Testbericht

Pentax K-x

2010-03-05 Pentax hat momentan ein sehr "straffes" Programm an DSLR-Kameras: die K-7 für anspruchsvolle Anwender und die K-x für Einsteiger. Dafür ist die Ausstattung der K-x im Vergleich zur Konkurrenz umso besser: 12-Megapixel-CMOS, integrierter Bildstabilisator, LiveView und Videofunktion – um nur einiges zu nennen. Ob die K-x tatsächlich so ein Überflieger ist, wie die technischen Daten vermuten lassen, und vor allem, ob die Bildqualität mit der Konkurrenz mithalten kann, klärt der ausführliche digitalkamera.de-Test.  (Benjamin Kirchheim)

Pentax K-x mit SMC Pentax-DA L 1:3.5-5.6 18-55 mm AL [Foto: MediaNord]Ergonomie und Verarbeitung Das kompakte Gehäuse der Pentax K-x besteht aus Kunststoff, macht aber dennoch einen robusten und langlebigen Eindruck. Das gedrungene Design wirkt gefällig, die Gehäuseoberschale ist durch eine metallisch glänzende Linie abgesetzt. Zum Test stand uns ein schwarzes Modell zur Verfügung, inzwischen bietet Pentax die K-x aber in elf weiteren Farben an bzw. hat diese angekündigt (siehe weiterführende Links). Damit bekommt der Käufer bei der K-x so viel Auswahl wie bei keiner DSLR je zuvor – selbst bei Kompaktkameras ist bei keinem Modell eine derartige Vielfalt zu finden. Damit unterstreicht Pentax das Image, mit der K-x eine individuelle Kamera gegen den Mainstream kaufen zu können – und genau das ist momentan "in", persönlicher Style. Der gummierte Handgriff der K-x ist gut ausgeformt und eignet sich vor allem für kleinere bis mittlere Hände perfekt. Riesenpranken werden dagegen nicht wirklich von der K-x ausgefüllt.

Mit 623 g (ohne Objektiv) ist die K-x im Verhältnis zu ihrer Größe nicht gerade ein Leichtgewicht, was aber die Solidität nur weiter unterstützt – man hat ordentlich etwas in der Hand. Der Hauptgrund dafür sind die Energiespender – Vier an der Zahl im Format AA/Mignon. Der Fotograf Pentax K-x [Foto: MediaNord]hat die Wahl, ob er Lithiumbatterien, Alkalibatterien oder doch lieber Akkus einsetzt. Vermutlich daraus resultiert allerding der etwas unzuverlässige Batterieindikator, der gerne mal viel zu früh erschöpfte Energiespeicher anzeigt, obwohl man noch munter weiter fotografieren kann. Pentax selbst empfiehlt nicht nur eneloops, die "Akkubatterien" von Sanyo, sondern legt vier davon inkl. Ladegerät bei. Der Käufer sollte aber aufpassen, ob der Händler dieses kostenlose Extra auch wirklich mitliefert, denn nicht alle tun das. Für die Akkulaufzeit gibt Pentax 210 Bilder mit Alkali-, 640 mit NiMH- und 1.900 mit Lithiumzellen an – jeweils ohne Verwendung der LiveView-Funktion. Für den Studio- bzw. stationären Betrieb kann der Kunde im Zubehör einen Akkudummy mit Netzteilanschluss erwerben. Ansonsten ist die Schnittstellenausstattung relativ mager. Es gibt noch eine kombinierte USB-Video-Buchse, die passenden Kabel liegen bei. Kabelfernauslöser können genauso wenig verwendet werden wie HDMI-Kabel für eine moderne, hoch auflösende Bildershow am heimischen HDTV-Flachbildfernseher. Immerhin gibt es optional einen passenden Infrarotfernauslöser. Das Metallstativgewinde wiederum ist vorbildlich in der optischen Achse angeordnet und weit genug vom Batteriefach entfernt, damit dieses bei Stativbetrieb zugänglich bleibt. Das separate, von der Seite zugängliche Speicherkartenfach nimmt eine SD/SDHC-Speicherkarte auf.

