Testbericht

Nikon Coolpix S800c

2012-11-22 Mit der Coolpix S800c betritt Nikon Neuland: die Kamera ist mit dem Betriebssystem Android 2.3.3 bestückt und kann dadurch weit mehr, als nur Fotos oder Videos aufzunehmen. Man kann die S800c beispielsweise als Navigationsgerät einsetzen oder mit ihr im Internet surfen. Wie sich die Kombination aus Smartphone und Kamera im Alltag bewährt, zeigt der ausführliche Test der Redaktion. Jedenfalls sind die Voraussetzungen für gute Fotos mit einem rückwärtig belichteten CMOS-Sensor, der 16 Megapixel auflöst, nicht schlecht.  (Daniela Schmid)

Nikon Coolpix S800c [Foto: MediaNord]Ergonomie und Verarbeitung Von vorne betrachtet sieht die Coolpix S800c wie eine ganz gewöhnliche Kamera aus: schlicht, elegant und mit ihren abgerundeten Ecken ein ausgesprochener Handschmeichler. Ihr ganzes Potential offenbart sich erst auf der Rückseite, die größtenteils vom 3,5 Zoll in der Diagonale messenden Touchdisplay mit 819.000 Bildpunkten ausgefüllt wird. Der berührungsempfindliche Bildschirm ist das Herzstück der Kamera. Für viele Aufnahmen ist nicht einmal mehr der Auslöser nötig – ein einfaches Antippen des Motivs auf dem Display genügt. Dementsprechend zurückhaltend ist Nikon mit der Vergabe von Bedienknöpfen umgegangen. Es gibt nur drei auf der Rückseite: die Taste "Zurück", die "Home"-Taste und der Knopf für das jeweilige Menü.

Für reguläre Foto- oder Filmaufnahmen muss man sich an den Touch-Bildschirm gewöhnen. Klassisch gesteuert wird nur über die auf der Kameraoberseite angebrachte Zoomwippe, auf deren Oberseite sich wiederum der Auslöser befindet. Der Rest läuft über den Monitor und seine drei Hilfstasten. Über vier Icons auf der linken Bildschirmseite kann man schnell Einfluss nehmen auf die Nikon Coolpix S800c [Foto: MediaNord]Belichtungskorrektur, die Makrofunktion, den Selbstauslöser und die Blitzfunktionen. Rechts erscheint das zuletzt aufgenommene Bild, das bei Berührung in den Wiedergabemodus führt. Außerdem wird das jeweilige Aufnahmeprogramm angezeigt. Es kann durch Antippen geändert werden. Sämtliche Icons verschwinden nach ein paar Sekunden und werden erst bei Berührung des verbleibenden Icons "Disp" wieder eingeblendet. Dieses Bedienkonzept erschließt sich einem nicht von Anfang an, besonders wenn man Kameras bisher nicht per Touchscreen gesteuert hat. Man wird allerdings schnell damit vertraut, die Bedienung geht einfach und flott von der Hand und erscheint logisch.

So einfach die Touch-Bedienung ist, ein paar Nachteile gibt es doch. Die Videofunktion kann nicht wie bei vielen Kameras üblich über einen eigenen Bedienknopf sofort gestartet werden, sondern muss mit mindestens zweimal tippen aufgerufen werden. Auch hat die berührungsempfindliche OberflächNikon Coolpix S800c [Foto: MediaNord]e den Nachteil, dass man leicht versehentlich eine falsche Funktion anwählt oder bei schnellen Schnappschüssen der Bildschirm nicht gleich reagiert. Außerdem ist auch die Aufnahmefunktion eine App und bevor alle Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, muss das Betriebssystem vollständig hochgefahren sein. Fotos können zwar sofort nach dem Einschalten aufgenommen werden, möchte man aber eine bestimmte Einstellung vornehmen, muss Android bereit sein. Und das dauert für ein komplettes Hochfahren ganze zwölf Sekunden – eine sehr lange Zeit.

