Testbericht

Panasonic Lumix DMC-GM5

2014-12-04 Mit der Lumix GM1 hat Panasonic vor rund einem Jahr eine äußerst kompakte Kamera im Micro-Four-Thirds-System vorgestellt, jetzt bekommt sie mit der Lumix GM5 eine große Schwester. Sie zeichnet sich durch ihre ebenfalls sehr kompakten Abmessungen aus, bringt aber einen elektronischen Sucher sowie einen Blitzschuh mit. Passend zur äußerst handlichen Systemkamera gibt es das ebenfalls sehr kompakte Standardzoom G Vario 12-32/1:3.5-5.6 Asph. Mega O.I.S. sowie ganz neu das 35-100/1:4.0-5.6 Asph. Mega O.I.S. Digitalkamera.de hat dem Doppelzoom-Kit ausführlich in der Praxis und im Testlabor auf den Zahn gefühlt.  (Martin Vieten)

Ergonomie und Verarbeitung Wer die Lumix GM5 aus dem Karton schält, mag es zunächst gar nicht glauben, dass er eine ausgewachsene Systemkamera in den Händen hält. Der Winzling ist mit seinen Abmessungen von 98,5 mm x 59,5 mm x 36,1 mm (B x H x T) kaum größer als eine Zigarettenschachtel und wiegt betriebsbereit (aber ohne Objektiv) gerade einmal etwas über 200 Gramm. Da gibt es Kompaktkameras, die durchaus größer sind, selbst wenn das sehr handliche Objektiv G Vario 12-32/1:3.5-5.6 Asph. Mega O.I.S. an die GM5 angesetzt wird. Das Standardzoom lässt sich nämlich bei Nichtgebrauch platzsparend zusammenschieben, sodass es nur noch rund drei Zentimeter hervorsteht. Damit wird die Kombination zwar zu groß für die Hosentasche, findet aber weiterhin bequem Platz in jeder Jacken- oder Handtasche. Die Kehrseite der Miniaturisierung ist jedoch: Nach dem Einschalten meldet die GM5 erst einmal „Zoomring drehen, um Objektiv auszufahren“. Praktischer wäre es, wenn sich die Kamera gleich mit einem Dreh am Zoomring einschalten ließe; so aber werden zwei Handgriffe nötig, wo meist nur einer reicht.

  • Bild Die Panasonic Lumix DMC-GM5 ist ausgestattet mit dem Objektiv Lumix G Vario 12-32/1:3.5-5.6 Asph Mega O.I.S.nicht größer als eine Edel-Kompaktkamera. [Foto: MediaNord]

    Die Panasonic Lumix DMC-GM5 ist ausgestattet mit dem Objektiv Lumix G Vario 12-32/1:3.5-5.6 Asph Mega O.I.S.nicht größer als eine Edel-Kompaktkamera. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die GM5 ist eine waschechte Systemkamera, die jedes Objektiv nach dem Micro-Four-Third-Standard aufnimmt. [Foto: MediaNord]

    Die GM5 ist eine waschechte Systemkamera, die jedes Objektiv nach dem Micro-Four-Third-Standard aufnimmt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Hauptmenü der GM5 besteht aus langen Listen, die umständliche durchgescrollt werden müssen. Viel smarter geht die Bedienung mit dem Touchdisplay der Kamera. [Foto: MediaNord]

    Das Hauptmenü der GM5 besteht aus langen Listen, die umständliche durchgescrollt werden müssen. Viel smarter geht die Bedienung mit dem Touchdisplay der Kamera. [Foto: MediaNord]

  • Bild Panasonic hat die GM5 mit einer Vielzahl an Bedienelementen versehen, die indes naturgemäß recht klein ausfallen. [Foto: MediaNord]

    Panasonic hat die GM5 mit einer Vielzahl an Bedienelementen versehen, die indes naturgemäß recht klein ausfallen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der Akku der GM5 ist nicht sonderlich leistungsstark und reicht für lediglich 210 Aufnahmen (nach CIPA-Standard). [Foto: MediaNord]

