Kompakttest

Samsung NX mini

2014-08-20 Im März 2014 schüttelte Samsung überraschend das NX mini System aus dem Ärmel, ein spiegelloses Kamerasystem als kompakte Alternative zum großen NX-System. Daber erhebt das System keinen Anspruch, jemals alle fotografischen Facetten abdecken zu wollen, sondern soll vielmehr in sich als kleine Kamera mit wenigstens ein paar Wechselobjektiven bestehen. Gerade einmal drei Objektive gibt es: Ein besonders kompaktes Weitwinkel, eine lichtstarke Normalbrennweite sowie ein Standardzoom. Im digitalkamera.de-Test fühlen wir dem Mini-System auf den Zahn und zeigen, was in ihm steckt.  (Benjamin Kirchheim)

Ergonomie und Verarbeitung Mit rund elf mal sechs Zentimeter ist die Samsung NX mini zwar kompakt, aber nicht die kleinste, fällt mit rund zwei Zentimeter Gehäusedicke aber ziemlich flach aus. Das Gehäuse besteht mit Ausnahme der silbernen Aluminiumdeckplatte komplett aus Kunststoff, der größtenteils mit seiner genarbten Struktur eine Belederung nachahmt. Der Kunststoff wirkt dennoch ein wenig billig, dass das Gehäuse im Griffbereich nachgibt, spricht ebenfalls nicht gerade für Hochwertigkeit. Trotz der Struktur ist der Kunststoff zudem recht glatt und sicheren Halt findet die Hand aufgrund der fehlenden Griffausbuchtung nicht so recht. Über die Farbauswahl kann man sicher geteilter Meinung sein, um es vorsichtig auszudrücken könnte man sie insbesondere beim Blassrosa und Mintgrün als "mutig" bezeichnen. Das Mintgrün der Testkamera versprüht jedenfalls den Charme der 50er, was mit dem Retrodesign der Kamera, auch wenn es sehr schlicht ausfällt, für manchen vielleicht sogar seinen Reiz hat.

  • Bild Über das Design der Samsung NX mini mag man sich, besonders wie hier in Mintgrün, durchaus streiten. [Foto: MediaNord]

    Über das Design der Samsung NX mini mag man sich, besonders wie hier in Mintgrün, durchaus streiten. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Design der Samsung NX mini hat Retro-Charme, ist aber dennoch sehr geradlinig und schlicht gehalten. [Foto: MediaNord]

    Das Design der Samsung NX mini hat Retro-Charme, ist aber dennoch sehr geradlinig und schlicht gehalten. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der BSI-CMOS-Sensor der Samsung NX mini löst rund 20 Megapixel auf, der 1

    Der BSI-CMOS-Sensor der Samsung NX mini löst rund 20 Megapixel auf, der 1"-Sensor gehört mit 13,2 x 8,8 Millimeter unter den Systemkameras eher zu den kleineren Modellen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der 7,5 Zentimeter große Touchscreen der Samsung NX mini löst zwar nur magere 460.800 Bildpunkten auf, lässt sich aber um 180 Grad nach oben klappen, was bodennahe Aufnahmen sowie Selbstporträts erleichtert. [Foto: MediaNord]

    Der 7,5 Zentimeter große Touchscreen der Samsung NX mini löst zwar nur magere 460.800 Bildpunkten auf, lässt sich aber um 180 Grad nach oben klappen, was bodennahe Aufnahmen sowie Selbstporträts erleichtert. [Foto: MediaNord]

  • Bild In der Ansicht von oben sieht man, dass die Samsung NX mini mit nur rund zwei Zentimetern äußerst flach ausfällt. Durch die fehlende Griffmulde bietet sie der Hand allerdings wenig Halt. [Foto: MediaNord]

    In der Ansicht von oben sieht man, dass die Samsung NX mini mit nur rund zwei Zentimetern äußerst flach ausfällt. Durch die fehlende Griffmulde bietet sie der Hand allerdings wenig Halt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Stativgewinde hat Samsung bei der NX mini vorbildlich in der optischen Achse platziert. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde hat Samsung bei der NX mini vorbildlich in der optischen Achse platziert. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der üppige Akku der Samsung NX mini reicht für 360 Aufnahmen, es ist derselbe wie im Galaxy S4. Die Micro-SD-Speicherkarte hingegen ist sehr fummelig. [Foto: MediaNord]