Nikon Coolpix S800c [Foto: MediaNord]Zur weiteren Kameraausstattung gehört ein integrierter Blitz oben links auf der Vorderseite, bei dem die Gefahr des Verdeckens mit dem Finger besteht. Auch die WiFi und GPS-Antenne befindet sich auf der Kameraoberseite. Die Firmware 1.0 der S800c kämpfte des Öfteren mit sich wiederholenden Trennungen der WiFi-Verbindung. Nikon hat während des Testzeitraums ein Update auf Version 1.1 veröffentlicht, das diesen und andere Fehler beheben soll. Das Trennungsverhalten der Kamera hat sich nach dem durchgeführten Firmwareupdate tatsächlich gebessert. Das Stereomikrofon befindet sich ebenfalls auf der Kameravorderseite, ebenso das AF-Hilfslicht. USB- sowie HDMI-Schnittstelle findet man auf der rechten Seite und unten gibt es das kombinierte Speicherkarten- und Akkufach sowie das Stativgewinde aus Metall, das leicht abseits der optischen Achse liegt. Bis auf den Deckel des Kartenfaches, der so aussieht als könnte er leicht abbrechen, ist die S800c sauber und solide verarbeitet. Ihrem Anspruch, eine hochwertige Kompaktkamera zu sein, wird sie rein äußerlich voll und ganz gerecht.

Nikon Coolpix S800c – Motivprogramme [Foto: MediaNord]
Nikon Coolpix S800c – Aufnahmebildschirm [Foto: MediaNord]
Nikon Coolpix S800c – Kamerasystemmenü [Foto: MediaNord]
Nikon Coolpix S800c – Apps [Foto: MediaNord]
Nikon Coolpix S800c – Bildwiedergabe [Foto: MediaNord]
Nikon Coolpix S800c – Bildbearbeitungsmenü [Foto: MediaNord]
Nikon Coolpix S800c – Android-Homebildschirm [Foto: MediaNord]
Ausstattung Rein von den Kamerafunktionen her betrachtet, fällt die S800c nicht unbedingt aus dem Rahmen. Übliche Standards wie Smart Porträt, HDR-Funktion, schnelle Serie, usw. sind mit an Bord. Auch ein zehnfaches Zoomobjektiv und ein 16 Megapixel auflösender, rückwärtig belichteter CMOS-Sensor mit einer Diagonalen von 1/2,3 Zoll sind nichts Besonderes. Zu etwas Außergewöhnlichem wird die Kamera durch das Google Betriebssystem Android 2.3.3. Hier merkt man allerdings, dass es die erste Ehe dieses Systems mit einer Kamera ist. Immer wieder ist im Menü die Rede von "ihr Telefon", dabei handelt es sich bei der S800c eindeutig um eine Fotokamera mit HD-Video- aber ohne Telefonfunktion. Da ein 3G-Modul fehlt, kann die S800c auch nicht per mobiler Datenverbindung kommunizieren, sie ist auf lokale Hotspots für ihre WiFi-Verbindung angewiesen. Auch eine Datenübertragung per Bluetooth ist möglich. Über GPS lassen sich Bilder mit Geotagging-Informationen versehen oder die Kamera als Navigationssystem einsetzen.

Auf die beinahe schon philosophische Frage, ob jetzt auch noch eine Kamera Smartphone-Funktionen besitzen muss, soll hier nicht näher eingegangen werden. Smartphone-Besitzer werden im Alltag doch eher auf ihr Telefon zurückgreifen und nicht auf dem Weg in die Arbeit auch noch die Kamera mittragen, nur weil die E-Mail und Facebook kann. Auf Reisen sieht die Sache anders aus. Die Kamera ist im Dauereinsatz und bringt mit Android eindeutig jede Menge Nützlichkeiten mit wie Hotel- und Restaurantsuche, Wegbeschreibungen, E-Mail, etc. Generell gilt, dass die Kreativität der Kamera durch Apps wie Photoshop Express oder Pics Art gesteigert werden kann – egal ob man die Bilder gleich bearbeitet, archiviert oder Spaß damit hat und sie in Comics oder Collagen verwandelt. Der Phantasie sind dank unzähliger Foto-Apps im Google Play-Store kaum Grenzen gesetzt. Dazu kommt das sofortige Teilen der Bilder auf diversen Plattformen oder ein direktes Nachbestellen von Papierabzügen über Labor-Apps. Alles geht schneller, das Herunterladen und Sichten über den Computer kann man sich (erst einmal) sparen. Man muss hier allerdings kritisch anmerken, dass Nikon mit einer bereits veralteten Android-Oberfläche arbeitet. Die Version 2.3.3 gibt es seit über eineinhalb Jahren und Vierer-Versionen werden aktuell für Smartphones verwendet. Das hat zur Folge, dass aktuelle Apps wie die der Plattform Flickr nicht mehr vollständig kompatibel sind. Ein weiterer Nachteil: Android und damit verbunden WiFi, Bluetooth oder GPS saugen an der Kameraleistung. Hat Nikon von Haus aus schon ein eher schwaches Akku-Exemplar eingebaut, so ziehen diese Verbindungen zusätzlich Kraft und die S800c hält unter Umständen keinen ganzen Zoobesuch durch. 