Pentax K-x Farbvarianten [Foto: Pentax]

Pentax K-x mit SMC Pentax-DA L 1:3.5-5.6 18-55 mm AL [Foto: MediaNord]Das Herzstück einer klassischen DSLR ist der Spiegelreflexsucher. Wie in der Einsteigerklasse üblich nutzt die K-x ein Pentaspiegelsystem mit einer Sucherbildvergrößerung von 0,85fach, wobei 96 % des vom Bildsensor erfassten Bildfeldes abgedeckt werden. Der Sucher ist groß und hell genug, um damit arbeiten zu können, löst aber keine Begeisterungsstürme aus. Er verfügt über einen begrenzten Dioptrienausgleich, ist aber für Brillenträger nicht besonders geeignet, denn mit Brille ist das Auge so weit vom Sucher weg, dass man ihn nur mit Mühe noch überblicken kann. Unterhalb des Sucherbildes gibt eine grüne Statusleiste Auskunft über die wichtigsten Einstellungen der Kamera. Ärgerlich ist, dass die aktuell aktiven der elf Autofokuspunkte im Sucher nicht markiert sind. So weiß man nicht, wo die Kamera fokussiert hat, es sei denn, man hat einen Sensor manuell ausgewählt und weiß, wo dieser im Sucher zu finden ist. Immerhin gibt es einen Rahmen um die mittleren neun sowie den zentralen Autofokuspunkt als Orientierungshilfe. Nach erfolgter Scharfstellung gibt es lediglich einen sechseckigen grünen Indikator in der Statusleiste sowie einen Piepser, sofern man den nicht abgestellt hat.

Bequemer als der Sucher und für Kompaktkamerabenutzer auch viel gewohnter ist der rückwärtige Bildschirm. Er misst 2,7" (6,9 cm) in der Diagonale und löst 230.000 Bildpunkte auf – ist also eher Standardkost. Die Qualität geht aber voll in Ordnung, so ist er praktisch blickwinkelunabhängig und bietet ein brillantes, kontrastreiches Bild. Lediglich die Plexischutzscheibe könnte besser entspiegelt sein. Ist es draußen sehr hell, nimmt man doch lieber den Sucher, weil der Bildschirm dann kaum noch zur Beurteilung taugt. Aktiviert wird die LiveView-Funktion über einen eigenen Knopf auf der Pentax K-x mit SMC Pentax-DA L 1:3.5-5.6 18-55 mm AL [Foto: MediaNord]Kamerarückseite. Hier hat man auch gleich eine Weißabgleichs- und Belichtungsvorschau inkl. Live-Histogramm, auch Gitterlinien sind einblendbar. Über das surrende Geräusch sollte man sich nicht wundern, das ist der magnetisch gesteuerte Bildstabilisator. Im ausgeschalteten Zustand ist gar beim Schütteln der Kamera ein Klackern vernehmbar – das ist die "lose" Sensoreinheit, die an die Rahmenkanten stößt, was laut Pentax völlig unbedenklich ist – aus der Praxis (mit allen Kameramodellen von K100D bis K-7) ist uns auch nichts Gegenteiliges bekannt.

Sehr praktisch ist die Statusanzeige auf dem Bildschirm, die Auskunft über die aktuellen Einstellungen gibt. Drückt man die Info-Taste, springt man in ein übersichtliches iconbasiertes Schnellwahlmenü, das Zugriff auf zwölf Aufnahmeeinstellungen gibt. Mit den Steuerkreuztasten, die etwas klein geraten sind, springt man mit dem Cursor zum gewünschten Piktogramm und kann mit dem Daumenrad die Einstellung wechseln oder per OK-Taste in die feineren Einstellungen springen. Auch das Hauptmenü gibt sich übersichtlich. Es teilt sich in vier Hauptkategorien mit je bis zu vier Seiten, wobei man nie vertikal scrollen muss, also mit horizontalem Scrollen sehr gut die Übersicht behält.

