Kamera-Tests Auswahl

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Kameras

Steckbrief
Hersteller Nikon
Modell Coolpix P7000
Preis ca. 450 EUR
Sensor Auflösung 10 Megapixel
Max. Bildauflösung 3.648 x 2.736
(Seitenverhältnis) 4:3
Objektiv F2,8-5,6/28-200 mm
Filtergewinde
Sucher optisch
  Dioptrienkorrektur ja
LCD-Monitor 3"
  Auflösung 921.000
  drehbar
  schwenkbar
  als Sucher ja
Videoausgang Analog und HDMI (je PAL/NTSC)
  als Sucher
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
Motivprogramme
  Porträt ja
  Kinder/Baby
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 12
Belichtungsmessung    Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz ja
  Leitzahl 7,8 (Messung)
  Blitzanschluss TTL-Systemblitzschuh
Fernauslöser Infrarot (optional)
Intervallaufnahme ja
Speichermedium SD, SDHC, SDXC
Videomodus
  Format MOV
  Codec H.264
  Auflösung (max.) 1.280 x 720
  Bildfrequenz (max.) 30 Bilder/s
Empfindlichkeit
  automatisch ISO 100-800
  erweitert ISO 100-1.600
  manuell ISO 100-6.400
Weißabgleich
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe ja
  Glühlampe ja
  Sonstiges Blitz, manuelle Farbtemperaturwahl
  Manuell ja (3 Speicher)
Autofokus
  Anzahl
  Messfelder
9
  AF-Hilfslicht Rot-orange
  Geschwindigkeit ca. 0,21-0,44 s
Sprachen Deutsch
  weitere 23
Einschaltzeit 1,0 s
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
ja
Gewicht
(betriebsbereit)
360 g
Serienbildfunktion*
  Serienbildanzahl
bis Karte voll (JPEG)
5 (RAW)
  Frequenz
    (Bilder/s)
1,26 (JPEG)
1,6 (RAW)
  Dauerlauf
    (Bilder/s)
1,26 (JPEG)
– (RAW)
  mit Blitz ja, 3 Bilder
Zoom
  Zoomverstellung motorisch über Ringwippe
  Zoomstufen 19
  Zeit WW bis Tele 1,7 s
Speicher-
geschwindigkeiten*

  JPEG 0,8 s (4,5 MByte)
  RAW 0,8 s (15 MByte)
Auslösung während
d. Speicherns mögl.
Akkulaufzeit ca. 350 Bilder (gem. CIPA)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit 4 GByte Sandisk Extreme Class 10 SDHC Speicherkarte

Kurzbewertung

  • Großer Brennweitenbereich
  • Direkte Bedienung
  • Gute Bildqualität
  • Solide Verarbeitung
  • Tolles Display
  • Bildschirm weder klapp- noch schwenkbar
  • Hakeliger Objektivschutzvorhang
  • Kein FullHD-Video

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 91 %
Ausstattung 12,5 % 94 %
Handhabung 12,5 % 92 %
Geschwindigkeit 12,5 % 85 %
Bildqualität 50,0 % 86 %
Gesamtnote 88 %

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Testbericht

Nikon Coolpix P7000

2011-02-14 Kompaktkameras in allen Varianten von einfachst bis hin zur Vollausstattung gibt es unübersehbar viele. Aus dieser Masse heraus ragen nur einige wenige Kameras wegen ihrer besonderen Ausstattung und der Verarbeitungs- und Bildqualität. Die Canon PowerShot G12 und die Nikon Coolpix P7000 wollen mit eben diesen Eigenschaften glänzen. Aber auch die Preise dieser Kameras dringen in die Regionen von Systemkameras vor. Vor kurzem haben wir an dieser Stelle die Canon G12 genauer unter die Lupe genommen, nun muss ihre Gegenspielerin von Nikon zeigen, welche Qualität man für rund 450 Euro bekommt. Der Test soll zeigen, was eine Kompaktkamera zum Systemkamerapreis zu leisten im Stande ist.  (Stefan Meißner)

Nikon Coolpix P7000 [Foto: MediaNord]Ergonomie und Verarbeitung Die Nikon Coolpix P7000 macht von Anfang an klar, dass hier solide Qualität im Gehäuse steckt. Mit 360 g und handflächengroß liegt sie satt auch in der großen Hand. Insofern ist die Bezeichnung "Kompaktkamera" etwas irreführend. Platz findet die Nikon nur noch in sehr geräumigen Hosentaschen, was aber sehr unkomfortabel sein wird. Besser, man steckt sie in die Jacken- oder Handtasche.