Für Aufnahmen gibt es zwei Optionen: Die eine ist das klassische Fotografieren über die Aufnahmesoftware. Die Möglichkeit, Bilder gleich per Mail oder Upload anderen zugänglich zu machen, besteht auch hier. Da gilt es allerdings zu beachten, dass Bilder in ihrer vollen Größe verschickt werden, was mit 16 Megapixel Auflösung Datenpakete zwischen sechs und acht Megabyte ergeben kann. Das vertragen nicht alle Postfächer und es ist ratsam, hoch auflösende Bilder in der Bearbeitungsfunktion mit Kompaktbild kleinzurechnen, bevor man die Welt mit unnötigen Bits und Bytes zuballert. Oder man nutzt die zweite Möglichkeit und fotografiert direkt aus den Android-Apps wie beispielsweise Google +. Die Bilder werden automatisch auf zwei Megapixel heruntergerechnet. Entscheidet man sich für das klassische Fotografieren mit voller Qualität und allen verfügbaren Einstellungen, so kann man zwischen einfacher Automatik, Automatik, Film, Motivprogramm, Smart Porträt und Effekte wählen. Entscheidet man sich für Automatik hat man die meisten manuellen Eingriffsmöglichkeiten, wobei die bis auf Belichtungskorrektur, Weißabgleich und Wahl des AF-Feldes nicht besonders ausgeprägt sind. Lobend hervorzuheben sind vor allem die Motivprogramme. Sie sind wie üblich von vornherein festgelegt, erlauben aber per Schieberegler Eingriffsmöglichkeiten. So kann man beispielsweise im Dämmerungsprogramm die Stärke des Blaufilters beeinflussen und muss nicht hinnehmen, dass abgebildete Häuser blaue statt weiße Wände haben, nur damit der Himmel darüber schön dämmrig blau aussieht. Die HDR-Funktion versteckt sich übrigens auch hinter einem Szenenmodus. Wählt man Gegenlichtaufnahme, kann man im Menü HDR aktivieren. Die Kamera legt dann zwei Bilder übereinander und gleicht so extreme Lichtunterschiede aus. Es wäre schön, wenn HDR generell anzuwählen wäre und nicht nur aus den Motivprogrammen heraus.

Selbstverständlich verfügt die S800c auch über die Möglichkeit, in voller HD-Auflösung Filme aufzunehmen. Allzu viele Einstellmöglichkeiten bietet die Kamera dafür allerdings nicht: Sie lässt die Wahl zwischen permanentem und Einzelautofokus und man kann einen Windgeräuschfilter aktivieren, der auch tatsächlich etwas bringt. Die Möglichkeit der Touchscreen-Steuerung besteht auch beim Filmen. Für Serienaufnahmen eignet sich die S800c theoretisch sehr gut. 8,1 Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung in der H-Serie sind kein schlechter Wert. Sehr enttäuschend ist dann jedoch die Begrenzung auf genau drei Bilder, weil der Pufferspeicher voll ist. In der L-Serie mit 1,4 Bilder pro Sekunde gehen bis zu 200 Bilder – je nach Kartenleistung. Dann bietet Nikon noch sagenhafte 120 Bilder und 60 Bilder pro Sekunde, allerdings nur bei einer Auflösung von ein Megapixel und auch nur diese Anzahl an Bildern, nicht mehr. Im Menüpunkt Serienaufnahme gibt es noch einen Best Shot Selector, der bis zu zehn Bilder aufnimmt und automatisch das schärfste aussucht und speichert.