Pentax K-x – Statusanzeige [Foto: MediaNord]
Pentax K-x – Erweiterter Schnelleinstellungszugriff [Foto: MediaNord]
Pentax K-x – LiveView [Foto: MediaNord]
Pentax K-x – Digitalfilter [Foto: MediaNord]
Ausstattung Von A wie Auto-ISO über B wie Bildstabilisator bis V wie Videofunktion hat die K-x praktisch alles an Bord, was man im Alltag so braucht. Sogar eine Abblendfunktion zur Vorschau der Schärfentiefe ist vorhanden, wenn auch nur als optionale Belegung der grünen Taste. Die Empfindlichkeit reicht von ISO 200 bis 6.400, wobei man im Benutzermenü noch ISO 100 und 12.800 freischalten kann. In bis zu 1/3 EV feinen Schritten kann diese angepasst werden, bei der Automatik kann der Fotograf die maximale Empfindlichkeit bestimmen, die gewählt wird. Zusätzlich zur Programmautomatik hat die K-x einen Modus namens "Sv", in dem mit dem Daumenrad die Empfindlichkeit vorgewählt wird, während die Kamera Belichtungszeit und Blende automatisch steuert. Interessant für die Belichtung ist auch die grüne Taste auf der Kameraoberseite, deren Verhalten man für P und M getrennt festlegen kann. Mit ihr ist es möglich, in M schnell eine Belichtungsmessung durchzuführen, um nicht so lange am Rad kurbeln zu müssen. Im Menü legt man fest, ob dann nur die Belichtungszeit, nur die Blende oder beides angepasst wird. In P funktioniert die Taste genau umgekehrt, so kann man schnell vorübergehend auf Blenden- oder Zeitautomatik wechseln.

Die Serienbildfunktion kann sich für eine Einsteigerkamera ebenfalls sehen lassen. 5 Bilder/s gibt Pentax als Maximum an – gemessen haben wir ziemlich genau 4,5 Bilder/s, sowohl in RAW als auch in JPEG. Nach 5 (RAW) bzw. 28 (JPEG) Bildern wird sie dann deutlich langsamer, bei schneller Speicherkarte werden dann 1,2 (RAW) bzw. 2,6 (JPEG) Bilder/s aufgenommen. Man kann aber auch von vornherein eine niedrigere Geschwindigkeit von 3 Bildern/s wählen. Bei deutlich verringerter Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln gibt's 24 Bilder/s – das nennt sich dann allerdings Videofunktion. Bei dieser sind Blende und Belichtungskorrektur wählbar. Ob man den Bildstabilisator einschaltet oder nicht, ist eine durchaus schwierige Frage. Ohne verwackelt das Bild, mit gibt’s Störgeräusche, die das interne Mono-Mikrofon einfängt. Fokussiert werden muss vor der Aufnahme, währenddessen kann nicht automatisch nachgestellt werden, sondern nur manuell, sofern man den AF am Objektiv bzw. der Kamera abschaltet oder eines mit Quick-Shift-Fokus-Funktion besitzt – das Setobjektiv DA L 18-55mm hat diese Funktion nicht. Dass ein Mikrofonanschluss und weitere Möglichkeiten wie eine wählbare Bildwiederholrate oder Belichtungszeit fehlen, zeigt, dass die Videofunktion doch eher etwas Nettes für Zwischendurch als für Profis geeignet ist.

Viel Spaß machen die umfangreichen Möglichkeiten, in die Bildabstimmung und -Bearbeitung einzugreifen. Das kann sowohl während als auch nach der Aufnahme erfolgen. Dazu gehört ein Orientierungssensor für die automatische Bilddrehung oder die mit etwas Rechenzeit verbundene Verzeichnungs- und CA-Korrektur für alle Objektive der DA-Serie. Auch die HDR-Funktion ist sehr nützlich. Sie nimmt drei unterschiedlich belichtete Fotos auf und legt sie so übereinander, dass mehr Zeichnung in Schatten und Lichtern sichtbar wird – die Stärke des Effekts ist in zwei Stufen wählbar. Man sollte aber aufpassen, dass die Kamera zwischen den Aufnahmen keinen Millimeter verschwenkt wird, sonst werden die Bilder unscharf. Auch für normale Fotos bietet Pentax eine Schatten- und Lichterkorrektur sowie eine Dynamikbereichserweiterung, was aber über reine "Rechentricks" erreicht wird. Weitere Möglichkeiten bieten zahlreiche digitale Filter wie Crossentwicklung, Spielzeugkamera, Schwarzweiß, Sepia, Sternchenfilter, Color-Key, Fischauge etc. Man kann sich sogar einen eigenen Filter basteln. Genauso wie die HDR-Funktion sind diese nur im JPEG-Speicherformat verfügbar. Wer RAW aufnimmt, kann gleichzeitig trotzdem ein JPEG (ohne Effekte) speichern, oder aber im Wiedergabemodus aus dem RAW ein JPEG entwickeln und dabei Weißabgleich und andere Parameter einstellen. Das RAW-Format ist wahlweise das herstellerspezifische "PEF" oder alternativ der "offenere" Standard Adobe DNG.

