Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Kameras


Steckbrief
Hersteller Panasonic
Modell Lumix DMC-G5
Preis ca. 720 EUR*
Sensor Auflösung 18,31 Megapixel
Max. Bildauflösung 4.608 x 3.456
(Seitenverhältnis) (4:3)
Objektiv Lumix G Vario 1:3,5-5,6/14-42mm Asph. OIS
Filtergewinde 52 mm
Sucher LCOS EVF
  Sichtfeld 100 %
  Auflösung 1.440.000
  Vergrößerung 0,7-fach
  Dioptrienausgleich -4 bis +4 dpt.
LCD-Monitor 3"
  Auflösung 920.000
  drehbar ja
  schwenkbar ja
  als Sucher ja
Videoausgang AV und HDMI (je PAL und NTSC)
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
ja
Motivprogramme
  Porträt ja
  Kinder/Baby ja
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 18
Belichtungsmessung    Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz ja
  Blitzanschluss Systemblitzschuh
Fernauslöser Kabel
Intervallaufnahme
Speichermedium SD/SDHC/SDXC
Videomodus ja
  Format Quicktime oder AVCHD
  Codec H.264
  Auflösung (max.) 1.920 x 1.080
  bei Bildfrequenz
50p
Empfindlichkeit
  automatisch 200-3.200
(Obergrenze einstellbar)
  manuell ISO 160-12.800
Weißabgleich
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe
  Glühlampe ja
  Sonstiges Schatten, Blitz, manuelle Farbtemperaturwahl
  Manuell ja
Autofokus
  Anzahl
  Messfelder
23
  AF-Hilfslicht rot-orange
  Geschwindigkeit < 0,3 s
Sprachen Deutsch
  weitere 15
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
Gewicht
(betriebsbereit)
346 g (nur Gehäuse)
591 g (mit Objektiv**)
Zoom
  Zoomverstellung am Objektiv
Akkulaufzeit ca. 320 Bilder

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit Objektiv Lumix G Vario 1:3,5-5,6/14-42mm Asph. OIS

Kurzbewertung

  • Ergonomisch geformtes, kompaktes Gehäuse
  • Schneller, exakter Kontrast-AF – auch bei Video
  • Hohe Serienbildrate
  • Hervorragende Videofähigkeiten (insbesondere mit PZ-Objektiven)
  • Bildqualität nur bis ISO 1.600 gut
  • HDR-Funktion nicht sehr wirkungsvoll
  • Akku ein wenig schwach
  • Kein Anschluss für externes Mikro

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 91 %
Ausstattung 12,5 % 98 %
Handhabung 12,5 % 89 %
Geschwindigkeit 12,5 % 89 %
Bildqualität 50,0 % 87 %
Gesamtnote 90 %

Preisvergleich

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Panasonic Lumix DMC-G5

Panasonic Lumix DMC-G5 mit 14-42 mm weiß/weiß

Panasonic Lumix DMC-G5 mit 14-42 mm silber/silber

Panasonic Lumix DMC-G5 mit 14-42 mm schwarz/schwarz

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Panasonic Lumix DMC-G5 mit 14-42 mm PZ silber/silber

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Panasonic Lumix DMC-G5 mit 14-42 mm

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Kompakttest

Panasonic Lumix DMC-G5

2012-09-03 In Europa gilt die 13 als Unglückszahl, in Japan ist es die Vier. Und so lässt Panasonic auf die G3 nun die Lumix G5 folgen. In der vierten Generation erhält die spiegellose Systemkamera wieder mehr ein klassisches DLSR-Design. Zudem hat Panasonic bei der G5 den Bildschirm aufpoliert, die Videofähigkeiten verbessert und der Kamera einige interessante neue Fotofunktionen mit auf den Weg gegeben. Wie macht sich der jüngste Spross der G-Familie in der Praxis und im Testlabor von digitalkamera.de? Dieser Frage geht unser Testbericht nach.  (Martin Vieten)

