Dass die RX100 III minimal an Größe und Gewicht zugelegt hat, sieht man ihr spätestens im Einsatz gerne nach. Sony hat es nämlich geschafft, einen versenkbaren elektronischen Sucher in das edle Gehäuse zu integrieren. Ein kleiner Schieber an der linken Kameraseite lässt den EVF aus dem Gehäuse springen. Dann ist allerdings noch ein weiterer Handgriff nötig, um die Sucheroptik waagerecht herausziehen. Die ganze Konstruktion wirkt zwar etwas filigran, der OLED-Sucher selber kann jedoch voll und ganz überzeugen. Zwar löst er mit rund 1,44 Millionen nicht rekordverdächtig hoch auf, pixelig oder grobkörnig erscheint das Sucherbild jedoch auf keinen Fall. Zudem gibt der EVF Farben sehr naturgetreu wieder und Kontraste dröselt er fein auf. Dass das Sucherbild relativ klein ist, damit muss man angesichts der kompakten Maße der Kamera einfach leben. Immerhin hat Sony die Austrittspupille mit einer Dioptrienkorrektur versehen, sodass sich auch ohne Brille in den Sucher blicken lässt.

Ist die Kamera ausgeschaltet, schaltet sich die RX100 III sofort ein, sobald der Sucher entriegelt wird. Das ist wirklich pfiffig. Dass sich die Kamera aber andersherum auch abschaltet, wenn der Sucher eingefahren wird, hat sich in der Praxis weniger bewährt. Vielleicht will man ja einfach nicht in den Sucher blicken, sondern das Sucherbild auf dem rückwärtigen Display kontrollieren. Dieses Display lässt sich jetzt übrigens über die Kamera hinweg nach vorne klappen – das soll die derzeit so beliebten „Selfies“ einfacher machen. Über-Kopf-Aufnahmen erleichtert das Display, indem es sich um 45 Grad nach unten klappen lässt. Sehr schön ist auch, dass sich auf Wunsch eine Vielzahl an Informationen auf dem Display oder im Sucher einblenden lässt. Dazu zählt etwa ein künstlicher Horizont, der hilft, die Kamera waagerecht auszurichten. Oder das bislang vor allem im Videobereich bekannte Zebramuster. Es schraffiert einen zuvor vorgegebenen Helligkeitsbereich und ermöglicht so, die Belichtung punktgenau zu steuern.

Wie schon die Ur-RX100 wartet auch die RX100 III mit einem Steuerring an der Objektivwurzel auf. Standardmäßig dient er zum Zoomen, der Ring kann jedoch auch mit einer anderen Funktion belegt werden, etwa der Belichtungskorrektur. So praktisch dieser Ring ist, so stört doch, dass er nicht rastet – es gibt also keine taktile Rückmeldung. Davon einmal abgesehen lässt sich die RX100 III in praktisch jeder Situation flüssig bedienen. Sony hat das Schnellmenü komplett überarbeitet, es bietet jetzt Platz für zwölf Positionen, die frei belegbar sind. Hinzu kommen noch vier Funktionstasten, die sich ebenfalls nach Wahl konfigurieren lassen – für eine Kamera ihrer Größe kann man die RX100 III also sehr genau an die persönlichen Bedürfnisse anpassen.

Unvermeidbar war offensichtlich, dass angesichts der kompakten Kameraabmessungen die Bedienelemente bei der RX100 III recht winzig ausfallen. Damit lässt sich vielleicht noch leben, weniger aber damit, dass sich der Einstellring auf der Rückseite sehr leicht verstellen lässt. Die USB- und HDMI-Schnittstellen verschwinden wie gehabt unter einer ordentlich angeschlagenen Klappe. Akku und Speicherkarte teilen sich ein gemeinsames Fach, das von der Unterseite her zugänglich ist. Eine Akkuladung reicht mit rund 320 Aufnahmen nicht sonderlich weit, dann muss die Kamera ans Ladegerät. Sony legt der RX100 III keine separate Ladeschale bei, somit ist die Kamera blockiert, während via USB-Schnittstelle der Akku aufgeladen wird. Das Stativgewinde ist bei der RX100 III nicht in der optischen Achse angeordnet und dass bei der kleinen Kamera eine angesetzte Schnellwechselplatte das Akku- und Speicherkartenfach blockiert, ist wohl unvermeidlich.

