Kompakttest

Panasonic Lumix DMC-TZ8

2010-06-04 Für die Travel-Zoom-Kamera Panasonic TZ8 liegt die Messlatte von Anfang an ziemlich hoch. Zum einen tritt sie in die Fußstapfen der Erfolgsmodelle TZ6 und TZ7, zum anderen hat ihre große Schwester TZ10 den Test in digitalkamera.de mit fliegenden Fahnen bestanden. Die TZ8 muss ohne GPS und AVCHD-Lite-Videoaufnahmen auskommen. Ihr Bildschirm ist mit 2,7 Zoll und 230.000 Bildpunkten kleiner und geringer auflösend als derjenige der TZ10. Auch Videoaufnahmetaste, HDMI-Anschluss und Stereomikrofon fallen weg. Ob der Prozessor Venus Engine VI mit einer effektiven Auflösung von 12,1 Megapixeln im Zusammenspiel mit dem optischen 12fach-Zoom von 25 bis 300 mm (KB) trotzdem einen genauso guten Job erledigt, soll unser Test zeigen.  (Daniela Schmid)

Panasonic Lumix DMC-TZ8 [Foto: MediaNord]Ergonomie und Verarbeitung Die TZ8 kommt im gewohnt soliden Metallgehäuse daher. An der Verarbeitung kann man nicht mäkeln, und auch die Klappen für Akku, Speicherkarte und USB-Anschluss machen einen robusten Eindruck. Die mattierte Oberfläche, die es wahlweise in Silber oder Schwarz gibt, wirkt edel und ist unempfindlich gegen Fingerabdrücke. Ein paar der eingesparten Ausstattungsdetails gegenüber der TZ10 hinterlassen am Gehäuse ihre Spuren. So fehlt das Stereomikrofon an der Kameraoberseite, die TZ8 kann nur mono. Am auffälligsten ist aber der Wegfall des GPS-Empfängers. Auch der Videoknopf auf der Rückseite entfällt. Hier springt wieder der E-Zoom-Knopf ein, den Panasonic schon in älteren Modellen verbaut hat. Wer mit der TZ8 filmen möchte, der muss das Moduswahlrad bedienen. Damit wählt man auch den intelligenten Automatikmodus iA, die Programmautomatik P, Blenden- und Verschlusspriorität (A bzw. S), den manuellen Modus M, den Modus für Motivprogramme SCN, den für das am meisten genutzte Motivprogramm MS, den Notizblock und den Modus für benutzerspezifische Einstellungen CUST. Damit können drei Sätze individuell angepasster Einstellungen der Modi P, A, S, M, MS und SCN gespeichert und somit schneller abgerufen werden.

Die Zoomwippe, die um den Auslöser herum angebracht ist, bedient sich leicht, erfordert aber anfangs etwas Fingerspitzengefühl. Die Schalter auf der Rückseite sind eher klein gehalten. Neu bei dieser TZ-Generation ist der sogenannte Exposure-Knopf. Mit seiner Hilfe aktiviert man die Steuerung für den manuellen Modus und die Halbautomatiken S und A. Am Panasonic Lumix 
DMC-TZ8 [Foto: MediaNord]Display erscheinen dann der jeweilige Blenden- und Verschlusswert und farblich hervorgehoben die Pfeiltasten, die man drücken muss, um den Wert nach oben oder unten zu ändern. Diese Bedienung ist für eine so kompakte Kamera clever erdacht und sofort ohne jede Übung umsetzbar. Am Monitor hat Panasonic gespart. Statt den satten 3 Zoll und 460.000 Bildpunkten der TZ10 gibt es für die TZ8 nur 2,7 Zoll mit 230.000 Bildpunkten. Das ist ausreichend, aber nicht so komfortabel wie bei der großen Schwester. Die automatische Helligkeitsanpassung funktioniert gut, und man kann den Bildschirm bei nahezu jeder Lichtsituation gut erkennen. Das metallene Stativgewinde befindet sich in der Mitte der Kameraunterseite abseits der optischen Achse. Ein Zugriff auf Speicherkarte und Akku ist im Stativbetrieb nicht möglich. Insgesamt lässt sich die TZ8 gut bedienen und liegt gut in der Hand.