Panasonic Lumix DMC-G5 mit 14-42 mm [Foto: MediaNord]Ergonomie und Verarbeitung "Small is beautiful" – diesen Design-Grundsatz haben viele Hersteller mit der letzten Generation ihrer Kameras verfolgt. So auch Panasonic mit der G3 vom vergangenen Jahr. Das sah zwar hübsch aus, im Einsatz erwies sich indes der wenig konturierte Handgriff der G3 als nicht so praktisch. Mit der G5 folgt Panasonic nun wieder mehr dem alten Lehrsatz "Form follows function": Die Lumix G5 wirkt eher wie eine klassische DSLR mit einem tiefen und gut ausgeformten Griff – nur eben kleiner. Doch das ist kein Nachteil: Die G5 liegt hervorragend in der Hand, wozu auch die gut ausgeformte Daumenauflage beiträgt. Mit ihrem Gewicht von knapp 600 Gramm (betriebsbereit mit Objektiv Lumix G Vario 14-42/1:3.5-5.6 Asph.) bleibt die Systemkamera etwas leichter als eine herkömmliche DSLR, sie empfiehlt sich damit durchaus für längere Ausflüge und auf Reisen.

Trotz des recht zierlichen Gehäuses der G5 hat Panasonic genügend Platz gefunden, um die Kamera mit den wichtigsten Reglern und Schaltern auszustatten. Der Bedienung kommt das eindeutig zugute, die G5 lässt sich einigermaßen fix konfigurieren. Noch schneller ginge es sicherlich, wäre die Beschriftung der silbernen Vier-Wege-Wippe auf der Rückseite auch ablesbar. Oben auf der Topplatte rechts thront ein griffiges Programmwählrad, das sogar zwei Speicherplätze für benutzerdefinierte Einstellungen bereithält. Der etwas kleine Auslöser reckt sich weit auf die Spitze der Griffwulst vor, so kommt er automatisch unter dem rechten Zeigefinder zu liegen. Direkt dahinter hat Panasonic eine neue Schaltwippe angebracht, sie übernimmt zwei unterschiedliche Funktionen: Ist ein Powerzoom-Objektiv (dazu gleich mehr) an die Kamera angesetzt, zoomt man mit dieser Wippe ein und aus – ganz so wie mit einer Kompaktkamera. Bei herkömmlichen Objektiven dient die Wippe zur Belichtungskorrektur – eine clevere Idee! Vor allem auch deshalb, weil das Daumenrad entschieden zu tief sitzt und damit nicht sonderlich bequem erreichbar ist. Kritik muss sich auch die Gestaltung des Hauptmenüs gefallen lassen: Zwar teilt Panasonic die langen Befehlslisten auf mehrere Seiten auf, einzeln anwählen (etwa über Register) lassen sich diese jedoch nicht. So muss man immer erst ans Ende einer Seite scrollen, um zur nächsten zu gelangen – das ließe sich auch eleganter lösen.

Panasonic Lumix DMC-G5 [Foto: MediaNord]Wie schon ihre Vorgängerin bietet auch die G5 einen guten elektronischen Sucher (EVF), der mit 800 x 600 Pixeln sehr fein auflöst. Das Sucherbild ist angenehm groß und schliert selbst bei schnellen Schwenks kaum, einzig sein Kontrastumfang ist zu gering. Wieder zurück ist bei der G5 ein Näherungssensor am Sucher, den Panasonic bei der Vorgängerin noch eingespart hatte. Dieser Sensor schaltet auf Wunsch automatisch vom Display auf den EVF um, sobald die Kamera ans Auge gehoben wird. Oder aber vor den Bauch gehalten wird, was nämlich ebenfalls das Sucherbild auf dem Display verschwinden lässt. Da erwies es sich in der Praxis als sehr hilfreich, dass sich mit einem leicht erreichbaren Knopf auch von Hand zwischen EVF und Display umschalten lässt. Das Display hat Panasonic ebenfalls verbessert, es löst nun standesgemäß rund 920.000 Bildpunkte auf. Im hellen Licht der Mittagssonne ist es ordentlich ablesbar, wenn die Helligkeit von Hand hochgeregelt wird – die automatische Helligkeitsregelung erwies sich in der Praxis als zu zurückhaltend. Geblieben ist es dabei, dass das Display der G5 berührungsempfindlich ist und per Fingertipper Befehle entgegennimmt. So ist zum Beispiel nicht nur die ISO-Empfindlichkeit mit zwei, drei Tippern blitzschnell geändert – auch der Fokuspunkt lässt sich mit einem Fingertipp auf die gewünschte Bildpartie legen und sogar die Aufnahme auslösen. Panasonic setzt offenbar weiterhin auf einen resistiven Touchscreen. Das erfordert zwar einen etwas beherzteren Druck als etwa bei einem kapazitiven Touchscreen eines Smartphones, diese Technik funktioniert dafür auch mit Handschuhen. Das Display ist links am Gehäuse angeschlagen und lässt sich um 180 Grad wegklappen sowie um 180 Grad nach oben beziehungsweise vorne drehen und um 90 Grad nach unten. Kurzum, der Monitor der G5 ist praktisch immer sichtbar, auch bei Selbstportraits.