    Der üppige Akku der Samsung NX mini reicht für 360 Aufnahmen, es ist derselbe wie im Galaxy S4. Die Micro-SD-Speicherkarte hingegen ist sehr fummelig. [Foto: MediaNord]

Die drei aktuell erhältlichen Objektive bestehen inklusive Bajonett aus Kunststoff und werden von einer Metallhülle eingekleidet. Das 9-27 mm Zoomobjektiv (KB-Äquivalent 24-73 mm) muss manuell in Aufnahmeposition gedreht werden, dabei fährt der Kunststofftubus aus. Das dann recht lange Zoomobjektiv schattet den integrierten Blitz ab, der Aufsteckblitz SEF7A wird aber beim Objektiv mitgeliefert und behebt das Problem. Praktischerweise besitzen das 9-27 mm sowie das 17 mm 1.8 (45 mm KB) dasselbe 39mm-Filtergewinde. Das 9 mm 3.5 Pancake (24 mm KB) hingegen lässt ein Filtergewinde vermissen, nicht einmal ein Objektivdeckel lässt sich anbringen, so bleibt die Frontlinse ungeschützt. Keines der drei Objektive verfügt über eine Streulichtblende.

Das schlanke Gehäuse der NX mini lässt sich nicht nur schlecht festhalten, es steht auch auf ebenem Untergrund sehr kippelig und neigt insbesondere mit dem angesetzten Zoomobjektiv zum Kippen nach vorne, man sollte die Kamera also vorsichtig ablegen. Immerhin hat es Samsung geschafft, das Metallstativgewinde in der optischen Achse zu platzieren. Da sowohl der Akku als auch die Speicherkarte seitlich entnommen werden, können diese jederzeit auch bei Stativverwendung gewechselt werden. Sehr praktisch: Der verhältnismäßig große Lithium-Ionen-Akku kam auch schon im Samsung Galaxy S4 zum Einsatz und ist somit am Markt weit verbreitet. Selbst das Original ist sehr günstig zu haben und sorgt für eine verhältnismäßig gute Reichweite von 360 Aufnahmen nach CIPA-Standardmessverfahren. Geladen wird der Akku in der Kamera per Micro-USB, es reicht unterwegs also ein Ladegerät für Handy und Kamera zusammen. Was beim Akku positiv auffällt, ist bei der Speicherkarte weniger schön, denn auch hier kommt der Handystandard in Form von Micro SD zum Einsatz. Damit ist die Speicherkarte nicht gerade prädestiniert dafür, entnommen und in einem Kartenlesegerät ausgelesen zu werden. Besser man nimmt hier eine Kapazitätsnummer größer und liest diese per Micro-USB-Kabel aus oder verwenden gar das WLAN dafür, was die Kamera exzellent beherrscht.

Eingeschaltet wird die NX mini wahlweise mit dem Knopf auf der Oberseite oder mit Hilfe des Klappdisplays. Dieses ist um 180 Grad nach oben klappbar, wobei die Kamera dann automatisch in den Selbstporträtmodus schaltet, auch wenn sie vorher ausgeschaltet war. Außerdem findet man oben noch einen proprietären Blitzschuh, einen WLAN-Knopf sowie den Auslöser mit zwei gut spürbaren Druckpunkten. Das 7,5 Zentimeter große Display löst mit 460.800 Bildpunkten relativ mager auf, so wirkt die Schrift in den Menüs beispielsweise etwas pixelig, die Live-View-Bildqualität ist leidlich gut. Immerhin verbaut Samsung, wie es sich für eine moderne Smartkamera gehört, ein berührungsempfindliches Display, so dass sich per Fingertipper die komplette Kamera bedienen lässt, inklusive Fokussierung per Fingertipper auf ein Motivdetail. Auslösen per Fingertipper geht auch, wenn man es denn aktiviert. Das Menü ist insgesamt zwar recht sparsam ausgestattet, bietet aber alle wichtigen Funktionen, die ein moderner Fotoapparat benötigt. Da die vier Menüs nicht zu lang ausfallen, kommt man so gerade noch ohne weitere Reiter aus, ohne sich totzusuchen. Für wichtige Funktionen gibt es aber auch ein Fn-Menü sowie einige, teilweise programmierbare Tasten an der Kamera, mit denen sich häufig benötigte Parameter verstellen lassen.