    Der Akku der GM5 ist nicht sonderlich leistungsstark und reicht für lediglich 210 Aufnahmen (nach CIPA-Standard). [Foto: MediaNord]

Das Gehäuse der GM5 besteht weitgehend aus hochwertigem Kunststoff, die Anfassqualitäten gehen durchaus in Ordnung. Die Vorderseite der Kamera ist sehr eben, eine Griffwulst gibt es nicht. Das sieht zwar schick aus, verleiht aber zu wenig Halt, falls die GM5 mit einem schweren Objektiv bestückt wird. Mit dem 12-32 lässt sich die Kamera jedoch auch ohne zusätzliche Ergonomiehilfen wie etwa den optional erhältlichen Handgriff DMW-HGR1 relativ sicher einhändig halten.

Im Gegensatz zur noch etwas kompakteren GM1 wartet die GM5 mit einem elektronischen Sucher auf. Er sitzt an der linken Seite und bietet mit 1,17 Millionen Bildpunkten eine standesgemäß hohe Auflösung. Allerdings ist das Sucherbild sehr klein (Sucherbildvergrößerung 0,46x bezogen auf Kleinbild) und scheint zudem am Ende eines langen Tunnels erzeugt zu werden. Für Brillenträger ist der EVF so kaum zu gebrauchen, immerhin gibt es einen Dioptrienausgleich mit einer weiten Spannbreite von -4 bis +4 dpt. Schön ist dagegen, dass ein Näherungssensor automatisch vom Display auf den Sucher umschaltet, wenn man die Kamera vors Auge hebt. Da sich dessen Empfindlichkeit einstellen lässt, funktioniert das in der Praxis zudem sehr zuverlässig. Wahlweise kann man auch manuell zwischen Sucher- und Monitoranzeige umschalten.

Das Display macht eine gute Figur, es löst hohe 921.600 Bildpunkte auf. Schade nur, dass es fest verbaut ist und sich weder klappen noch schwenken lässt. Dafür ist der Monitor berührungsempfindlich, Panasonic hat die Bedienung der Kamera konsequent darauf ausgerichtet. Wer sich nicht zur Generation „Smartphone“ zählt und seine Kamera lieber herkömmlich bedient, wird von der GM5 indes nicht im Stich gelassen. Die Kamera bietet eine Vielzahl dedizierter Bedienelemente, sogar ein Wählrad für den AF-Modus ist dabei. Allerdings fallen die Knöpfchen und Drehregler winzig klein aus, was angesichts der kompakten Kamera aber wohl unvermeidlich ist. Schwerer wiegt, dass Panasonic die Bedienelemente in Grau beschriftet, die Bezeichnungen sind so nur schwer abzulesen. Unübersichtlich wird’s auch, wenn man sich in die Menüs der GM5 begibt. Hier gibt es lange Listen anstelle von direkt anwählbaren Registern – das geht auch bequemer. Schön ist hingegen, dass die GM5 zu praktisch jedem Menübefehl einen Hilfetext einblendet.

Die Anschlüsse für HDMI und USB liegen unter einer Kunststoffklappe, die ordentlich mit einem Scharnier angeschlagen ist. Akku und Speicherkarte teilen sich einen gemeinsamen Schacht an der Unterseite der Kamera. Der wird blockiert, wenn eine Schnellwechselplatte angeschraubt ist – auch das ist angesichts der sehr kompakten Maße wohl unvermeidbar. Ebenso, dass das Stativgewinde nicht ganz in der optischen Achse sitzt.

Ausstattung Eine kompakte Kamera für jede Gelegenheit ist idealerweise mit allen Funktionen ausgestattet, die unbeschwerte Aufnahmen möglich machen. Da will auch die Panasonic Lumix DMC GM5 nicht hintenanstehen. Zunächst einmal bietet sie zwei Vollautomatiken, eine davon erlaubt es, Blende, Weißabgleich und Belichtung individuell anzupassen. Wer sich nicht darauf verlassen will, dass es die Motivautomatik schon richten wird, kann auch gezielt eines von knapp 20 Szenenprogrammen vorgeben. Ebenfalls an Bord sind eine HDR- sowie eine Panorama-Automatik. Hinzu kommen 22 Kreativmodi für effektvolle Bildverfremdungen von Retro bis Sternfilter.