Panasonic Lumix DMC-G5 mit 14-42 mm [Foto: MediaNord]Das Gehäuse der G5 kann zwar nicht verhehlen, dass es weitgehend aus Kunststoff gefertigt ist, macht aber einen soliden Eindruck. Nur die gummiartige Abdeckung der Schnittstellen weckt wenig Vertrauen in eine lange Lebensdauer. Speicherkarte und Akku nimmt ein kombiniertes Fach am Boden der Kamera auf, wenige Zentimeter daneben befindet sich ein Stativgewinde, das ordentlich in der optischen Achse sitzt. Durch die enge Nachbarschaft von Akku-/Speicherkartenfach und Stativgewinde blockiert jedoch bestenfalls eine sehr kompakte Wechselplatte den Zugang zu Massenspeicher und Energiespender nicht. Angesichts der etwas knappen Akkukapazität von 320 Aufnahmen (nach CIPA-Standard) gestaltet sich so bei ausgedehntem Stativeinsatz der Akkuwechsel etwas umständlich. Immerhin legt Panasonic der G5 ein ordentliches Ladegerät bei, ein optionaler Zweitakku lässt sich also problemlos laden, während die Kamera im Einsatz ist. 

Ausstattung Systemkameras von Panasonic bieten seit je her ein wahres Füllhorn an Funktionen und Konfigurationsmöglichkeiten – da macht auch die Lumix G5 keine Ausnahme. Panasonic hat der Kamera so ziemlich alles mitgegeben, was sich unbedarfte Fotografen wie auch Foto-Amateure mit gewissen Ansprüchen wünschen. Wer ohne viel Federlesen einfach nur fotografieren möchte, dem bietet die G5 gleich zwei Vollautomatik-Funktionen: Die "Intelligente Automatik" kümmert sich um alles, ohne dass man Einflussmöglichkeiten hätte. Daneben gibt es die "Intelligente Automatik Plus" – sie erlaubt Belichtungs- und Weißabgleichkorrekturen sowie die Steuerung der Schärfentiefe. Will man nicht alles der Automatik überlassen, hält die Kamera 23 frei wählbare Motivprogramme bereit. Erweitert hat Panasonic bei der G5 die Anzahl der kreativen Bildeffekte, man kann nun zwischen 14 Verfremdungsmöglichkeiten von "Expressiv" bis "Miniatureffekt" wählen.

Panasonic Lumix DMC-G5 mit 14-42 mm [Foto: MediaNord]Anspruchsvollen Fotografen bietet die G5 vielfältige Möglichkeiten und Funktionen zur individuellen Steuerung der Aufnahmeparameter. Die Kamera lässt sich als Blenden-, Zeit- und Programmautomat betreiben, zudem kann die Belichtung auch gänzlich manuell gesteuert werden. Die G5 nimmt Belichtungsreihen mit bis zu sieben Aufnahmen bei einer maximalen Spreizung von einer Blendenstufe auf. Das sollte auch für anspruchsvolle HDR-Reihen ausreichen. Noch bequemer entstehen HDR-Fotos mit der neuen HDR-Funktion der G5. Sie nimmt automatisch drei Fotos mit unterschiedlichen Belichtungswerten auf und vereint sie zu einem Bild, das von den dunkelsten Tiefen bis zu den hellsten Lichtern durchgezeichnet ist – theoretisch. In der Praxis erwies sich die HDR-Automatik allerdings als zu zaghaft, die Kontraste waren zum Beispiel bei ausgeprägtem Gegenlicht zu hoch. Auch die Bildaufbereitung in der Kamera kann sehr weitgehend angepasst werden, etwa Schärfe, Kontrast, Sättigung sowie die Stärke der Rauschunterdrückung. Die G5 hat einen Messwertspeicher für die Belichtung an Bord, wahlweise lässt sich damit auch die Fokuseinstellung festhalten.