Ausstattung Die RX100 III ist weit mehr, als nur eine Schnappschusskamera. Aber natürlich ist auch das unbekümmerte Fotografieren mit ihr möglich, Sony hat sie dazu mit einer Reihe von sinnvollen Automatikfunktionen ausgestattet. Wie schon ihre beiden älteren Schwestern bietet auch die RX100 III gleich zwei Vollautomatiken. Während die eine als herkömmliche Motivautomatik arbeitet, wählt die andere bei Bedarf auch Programme mit Mehrfachaufnahmen. Diese „Multi-Shot“-Programme verbessern zum Beispiel das Rauschverhalten bei hoher ISO-Zahl oder bändigen die harten Kontraste einer Gegenlichtszene durch die Kombination unterschiedlich belichteter Aufnahmen zu einem HDR-Bild. Schön auch, dass einen die Vollautomatiken nicht gänzlich entmündigen: Belichtung und Weißabgleich lassen sich korrigieren, auch die vom Programm vorgegebene Blendenzahl kann geändert werden.

Erfahrenen Fotografen bietet die RX100 III Steuerungs- und Konfigurationsmöglichkeiten, die denen einer Systemkamera kaum nachstehen. Die Belichtung lässt sich in den üblichen Modi P, A und S steuern, hinzukommt die manuelle Belichtungssteuerung. Neu ist bei der RX100 III die Möglichkeit, die manuelle Vorgabe von Belichtungszeit und Blende (Modus M) mit der ISO-Automatik kombinieren zu können; dabei lassen sich deren Unter- und Obergrenze vorgeben. Ferner bietet die RX100 III wie schon ihre älteren Schwestern eine Reihe hilfreicher Assistenten. Dazu zählt etwa die Panorama-Automatik, bei der die Kamera einfach nur mit gedrücktem Auslöser über die Szenerie geschwenkt wird. Selbstverständlich hat die edle Kompaktkamera auch eine Gesichtserkennung an Bord. Die lässt sich bei Bedarf sogar mit einem Lächelauslöser kombinieren, eine Funktion, die bei Selbstportraits eventuell sogar sinnvoll sein kann. Für kreative Fotografen bietet die RX100 III 15 Effektprogramme, die von „Miniatur“ bis „Retro-Foto“ interessante Verfremdungen ermöglichen.

Ganz in ihrem Element ist die RX100 III, wenn es um Videoaufnahmen geht. Wie schon die vor rund einem halben Jahr vorgestellte RX10 beherrscht auch die RX100 III „Full Sensor Readout“. Sie verzichtet also wie eine professionelle Videokamera auf „Line Skipping“, das minimiert den Rolling-Shutter-Effekt und kommt allgemein der Bildqualität im Video zugute. Von den verbesserten Fähigkeiten des Sensors profitieren Videofilmer bei der RX100 III jetzt noch mehr: Die kleine Kompakte zeichnet wahlweise im Format XAVC-S auf, das der Kamera eine Datenrate von bis zu 50 Mbit/s ermöglicht. Auf Wunsch lässt sich das Videosignal unkomprimiert via HDMI-Schnittstelle ausgeben. Neu ist bei der RX100 III zudem, bei HD-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) 100 Bilder pro Sekunde (fps) aufzuzeichnen zu können, was eine sehr weiche Vierfach-Zeitlupe ermöglicht.