Die kompakte Systemkamera hat aber auch so ziemlich alles zu bieten, was anspruchsvolle Fotografen sich wünschen. Dazu zählen Zeit- und Blendenautomatik wie auch die Möglichkeit zur manuellen Belichtungssteuerung. Letztere funktioniert sogar in Verbindung mit der ISO-Automatik, sodass die GM5 die Belichtung bei einer fest vorgegeben Zeit-/Blendenkombination über die Empfindlichkeit automatisch reguliert. Die Kamera ist mit einem vollelektronischen Verschluss ausgestattet, der eine kürzeste Belichtungszeit von 1/16.000 Sek. ermöglicht.

Einen elektronisch gesteuerten mechanischen Verschluss weist die GM5 ebenfalls auf, bei dem allerdings der erste Vorhang elektronisch gebildet wird und nur noch der zweite aus einem klassischen mechanischem Vorhang besteht. Er erlaubt aber nur eine kürzeste Verschlusszeit von 1/500 Sek. Viel schwerer wiegt jedoch, dass mit dem elektronischen Verschluss keine Blitzlichtaufnahmen möglich sind, der mechanische begrenzt die küzestmögliche Synchronzeit nämlich auf 1/50 Sek. Wer mit dem Blitzlicht Bewegungen einfrieren möchte, wird von der GM5 alleine gelassen. Das ist schade, weil die Kamera ansonsten mit ausgereiften Blitzfunktionen wie Synchronisation auf den zweiten Vorhang oder TTL-Belichtungssteuerung aufwartet. Ein integriertes Blitzlicht fand übrigens keinen Platz mehr in kompakten Gehäuse der GM5, stattdessen legt Panasonic einen kleinen Aufsteckblitz bei, der indes mit Leitzahl 7 kaum potenter ist als ein Bordblitz so mancher Kameras.

Wenn es um schnelle Serienbildraten geht, legt sich die kleine GM5 mächtig ins Zeug. Zwar konnten wir im Test die versprochenen 10 Bilder pro Sekunde (fps) mit elektronischem Verschluss nicht erreichen, aber 6 fps bei JEPG-Aufnahmen sind schon ein hoher Wert. Viel wichtiger als eine extrem hohe Serienbildrate ist in der Praxis, dass eine Kamera diese auch lange durchhält. Und in dieser Hinsicht beweist die GM5 einen äußerst langen Atem, denn sie fiel auch nach einem Spurt von 30 Sekunden nicht in den gemütlichen Dauerlauf. Bei Aufzeichnung im RAW-Format geht es allerdings bereits nach sechs Aufnahmen mit einer gemächlichen Rate von knapp 2 fps weiter. Trotz ihrer eindrucksvollen Serienbildleistung ist die GM5 indes keine Sportkamera. Dazu fehlt ihr die Möglichkeit, den Fokus bei hoher Serienbildrate nachführen zu können und es gibt kein Live-View – stattdessen erscheint das zuletzt aufgenommene Bild im Sucher.

  • Bild Im Wiedergabemodus blendet die GM5 auf Wunsch eine Vielzahl an Informationen ein. Zu sehen ist hier auch, wie kompakt das Objektiv G Vario 12-32 mm 3.5-5.6 Asph. O.I.S. ist. [Foto: Martin Vieten]

    Im Wiedergabemodus blendet die GM5 auf Wunsch eine Vielzahl an Informationen ein. Zu sehen ist hier auch, wie kompakt das Objektiv G Vario 12-32 mm 3.5-5.6 Asph. O.I.S. ist. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Die Panasonic Lumix DMC-GM5 zeichnet standardmäßig im Seitenverhältnis von 4:3 auf. [Foto: Martin Vieten]

    Die Panasonic Lumix DMC-GM5 zeichnet standardmäßig im Seitenverhältnis von 4:3 auf. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Dank ausgeklügeltem Wiedergabezoom lässt sich eine Aufnahme fast aufs Pixel genau prüfen. [Foto: Martin Vieten]