Ausstattung Trotz der Abmagerungskur gegenüber der TZ10 weist die TZ8 immer noch eine üppige Ausstattung auf, angefangen beim optischen 12fach-Zoom, das Brennweiten zwischen 25 und 300 mm (KB) ermöglicht. Danach greift das intelligente Zoom, das die Brennweite auf 16fach verlängert und das ohne mit bloßem Auge erkennbare Qualitätseinbußen. Panasonic Lumix 
DMC-TZ8 [Foto: MediaNord]Das Labor teilt diese Meinung nicht unbedingt, für den Hausgebrauch der Bilder kann man es jedoch durchaus nutzen. Der optische Extrazoom (EZ) kommt gar auf eine 23,4fache Vergrößerung. Der Preis ist eine reduzierte Auflösung. Damit arbeitet die Kamera immer wieder, z. B. bei den Motivprogrammen Blitzserie, hohe Empfindlichkeit oder schnelle Serie. Legt man die Priorität auf Geschwindigkeit statt auf Qualität, erreicht man bis zu zehn Bilder pro Sekunde. Wer die volle Auflösung bei Serienaufnahmen wünscht, zahlt mit dem Preis einer erheblichen Geschwindigkeitseinbuße. Die TZ8 schafft dann maximal 2,3 Bilder pro Sekunde, und nach drei Aufnahmen ist meist Schluss.

Auf Wunsch der Anwender hat Panasonic bei der neuen TZ-Generation die vollständige manuelle Bedienung und die Halbautomatiken S und A hinzugenommen. Davon profitiert die TZ8 enorm, denn sie kann sowohl im intelligenten Automatikmodus (iA) verwendet als auch manuell eingestellt werden. Die iA erkennt selbständig, um welche Panasonic Lumix 
DMC-TZ8 [Foto: MediaNord]Aufnahmesituation es sich handelt, schaltet (zwangsweise) das intelligente Zoom zu und berechnet aufgrund der Informationen Gesicht, Helligkeit, Entfernung und Bewegung die optimalen Einstellungen. In der Praxis liegt die Kamera in rund 80 Prozent der Fälle richtig. Wem das nicht genug ist, kann selbst zur Tat schreiten. Der Spielraum hinsichtlich Blende ist allerdings nicht besonders groß: bei Blende 6,3 ist Schluss. Damit stehen einem in der Telestellung gerade mal vier Abstufungen zwischen 4,5 und 6,3 zur Verfügung. Wer gerne der Kamera das Meiste überlässt, aber doch gerne mal nachkorrigiert, der ist wie bei früheren Modellen auch mit der Programmautomatik gut aufgehoben, in der man z. B. die Belichtung schrittweise korrigieren kann. Im Modus SCN stellt Panasonic wie gewohnt eine ganze Anzahl an Optionen für alle möglichen Situationen wie Sternenhimmel, Strand, Schnee, Kerzenlicht etc. zur Verfügung. Es gibt diverse Serienfunktionen, hohe Empfindlichkeit oder einen erweiterten Dynamikumfang.

Wenn auch nicht AVCHD-Lite, so bietet die TZ8 doch eine sehr gute HD-Videofunktion. Der Nachteil daran ist, dass man in 16:9 HD nicht länger als acht Minuten filmen kann. Reduziert man die Qualität, werden es immerhin 15 Minuten. Die Filmchen werden mit Motion-JPEG-Komprimierung Panasonic Lumix 
DMC-TZ8 [Foto: MediaNord]gespeichert. Das optische Zoom bleibt einsatzbereit und fährt angenehm langsam. Viele Einstellungen kann man nicht vornehmen, die Kamera regelt das Meiste automatisch. Lediglich Weißabgleich, Gegenlichtkorrektur und Farbeffekte können festgelegt werden. Die Gesichtserkennung funktioniert, anders als bei der TZ10, im Videomodus nicht. Für Standbilder kann man sogar bestimmte oft fotografierte Gesichter registrieren und speichern. Die Kamera erkennt diese dann wieder, zeigt den Namen und ein vorher festgelegtes Symbol an und stellt darauf scharf, sobald der Gesichts-AF aktiviert wird. Es kommt allerdings vor, dass das Gesicht nicht erkannt wird. Sehr gut funktioniert der Verfolgungs-AF in der intelligenten Automatik. Einmal eingeloggt verfolgt er das Motiv, so lange es sich im Kamerasucher befindet. Daneben bietet die TZ8 die "klassischen" Autofokusfunktionen wie Mehrfeld-, Einfeld- und Spot-AF. Der Einfeldautofokus steht auch als Highspeed-Variante zur Verfügung.