Das Gehäuse ist nach Aussage von Nikon ein mit hochwertigen Kunststoff- und Magnesiumteilen verkleideter Metallrahmen. Auf jeden Fall ist es tadellos fast bis zur letzten Schraube verarbeitet. Nur das Kläppchen, hinter dem der Mikrofonanschluss versteckt liegt, ist von der einfachen Sorte. Das Stativgewinde ist aus solidem Metall gefertigt, sitzt aber leider nicht in der optischen Achse und so nah am Batteriefachdeckel, dass eine angesetzte Schnellwechselplatte den Zugriff darauf und auf die SD-Karte verhindert. Aber so schmerzlich ist das nicht, bedeutsamer und daher sehr erfreulich sind die Schalter und Einstellrädchen: Sie rasten allesamt zuverlässig und haben sehr präzise Druckpunkte. Die P7000 verspricht damit eine ausgezeichnete Robustheit und Langlebigkeit.

Nikon Coolpix P7000 [Foto: MediaNord]Mit eingefahrenem Objektiv kann die P7000 für ihre Größe durchaus als schlank bezeichnet werden. Der Griffwulst ist nur angedeutet, gibt Dank der Gummierung aber genug Halt für die Einhandbedienung. Bequem kann das Gehäuse zwischen drei Fingern und Daumen gehalten werden, während der Zeigefinger sicher Zoomhebel und Auslöser bedient. Der Daumen erhält in einer unauffälligen Mulde genügend Platz, ohne dabei Schalter zu verdecken oder gar versehentlich zu drücken. Vielmehr können aus dieser Position heraus alle Schalter auf der Rückseite mit dem Daumen bedient werden. Mit einem als Vier-Wege-Wippe ausgeführten Drehring lassen sich Kameraeinstellungen wie Messfeldart und -größe, Selbstauslöser und verschiedene Autofokusmodi ohne Umweg über das Menü einstellen. Wenn der Blitz, der manuell per Knopfdruck ausgefahren werden muss, aktiviert ist, kommen noch verschiedene Blitzvarianten hinzu. Auch die Displayinformationen werden mit einem Taster auf der Rückseite eingestellt. Mit einem für große Daumen etwas zu kleinen Rändelrad kann je nach Betriebsart Einfluss auf Belichtungsparameter wie Belichtungszeit und Blende genommen werden. Als komfortablen Service werden diese Einstellungen kurzzeitig vergrößert angezeigt, was bei dem ausgezeichneten Display allerdings nicht unbedingt nötig wäre.

Auf der Oberseite findet der Fotograf zwischen dem Auslöser und dem obligatorischen Programmwähler noch zwei weitere Einstellräder. Auf der rechten Außenkante gibt es ein Rädchen, mit dem eine Belichtungskorrektur von plus/minus 3 Blenden in Drittelstufen eingestellt werden kann. So wunderbar direkt gibt es das selten. Schade nur, dass die Mittelstellung nicht gegen versehentliches Verstellen verriegelt ist. Immerhin erscheint ein Symbol auf dem Display, das auf die Korrektur hinweist.

Nikon Coolpix P7000 [Foto: MediaNord]Auf der anderen Seite der Kamera befindet sich der "Schnell-Menü"-Schalter, der sechs Kamerafunktionen, die normalerweise über das Menü eingestellt werden müssen, direkt anwählbar macht: Empfindlichkeit, Bildqualität, Weißabgleich und Belichtungsreihen können auf diese Weise ausgewählt und per Knopfdruck konfiguriert werden. Darüber hinaus kann eine Tonwertinformation eingeblendet werden, die ähnlich der Überbelichtungswarnung verschiedene Tonwerte im Bild markiert. Außerdem kann ein individuell konfiguriertes Menü aufgerufen werden. Eine frei belegbare Funktionstaste auf der Vorderseite und eine Messwertspeichertaste neben der Daumenmulde vervollständigen die Bedienung.