Pentax K-x – Videoeinstellungen [Foto: MediaNord]
Pentax K-x – Bildbearbeitungsmenü [Foto: MediaNord]
Pentax K-x – Wiedergabe mit Histogramm [Foto: MediaNord]
Pentax K-x – Benutzereinstellungsmenü [Foto: MediaNord]
Eine andere "Spielernatur", die Strobisten, kommen mit der K-x ebenfalls durchaus auf ihre Kosten. Neben "Standardkost" wie einer automatischen Blitzzündung mit automatischem Aufklappen in den Motivprogrammen kann manuell erzwungen geblitzt werden. Ein Rote-Augen-Vorblitz ist genauso wählbar wie eine Langzeitsynchronisation und das Blitzen erst zum Ende der Belichtung, was insbesondere bei bewegten Motiven zu interessanten Effekten führt. Spannend wird es bei Nutzung des Systemblitzschuhs, um große Blitze zu zünden – oder aber diese gleich entfesselt mit dem internen Blitz zu steuern und so mobil das Licht je nach Motiv gezielt einsetzen zu können. Leider muss die Blitzleistung dabei an den Blitzen eingestellt werden, andere Hersteller regeln das über das Kameramenü. Das i-Tüpfelchen wären manuelle Leistungsstufen für den internen Blitz. Dieser lässt sich aber immerhin mit einer Blitzbelichtungskorrektur in seiner Leistung den Vorstellungen des Fotografen anpassen.

Objektiv Pentax hat rund um sein "historisches" K-Bajonett eine ganze Palette von digital optimierten Objektiven der DA-Serie aufgebaut. Der Fokus der digitalen Optimierung lag dabei auch auf dem kleineren Sensorformat APS-C, weshalb vor allem das Angebot an Teleobjektiven etwas dünner als bei anderen Herstellern scheint. Wo man bei anderen Herstellern ein 70-200 mm bekommt, hat Pentax ein 50-135 mm im Angebot – berücksichtigt man den Crop-Faktor von 1,5, entspricht das aber einem 75-205mm-Objektiv. Kein Pentax-Objektiv besitzt einen Bildstabilisator, denn der ist in der Kamera verbaut. Der Bildsensor ist in einem Rahmen frei beweglich und wird magnetisch gesteuert, so kann er Verwackelungen mit allen angesetzten Objektiven ausgleichen. Interessanterweise bietet Sigma bildstabilisierte Objektive mit Pentax-Anschluss an. Wichtig ist dann, einen der beiden Stabilisatoren auszuschalten, da sonst die Verwackelungen doppelt ausgeglichen werden, wodurch die Bilder wiederum verwackeln.

Ein sehr angenehmes Feature an den Pentax-Objektiven ist die Quick-Shift-Fokus-Funktion, die es erlaubt, den mechanischen Fokusring nach automatischer Fokussierung noch zu korrigieren. Leider fehlt gerade den günstigen Set-Objektiven der Serie "DA L" diese Funktion, so dass man nicht manuell nachregeln kann (z. B. während Videoaufnahmen interessant). Die K-x ist offiziell nur in Schwarz auch ohne Objektiv zu bekommen, ein 18-55 mm ist normalerweise mit im Karton (entspricht 27-82,5 mm Kleinbildbrennweite). Dieses 201 g leichte Kunststoffobjektiv macht zwar keinen so schlecht verarbeiteten Eindruck, hat aber ein Kunststoffbajonett. Immerhin dreht sich die Frontlinse beim Fokussieren nicht mit, was den Einsatz von Pol- und Verlaufsfiltern erst ermöglicht. Im Objektivprogramm besonders hervorzuheben sind die Limited-Pancake-Objektive, die besonders flach sind und zusammen mit der K-x eine sehr kompakte Ausrüstung ergeben. Andere "Schmankerl" sind die wasserdichten Objektive (DA* sowie WR), die aber an der nicht gegen Spritzwasser geschützten K-x kaum einen Vorteil bieten.