Der Blitz der TZ8 sitzt gefährlich nahe am Moduswahlrad und am Auslöser. Je nach Fingerhaltung verdeckt man ihn aus Versehen. Ansonsten verrichtet er für einen Kompaktkamerablitz Panasonic Lumix 
DMC-TZ8 [Foto: MediaNord]dieser Größe gute Arbeit und regelt das Licht der Situation entsprechend meist richtig. Der Blitzmodus Langzeitsynchronisation/Rote Augen steht nur für Programmautomatik und Blendenpriorität zur Verfügung. Im manuellen Modus und für Verschlusspriorität fehlt er. Kann man rote Augen per Vorblitz nicht verhindern, verrichtet die kamerainterne Retusche gute Arbeit. Die Möglichkeiten zur Bildbearbeitung im Wiedergabemodus erstrecken sich auf Ausschnitte wählen, Größe ändern, begradigen, drehen, Seitenverhältnis ändern, schützen, kopieren, Kalender, Gesichtserkennung im Nachhinein tauschen, zu den Favoriten hinzufügen und Druckeinstellungen vornehmen.

Panasonic Lumix DMC-TZ8 [Foto: MediaNord]Bildqualität Für die Bildqualität der TZ8 sind hauptsächlich das optische 12fach-Zoom, der 1/2,33" RGB-CCD-Sensor mit 12,1 Megapixeln und die Venus Engine VI verantwortlich. Die Bildqualitätsmessungen erfolgten im DCTau-Testlabor, dessen detaillierte Ergebnisse gegen einen kleinen Obolus eingesehen werden können (siehe weiterführende Links). Natürlich kommen, wie mittlerweile üblich, auch bei der TZ8 diverse kamerainterne Korrekturmechanismen zum Einsatz, um eine möglichst hohe Bildqualität zu erreichen. Und da schlägt sich die Lumix im Labor nicht schlecht. Die Auflösung hält sich von der Bildmitte zum Rand hin im Weitwinkel- und Telebereich sehr gut, bei 75 mm fällt sie etwas stärker ab. Sowohl kissen- als auch tonnenförmige Verzeichnung halten sich in kaum wahrnehmbaren Grenzen, und die Werte für die Randabdunklung liegen so gut, dass die TZ8 dafür eine glatte 1,2 im Labor bekommt, in der Wahrnehmbarkeit reicht es sogar für eine 1,0. Hinsichtlich der Scharfzeichnung verhält sich die TZ8 ähnlich dezent wie die TZ10. Ihre Messkurven verlaufen etwas unruhiger, auch die Farbkanäle liegen weiter auseinander. Hier Panasonic Lumix 
DMC-TZ8 [Foto: MediaNord]könnte Panasonic noch etwas nachbessern, denn bei einer Shoot-to-Print-Kamera wie der TZ8 rechnet man in der Regel mit Ergebnissen, die keiner Nachbearbeitung – in diesem Fall Nachschärfung – bedürfen. Was Artefakte betrifft, so zeigt die Kamera beim Testbild kleine Schwächen.

Das Rauschverhalten der TZ8 zeigt konstant gute Ergebnisse. Bei ISO 400 weist die Kurve einen leichten Buckel auf, hier liegen die Höchstwerte. Auch wenn die Ergebnisse gut sind, so ist doch immer Vorsicht geboten. Die Versuchung, mit hohen ISO-Zahlen und dem leistungsstarken Bildstabilisierungssystem Power-OIS alles ohne Blitz zu fotografieren, ist groß. Dabei tritt in der Praxis doch gelegentlich Farbrauschen auf, und man belässt für großformatige Ausdrucke die maximale ISO-Grenze am besten bei 200, um auch genug Bilddetails einfangen zu können. Für den Alltagsgebrauch und Albumabzüge kann man auch höher greifen, hier leistet auch die intelligente Auflösungstechnologie gute Arbeit. Sie analysiert die Bilder und teilt sie in Konturen, fein strukturierte Bereiche und kontrastarme Flächen. Kanten werden verstärkt, die Auflösung in detaillierten Bereichen angehoben und das Rauschen in den homogenen Flächen unterdrückt.

Die intelligente Auflösung verhilft zu konstant brauchbaren Ergebnissen in der Praxis. Dabei helfen auch der gut arbeitende Weißabgleich, Autofokus und Belichtungsmessung. Sie liegen selten daneben, außerdem bleibt dem Fotografen immer die Möglichkeit, selbst einzustellen. Man kann sich auf die Automatiken verlassen, muss es aber nicht. Ein- und Ausgabedynamik der TZ8 liegen im absolut grünen Bereich. Die Kamera verarbeitet in den verschiedenen ISO-Bereichen Blendenstufen von 8,1 bis 8,9. Das sind für eine Kompaktkamera sehr gute Werte. Auch die Ausgangsdynamik ist in Ordnung. Punkten kann die TZ8 letztlich in Sachen Autofokusgeschwindigkeit; im Vergleich mit anderen Kameras ist sie vorne mit dabei.