Der Hauptschalter liegt gut gegen versehentliches Betätigen geschützt zwischen Programmwähler, Auslöser und Belichtungskorrektur. Nach kurzem Druck fährt das Objektiv zügig aus dem Gehäuse. Leider blieb der Objektivschutz im Testbetrieb manchmal in halb geöffneter Position hängen. Sehr Vertrauen erweckend ist das leider nicht. Die Kamera ist ansonsten innerhalb einer Sekunde einsatzbereit und zeigt auf dem fest verbauten 7,5cm-Bildschirm aus jedem Winkel ein brillantes Bild. Kein Wunder, denn die Auflösung beträgt 920.000 Bildpunkte. Das ist Systemkamera-Niveau! Zusätzlich verfügt die P7000 über einen echten optischen Sucher mit Dioptrienausgleich, der allerdings relativ klein ist und nur ungenau den Bildausschnitt zeigt. Trotzdem: Ein optischer Sucher hat in vielen Situationen unbestreitbare Vorteile, beispielsweise wenn die Umgebung zu hell für das Display ist oder das Display wegen seiner Helligkeit in dunkler Umgebung stören würde. Überhaupt geht die Coolpix sehr dezent zur Sache, denn der Verschluss ist fast lautlos und auch der Zoomvorgang ist leise.

Nikon Coolpix P7000 [Foto: MediaNord]An Anschlüssen verfügt die Kamera nur über das Nötigste: HDMI und kombinierter USB/Videoanschluss auf der rechten Seite und – lobenswert – die Klinkenbuchse für das externe Mikrofon auf der linken Seite. Ein eigener Anschluss für eine externe Stromversorgung fehlt, stattdessen wird sie über einen Akku-Dummy hergestellt, der dem optionalen Netzteil beiliegt.

Ausflüge ins Menü sind wegen der vielen direkt einstellbaren Funktionen selten nötig, aber dennoch empfehlenswert. Zumindest, wenn man die P7000 an individuelle Bedürfnisse anpassen will. Alle Funktionen sind auf drei Hauptebenen verteilt. Der oberste "Reiter" verändert je nach gewähltem Programm seine Untermenüs und zeigt daher jeweils nur sinnvolle Einträge an. Bei Einstellung auf Vollautomatik fällt dieses Menü sogar komplett weg, denn der "unbesorgte Knipser" wird vermutlich keine Änderungen vornehmen wollen. Bei Szenenerkennung kann hier eins von 17 Motivprogrammen ausgewählt werden, sofern nicht der Kamera die Auswahl überlassen wird. Im Videomodus hingegen gibt es nur zwei Einträge. Am umfangreichsten sind die Einstellmöglichkeiten im P/A/S/M-Betrieb, und ein vierter Reiter erscheint bei den individuellen Programmen U1 bis U3. Unter diesem verbergen sich die Einstellungen zum Konfigurieren "eigener" Automatiken. Das ist alles recht überschaubar im positiven Sinne.

Umfangreicher sind da schon die Systemeinstellungen, in denen grundlegende Kamerafunktionen wie Sprachauswahl, Datum und Uhrzeit, aber auch Displayinformationen und die Belegung der Funktionstasten untergebracht sind. Letztlich gibt es noch ein Menü für die Wiedergabe aufgenommener Bilder oder Filme, mit dem einiges an Bildbearbeitung schon in der Kamera vorgenommen werden kann. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Nikon Coolpix P7000 – Einstellungsmenü [Foto: MediaNord]
Nikon Coolpix P7000 – Einstellung der Zoomgeschwindigkeit [Foto: MediaNord]
Nikon Coolpix P7000 – Wiedergabe mit Hervorhebung von Helligkeiten [Foto: MediaNord]
Nikon Coolpix P7000 – Schnelle Bildbearbeitung [Foto: MediaNord]
Nikon Coolpix P7000 – Aufnahme eines Tonkommentars [Foto: MediaNord]
Ausstattung Die Nikon P7000 will für jeden etwas anbieten. So gibt es die "point-and-shoot"-Vollautomatik, also drauf halten und auslösen, wobei die Kamera alles automatisch regelt. Eingriffe sind hier unerwünscht und auch nur begrenzt möglich, das unbeschwerte Knipsen steht im Vordergrund. Aber auch ambitioniertere Fotografen kommen auf ihre Kosten, denn neben den üblichen Motiv-, Programm-, Zeit- und Blendenautomatiken gibt es auch die vollständig manuelle Bedienung. Dabei kann sowohl mit als auch ohne Autofokus fotografiert werden. Bei manuellem Fokus erscheint in der Mitte des Displays ein vergrößerter Ausschnitt, der das Scharfstellen erleichtern soll. Wenn das manuelle Fokussieren so gar nicht klappen will, kann man per Rechts-Klick auf die Vier-Wege-Wippe die Kamera bitten, doch das AF-Modul zu nutzen. Das ist zwar etwas umständlich, aber dennoch nützlich.