Da ist es besonders bedauerlich, dass bei der RX100 III der Multi-Interface-Zubehörschuh weggefallen ist. Es lässt sich also kein externes Mikrofon mehr anschließen, ebenso kein Videolicht oder ein Blitzgerät. Und so muss man bei der RX100 III wie schon bei der Ur-RX100 mit dem kleinen Bordblitz vorlieb nehmen, ein Systemblitzschuh bleibt ausschließlich der RX100 II vorbehalten. Angesichts des durchaus professionellen Anspruchs der Kamera hätte die RX100 III gut auf einen Bordblitz zugunsten des Multi-Interface-Zubehörschuhs verzichten können. Sparsam gibt sich die edle Kompaktkamera auch, wenn es um Bildbearbeitungsmöglichkeiten im Wiedergabemodus geht. Dafür wartet sie mit einer Neuerung auf, die bislang den Systemkameras von Sony vorbehalten war: Der Funktionsumfang der RX100 III lässt sich via Camera Apps erweitern. Auf diese Weise rüstet man zum Beispiel mit der App „Foto Retusche“ Bildbearbeitungsmöglichkeiten nach, die der Kamera von Haus aus fehlen. Ebenfalls an Bord der RX100 III sind WiFi inklusive der Möglichkeit zum schnellen Pairing via NFC. Über die WiFi-Verbindung lässt sich die Kamera via Smartphone oder Tablet fernsteuern, Aufnahmen kann sie darüber direkt aufs Mobilgerät übertragen.

Wenn Serienbildaufnahmen gefordert sind, ist die RX100 III um einiges flotter unterwegs, als in der Kompaktklasse üblich. Bei Aufnahmen im JPEG-Format spurtet sie mit gut 9 Fotos/Sekunde (fps) los und hat dabei einen langen Atem – erst nach 53 Aufnahmen fällt sie in den langsameren Dauerlauf mit nur noch 2,4 fps. Wird im Raw-Format aufgezeichnet, beträgt die Serienbildrate 6,0 fps für 28 Fotos, danach geht es mit 1,8 fps weiter. Dieses hohe Tempo schafft die RX100 III allerdings nur mit einem Trick: Der Fokus wird auf das erste Bild der Serie eingefroren; soll die Schärfe nachgeführt werden, ist die Serienbildgeschwindigkeit deutlich geringer. In der Praxis etwas lästig ist auch, dass sich die RX100 III ziemlich viel Zeit lässt, um den Inhalt des internen Pufferspeichers auf die Speicherkarte zu übertragen. Währenddessen ist die Kamera fast komplett blockiert, lediglich weitere Fotos lassen sich aufnehmen.

Objektiv Während Sony bei den beiden älteren Schwestern das Objektiv unverändert gelassen hat, wartet die RX100 III mit einer neuen, ganz besonderen Optik auf. Ihr Zoombereich beginnt nun bei 24 Millimeter Brennweite (bezogen auf Kleinbild), dafür ist jedoch bereits bei 70 Millimeter das lange Ende erreicht. In der Praxis hat sich der erweiterte Weitwinkelbereich als sehr willkommen erwiesen, auf die zusätzlichen Millimeter im Telebereich kann man leicht verzichten. Besonders eindrucksvoll ist indes die Lichtstärke der RX100 III, die jetzt von F1.8 bis F2.8 reicht. Ein derart lichtstarkes Zoomobjektiv kombiniert mit einem 1-Zoll-Sensor hat keine andere Kamera! Um die hohe Lichtstärke und das damit verbundene Freistellungspotenzial auch bei hellem Umgebungslicht nutzen zu können, hat Sony die RX100 III mit einem einschwenkbaren Neutraldichtefilter ausgestattet, der das Licht um -3 EV dämpft. Gegenüber dem bisherigen Objektiv (28-100 mm/F1.8-4.8) hat Sony zudem die Naheinstellgrenze verbessert. Sie beträgt jetzt bei 70 Millimeter Brennweite nur noch 30 Zentimeter, was immerhin einen respektablen Abbildungsmaßstab von 1:5 erlaubt.