Panasonic hat die Kamera mit einem elektronischem Verschluss ausgestattet, der sich bei Bedarf aktivieren lässt. Dann wird nicht nur das Auslösegeräusch deutlich verringert, der elektronische Verschluss erlaubt zudem Serienbildaufnahmen mit bis zu 20 Fotos pro Sekunde (fps), indes sinkt dann die Auflösung auf rund vier Megapixel. Bei voller Bildauflösung beträgt die Serienbildrate nach Herstellerangeben immer noch recht flotte 6 fps, dann zeigt die Kamera allerdings während der Reihenaufnahme kein Sucherbild an. Wenig Überraschendes hält die Blitzfunktion der G5 bereit: Sie beherrscht das Blitzen auf den zweiten Vorhang ebenso wie die Langzeitsynchronisation, die Blitzbelichtung lässt sich unabhängig vom Messwert des Umgebungslichts korrigieren. Achtung: Bei aktiviertem elektronischem Verschluss, bleibt der Blitz außer Funktion – ein Umstand, den die Bedienungsanleitung geflissentlich übergeht.  

Panasonic Lumix DMC-G5 [Foto: MediaNord]Bereits die Urahnin der Lumix G5, die vor vier Jahren vorgestellte G1, verblüffte mit einem für spiegellose Systemkameras überraschend flotten Autofokus. Dabei ist es bis heute geblieben, auch der Kontrast-AF der G5 zählt zu den schnellsten seiner Art. Praktisch augenblicklich nachdem der Auslöser angetippt wurde, hat die Kamera scharf gestellt. Wird der Auslöser ganz durchgedrückt, dauert es dann aber doch einen Wimpernschlag, bis die Aufnahme im Kasten ist. Dennoch: Die im Labor mit dem Set-Objektiv Lumix G Vario 14-42/1:3.5-5.6 ermittelte Auslöseverzögerung inklusive Autofokus beträgt maximal 0,3 Sekunden und liegt damit auf dem Niveau vergleichbarer DSLR-Kameras. Selbst die kontinuierliche Fokusnachführung funktioniert sehr gut. Das gilt insbesondere in Verbindung mit den neuen "Powerzoom"-Objektiven, wie das Vario PZ 45-175/4.0-5.6 im Praxiseinsatz unter Beweis stellen konnte. Bei Panasonics PZ-Objektiven verschieben Stellmotoren die Linsen der Fokusgruppe, wodurch die Kamera stets die aktuelle Entfernungseinstellung kennt.

Die Vorteile dieses Verfahrens kommen vor allem bei Videoaufnahmen zu tragen: Ausgerüstet mit dem Powerzoom regelt die G5 beim Filmen die Schärfe sehr zügig und vor allem ohne störendes Fokuspumpen nach. Als fast noch wertvoller erwies bei Videoaufnahmen, dass das Powerzoom – wie der Name schon nahelegt – die Brennweite motorisch ändert. Dazu ist die G5 mit der bereits erwähnten Zoomwippe nahe am Auslöser versehen. Sie arbeitet zweistufig, halb gedrückt wird der Zoombereich mit verringerter Geschwindigkeit durchfahren. So werden endlich auch mit einer Systemkamera gleichmäßige Zoomfahrten möglich. Ein weiterer Vorteil dieser Technik: Das Motorzoom arbeitet nahezu lautlos, vorbei sind damit die Zeiten, da sich eine Zoomänderung beim Videodreh mit lästigen Schabgeräuschen auf der Tonspur verewigt. Dem mit der G5 im Set erhältlichen Standard-Zoom  Lumix G Vario 14-42/1:3.5-5.6 Asph. hat Panasonic diese Vorzüge vorenthalten, es lässt sich nur herkömmlichen manuell Zoomen. Bezogen auf das Kleinbildformat deckt dieses Zoom einen Brennweitenbereich von 28 bis 84 Millimeter ab. Es ist weitgehend aus Kunststoff gefertigt, jedoch ohne dadurch billig zu wirken.