Als weitere Hilfe bei der Aufnahme verfügt die P7000 über eine Wasserwaage, die allerdings nur die Waagerechte, nicht aber die Neigung der Kamera anzeigt. Gitter, Live-Histogramm und Belichtungsvorschau runden die Ausstattung ab. Damit das Display nicht mit Informationen überfrachtet wird, kann man jede dieser Hilfen individuell ein- oder Ausblenden. Dazu muss man aber im Menü seine Wünsche festlegen. Wer häufig genutzte Menüeinträge nicht ständig durch umständliches Blättern suchen möchte, kann seine Lieblingseinträge in einem eigenen Menü versammeln und dann über das "Schnell-Menü-Wahlrad" aufrufen. Für die am häufigsten benutzten Kameraeinstellungen stellt Nikon drei individuell konfigurierbare Programme U1 bis U3 auf dem Programmwähler zur Verfügung. Damit kann die P7000 für jeden Zweck und jeden Geschmack weitreichend individualisiert werden. In den für fortgeschrittene Fotografen vorgesehenen Modi P, A, S, M und U können wichtige Bildbearbeitungsparameter wie Schärfung, Kontrast und Sättigung beeinflusst und gespeichert werden. Damit sind für umfangreiche Experimente alle Möglichkeiten gegeben, ohne dass eine aufwändige Nachbearbeitung am PC notwendig ist.

Die Nikon bietet aber auch eine recht umfangreiche Nachbearbeitung in der Kamera an: Besonders sinnvoll ist die von Nikon "D-Lighting" genannte Anpassung sehr heller oder dunkler Bereiche. Das funktioniert gerade bei Gegenlicht-Motiven wunderbar. Außerdem können Hauttöne weich gezeichnet werden, man kann schwarze Ränder zum Bild hinzufügen oder den modischen "Miniatureffekt" anwenden und einiges mehr. Die veränderten Bilder werden jeweils zusätzlich zum Original gespeichert, toll. Und natürlich kann man auch das Rohformat "entwickeln".

Bei den ISO-Einstellungen geht die Ausstattung leider nicht ganz so weit. Die Limitierung der Auto-ISO-Einstellung geht nur in festen Schritten bis ISO 400. Darüber muss entweder in jeder Lichtsituation mit höheren Einstellungen gearbeitet oder auf eine Begrenzung nach oben verzichtet werden. Schade, denn mindestens bis ISO 800 liefert die P7000 gute Fotos. Mit dem nächsten Firmware-Update könnte dieser kleine Mangel beseitigt werden.

Toll wiederum ist der durchaus nicht selbstverständliche Zubehörschuh, der jedes beliebige Blitzgerät aufnimmt. Systemblitze von Nikon (SB-400, SB-600, SB-900) können von der Coolpix vollständig gesteuert werden, mit dem SB-900 kann sogar eine Gruppe von Blitzgeräten wie bei den Systemkameras kabellos gesteuert werden. Über einen Adapter, wie zum Beispiel einen Funkauslöser, ist sogar eine Studioblitzanlage anschließbar. Der eingebaute Miniblitz muss zwar manuell ausgeklappt werden, ist dann aber vielfältig zu konfigurieren. Er blitzt automatisch oder gezwungen als Aufheller, synchronisiert auf den ersten oder zweiten Verschlussvorhang, mit und ohne Langzeitsynchronisation oder manuell mit bis auf 1/64 reduzierbarer Leistung. Der kleine Blitzer hat genügend Kraft für die Alltagsarbeit, leuchtet aber den weiten Winkel des 28ers nicht vollständig aus. Die Randabdunklung ist jedoch im Alltagsbetrieb kaum wahrnehmbar. Ansonsten sind rote Augen bei so geringem Abstand von der optischen Achse nicht zu vermeiden, und im Nahbereich steht sich die Nikon selbst im Weg. Sie wirft einen Schatten auf der rechten Seite des Bildes. Dieses Problem ist aber schon bei gut 10 cm Abstand behoben.