Ausstattung Zwar vermisst man bei der NX mini auf den ersten Blick das klassische Programmwählrad, aber die Aufnahmeprogramme werden nach einem Druck auf die entsprechende Taste eingeblendet. Tatsächlich ist dies die einzige Funktion, die sich nicht per Touchscreen aufrufen lässt. Wie auch immer, die NX mini bietet eine Vollautomatik mit Motiverkennung, vorwählbare Motivprogramme sowie die klassischen Kreativprogramme P, A, S und M. Es ist somit für jeden Anwender etwas dabei. Auch ein Schwenkpanoramaprogramm fehlt dabei nicht. Auto-ISO lässt sich per Menü konfigurieren, um beispielsweise die hohen, bildqualitätsmindernden ISO-Stufen nicht von der Automatik anwählen zu lassen. Fortgeschrittene Fotografen finden Funktionen wie einen konfigurierbaren Timer, eine Serienbildfunktion mit Autofokus-Nachführung oder Belichtungsreihen. Darüber hinaus bietet die NX mini sogar die Möglichkeit, eine Schärfereihe mit drei Bildern oder eine Weißabgleichsreihe aufzunehmen. Bilder können im JPEG- oder Raw-Format auf die Speicherkarte gebannt werden – oder sogar beides gleichzeitig. Während der Speicherung kann mit der Kamera weiter fotografiert werden, sofern noch Platz im internen Puffer frei ist.

Videos zeichnet die NX mini maximal in Full-HD-Auflösung im MP4-Format auf. Aber auch kleinere Auflösungen wie 720p, 480p und 240p stehen zur Verfügung, die Bildwiederholrate liegt jeweils bei 30 Bildern pro Sekunde, der Autofokus wird unhörbar nachgeführt. Je nach Auflösung lässt sich zudem die Geschwindigkeit verringern oder erhöhen, um Zeitlupen oder Zeitraffereffekte zu erzielen. Die Zeitlupe (4-fach) steht jedoch nur bei den beiden kleinen Auflösungen zur Verfügung. Die NX mini besitzt allerdings lediglich ein Mono-Mikrofon, weitere Toneinstellungen stehen nicht zur Verfügung, nicht einmal ein Filter für Windgeräusche.

Dank des Zentralverschlusses löst die NX mini nahezu geräuschlos aus, nur ein leises Klackern ist zu hören. Bei kürzeren Verschlusszeiten als 1/200 Sekunde arbeitet ein elektronischer Verschluss, der sogar bis zu 1/16.000 kurze Belichtungszeiten erlaubt. Der integrierte Blitz funktioniert aber nur zusammen mit dem Zentralverschluss, synchronisiert also nur mit 1/200 Sekunde oder länger, mit einer Leitzahl von 4 bei ISO 100 ist er ohnehin ziemlich schwach auf der Brust. Der mit dem 9-27 mm mitgelieferte Aufsteckblitz SEF7A ist mit einer Leitzahl von 7 etwas potenter, synchronisiert aber nur mit 1/50 Sekunde oder länger. Für Strobisten taugt die NX mini also weniger, zumal eine Blitzbelichtumngskorrektur fehlt, immerhin synchronisiert sie auf Wunsch zum Ende statt am Anfang der Belichtung, was manchmal nützlich sein kann.

Der Autofokus der NX mini bietet 21 Fokuspunkte, im Nahbereich sogar 35, bis in den Randbereich, eine Gesichterkennung und eine Nachführfunktion (C-AF) sowie ein AF-Hilfslicht. Per Fingertipper auf den Bildschirm lässt sich auf ein beliebiges Motivdetail fokussieren. Dabei benötigt die NX mini im Schnitt nur rund 0,3 Sekunden zum Fokussieren und Auslösen. Wer mag, kann den Fokus auch manuell festlegen. Allerdings fehlt den Objektiven ein passender Einstellring und so müssen die Kameratasten als leidlicher Kompromiss dafür herhalten. Etwa 50 Fokusstufen stehen, allerdings ohne genaue Entfernungsangabe, zur Verfügung. Eine fünf- oder achtfache Lupe vergrößert den mittleren Bildausschnitt dabei auf Wunsch automatisch. Vorfokussiert liegt die Auslöseverzögerung sogar bei nur knapp 0,05 Sekunden.