Der Autofokus wird bei Pentax zumeist über einen Stangenantrieb realisiert, d. h. der Motor befindet sich im Kameragehäuse, und die Drehung wird mit einer Kupplung im Bajonett übertragen – es gibt aber auch Objektive mit Ultraschallantrieb, die zumindest leiser, aber leider nicht unbedingt schneller fokussieren. Der Autofokussensor hat elf Messfelder, von denen neun hochwertige Kreuzsensoren sind. Der Fotograf kann der Kamera die Wahl des Autofokuspunkts überlassen, aber auch selber einen auswählen oder eben manuell fokussieren, was angesichts des Suchers nur leidlich gelingt. Wesentlich präziser ist da die Verwendung der Lupe im LiveView-Modus, wo man pixelgenau scharf stellen Pentax K-x mit SMC Pentax-DA L 1:3.5-5.6 18-55 mm AL [Foto: MediaNord]kann (am besten vom Stativ). Der Fokusmotor der K-x packt kräftig, aber auch lautstark zu. So ist die Fokussierung sehr schnell (ca. 0,4 Sekunden) und sicher und braucht sich – im Gegensatz zu älteren Kameras wie etwa der *ist DS oder K100D – wirklich nicht mehr hinter der Konkurrenz zu verstecken. Im LiveView-Betrieb ist der Autofokus allerdings sehr "gemütlich", was aber bei anderen DSLRs mit Ausnahme einiger Sonys genauso ist. Wenn es dem Autofokus zu dunkel wird, feuert der Blitz (sofern vorher manuell aufgeklappt) Stroboskoplicht ab, um das Motiv für den Autofokus zu beleuchten. Das ist sehr störend, viel diskreter ist da ein Rotlichtprojektor eines aufgesteckten Blitzes.

Gelangt beim Objektivwechsel mal etwas Staub auf den Bildsensor, kann man die Kamera dazu veranlassen, diesen abzuschütteln. Dafür wird der Sensor in fühl- und hörbare Vibrationen versetzt – auf Wunsch bei jedem Einschalten. Besonders effektiv ist das aber nicht, da Schmutzteilchen im Verhältnis zur Masse oft einen viel höheren "Klebefaktor" haben. Hier bleibt dann nur eine manuelle Reinigung per Blasebalg, Pinsel oder anderem Reinigungswerkzeug. Pentax unterstützt diesen Prozess mit einem Staubreferenzbild, dass auf dem Bildschirm dessen Lage auf dem Bildsensor deutlich illustriert.

Bildqualität Die Labormessung der Bildqualität erfolgte im renommierten DCTau-Testlabor von Anders Uschold, wodurch die Ergebnisse unter den definierten Laborbedingungen mit Kameras anderer Hersteller auf objektiver Basis vergleichbar sind. Getestet wird mit verschiedenen Objektiven, die K-x war sowohl mit dem DA L 18-55 mm Standardzoom als auch mit dem DFA 50 mm Makro als "Referenzobjektiv" im Labor. Die ausführlichen Labormessergebnisse mit Pentax K-x mit SMC Pentax-DA L 1:3.5-5.6 18-55 mm AL [Foto: MediaNord]Diagrammen, Notenbewertung, Tabellen und Kommentar des Testingenieurs sind über die weiterführenden Links abrufbar. Inhaber einer digitalkamera.de-Labortestflatrate (ab 4,16 EUR monatlich) haben direkten Zugriff, alle anderen müssen zuerst 1,40 EUR für den Einzeltest bezahlen. Die folgenden Betrachtungen und auch die Notenbewertung in der Tabelle links basieren ausschließlich auf den Messungen mit dem 18-55mm-Objektiv, das stets im Set mit der K-x verkauft wird.

Pentax setzt in der K-x – im Gegensatz zur K-7, wo ein Samsung-Sensor Verwendung findet – einen CMOS-Bildsensor von Sony ein. Dabei handelt es sich um den modernen Exmor-Sensor, wie er bei Sony heißt. Sein Vorteil ist u. a., dass jede Bildzeile einen eigenen Signalwandler hat, der das analoge Bildsignal (das eigefangene Licht) in ein diskretes, digitales Signal verwandelt. Dadurch sind die möglichen Signalstörungen, für die ein analoges Signal besonders anfällig ist, auf ein Minimum reduziert. Ganz nebenbei lässt sich der Sensor zeilenweise in hoher Geschwindigkeit elektronisch auslesen, was für LiveView- und Videofunktion verwendet wird. Das Bildrauschen der K-x ist exzellent niedrig und kann sich – erstmals für eine Pentax – mit der Konkurrenz messen. Die K-x rauscht deutlich niedriger als beispielsweise ihre größere Schwester K-7. Dabei versteht Pentax es, selbst bis zur höchsten Empfindlichkeit von ISO 12.800 eine hohe Auflösung darzustellen, die Details werden bei hohen Empfindlichkeiten eher vom Rauschen als von der Rauschunterdrückung zerstört. Bis ISO 1.600 ist die K-x bedenkenlos einsetzbar, darüber setzt langsam steigendes Rauschen ein, wobei dieses nie so dominant wird, dass es das Bild völlig zerstört; Farbrauschen spielt dabei praktisch keine Rolle, es handelt sich ausschließlich um Helligkeitsrauschen. Für übliche Größen im Fotoalbum (ca. 10x15 cm) sind selbst ISO 12.800 brauchbar.