Auch den mittlerweile üblichen Videomodus beherrscht die Coolpix mit 1.280 x 720 Pixeln und 30 Bildern pro Sekunde. Der Ton wird dabei zwar in Stereo aufgenommen, aber auch die Geräusche des optischen Zooms und des AF-Moduls. Das Problem hat auch Nikon erkannt und der P7000 einen "Quite-Mode" spendiert, bei dem der Zoommotor langsamer und damit dezenter zur Sache geht. Ist im System-Menü die Zoomgeschwindigkeit auf "Auto" gestellt, zoomt die Kamera im Fotobetrieb schnell und bei Nikon Coolpix P7000  [Foto: MediaNord]Videoaufnahmen langsam und leiser. Der Autofokus stört da schon mehr. Wer bessere Tonqualität wünscht, kann die Nikon Coolpix P7000 auch mit einem externen Mikrofon bestücken, das mittels eines 3,5mm-Klinkensteckers an die Kamera angeschlossen wird. Videos werden im fortschrittlichen H.264-Codec aufgezeichnet. Die maximale Aufnahmelänge einer Szene ist auf 29 Minuten begrenzt, was aber eher selten ausgereizt werden dürfte.

Bei der Serienbildgeschwindigkeit erreicht die Nikon nicht das Niveau einer Systemkamera dieses Preises: Etwas mehr als 1 Bild pro Sekunde bei voller Auflösung und mittlerer Empfindlichkeit schafft die "Kompaktkamera" bei JPG-Dateien, das allerdings bis die Speicherkarte voll ist. Bei hoher Empfindlichkeit sinkt die Reihenaufnahme auf etwa 0,5 Bilder pro Sekunde ab. Etwas schneller geht es im Rohformat (1,6 B/s) allerdings nur für 5 Bilder, dann ist der interne Pufferspeicher voll. Vom Funktionsumfang her aber wächst die Nikon Coolpix P7000 mit den Ansprüchen des Fotografen und wird sowohl Anfängern als auch Profis einiges bieten.

Objektiv Das Alleinstellungsmerkmal in dieser Kameraklasse (direkte Konkurrentin ist die Canon PowerShot G12) ist sicherlich das verbaute Objektiv. Es deckt den am häufigsten genutzten Brennweitenbereich vom Weitwinkel bis zum mittleren Tele ab. Dabei ist das 28-200mm-Objektiv (verglichen mit Kleinbild) am kurzen Ende sogar recht Lichtstark. Mit F2,8 kann es durchaus mit etlichen Festbrennweiten konkurrieren. Der optische Bildstabilisator sorgt dafür, dass auch das lange Ende aus der Hand beherrschbar bleibt. Wem das 7fach-Zoom noch nicht reicht, der bekommt als Zubehör einen Weitwinkelvorsatz, der einfach über das Objektiv gestülpt und in einem Bajonett eingerastet wird. Damit wird die P7000 zur echten Weitwinkelkamera mit dem Bildwinkel eines 21mm-Kleinbildobjektivs.

Nikon Coolpix P7000  [Foto: MediaNord]Mit dem Zoomhebel lässt sich die Brennweite relativ feinfühlig einstellen, wobei die Baulänge maximal auf 4,5 cm anwächst. Um den gesamten Bereich zu durcheilen werden im Normalfall knapp zwei Sekunden benötigt. Dabei geht der Motor recht leise zu Werke. Noch leiser geht es im "Quite-Mode", der aber fast 7 Sekunden zum Durchfahren des gesamten Zoombereichs braucht. Die Schärfe ermittelt die Coolpix anhand von bis zu neun automatisch ermittelten Messfeldern oder wahlweise in der Bildmitte mit verschiedenen Messfeldgrößen. Aber auch Gesichtserkennung und Motivverfolgung beherrscht das Kontrast-AF-Modul. Die Naheinstellgrenze im Makromodus liegt bei 2 cm, was eine Fingerkuppe nahezu formatfüllend abbildet.