    Dank ausgeklügeltem Wiedergabezoom lässt sich eine Aufnahme fast aufs Pixel genau prüfen. [Foto: Martin Vieten]

Dass die GM5 eine quicklebendige Kamera ist, zeigt sie auch bei Videoaufnahmen. Beim Filmen führt sie den Fokus schnell und zielsicher nach, lästiges Fokuspumpen ist ihr weitgehend fremd. Auf Wunsch liefert sie Filme mit einer Auflösung in Full-HD bei 50 Vollbildern je Sekunde (50p). Dabei hat man die Wahl, ob die Daten im platzsparenden AVCHD-Formt oder bearbeitungsfreundlich als MP4-Dateien aufgezeichnet werden sollen. Schön auch, dass die GM5 bei laufender Filmaufnahme Fotos aufnehmen kann. Der Stereoton lässt sich auf Wunsch manuelle aussteuern, einen elektronischen Windfilter hat die GM5 ebenfalls zu bieten. Ist das Objektiv mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet, lässt sich dieser auch bei Filmaufnahmen aktivieren.

Panasonic hat die GM5 mit einigen nützlichen Bearbeitungsfunktionen im Wiedergabemodus versehen. Unter anderem ist es möglich, störende Bildelemente, etwa Strommasten, weg zu retuschieren. Dank Touchdisplay gelingt das sogar verblüffend einfach. Ansonsten bietet die GM5 bei der Wiedergabe nur Hausmannskost wie Bilder drehen und zuschneiden, Dateigröße ändern etc. Mehr Augenmerkt hat Panasonic bei der Entwicklung offenbar auf die WiFi-Funktionen gelegt. In Verbindung mit der „Image App“ von Panasonic (für Android und iOS erhältlich) lassen sich Aufnahmen von der Kamera auf ein Mobilgerät übertragen oder die Kamera von diesem aus fernsteuern. Clever ist auch, dass die GM5 mithilfe der Image App an einem Mobilgerät aufgezeichnete GPS-Koordinaten übernehmen und in den jeweiligen Aufnahmen speichern kann – auf diese Weise fällt der Verzicht auf ein eigenständiges GPS-Modul in der Kamera nicht weiter ins Gewicht.

Objektiv Wie alle Systemkameras von Panasonic ist auch die GM5 mit einem Bajonett nach „Micro Four Thirds“-Standard ausgerüstet. Das heißt, sie arbeitet mit allen Objektiven zusammen, die diesem Standard folgen. Neben den hauseigenen Linsen sind das vor allem auch die des Herstellers Olympus. Speziell zur sehr leichten und kompakten GM5 bietet Panasonic das Standardzoom G Vario 12-32/1:3.5-5.6 Asph Mega O.I.S., das Telezoom G Vario 35-100/1:4-5.6 Asph Mega O.I.S. sowie die Festbrennweite Leica DG Summilux 15 mm F1.7 Asph an. Ersteres deckt bezogen auf Kleinbild einen Brennweitenbereich von 24 bis 64 Millimeter ab, zweiteres zoomt von 70 bis 200 Millimeter (ein ausführlicher Test des Telezooms an der GM5 ist in den weiterführenden Links zu finden). Die Festbrennweite entspricht einem 30mm-Weitwinkel. Beide Zooms sind bezogen auf ihren Zoombereich sehr klein und leicht, für den Transport lassen sie sich nochmals platzsparender zusammenfahren. Zudem sind die Zooms mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet; er stabilisiert auch das Sucherbild, was sich insbesondere bei langer Telebrennweite positiv bemerkbar macht. Bei beiden Objektiven besteht der Tubus zwar aus Kunststoff, das Bajonett fertigt Panasonic allerdings aus Metall.