Gewohnt umfangreich zeigt sich die WLAN-Funktion. Wer ein Handy mit NFC besitzt, muss nicht einmal die Verbindungsdaten eingeben. Die NX mini überträgt dann Bilder auf das Smartgerät oder lässt sich inklusive Livebildübertragung von diesem Fernsteuern. Die Auto-Backup-Funktion hingegen überträgt automatisch Bilder ins Heim-WLAN, sogar als Video-Babyphon lässt sich die NX mini einsetzen. Praktisch dabei: Hat man das USB-Ladegerät angeschlossen, so wird die USB-Stromversorgung auch bei eingeschalteter Kamera nicht deaktiviert, womit der Akku langsamer leer gesaugt wird. Eine Kabeldurchführung am Akkuschacht lässt erahnen, dass Samsung hier möglicherweise sogar einen Akkudummy mit Netzteil anbieten wird. Weitere WLAN-Optionen sind das Verschicken von Bildern per E-Mail, das Hochladen zu Facebook, Flickr oder Picasa, das Speichern von Fotos in einem Clouddienst sowie Samsung Link zur Bildübertragung beispielsweise auf den Fernseher.

In der Bildwiedergabe versteckt sich hinter dem unscheinbaren Menüpunkt "Bildbearbeitung" nicht nur ein Blumenstrauß an Bearbeitungsfunktionen, sondern schon eher ein halber Blumenladen. Beschneiden, verkleinern und drehen gehören da noch zur Standardkost, doch auch Farben, Helligkeit, Belichtung, Kontraste, Farbtemperatur etc. lassen sich anpassen und ein Stapel Filterfunktionen steht ebenfalls zur Verfügung. Zudem lässt sich Gesichtshaut verschönern. Vor dem Hochladen zu Facebook beispielsweise kann ein Foto also beliebig verfremdet oder optimiert werden.

Bildqualität Auch wenn die Anzahl der Wechselobjektive beschränkt ist, hat die Samsung NX mini dem Fotografen also einiges zu bieten. Doch gilt dies auch für die Bildqualität? Auf den ersten Blick mag man der kleinen Kamera mit dem etwas billig anmutenden Gehäuse, das eher auf Design denn auf Hochwertigkeit setzt, dies gar nicht zutrauen. Andererseits ist der 20 Megapixel auflösende 1"-BSI-CMOS-Sensor von Sony, der hier zum Einsatz kommt, für seine außerordentlich gute Bildqualität bekannt. Mit 13,2 mal 8,8 Millimeter und dem Cropfaktor von 2,7 gehört er unter den Wechselobjektivkameras aber zu den eher kleinen Sensoren. Wir haben der Bildqualität wie üblich im ausführlichen Labortest auf den Zahn gefühlt, die umfangreichen Ergebnisse mit allen Diagrammen sind wie gewohnt über die weiterführenden Links gegen ein kleines Entgelt abrufbar. Doch nicht nur die Kamera, auch die drei Objektive haben wir im Labor getestet.