Fazit Wenn man sich für den Erwerb einer Panasonic Lumix DMC-TZ8 entscheidet, muss man sich darüber im Klaren sein, dass es sich um die Sparvariante der TZ10 handelt und einige teilweise bequeme Ausstattungsdetails wie ein hochauflösender Bildschirm oder der Videoknopf wegfallen. Dafür zahlt man weniger und bekommt von der Qualität der Kamera mindestens genauso viel geboten. Die TZ8 punktet mit vielen Einstellmöglichkeiten, darunter dem manuellen Modus, ihrer guten Verarbeitung und den konstant guten Bildergebnissen. Sie eignet sich für Einsteiger und ambitionierte Hobbyfotografen gleichermaßen. Man kann wählen, ob man selbst einstellen möchte oder der Kamera vertraut. Zu den kleineren Schwächen der TZ8 gehört z. B. der geringe Spielraum an Blendenwerten im manuellen Modus.


Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Kameras

Autor

Daniela Schmid

Daniela Schmid hat in Augsburg Sprachen studiert, bevor sie nach einem halben Jahr in einer PR-Agentur für IT-Firmen in die Verlagsbranche wechselte. Ab 2004 war sie als festangestellte Redakteurin für die Magazine Computerfoto und digifoto zuständig. Während eines dreijährigen Auslandsaufenthaltes in der Nähe von New York berichtete sie als freie Autorin für digitalkamera.de von der PMA, CES und der PhotoPlus Expo aus Las Vegas und New York und übernahm die Zuständigkeit für die Rubrik Zubehör. Seit 2009 testet sie auch regelmäßig Kameras.

Steckbrief
Hersteller Panasonic
Modell Lumix DMC-TZ8
Preis ca. 270 EUR
Sensor-Auflösung 12,1 Megapixel effektiv
Max. Bildauflösung 4.000 x 3.000
(Seitenverhältnis) 4:3
Objektiv F3,3-4,9/25-300 mm
Filtergewinde
Sucher
  Dioptrienausgleich
LCD-Monitor 2,7"
  Auflösung 230.000
  drehbar
  schwenkbar
  als Sucher ja
Videoausgang PAL/NTSC
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
Motivprogramme
  Porträt ja
  Kinder/Baby ja (2)
  Landschaft ja
  Makro ja (2)
  Sport/Action ja
  weitere 24
Belichtungsmessung   Spot, Mittenbetont, Mehrfeld
Blitz ja
  Blitzanschluss
Fernauslöser
Intervallaufnahme
Speichermedium SD(HC oder XC)
Videomodus
  Format Quicktime (MOV)
  Codec Motion-JPEG
  Auflösung (max.) 1.280 x 720
  Bildfrequenz (max.) 30 Bilder/s
Empfindlichkeit
  automatisch ISO 80-1.600 (Obergrenze einstellbar)
  erweitert ISO 1.600-6.400
  manuell ISO 80-1.600
Weißabgleich
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe -
  Glühlampe -
  Sonstiges Schatten
  Manuell ja
Autofokus
  Anzahl
  Messfelder
11
  AF-Hilfslicht ja
  Geschwindigkeit ca. 0,4-0,6 s
Sprachen Deutsch
  weitere 15
Gewicht
(betriebsbereit)
214 g
Zoom
  Zoomverstellung motorisch über Ringwippe
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
ja
Auslösung während d. Speicherns mögl.
Akkulaufzeit ca. 340 Bilder lt. CIPA

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

Kurzbewertung

  • Zuverlässige Automatikfunktionen, die dem Fotografen die Arbeit abnehmen
  • Manueller Modus und Halbautomatiken
  • HD-Videofunktion
  • Gute Verarbeitung, robustes Äußeres
  • Optisches 12fach-Zoom mit intelligenter Verlängerung für jede Fotosituation
  • Langsame Serienbildfunktion bzw. schnelle Bilder auf Kosten der Auflösung
  • Blitzposition ungünstig nahe am Zoom und Auslöser, Gefahr der Abdeckung mit dem Finger
  • Mikrofon nur Mono

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 93 %
Ausstattung 12,5 % 91 %
Handhabung 12,5 % 91 %
Geschwindigkeit 12,5 % 88 %
Bildqualität 50,0 % 87 %
Gesamtnote 89 %