Pentax K-x [Foto: MediaNord]Interessant ist, dass die beste Bildqualität bei ISO 200 erreicht wird, bei ISO 100 wird das Signal gedämpft, was die Eingangsdynamik minimal einschränkt und auch der Grund ist, warum man diese Empfindlichkeit zusammen mit ISO 12.800 bewusst im Benutzermenü freischalten muss. Die Dynamik erreicht bei 100 ISO 8,4 Blendenstufen, hat ihr Maximum von 8,5 Blendenstufen bei ISO 200 und fällt dann stetig mit steigender Empfindlichkeit auf 7,6 Blendenstufen bei ISO 3.200 und 6,7 Blendenstufen bei ISO 12.800 ab. Das liegt mit daran, dass Pentax das Schattenrauschen nicht unnatürlich stark dämpft, wie es manche andere Kamerahersteller tun, um gute Rausch- und Eingangsdynamiknoten zu erreichen, die aber zu einem hohen Detailverlust in den Schatten führen – nicht so bei der K-x. Etwas schade ist, dass auch die K-x dazu neigt, in der Ausgabe etwas Tiefendynamik zu verschenken, indem der Schwarzwert eher ein Dunkelgrauwert ist – das Setzen eines Schwarzpunkts in der Bildbearbeitung behebt das aber ohne großes Aufheben.

Die Auflösung des 18-55mm-Setobjektivs ist nicht die allerhöchste, geht aber noch in Ordnung. Dabei ist sie vor allem im Verlauf von der Bildmitte zum Bildrand ausgezeichnet konstant. Die etwas zurückhaltende Auflösung sorgt dann auch dafür, dass kaum nennenswerte Artefakte an feinen Strukturen auftreten, womit die K-x diese sehr naturgetreu wiedergibt. Auch die Scharfzeichnung ist gut abgestimmt, sie ist zwar vorhanden, führt aber vorbildlich zu keinen negativen Effekten. Randabdunklung und Verzeichnung sind – für ein Setobjektiv üblich – sichtbar. Dabei stört vor allem die leicht spontane Pentax K-x mit Batteriefach und Speicherkartenfach [Foto: MediaNord]Vignettierung im Weitwinkel, die auch durch Abblenden nicht verschwindet, sondern eher noch spontaner sichtbar wird, weil die natürliche Randabdunklung abnimmt, der spontane Anteil aber erhalten bleibt. Bei mittlerer und langer Brennweite hingegen ist die Randabdunklung vernachlässigbar. Dieses gilt für die Verzeichnung zumindest bei mittlerer Brennweiteneinstellung. Im Weitwinkel hingegen ist sie mit 2,3 % sichtbar tonnenförmig, in Telestellung vom Betrag mit 0,6 % her zwar kleiner, dafür aber kissenförmig, was deutlicher sichtbar ist als eine tonnenförmige Verzeichnung, da sie unserem natürlichen Seheindruck widerspricht.

Insgesamt hat die K-x die bisher beste Bildqualität, die wir bei einer DSLR von Pentax messen konnten. Sie braucht sich auch wahrlich nicht hinter einer Sony, Nikon oder Canon zu verstecken. Auch was Belichtung und Weißabgleich angeht, ist die K-x sehr sicher, zumal man vor allem beim Weißabgleich nun wirklich keine Einstellungsmöglichkeiten bis hin zu einer Feinkorrektur vermisst.