Tatsächlich besitzt die NX mini bei ISO 100 einen guten Signal-Rauschabstand und bis hoch zu ISO 6.400 einen befriedigenden, erst darüber rutscht er unter die kritische Marke von 35 dB. Bis zu eben dieser Marke hat die NX mini auch das Helligkeitsrauschen gut im Griff, Farbrauschen spielt bei keiner Empfindlichkeit eine Rolle. Das ohnehin nur geringe Rauschen ist bis ISO 1.600 recht feinkörnig und wird bei höheren Empfindlichkeiten nur langsam etwas grobkörniger, ohne dass die Messkurve aber in kritische Bereiche vorstoßen würde. Bis ISO 1.600 liegt der Dynamikumfang konstant bei zehn Blendenstufen im guten Bereich und hält sich bis ISO 6.400 mit 9,5 Blendenstufen auf hohen Niveau. Ein Blick auf die Texturschärfe verrät, dass bis ISO 400 praktisch keine Verluste zu beklagen sind, die Kamera zeigt sogar eher zu viele Details, also auch welche, die durch nachträgliche Schärfung entstehen. Dann beginnt die Messkurve stärker zu sinken, bleibt aber bis ISO 1.600 unkritisch. Ab ISO 3.200 hingegen verschwinden sichtbar feine Details wie etwa die Maserung von Holz, feine Härchen lösen sich im Hintergrund auf. Damit schlägt sich die NX mini im erwarteten Bereich, den Sony bei den eigenen Kameras auch erreicht.

Der Ausgangs-Tonwertumfang bewegt sich bis ISO 3.200 auf hohem Niveau, die Kamera gibt feine Helligkeitsunterschiede gut differenziert wieder. Bis ISO 1.600 werden sehr gute über vier Millionen Farbabstufungen wieder gegeben, selbst bei ISO 12.800 liegt die NX mini mit gut zwei Millionen noch im grünen Bereich. Der manuelle Weißabgleich arbeitet tadellos und die Farbtafel wird sehr neutral, bei warmen Farben aber etwas zu gesättigt wieder gegeben. Die Tonwertkurve verläuft moderat angesteilt. Zusammen mit der etwas stärkeren Schärfung im gerade noch akzeptablen Bereich ergibt sich somit eine knackige Bildwiedergabe, die das Originalmotiv aber nicht übermäßig verfälscht. Bis ISO 400 bietet die NX mini also eine sehr gute Bildqualität, die Einbußen bis ISO 1.600 halten sich in engen Grenzen. Erst darüber brechen einige Werte ein, wovon die abnehmenden Details am auffälligsten sind.

Zu einer guten Bildqualität gehören aber auch die Objektive. Auf 20 x 30 Zentimeter zeigen alle drei Objektive bei allen Brennweiten und Blenden eine exzellente Bildschärfe vom Zentrum bis an den Bildrand. Eine übermäßige Randabdunklung ist ebenfalls bei keiner Linse zu beanstanden. Das 9 mm ist wie das 9-27 mm im Weitwinkel sowie bei mittlerer Brennweite verzeichnungsfrei, in Telestellung zeigt das Zoom eine geringe Tonnenform wie auch das 17 mm. Farbsäume in Form von chromatischen Aberrationen hat Samsung beim Zoom gut im Griff, das 17 mm zeigt insbesondere zum Bildrand hin etwas stärkere, aber keine kritischen Farbsäume. Anders sieht es beim 9 mm aus, das deutlich sichtbare Farbsäume zum Bildrand hin besitzt.

Bei der Auflösung bei 50 Prozent Kantenkontrast erreicht das 9-27 mm bis zu 40 Linienpaare pro Millimeter, bei kurzer und mittlerer Brennweite gibt es einen leichten Randabfall, der im Weitwinkel aber mit maximal 15 Prozent verhältnismäßig gering ausfällt. Die 9 mm Festbrennweite kommt auch an die 40 lp/mm heran, besitzt aber mit bis zu 25 Prozent einen deutlich stärkeren Randabfall als das Zoom. In den Schatten gestellt werden beide Objektive vom 17 mm 1.8. Bereits bei Offenblende wird die Marke von 50 lp/mm spielend geknackt, die Auflösung ist fast 30 Prozent höher als bei den anderen beiden Objektiven. Beim Abblenden sinkt die Auflösung bereits, was auf Beugung zurück zu führen ist. Am Bildrand löst das Objektiv bei Offenblende etwa 25 Prozent weniger auf als im Zentrum, liegt am Bildrand aber mindestens auf dem Niveau des Bildzentrums der anderen beiden Objektive und abgeblendet sogar darüber. Bei F5,6 erreicht das 17 mm mit rund 46 lp/mm im Zentrum und am Rand eine absolut gleichmäßige, hohe Auflösung.