Objektiv Mit ihrem zehnfachen Zoomobjektiv bietet die S800c eine Brennweitenabdeckung von 25 bis 250 Millimeter auf Kleinbild umgerechnet. Damit kommt man in den meisten Fotosituationen gut zurecht. Die Zoomwippe lässt sich gut bedienen, die Feinjustierung ist allerdings etwas schwierig und erfordert viel Gefühl. Bis die volle Telebrennweite erreicht ist, vergehen knapp 2,4 Sekunden. Der Objektivtubus ist dreifach geteilt, wodurch sich das bis zu 4,5 cm Nikon Coolpix S800c [Foto: MediaNord]herausfahrende Objektiv im für seine Funktionen relativ schmalen Gehäuse unterbringen lässt. Von der Lichtstärke her gesehen liegt die S800c eher im durchschnittlichen Bereich. F3,2 im Weitwinkel bis F5,8 im Telebereich haben schon einige andere Hersteller getoppt. So muss die Kamera mit hohen ISO-Zahlen und Bildbearbeitung die fehlende Lichtleistung des Objektivs ausgleichen. Auch ein optisches Bildstabilisierungssystem hat Nikon eingebaut. Beweglich gelagerte Linsengruppen sorgen dafür, dass die Kamera bei Dämmerlicht etwas länger einsatzbereit bleibt. Wählt man die Option "Hybrid", so wird eine elektronische Korrektur hinzugeschaltet, wenn bestimmte Bedingungen wie geringe ISO-Zahl, Belichtungszeit unter 1/60 Sekunde oder ausgeschalteter Blitz erfüllt sind.

Die S800c arbeitet mit neun Fokusmessfeldern, die im Automatikmodus einzeln anwählbar sind. Ist die Touchscreen-Funktion entsprechend eingestellt, tippt man das Feld an, in dem die Kamera fokussieren und die Belichtung messen soll. Ein gewisser manueller Einfluss auf die Scharfstellung ist so gegeben. Einen echten manuellen Fokus mit Hilfen wie etwa einer Lupe gibt es dagegen nicht. Man kann sich auch für die Motivverfolgung entscheiden. Dafür tippt man auf ein sich bewegendes Motiv, das dann auf dem Monitor vom Fokussierfeld verfolgt wird. Die Geschwindigkeit darf allerdings nicht zu hoch sein. Ein ferngesteuertes Auto zu verfolgen, ist quasi unmöglich. Auch die Gesichtserkennung darf bei der S800c nicht fehlen. Unterstützt Nikon Coolpix S800c [Foto: MediaNord]wird der Fokussiervorgang von einem etwa zwei Meter weit reichenden AF-Hilfslicht, das abgeschaltet werden kann, wenn das grellorange Licht stört. Im Makromodus, der durch das in den Automatikprogrammen ständig verfügbare Icon leicht und schnell aufrufbar ist, kann man sich dem Motiv bis auf zehn Zentimeter nähern (30 cm in der Telestellung).