Angesichts der Leistungsdaten des Objektivs ist es erstaunlich, dass sich dieses fast vollständig in die Kamera zurückzieht, sobald die RX100 III ausgeschaltet wird. Damit das alles möglich wird, hat Sony bei der Optik erstmals überhaupt zwei asphärische Linsen direkt miteinander verkittet. Inwiefern diese Maßnahme der Bildqualität zu Gute kommt, musste die RX100 III im Testlabor von digitalkamera.de zeigen (siehe nächster Abschnitt dieses Testberichts). Der Autofokus harmonisiert jedenfalls schon einmal bestens mit dem neu konstruierten Objektiv: Die RX100 III benötigt am langen Tele nur rund eine drittel Sekunde, um scharf zu stellen und auszulösen; bei kürzester Brennweite sinkt die Auslöseverzögerung inklusive Autofokus auf sehr schnelle 0,2 Sekunden. Neu hinzugekommen ist bei der RX100 III zudem der Augen-AF, mit dem die Kamera perfekt auf die Pupille scharf stellt. Sogar manuelles Scharfstellen wird mit der Kamera zu einer leichten Übung. Dabei übernimmt der Steuerring am Objektiv die Funktion des Fokusrings, Fokuslupe und eine Peaking-Funktion assistieren dem Fotografen.

Bildqualität Den Bildwandler übernimmt die RX100 III unverändert von ihrer Vorgängerin. Es bleibt also bei einem 1-Zoll-Sensor in BSI-Technologie, der mit rund 20 Megapixel hoch auflöst. Dieser Sensor konnte bereits bei der RX100 II überzeugen, ihm stellt Sony nun ein völlig neues Objektiv zur Seite. Wie dieses Gespann miteinander harmoniert, musste die RX100 III im harten Parcours durch das Testlabor von digitalkamera.de beweisen. Das detaillierte und ausführlich erläuterte Testprotokoll steht gegen ein kleines Entgelt zum Download bereit (siehe weiterführende Links am Ende dieses Beitrags).

Bereits ein Blick auf die Messung der Auflösung zeigt, dass Sony bei der Optik der RX100 III offenbar nicht gespart hat. Die kleine Kamera erzielt zumindest im Bildzentrum bis zu 50 Linienpaare pro Millimeter (lp/mm) – ein hervorragender Wert. In Weitwinkelstellung des Zooms nimmt die Auflösung zu den Bildrändern hin jedoch mit ca. 40 Prozent zu stark ab. Für Schnappschüsse und Reportagefotos mag das noch in Ordnung gehen, hochwertige Landschafts- oder Architekturfotos leiden dagegen sichtbar an diesem Auflösungsverlust. Bei mittlerer und längster Brennweite ist der Auflösungsverlust glücklicherweise deutlich geringer und bleibt akzeptabel.

Mustergültig gibt sich die RX100 III, wenn es um Verzeichnung, chromatische Aberration und Vignettierung geht. Die Verzeichnung beträgt bei allen Brennweiten maximal 0,75 Prozent und bleibt damit unsichtbar. Ebenfalls keine Probleme hat die RX100 III mit Farbsäumen an Kontrastkanten, die Randabdunklung bleibt mit nicht einmal 0,5 Prozent im grünen Bereich. Für diese hervorragenden Ergebnisse ist indes eine teils massive Korrektur der Aufnahmedaten verantwortlich, die bei der RX100 III sogar fest in die Raw-Dateien eingespeichert wird. Darauf dürfte auch der hohen Randabfall der Auflösung im Weitwinkelbereich zurückzuführen sein, denn die Rohdaten werden kräftig entzerrt.