  • Bild Das 9-27 mm Standardzoom zur Samsung NX mini wird zur Aufnahme ausgefahren. [Foto: MediaNord]

    Das 9-27 mm Standardzoom zur Samsung NX mini wird zur Aufnahme ausgefahren. [Foto: MediaNord]

  • Bild Hinter der großen Klappe der Samsung NX mini verbergen sich der üppige Akku, die fummelige Micro-SD-Karte sowie der Micro-USB-Anschluss und die Micro-HDMI-Schnittstelle. [Foto: MediaNord]

    Hinter der großen Klappe der Samsung NX mini verbergen sich der üppige Akku, die fummelige Micro-SD-Karte sowie der Micro-USB-Anschluss und die Micro-HDMI-Schnittstelle. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Samsung NX-M 9-27 mm F3.5-5.6 ED OIS ist das einzige Zoomobjektiv für die Samsung NX mini. Es deckt einen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von 24 bis 73 Millimeter ab. [Foto: Samsung]

    Das Samsung NX-M 9-27 mm F3.5-5.6 ED OIS ist das einzige Zoomobjektiv für die Samsung NX mini. Es deckt einen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von 24 bis 73 Millimeter ab. [Foto: Samsung]

  • Bild Ausgefahren wird das Samsung NX-M 9-27 mm F3.5-5.6 ED OIS länger. [Foto: MediaNord]

    Ausgefahren wird das Samsung NX-M 9-27 mm F3.5-5.6 ED OIS länger. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Samsung NX-M 9 mm F3.5 ED ist zwar schön klein, es gibt aber keinen Objektivdeckel und die mittelmäßige Bildqualität wird sogar vom 9-27 mm Zoom übertrumpft. [Foto: Samsung]

    Das Samsung NX-M 9 mm F3.5 ED ist zwar schön klein, es gibt aber keinen Objektivdeckel und die mittelmäßige Bildqualität wird sogar vom 9-27 mm Zoom übertrumpft. [Foto: Samsung]

  • Bild Das Samsung NX-M 17 mm F1.8 OIS bietet nicht nur die höchste Lichtstärke, sondern auch die beste Bildqualität aller drei Objektive. [Foto: MediaNord]

    Das Samsung NX-M 17 mm F1.8 OIS bietet nicht nur die höchste Lichtstärke, sondern auch die beste Bildqualität aller drei Objektive. [Foto: MediaNord]

  • Bild Bei Verwendung des NX-M 9-27 mm sollte unbedingt der mit dem Objektiv mitgelieferte Aufsteckblitz Samsung SEF7A verwendet werden, denn mit dem internen Blitz wirft das Objektiv bei 9 mm einen Schatten ins Bild. [Foto: MediaNord]

    Bei Verwendung des NX-M 9-27 mm sollte unbedingt der mit dem Objektiv mitgelieferte Aufsteckblitz Samsung SEF7A verwendet werden, denn mit dem internen Blitz wirft das Objektiv bei 9 mm einen Schatten ins Bild. [Foto: MediaNord]

Insgesamt lässt sich festhalten, dass man sich das NX-M 9 mm 3.5 sparen kann. Es bietet die schlechteste Bildqualität, wird sogar vom Zoom übertrumpft, besitzt keinen Bildstabilisator und die Frontlinse liegt mangels Objektivdeckel ungeschützt frei. Einzig bei der Größe kann es punkten, es trägt weniger als halb so viel auf wie die anderen beiden Objektive. Das 9-27 mm schlägt sich sich erstaunlich gut, ein schönes Zoomobjektiv ohne große Schwächen. Wer auf Bildqualität Wert legt, kommt am NX-M 17 mm 1.8 nicht vorbei: Das Objektiv besitzt bereits bei Offenblende eine exzellente Auflösung, um drei Stufen abgeblendet zieht der Bildrand mit dem Zentrum auf hohem Niveau gleich. Außerdem glänzt das Objektiv wie das 9-27 mm mit einem optischen Bildstabilisator und bietet als einziges Objektiv eine hohe Lichtstärke für Aufnahmen in Innenräumen und in der Dämmerung sowie ein – wenn auch aufgrund des kleinen Sensors begrenztes – Freistellungspotential.