Panasonic Lumix DMC-G5 mit 14-42 mm [Foto: MediaNord]Dass sich die Investition in die Powerzoom-Objektive für Filmenthusiasten lohnt, unterstreichen die G5 eindrucksvoll mit ihren Videofähigkeiten. Die Kamera zeichnet in Full-HD-Auflösung mit einer Bildrate von 50 Vollbildern pro Sekunde auf, daraus resultiert ein Datenstrom von beachtlichen 28 Mbps. Videos lassen sich mit praktisch allen Belichtungs-, Effekt- beziehungsweise Motivprogrammen aufnehmen, der Ton wird in Stereo aufgezeichnet. Die G5 erlaubt es, Tonaufnahmen in vier Stufen manuell auszusteuern, bei Bedarf ist ein digitaler Windfilter zuschaltbar. Schade aber, dass Panasonic der G5 die Möglichkeit zum Anschluss eines externen Mikrofons vorenthalten hat. Standardmäßig führt die Kamera beim Videodreh den Fokus nach, die Funktion lässt sich jedoch auch abschalten. In diesem Fall springt der Autofokus erst nach kurzem Antippen des Auslösers an. Während der Filmaufzeichnung sind auch Fotoaufnahmen möglich, deren Bildformat beträgt dann jedoch stets 16:9.

Bildqualität 16 Megapixel Auflösung sind derzeit bei Systemkameras das Maß aller Dinge, kaum eine Vertreterin dieser Klasse begnügt sich noch mit weniger. Da hält die Lumix G5 gut mit, wie bei der Vorgängerin löst ihr Micro-Four-Thirds-Sensor weiterhin 16 Megapixel auf. So betrachtet hat Panasonic also bei der G5 alles beim Alten belassen. Es bleibt auch dabei, dass die Sensorfläche rund ein Drittel geringer ist als bei einem APS-C-Sensor – und damit bei den prinzipiellen Risiken und Nebenwirkungen für das Bildrauschen. Panasonic hebt jedoch hervor, dass die Rauschunterdrückung der G5 dank ihrer Vier-Kern-CPU deutlich verbessert werden konnte. Ob die Kamera dieses Versprechen einlösen kann, und wie es insgesamt um ihre Bildqualität bestellt ist, musste die G5 im Testlabor von digitalkamera.de sowie in der täglichen Fotopraxis unter Beweis stellen. Das detaillierte und ausführliche Testprotokoll kann gegen ein kleines Entgelt eingesehen und als PDF heruntergeladen Panasonic Lumix DMC-G5 mit 14-42 mm [Foto: MediaNord]werden.

Auf den ersten Blick ins Laborprotokoll scheint in Sachen "Rauschen" alles in Ordnung zu sein – zumindest bis zur Empfindlichkeit von ISO 1.600. Bis zu dieser ISO-Stufe sinkt der Signal-Rauschabstand so gerade nicht unter die kritische Grenze von 35 dB. Ebenso bleibt das Helligkeitsrauschen bis zu dieser Marke auf einem einheitlich niedrigen Niveau. Die Messung der Texturschärfe entlarvt indes, um welchen Preis sich die G5 die guten Rauschwerte erkauft: Die Texturschärfe sinkt ab ISO 200 kontinuierlich ab – ein klares Indiz dafür, dass die Rauschunterdrückung bereits ab geringen ISO-Stufen zunehmend eingreift. Bei Empfindlichkeitseinstellungen jenseits der ISO 1.600 nimmt die Texturschärfe zunächst wieder zu – aber eben auch das Rauschen. Offenbar hält sich jetzt die Rauschunterdrückung mehr zurück, was keine schlechte Idee ist: In der Praxis wirken zu stark entrauschte Fotos artifiziell, weil mit den Störpixeln auch gleich feinste Bilddetails aussortiert werden – da macht auch die G5 keine Ausnahme. Glücklicherweise lässt sich die Stärke der Rauschunterdrückung via Bildstil reduzieren, was sich in der Praxis als eine gute Wahl erwies. Zudem zeichnet die G5 wahlweise auch im RAW-Format auf, sodass sich störendes Bildrauschen auch nachträglich ohne allzu großen Detailverlust per RAW-Konverter minimieren lässt.

Panasonic Lumix DMC-G5 mit 14-42 [Foto: MediaNord]Die Lumix G5 verarbeitet bis hinauf zu ISO 3.200 einen Kontrastumfang von rund 9,5 Blendenstufen – ein ordentlicher Wert, aber kein Spitzenergebnis. Die Tonwertkurve ist sehr weich abgestimmt, die G5 verzichtet also auf knackige Kontraste, liefert indes andererseits bildbearbeitungsfreundliche Aufnahmen. Mit der Farbtreue nimmt es die Kamera nicht so ganz genau, insbesondere Cyantöne verschiebt sie kräftig nach Violett, Orange wird deutlich betont. Im Mittel ist die Farbwiedergabe aber so eben noch akkurat, der Weißabgleich arbeitet sehr genau.