Gepaart mit dem G Vario 12-32/1:3.5-5.6 zeigt die GM5 eine eindrucksvolle Autofokusleistung; sie braucht bei allen Brennweiten weniger als 0,3 Sekunden, um von unendlich auf einen Abstand von zwei Metern zu fokussieren und auszulösen. Für dieses gute Resultat, insbesondere bei dem Prinzip bedingt eher langsamen Kontrast-Autofokus, ist ein cleverer Trick verantwortlich: Panasonic liest den Bildsensor (und damit die Entfernungsinformationen) beim Scharfstellen mit 240 Hertz aus. Hinzu kommt, dass bei dem kleinen Objektiv nur geringe Glasmassen zum Fokussieren zu bewegen sind. Überhaupt ist das AF-System der GM5 hoch entwickelt. Ein kleines Highlight ist sicherlich die Möglichkeit, mit einem Fingertipper aufs Display festlegen zu können, auf welche Motivpartie die Kamera scharf stellen soll. Dazu unterteilt sie das Sucherbild in 25 Zonen, die einzeln angewählt werden können.

Beim manuellen Scharfstellen unterstützt einen die GM5 gleich mit mehreren Funktionen. So gibt es Fokus-Peaking, bei dem die Kontrastkanten im Bild farbig hervorgehoben werden. Außerdem blendet die GM5 auf Wunsch eine Fokuslupe ein, sobald man am Fokusring des Objektivs dreht. Dieser vergrößerte Bildausschnitt nimmt nicht das gesamte Sucherbild ein, sondern nur einen kleinen Teil davon. So behält man trotz aktivierter Fokuslupe den Überblick über den aktuellen Bildausschnitt – eine prima Idee!

Bildqualität Panasonic hat sich ganz und gar dem Micro-Four-Thirds-Standard verschrieben. Und so kommt auch die GM5 mit einem Bildsensor im 4:3-Format, der bei dieser Kamera 16 Megapixel auflöst. Auf dem Papier gleicht dieser Bildsensor dem des Schwestermodells GM1, eine Kamera, die seinerzeit im Testlabor von digitalkamera.de durchaus zu gefallen wusste. Ob das auch für die aktuelle GM5 gilt? Um das herauszufinden, musste sich die GM5 ebenfalls auf den harten Parcours durch das Testlabor begeben. Das detaillierte und ausführlich kommentierte Testprotokoll gibt es wie immer gegen ein kleines Entgelt zur Einsichtnahme und als PDF-Download (siehe weiterführende Links am Ende dieses Testberichts).

Die Sensorfläche beträgt bei Micro Four Thirds lediglich das 0,25fache einer Kleinbildkamera. Entsprechend eng drängeln sich einzelnen Fotodioden auf dem Bildwandler, was sich in der Regel in einem zu hohen ISO-Empfindlichkeiten rasch abnehmenden Signal-Rauschabstand äußert. Dieses Problem kann auch die GM5 nicht ganz verhehlen, bis ISO 800 bleibt ihr Rauschabstand jedoch im grünen Bereich von mehr als 35 dB, bei ISO 1.600 liegt er nur ganz knapp darunter. Dennoch sind Aufnahmen mit ISO 1.600 noch kein Problem für die GM5, denn Panasonic hat ihre Rauschunterdrückung gut abgestimmt. Sie greift besonders in gleichmäßigen Bildbereichen ein, arbeitet an Kontrastkanten jedoch deutlich zurückhaltender, was dem Detailreichtum zugutekommt. Hinzu kommt, dass das Rauschen in den nicht korrigierten Raw-Dateien sehr feinkörnig ist – auch das hilft, feinste Bilddetails zu wahren. Bei ISO 3.200 wird das Korn dann jedoch härter, in den JPEGs opfert die Rauschunterdrückung feinste Details. Dennoch ist die Kamera bis zu dieser ISO-Stufe gut zu gebrauchen, für kleinere Abzüge gehen auch noch ISO 6.400 in Ordnung. Dazu trägt vor allem auch bei, dass die GM5 bis zu dieser ISO-Stufe einen hohen Motivkontrast von fast elf Blendenstufen verarbeitet (sieht man einmal von einem leichten Einbruch bei ISO 3.200 ab).