Fazit Insgesamt hinterlässt die Samsung NX mini einen ambivalenten Eindruck. Über das Design und vor allem die angebotene Farbgebung mag man sich streiten, schlecht sieht die kleine Systemkamera eigentlich nicht aus. Sie fasst sich dann aber doch recht billig an, der Kunststoff ist nicht griffig und gibt teilweise sogar nach. Bei der Ausstattung wiederum gibt es nichts zu bemängeln, alle nötigen Fotofunktionen sind an Bord, garniert mit allerlei modernen Zusatzfeatures, die Spaß machen und das Fotografenleben erleichtern. Mit Tasten und Touchscreen lässt sich die NX mini mit Ausnahme des manuellen Fokus gut bedienen, Selbstporträts gelingen dank 180 Grad klappbarem Bildschirm im Handumdrehen und lassen sich per WLAN drahtlos übertragen. Die Kamera ist schnell, der Akku hält lange durch, aber die fummeligen Micro-SD-Karten nerven etwas. Die Bildqualität ist bis ISO 1.600 tadellos und läuft vor allem mit dem 17 mm 1.8 und bis ISO 400 zur Höchstform auf. Das 9 mm Pancake hingegen kann man sich sparen. Es gibt keinen Schutzdeckel und das 9-27 mm Zoom bietet die bessere Bildqualität sowie einen Bildstabilisator.


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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.


Steckbrief
Hersteller Samsung
Modell NX mini
Preis ca. 450 EUR*
Sensor Auflösung 20,5 Megapixel
Max. Bildauflösung 5.472 x 3.648
(Seitenverhältnis) (3:2)
Objektiv NX-M 9-27 mm F3.5-5.6 ED OIS
Filtergewinde
Sucher
  Sichtfeld
  Auflösung
  Dioptrienausgleich
LCD-Monitor 3"
  Auflösung 460.800
  drehbar
  schwenkbar ja
  als Sucher ja
Videoausgang HDMI
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
ja
Motivprogramme ja
  Porträt ja
  Kinder/Baby ja
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 12
Belichtungsmessung    Mehrfeld, Zentruml, Spot
Blitz ja
  Blitzanschluss Spezialblitzschuh
Fernauslöser WLAN
Intervallaufnahme
Speichermedium Micro-SD/SDHC/SDXC
Videomodus  
  Format MP4
  Codec H.264
  Auflösung (max.) 1.920 x 1.080
  bei Bildfrequenz 30p
Empfindlichkeit  
  automatisch ISO 100-3.200 (Obergrenze einstellbar)
  manuell ISO 100-25.600
Weißabgleich  
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe ja
  Glühlampe ja
  Sonstiges Blitz, manuelle Farbtemperaturwahl, WB-Feinkorrektur
  Manuell ja
Autofokus  
  Anzahl
  Messfelder
21-35
  AF-Hilfslicht grell-grün
  Geschwindigkeit ca. 0,3 s
Sprachen Deutsch
  weitere 28
Gewicht
(Betriebsbereit)
ca. 199 g (nur Gehäuse)
ca. 271 g (mit Objektiv*)
Zoom  
  Zoomverstellung manuell am Objektiv
Einhandbedienung (Zoom und Auslöser)
Auslösung während
d. Speicherns mögl.
ja
Akkulaufzeit ca. 360 Bilder (lt. CIPA)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit Objektiv NX-M 9-27 mm F3.5-5.6 ED OIS

Kurzbewertung

  • Für Selfies nach vorne klappbares Touch-Display
  • Gute Konnektivität per WLAN
  • Gute Bildqualität bis ISO 1.600
  • 17 mm 1.8 mit sehr guter Bildqualität
  • Billige Verarbeitung, Gehäuse gibt nach
  • Fummelige Micro-SD-Karten
  • 9 mm Festbrennweite mit schlechterer Bildqualität als das 9-27 mm Zoom
  • 9-27 mm schattet integrierten Blitz ab (externen aufstecken)

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 77 %
Ausstattung 12,5 % 92 %
Handhabung 12,5 % 87 %
Geschwindigkeit 12,5 % 87 %
Bildqualität 50,0 % 88 %
Gesamtnote 87 %