Maßgeblichen Einfluss auf die Bildqualität haben nicht nur der Bildsensor und Bildprozessor der Kamera, sondern auch das Objektiv. Zuletzt zeigte sich häufig, dass die mit einer Kamera erhältlichen Set-Objektive das Potential der Kamera nicht ausschöpfen können. Gilt das auch für das Lumix G Vario 14-42/3.5-5.6, das sich an der G5 im Testlabor bewähren musste? Bei Offenblende zeigt das Standardzoom einen leicht Abfall der Schärfe zu den Bildrändern hin, abgeblendet auf F8 ist die Welt dann aber in Ordnung. Ebenfalls bei Offenblende und nur im Weitwinkelbereich vignettiert das Set-Objektiv kräftig, auch dieses Problem verschwindet zum Glück durch Abblenden auf wenigstens F8. Leben muss man indes damit, dass das Set-Objektiv im Weitwinkelbereich etwas stark tonnenförmig verzeichnet, im Tele zeigen sich leichte kissenförmige Verzeichnungen. Gut im Griff hat Panasonic die chromatische Aberration, Farbsäume zeigt das Objektiv kaum.

Panasonic Lumix DMC-G5 Speicherkartenfach und Akkufach [Foto: MediaNord]Die Auflösungsleistung des preisoptimierten Zoomobjektivs lässt dagegen insgesamt doch Wünsche offen. Zwar knackt die G5 gepaart mit dem Vario 14-42/3.5-5.6 bei optimaler Blende F5,6 die Marke von 40 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm), jedoch nur im Bildzentrum. Insbesondere im Weitwinkelbereich sinkt die Auflösung zu den Rändern hin rapide und erreicht bestenfalls knapp 30 lp/mm. Zwar steigt die Randauflösung mit zunehmender Blendenzahl – bedingt durch ihren relativ kleinen Sensor erreicht die G5 ihr Auflösungsmaximum jedoch schon bei F8, wird weiter abgeblendet, begrenzen Beugungseffekte die Auflösung zunehmend. Insgesamt geht die Abbildungsleistung des Set-Objektivs damit so gerade noch in Ordnung. Wer jedoch bis in die äußersten Ecken scharfe und detailreiche Fotos aufnehmen möchte, sollte die G5 mit einem höherwertigen Objektiv ausstatten.

Fazit Panasonic liefert mit der Lumix G5 eine rundherum handliche Systemkamera ab, die als Fotoapparat wenig Höhen und Tiefen aufweist, als Videokamera dagegen begeistern kann. Das im Vergleich zur Vorgängerin deutlich stärker ausgeformte Gehäuse lässt die G5 gut in der Hand liegen. Dank ihres berührungsempfindlichen Displays ist die Kamera flott zu bedienen, nur Ausflüge ins Hauptmenü geraten etwas langwierig. Die G5 bietet einen verblüffend schnellen Kontrast-AF, mit dem sie genauso rasch scharf stellt wie vergleichbare DSLRs. In Verbindung mit einem Powerzoom-Objektiv führt sie die Schärfe beim Videodreh zügig und ohne lästiges Pumpen nach. Zudem ermöglichen die Objektive mit Motorzoom gleichmäßige, lautlose Zoomfahrten. Der Ausstattungsumfang der G5 ist gut bis sehr gut und lässt sowohl unbedarfte Fotografen als auch Foto-Amateure kaum etwas vermissen. Ausgestattet mit einem Micro-Four-Thirds-Sensor vermag die G5 indes bei der Bildqualität nicht ganz mit der APS-C-Konkurrenz mitzuhalten. Zwar unterdrückt die Kamera Bildrauschen wirkungsvoll, spätestens jenseits der ISO 1.600 führt die kräftige Rauschreduktion jedoch zu sichtbarem Detailverlust. Kann man auf ausgesprochene High-ISO-Fähigkeiten verzichten, empfiehlt sich die G5 für alle, die sich eine kompakte System- und Videokamera in einem Gerät wünschen.


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