Erkauft wird dieses an sich recht positive Ergebnis allerdings mit einer sehr hohen Texturschärfe und damit einhergehend einer hohen Schärfeartefaktrate – ein deutliches Indiz dafür, dass die GM5 stärker nachschärft, als es vielleicht nötig wäre. Eine ordentliche Figur gibt die kleine Kamera hingegen beim Ausgabe-Tonwertumfang ab, bis ISO 1.600 differenziert sie Farb- und Helligkeitsunterschiede auf gutem Niveau. Jenseits der ISO 6.400 bricht die Ausgangsdynamik jedoch kräftig ein – höhere ISO-Werte sollte man der Kamera nur im absoluten Notfall zutrauen. Bei der Farbwiedergabe zeigt sich die GM5 als klassische Vertreterin einer Panasonic-Kamera mit kräftig betonten Orange- und Violett-Tönen, sowie einem Cyan das Richtung Magenta verfärbt ist. Am Weißabgleich kann das nicht liegen, denn der arbeitet bis ISO 6.400 vorbildlich exakt.

  • Bild Ausgestattet mit dem Standard-Zoom wiegt die GM5 weniger als 300 Gramm. [Foto: MediaNord]

    Ausgestattet mit dem Standard-Zoom wiegt die GM5 weniger als 300 Gramm. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Stativgewinde der GM5 liegt nicht ganz in der optischen Achse. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der GM5 liegt nicht ganz in der optischen Achse. [Foto: MediaNord]

  • Bild HDMI- und USB-Buchsen sind bei der GM5 unter einer ordentlichen Klappe gut geschützt. [Foto: MediaNord]

    HDMI- und USB-Buchsen sind bei der GM5 unter einer ordentlichen Klappe gut geschützt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die GM5 ist erst aufnahmebereit, nachdem das Objektiv von Hand ausgefahren wurde. [Foto: MediaNord]

    Die GM5 ist erst aufnahmebereit, nachdem das Objektiv von Hand ausgefahren wurde. [Foto: MediaNord]

Sieht man einmal von den leichten Schwächen bei der Farbtreue und beim Nachschärfen ab, leisten Sensor und Bildprozessor der GM5 Beachtliches. Das Objektiv G Vario 12-32 mm 3.5-5.6 Asph. O.I.S. tischt dagegen nur Hausmannskost auf. Es löst bestenfalls rund 45 Linienpaare pro Millimeter (lp/mm) auf, jedoch nur im Bildzentrum. Zu den Bildrändern hin sinkt die Auflösung deutlich, besonders eklatant ist der Randverlust am kurzen Ende des Standardzooms. Durch Abblenden lässt sich dieses Problem auch nicht mildern, denn aufgrund der relativ kleinen Sensorfläche begrenzen bereits ab Blende F8 Beugungseffekte die Auflösung. Bei 24 Millimeter Brennweite (bezogen auf Kleinbild) verzeichnet das Objektiv deutlich tonnenförmig, 40 und 60 Millimeter bildet es hingegen praktisch verzeichnungsfrei ab. Farbsäume, die durch chromatische Aberration hervorgerufen werden, beginnen erst ab Blende F11 sichtbar zu stören, derart weit sollte man das Objektiv wegen der Beugungsproblematik aber nur im Notfall abblenden.

Fazit Mit der Lumix DMC-GM5 bringt Panasonic eine sehr handliche Systemkamera, die eine solide Leistung liefert. Ihre Serienbildrate ist hoch, der Autofokus arbeitet schnell und die Bildqualität der Kamera geht mehr als in Ordnung. Schade, dass das ebenfalls sehr kompakte Set-Objektiv das Potential des 16-Megapixel-Sensors nicht ausschöpfen kann. Dafür passt es äußerlich perfekt zur Kamera, weil es sich zum Transport nochmals platzsparender zusammenschieben lässt. Die äußerst kompakten Maße der GM5 fordern ihren Tribut indes beim Handling: Die Bedienelemente sind winzig klein, das Gehäuse bietet wenig Halt für die Hand. Da ist es besonders erfreulich, dass Panasonic die Kamera mit einem Touchdisplay versehen hat, das die Bedienung bei Aufnahme und Wiedergabe erleichtert. Klappen lässt sich das Display indes nicht, der sehr kleine elektronische Sucher ist nur bedingt eine Alternative zum fest verbauten Monitor. Dennoch ist die GM5 trotz kleiner Schwächen eine sehr gelungene Kamera, die kaum größer ist als eine Kompakte, jedoch eine deutlich bessere Bildqualität liefert und sich zudem mit allen Objektiven nach Micro-Four-Thirds-Standard erweitern lässt.