Befürchtungen, dass der relativ kleine Bildsensor der RX100 III mit 20 Megapixeln zu hoch integriert ist, bestätigt der Laborbericht nicht. Beginnend ab der Basisempfindlichkeit von ISO 125 bis hinauf zu ISO 6.400 verarbeitet die Kamera einen Dynamikumfang von mindestens zehn Blendenstufen – eine gute Leistung. ISO 6.400 ist auch die Grenze, bis zu der Helligkeitsrauschen unauffällig bleibt. Die Korngröße des Rauschens sowie Farbrauschen bleiben sogar über den gesamten Empfindlichkeitsbereich hinweg unauffällig. Der Signal-Rauschabstand ist jedoch nur bis ISO 400 mit 40 dB gerade noch gut, bleibt aber bis ISO 6.400 akzeptabel. Die Messung der Texturschärfe bringt indes ans Licht, dass die RX100 III die Bilddaten kräftig aufbereitet. Bis ISO 400 werden die Aufnahmen zu kräftig geschärft – das gaukelt eine Detailfülle vor, die letztendlich nicht vorhanden ist. Dafür bleiben Bilddetails bis ISO 6.400 schön differenziert, erst bei noch höheren ISO-Werten leidet die Detailfülle sichtbar unter dem Einfluss der Rauschunterdrückung.

  • Bild Informationsbildschirmanzeige der Sony Cyber-shot DSC-RX100 III. [Foto: Martin Vieten]

    Informationsbildschirmanzeige der Sony Cyber-shot DSC-RX100 III. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Live-View-Anzeige der Sony Cyber-shot DSC-RX100 III. [Foto: Martin Vieten]

    Live-View-Anzeige der Sony Cyber-shot DSC-RX100 III. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Menüansicht der Sony Cyber-shot DSC-RX100 III. [Foto: Martin Vieten]

    Menüansicht der Sony Cyber-shot DSC-RX100 III. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Mittels PlayMemories Camera Apps lässt sich die Sony Cyber-shot DSC-RX100 III um zusätzliche Funktionen erweitern. [Foto: Martin Vieten]

    Mittels PlayMemories Camera Apps lässt sich die Sony Cyber-shot DSC-RX100 III um zusätzliche Funktionen erweitern. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Bildwiedergabe mit Anzeige der Details sowie der Überbelichtung bei der Sony Cyber-shot DSC-RX100 III. [Foto: Martin Vieten]

    Bildwiedergabe mit Anzeige der Details sowie der Überbelichtung bei der Sony Cyber-shot DSC-RX100 III. [Foto: Martin Vieten]

Die Tonwertkurve der RX100 III hat Sony eher zurückhaltend abgestimmt, der Ausgabe-Tonwertumfang ist bis ISO 400 sehr hoch und nimmt bei weiter steigenden ISO-Werten nur sachte ab. Mit der Farbtreue nimmt es die RX100 III allerdings nicht so ganz genau. Insbesondere Cyan- und Magentatöne werden kräftig gesättigt, insgesamt bleibt die mittlere Farbabweichnung so gerade noch gut. Unterm Strich bietet die RX100 III eine beeindruckende Bildqualität, das neue Objektiv löst deutlich höher auf als bei der Vorgängerin, bis ISO 3.200 ist die kleine Kamera fast allen Motiven gut gewachsen.

Fazit Man hält es kaum für möglich, aber Sony hat die schon hervorragende RX100 II abermals verbessert. Wichtigste Neuerungen bei der RX100 III: Der sehr brauchbare elektronische Sucher, der komplett im handlichen Gehäuse verschwindet, sowie das ausgesprochen lichtstarke Objektiv mit erweitertem Weitwinkelbereich. Beide Neuerungen haben sich in der Praxis bestens bewährt. Das Handling hat Sony nochmals verbessert: Auch die RX100 III profitiert nun von der mit der A7/A7R und RX10 Ende letzten Jahres eingeführten Benutzerführung inklusive dem neuen Schnellmenü mit zwölf individuell belegbaren Speicherplätzen. Das neue, sehr lichtstarke Zoomobjekt der RX100 III eröffnet mit dem erweiterten Weitwinkelbereich nicht nur neue Möglichkeiten, sondern kann auch im Testlabor überzeugen. Das Auflösungsvermögen ist hoch (jedoch mit teils kräftigem Randabfall), Abbildungsfehler treten kaum auf oder werden digital auskorrigiert. Auch in Sachen Rauschen, Dynamikumfang und Tonwertabstimmung enttäuscht die RX100 III nicht. Die Bildqualität ist absolut betrachtet gut, gemessen am sehr kompakten Gesamtpaket sogar exzellent. Viel Lob also für die dritte Inkarnation der RX100, aber es fällt auch ein dunkler Schatten auf die RX100 III: Sony hat den erst mit der RX100 II eingeführten Blitzschuh wieder wegfallen lassen. Mit diesem anstelle des kleinen Bordblitzes wäre die RX100 III nochmals vielseitiger geworden. Glücklicherweise bleiben RX100 II und die Ur-RX100 weiterhin im Programm – so kann sich jeder die Edel-Kompakte mit dem wegweisenden 1-Zoll-Sensor ganz nach seinen Bedürfnissen und Portemonnaie auswählen.