Fazit Dass Pentax einer der kleineren DSLR-Hersteller ist, sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass man mit der K-x ein ausgesprochen gutes Rundumpaket zu einem fairen Preis bekommt. Trotz kompakter Ausmaße und Kunststoffgehäuse wissen Verarbeitung und Ergonomie zu überzeugen. Die K-x bietet alles, was das Einsteiger- und Hobbyfotografenherz begehrt, seien es LiveView, Videofunktion, Bildstabilisator, viele digitale Filter oder umfangreiche Konfigurations- und Einstellungsmöglichkeiten. Die Featureliste ist schier endlos. Dazu kommt eine ausgesprochen gute Bildqualität. Pentax hat es endlich geschafft, den goldenen Mittelweg bei der Bildaufbereitung zu finden. Mit geringem Rauschen auch bei hohen ISO-Empfindlichkeiten und trotzdem hoher Auflösung und einer knackigen Abstimmung zeigt die K-x nicht nur der K-7, wo der Hammer hängt, sondern auch so mancher Konkurrent muss sich warm anziehen.


Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Kameras

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.

Steckbrief
Hersteller Pentax
Modell K-x
Preis ca. 600 EUR**
Sensor Auflösung 12,4 Megapixel
Max. Bildauflösung 4.288 x 2.848
(Seitenverhältnis) (3:2)
Objektiv smc Pentax DA L 1:3.5-5.6 18-55mm AL
Filtergewinde 52 mm
Sucher Pentaspiegel
  Sichtfeld 96 %
  Vergrößerung 0,85-fach
  Dioptrienausgleich -2,5 bis +1,5 dpt.
LCD-Monitor 2,7"
  Auflösung 230.000
  drehbar
  schwenkbar
  als Sucher ja
Videoausgang PAL/NTSC
  als Sucher ja
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
ja
Motivprogramme
  Porträt ja
  Kinder/Baby ja
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 10
Belichtungsmessung    Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz ja
  Leitzahl 11,2 (Messung)
  Blitzanschluss Systemblitzschuh
Fernauslöser Infrarot
Intervallaufnahme
Speichermedium SD/SDHC
Videomodus
  Format AVI
  Codec Motion-JPEG
  Auflösung (max.) 1.280 x 720
  Bildfrequenz (max.) 24 Bilder/s
Empfindlichkeit
  automatisch 100-12.800
(Obergrenze einstellbar)
  manuell ISO 100-12.800
Weißabgleich
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe ja
  Glühlampe ja
  Sonstiges Schatten, Blitz, Sonnenuntergang, WB-Feinkorrektur
  Manuell ja
Autofokus
  Anzahl
  Messfelder
11
  AF-Hilfslicht Blitzsalve
  Geschwindigkeit ca. 0,4-0,5 s
Sprachen Deutsch
  weitere 19
Einschaltzeit < 0,2 s
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
Gewicht
(Betriebsbereit)
623 g (nur Gehäuse)
824 g (mit Objektiv**)
Serienbildfunktion*
  Serienbildanzahl 28 (JPEG)
5 (RAW)
  Frequenz
    (Bilder/s)
4,5 (JPEG)
4,5 (RAW)
  Dauerlauf
    (Bilder/s)
2,6 (JPEG)
1,2 (RAW)
  mit Blitz ja (bei verlangsamter Frequenz)
Zoom
  Zoomverstellung am Objektiv
  Zoomstufen stufenlos
  Zeit WW bis Tele
Speicher-
geschwindigkeiten*

  JPEG 0,4 s (5,1 MByte)
  RAW 1,0 s (16,8 MByte)
Auslösung während
d. Speicherns mögl.
ja
Akkulaufzeit (CIPA) 1.900 Bilder (Lithium)
640 Bilder (NiMH)
210 Bilder (Alkali)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit Lexar 2 GB 133x SD Speicherkarte
** mit Objektiv smc Pentax DA L 1:3.5-5.6 18-55mm AL

Kurzbewertung

  • Kompaktes, gut Verarbeitetes Gehäuse
  • Gute Bedienung und Ergonomie
  • Sensor-Bildstabilisator (CMOS-Shift) für alle angesetzten Objektive
  • Hervorragende Bildqualität mit geringem Rauschen
  • Hoher Ausstattungsumfang inkl. Video und LiveView
  • Sehr langsamer LiveView-Kontrast-Autofokus
  • Keine Anschlüsse für HDMI und Kabelfernauslöser
  • Unzuverlässiger Batterieindikator

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 83 %
Ausstattung 12,5 % 95 %
Handhabung 12,5 % 91 %
Geschwindigkeit 12,5 % 89 %
Bildqualität 50,0 % 86 %
Gesamtnote 88 %