Der Autofokus ist an sich recht schnell. Im langen Brennweitenbereich erfolgt die Einstellung allerdings teilweise zögerlich und manchmal irrt das AF-Modul und liegt daneben. Da wird ein neuer Versuch mit kontrastreicheren Bilddetails notwendig. Bei wenig Licht hilft eine orange-gelbe LED dem Autofokus auf die Sprünge. Die Bildschirmlupe vergrößert bei manuellem Scharfstellen den mittleren Bereich des Bildes. Allerdings nicht stark genug, so dass es zuweilen schwer fällt die Schärfe zu erkennen.

Bildqualität Die Voraussetzungen für eine über dem Durchschnitt liegende Bildqualität bringt die Nikon P7000 durchaus mit. Der Sensor hat mit 1/1,7 Zoll Diagonale ca. 50 Prozent mehr Fläche als ein in Kompaktkameras üblicherweise verbauter Sensor. Dabei hat Nikon die Pixelzahl mit 10 Millionen relativ moderat gehalten. Das Objektiv ist mit einem 7fachen Nikon Coolpix P7000 [Foto: MediaNord]Zoombereich noch in den Griff zu bekommen. Im Labor haben wir untersuchen lassen, was Nikon aus diesen Vorgaben herausholen konnte. Gegen eine geringe Gebühr ist das vollständige DCTau-Protokoll einzusehen (siehe weiterführende Links).

In der Auflösungsmessung schlug sich die P7000 tapfer. Die Schärfe ist über den gesamten Bereich gleichmäßig, nur in der langen Brennweite sinkt sie merklich ab, wobei Abblenden keine Verbesserung bringt. Dennoch ist die Leistung verglichen mit der direkten Konkurrenz leicht besser, zumal diese nur ein 5fach-Zoom bietet. Vom Weitwinkel bis hin zu mittleren Brennweiten liegt der Wirkungsgrad gut über 70 Prozent, um im Telebereich auf knapp 60 Prozent abzusacken. Die Scharfzeichnung ist dabei gering, denn Artefakte treten nur moderat in Erscheinung.

Die Eingangsdynamik verliert von den sehr guten 8,7 Blendenstufen bei ISO 100 bis ISO 1.600 nur eine Blendenstufe. Bei noch weiter gesteigerter Empfindlichkeit brechen diese Werte aber bis auf 6,5 Blenden ein. Auch das Rauschen ist bis ISO 1.600 in Ordnung, wohler fühlt sich die P7000 aber bei ISO 800. Die extrem hohen Empfindlichkeiten sollten besser gemieden oder nur in Ausnahmefällen verwendet werden. Bei der Randabdunklung ist keine Kritik nötig, lediglich die Verzeichnung am kurzen Ende ist mit -1,9 Prozent tonnenförmig störend sichtbar. Allerdings kann im Menü eine recht wirkungsvolle Korrektur eingeschaltet werden.

Nikon Coolpix P7000 [Foto: MediaNord]Das Testlabor bescheinigt der Coolpix eine sehr geringe Auslöseverzögerung von 0,05 Sekunden wenn die Schärfe steht. Mit Autofokus werden meist unter 0,25 Sekunden benötigt. Nur im Telebereich dauert das Scharfstellen etwas länger. Im Praxiseinsatz zeigte sich dieses Verhalten deutlicher. Belichtungskorrekturen sind nur selten nötig, die P7000 ist hier genauso zuverlässig wie beim Weißabgleich. Insgesamt kann der Nikon Coolpix P7000 eine überdurchschnittlich hohe Bildqualität bescheinigt werden, die an eine gute Systemkamera aber nicht ganz heran reicht.

Fazit Für wen ist die Nikon Coolpix P7000 geeignet? Von der Ausstattung her kann sie durchaus mit Systemkameras ähnlicher Preislage mithalten. Für die entsprechende Bildqualität ist der Sensor aber leider doch etwas zu klein mit allen Folgen für die Ansprüche an die Optik. Auflösung und Empfindlichkeit bzw. Rauschen entsprechen daher nicht ganz dem, was eine Systemkamera erreicht. Von daher ist der Preis eigentlich zu hoch, wäre da nicht die im Vergleich zur DSLR geringe Größe und die unkomplizierte Bedienung. Wer keine "Immer-dabei-Kamera" benötigt, trotzdem aber die Einfachheit einer Kompakten gepaart mit anspruchsvoller Technik und Bildqualität sucht, liegt mit der P7000 richtig.


Weiterführende Links