Weiterführende Links


Meldungen die auf diese Meldung verweisen

Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Kameras


Steckbrief
Hersteller Sony
Modell DSC-RX100 III
Preis ca. 830 EUR
Sensor Auflösung 20,1 Megapixel
Max. Bildauflösung 5.472 x 3.648
(Seitenverhältnis) (3:2)
Objektiv F1,8-2,8/24-70mm
Filtergewinde optional
Sucher EVF
  Dioptrienkorrektur ja
  Auflösung 1,44 Mio
LCD-Monitor 3"
  Auflösung 1.228.000
  drehbar
  schwenkbar ja
  als Sucher ja
Videoausgang HDMI
  als Sucher ja
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
ja
Motivprogramme  
  Porträt ja
  Kinder/Baby
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 9
Belichtungsmessung    Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz ja
  Leitzahl 3,7 (Messung)
  Blitzanschluss
Fernauslöser Kabel oder WLAN
Intervallaufnahme optional via App
Speichermedium SD/SDHC/SDXC oder MemoryStick Pro Duo
Videomodus  
  Format XAVC S, AVCHD oder MP4
  Codec H.264/AVC
  Auflösung (max.) 1.920 x 1.080
  bei Bildfrequenz 60p
Empfindlichkeit  
  automatisch ISO 125-12.800
(Unter- und Obergrenze einstellbar)
  manuell ISO 80-12.800 (ISO 25.600 mit Multishot-NR)
Weißabgleich  
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe ja
  Glühlampe ja
  Sonstiges Schatten, Blitz, manuelle Wahl der Farbtemperatur, Feinkorrektur
  Manuell ja
Autofokus  
  Anzahl
  Messfelder
181
  AF-Hilfslicht Rot-orange
  Geschwindigkeit < 0,35 s
Sprachen Deutsch
  weitere 15
Einschaltzeit ca. 1,5 s
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
ja
Gewicht
(betriebsbereit)
290 g
Serienbildfunktion*  
  Serienbildanzahl
53 (JPEG)
28 (RAW)
  Frequenz
    (Bilder/s)
9,2 (JPEG)
6,0 (RAW)
  Dauerlauf
    (Bilder/s)
2,4 (JPEG)
1,8 (RAW)
  mit Blitz
Zoom  
  Zoomverstellung motorisch über Ringwippe
  Zoomstufen stufenlos, optional 4
  Zeit WW bis Tele ca. 1,7 s
Speicher-
geschwindigkeiten*
 
  JPEG 0,4 s (8,4 MByte)
  RAW 0,9 s (19,9 MByte)
Auslösung während
d. Speicherns mögl.
ja
Akkulaufzeit ca. 320 Bilder (gem. CIPA)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit 8 GByte Sony Class 10 SDHC Speicherkarte

Kurzbewertung

  • Lichtstarkes Objektiv
  • Flotter Autofokus
  • Versenkbarer elektronischer Sucher
  • Hervorragende Bildqualität
  • Kein Blitzschuh
  • Kamera schaltet sich beim Einschieben des EVF aus
  • Zu leichtgängiges hinteres Einstellrad
  • Hoher Preis

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 97 %
Ausstattung 12,5 % 97 %
Handhabung 12,5 % 94 %
Geschwindigkeit 12,5 % 93 %
Bildqualität 50,0 % 97 %
Gesamtnote 96 %