Weiterführende Links

Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Kameras


Steckbrief
Hersteller Panasonic
Modell Lumix DMC-GM5
Preis ca. 800 EUR**
Sensor Auflösung 16,8 Megapixel
Max. Bildauflösung 4.592 x 3.448
(Seitenverhältnis) (4:3)
Objektiv Lumix G Vario 1:3.5-5,6/12-32mm Asph. Mega OIS
Filtergewinde 37 mm
Sucher elektronisch
  Auflösung 1.170.000
  Sichtfeld 100%
  Vergrößerung 0,67-fach
  Dioptrienausgleich -4 bis +4 dpt.
LCD-Monitor 3"
  Auflösung 921.600
  drehbar
  schwenkbar
  als Sucher ja
Videoausgang HDMI
  als Sucher
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
Motivprogramme  
  Porträt ja
  Kinder/Baby ja
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 13
Belichtungsmessung    Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz (aufsteckbar)
  Leitzahl 7 (Messung)
  Blitzanschluss Systemblitzschuh
Fernauslöser via WLAN
Intervallaufnahme
Speichermedium SD/SDHC/SDXC
Videomodus  
  Format AVCHD und MP4
  Codec H.264
  Auflösung (max.) 1.920 x 1.080
  bei Bildfrequenz 50p
Empfindlichkeit  
  automatisch 100-25.600
(Obergrenze einstellbar)
  manuell ISO 100-25.600
Weißabgleich  
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe
  Glühlampe ja
  Sonstiges Schatten, Blitz, manuelle Farbtemperaturwahl, WB-Feinkorrektur
  Manuell ja
Autofokus  
  Anzahl
  Messfelder
23
  AF-Hilfslicht orange LED
  Geschwindigkeit ca. 0,3 s
Sprachen Deutsch
  weitere 15
Einschaltzeit ca. 0,3 s
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
ja (nur mit PZ-Objkektiv)
Gewicht
(Betriebsbereit)
211 g (nur Gehäuse)
281 g (mit Objektiv**)
Serienbildfunktion*  
  Serienbildanzahl ∞ (JPEG)
6 (RAW)
  Frequenz
    (Bilder/s)
6,0 (JPEG)
8,6 (RAW)
  Dauerlauf
    (Bilder/s)
– (JPEG)
1,9 (RAW)
  mit Blitz
Zoom  
  Zoomverstellung am Objektiv
  Zoomstufen stufenlos
  Zeit WW bis Tele
Speicher-
geschwindigkeiten*
 
  JPEG 0,6 s (8,5 MByte)
  RAW 1,2 s (19,1 MByte)
Auslösung während
d. Speicherns mögl.
ja
Akkulaufzeit ca. 210 Bilder (lt. CIPA)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit Panasonic 16 GB Class 10 95 MB/s SDHC Speicherkarte
** mit Objektiv Lumix G Vario 1:3.5-5,6/12-32mm Asph. Mega OIS

Kurzbewertung

  • Äußerst kompakte Systemkamera
  • Schneller AF, hohe Serienbildrate
  • Großer Funktionsumfang
  • Bis ISO 1.600 sehr gute Bildqualität
  • Fummelige Bedienung (aber Touchdisplay)
  • Blitzsynchronzeit mit mindestens 1/50 Sekunde deutlich zu lang
  • Nicht sonderlich hoch auflösendes Set-Objektiv
  • Kleiner EVF

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 92 %
Ausstattung 12,5 % 93 %
Handhabung 12,5 % 90 %
Geschwindigkeit 12,5 % 88 %
Bildqualität 50,0 % 89 %
Gesamtnote 90 %