Bildqualität Hauptaufgabe der Coolpix S800c bleibt das Fotografieren. Diese Fähigkeiten überprüft man am besten im Labor unter immer gleich bleibenden Messbedingungen. Auch die Nikon Android-Kamera musste sich diesen Herausforderungen stellen und das Ergebnis ist eher ernüchternd. Bereits bei der Messung des Objektivs zeigen sich bei einem 20 x 30 cm großen Fotodruck deutlich unscharfe Ecken, besonders im Weitwinkelbereich. Die Randabdunklung hat Nikon im Griff, aber eine kissen- statt tonnenförmige Verzeichnung im Weitwinkelbereich zeugt von etwas zu viel Korrektur. Farbsäume durch chromatische Abberation entstehen im Mittel kaum, beziehungsweise sind gut korrigiert. Ab Brennweiten von 50 mm bis in den Telebereich können aber Extremsituationen auftreten, wo Farbsäume deutlich zu sehen sind. Bei der Auflösungsmessung des Gesamtsystems aus Objektiv, Sensor und Bildverarbeitung schlägt sich die S800c tapfer und erzielt sogar Werte von über 45 Linienpaaren pro Millimeter. Wie bei der Schärfemessung bestehen aber auch hier große Unterschiede zwischen Bildmitte und Bildrand. Den größten Sprung Nikon Coolpix S800c [Foto: MediaNord]verzeichnet der Weitwinkelbereich, wo am Bildrand nur noch gute 20 Linienpaare pro Millimeter gemessen werden. Hohe Auflösung geht manchmal auf starkes Nachschärfen zurück. Und hier hat Nikon tief in die Trickkiste gegriffen. Durch starkes Nachschärfen entstehen unschöne Artefakte und diese sind in der Bildmitte stärker ausgeprägt als am Rand – der ungleichmäßigen Auflösung sei Dank.

Die kritische Grenze von 35 dB beim Signal-Rauschabstand schafft die Nikon Coolpix S800c nur bei ISO-Werten unter 200. Werte unter 35 dB bedeuten, dass feine Bilddetails im Rauschen untergehen. Dies bestätigt die Messung der Texturschärfe, die ein eigens dafür entworfenes Testchart mit unterschiedlichen Grauwerten und unregelmäßigen Mustern als Grundlage verwendet. Den Idealwert von 1,0 erreicht die S800c nie, er wird bereits bei der niedrigsten Stufe von ISO 125 unterschritten. Ab ISO 400 driften die Bilder ins Matschige ab, der Detailverlust wird inakzeptabel. Unkritisch sind Helligkeits- und Farbrauschen, die sehr gut korrigiert werden. Auch die Korngröße von guten zwei Pixeln verursacht keine tatsächlich optisch wahrnehmbaren Störungen. Erstaunliche Werte erzielt die S800c beim Dynamikumfang. Sie erreicht über zehn Blendenstufen und auch im hohen ISO-Bereich werden noch knapp neun Stufen erzielt. Die Tonwertkurve spricht für eine kontrastreiche Wiedergabe der Helligkeitsunterschiede, was bei einer Kompaktkamera, die keine Profistatus erreichen muss, durchaus üblich ist und vom Nikon Coolpix S800c Speicherkartenfach und Akkufach [Foto: MediaNord]menschlichen Auge als angenehm empfunden wird. Beim Tonwertumfang sacken die Werte allerdings wieder ab und bereits ab ISO 400 kann die S800c den als gut eingestuften Wert von sieben Bit nicht mehr erreichen. Bei der Farbtreue der Coolpix gibt es Abweichungen von der Norm, die aber nicht als kritisch angesehen werden müssen. Auch die Farbtiefe schlägt sich im gesamten Messbereich sehr gut und mit dem manuellen Weißabgleich gibt es keine Probleme. Schwächen zeigt der Autofokus, der im Telebereich für Fokussierung und Auslösung 0,6 Sekunden benötigt. Das ist nur mittelmäßig, wogegen im Weitwinkel die Werte mit 0,17 Sekunden schon viel besser aussehen. Die gemessene Blitzleistung zeigt im Weitwinkelbereich deutlich dunkle Ecken.

Fazit Nikon hat ein interessantes Experiment gemacht und sich damit auf zukunftssicheres Terrain gewagt. Denn das Konzept aus Smartphone plus Kamera wird sicher in absehbarer Zeit noch mehr Android-Kameras hervorbringen. Schade ist, dass die S800c nicht gleich mit der aktuellen 4er Android-Version auf den Markt gebracht wurde. Außerdem lässt die Bildqualität der Kamera zu wünschen übrig, beziehungsweise erfüllt nicht den Standard, den man von einer 400-Euro-Kamera erwarten könnte: glatt gebügelte, detailarme Bilder überzeugen weder im Labor noch in der Praxis. Die Kombination von Kamera und Android-Betriebssystem kann man dennoch als geglückt bezeichnen. Die Bedienung geht ziemlich rasch und leicht von der Hand und die Touchscreen-Bedienung ermöglicht auch in der Fotografie und nicht nur beim Surfen im Internet viele Vorteile.


Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Kameras

Autor

Daniela Schmid

Daniela Schmid hat in Augsburg Sprachen studiert, bevor sie nach einem halben Jahr in einer PR-Agentur für IT-Firmen in die Verlagsbranche wechselte. Ab 2004 war sie als festangestellte Redakteurin für die Magazine Computerfoto und digifoto zuständig. Während eines dreijährigen Auslandsaufenthaltes in der Nähe von New York berichtete sie als freie Autorin für digitalkamera.de von der PMA, CES und der PhotoPlus Expo aus Las Vegas und New York und übernahm die Zuständigkeit für die Rubrik Zubehör. Seit 2009 testet sie auch regelmäßig Kameras.

Steckbrief
Hersteller Nikon 
Modell Coolpix S800c
Preis ca. 370 Euro
Sensor Auflösung 16,0 Megapixel
Max. Bildauflösung 4.608 x 3.456
(Seitenverhältnis) (4:3)
Objektiv F3,2-5,8/25-250 mm
Filtergewinde
Sucher
  Dioptrienkorrektur
  Auflösung
LCD-Monitor 3,5"
  Auflösung 819.000
  drehbar
  schwenkbar
  als Sucher ja
Videoausgang HDMI
  als Sucher ja
Programmautomatik ja
Blendenautomatik
Zeitautomatik
manuelle Belichtung
  BULB-Langzeit-
  belichtung
Motivprogramme
  Porträt ja
  Kinder/Baby
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 14
Belichtungsmessung    Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz ja
  Leitzahl k. A.
  Blitzanschluss
Fernauslöser
Intervallaufnahme
Speichermedium SD/SDHC/SDXC (bis 32 GB)
Videomodus
  Format MOV
  Codec H.264
  Auflösung (max.) 1.920 x 1.080
  Bildfrequenz (max.) 30 Bilder/s
Empfindlichkeit
  automatisch ISO 125-3.200
  erweitert
  manuell ISO 125-3.200
Weißabgleich
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe ja
  Glühlampe ja
  Sonstiges Blitz
  Manuell ja
Autofokus
  Anzahl
  Messfelder
9
  AF-Hilfslicht Rot-orange
  Geschwindigkeit ca. 0,17 - 0,6 s
Sprachen Deutsch
  weitere 18
Einschaltzeit 1,8 s (ca. 12 s für Android-Kaltstart)
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
ja
Gewicht
(betriebsbereit)
184 g
Serienbildfunktion*
  Serienbildanzahl ca. 200 (nur JPEG in L-Serie)
  Frequenz
    (Bilder/s)
1,55 (nur JPEG)
  Dauerlauf
    (Bilder/s)
  mit Blitz
Zoom
  Zoomverstellung motorisch über Ringwippe
  Zoomstufen stufenlos
  Zeit WW bis Tele 2,4 s
Speicher-
geschwindigkeiten*

  JPEG 1,5 s (6,6 MByte)
  RAW
Auslösung während
d. Speicherns mögl.

Akkulaufzeit ca. 140 Bilder

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit 32 GByte Lexar Class 10 SDXC Speicherkarte

Kurzbewertung

  • Android-Betriebssystem erweitert das Einsatzgebiet und die Kreativität der Kamera
  • 3,5 Zoll großer Touchscreen zur einfachen Kamerasteuerung
  • 10faches Zoomobjektiv von 25 bis 250 mm deckt die meisten Fotosituationen ab
  • Beeinflussung der Effekte in Motivprogrammen über Schieberegler
  • Bildqualität entspricht nicht den durch den Preis hochgesetzten Erwartungen
  • Schwache Akkuleistung
  • Veraltetes Betriebssystem Android 2.3.3
  • Schnelle Serie klappt nur mit drei Bildern

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 85 %
Ausstattung 12,5 % 83 %
Handhabung 12,5 % 87 %
Geschwindigkeit 12,5 % 81 %
Bildqualität 50,0 % 77 %
Gesamtnote 81 %