Kompakttest

Nikon Coolpix A

2013-08-23 Edle Kompaktkameras mit großem Sensor schießen als Alternative zu DSLRs oder spiegellosen Systemkameras wie Pilze aus dem Boden. Nikon springt mit der äußerst kompakten Coolpix A auf diesen Zug auf und entschied sich wie Fujifilm, Leica, Sigma und Ricoh für ein Festbrennweitenobjektiv, das mit F2,8 allerdings nicht besonders lichtstark ausfällt. Dafür bietet die Coolpix A mit 28 Millimeter entsprechend Kleinbild mehr Weitwinkel als die Fujifilm X100S und Leica X2. Wir konnten die kleine Nikon ausführlich im Labor und in der Praxis testen.  (Benjamin Kirchheim)

Nikon Coolpix A [Foto: MediaNord]Ergonomie und Verarbeitung Das Metallgehäuse der Nikon Coolpix A glänzt mit einer hervorragenden Verarbeitung, wobei Nikon auf ein sehr gradliniges und schlichtes, jedoch markant eckiges Design setzt. Durch ihr kantiges, flaches Gehäuse kann man die Coolpix nicht unbedingt als Handschmeichler bezeichnen, mit dem kleinen Griffsteg und der gummierten Daumenauflage gibt sich Nikon aber immerhin etwas Mühe, die Ergonomie erträglich zu gestalten. Zwar lässt sich mit der A grundsätzlich einhändig fotografieren, mit dem Zeigefinger sind der ringförmige Einschalter sowie der Auslöser bequem bedienbar, konzipiert ist sie aber für eine zweihändige Haltung, denn sowohl der Multifunktionsring am Objektiv als auch die Tasten links vom Display lassen sich nur mit der linken Hand bedienen, was sich angesichts des fehlenden optischen Bildstabilisators für eine stabilere Kamerahaltung ohnehin empfiehlt.

Dank lediglich 300 Gramm Gewicht und den kompakten Abmessungen kann man die Coolpix problemlos in einer Jacken- oder Sakkotasche immer dabei haben, auch um den Hals baumelnd sorgt sie kaum für Nackenschmerzen. Die Klappen an der linken und rechten Gehäuseseite verdecken den USB-, HDMI- sowie den kombinierten Fernauslöser- und GPS-Anschluss. Zwar bestehen sie aus Kunststoff, machen aber dank der Metallscharniere einen durchaus langlebigen Eindruck, wenn man sie nicht gerade mit Gewalt abbricht. Gleiches gilt für die Klappe auf der Unterseite, die den Zugang zum Lithium-Ionen-Akku sowie zur Speicherkarte freigibt. Kompatibel ist die Coolpix A zu SD, SDHC und SDXC, großen Speicherkarten für ausgedehnte Fototouren oder längerem Filmen in Full-HD-Auflösung steht also nichts im Wege. Einzig der Akku mit einer Reichweite von lediglich 230 Aufnahmen bereitet etwas Sorgen, man sollte sich Ersatz einstecken. Immerhin liegt der Kamera eine externe Ladeschale bei, die sich in den USA und Europa verwenden lässt – angesichts des Preises von 1.100 Euro allerdings auch eine Selbstverständlichkeit. Immerhin hat sich der Marktpreis inzwischen rund 250 Euro darunter eingependelt. Das Metallstativgewinde liegt übrigens außerhalb der optischen Achse und Nikon Coolpix A [Foto: MediaNord] zudem recht dicht am Akku- und Speicherkartenfach. Alternativ lässt sich die Coolpix A aber auch per Akku-Dummy extern mit Strom versorgen, nützlich beispielsweise bei Verwendung der eingebauten Intervallaufnahmefunktion.

Dank APS-C-Sensor mit 16 Megapixeln Auflösung entspricht das fest verbaute 18,5-Millimeter-Objektiv im Kleinbildäquivalent einem 28 Millimeter, womit sich die Coolpix A eher für Street-, Landschafts- und Architekturaufnahmen empfiehlt und weniger für Portraits, mal abgesehen von Gruppenaufnahmen. Beim Einschalten fährt das Objektiv leicht heraus. Es besitzt zwar kein Filtergewinde, ein optionaler, anschraubbarer Vorsatz erlaubt jedoch die Verwendung von 46-Millimeter-Filtern sowie der ebenfalls optional erhältlichen Gegenlichtblende. Mit einer Fokussierzeit von etwa einer halben Sekunde gehört die Nikon zwar nicht zu den Sprintern, aber mit dieser Geschwindigkeit lässt sich in den erwähnten Motivwelten bequem arbeiten. Auch die Auslöseverzögerung von 0,06 Sekunden reiht sich im soliden Mittelfeld ein. Dank Zentralverschluss löst die Coolpix bis hin zur kürzesten Verschlusszeit von 1/2.000 Sekunde übrigens nahezu unhörbar aus und synchronisiert selbst bei dieser Verschlusszeit den Blitz.

Nikon Coolpix A [Foto: MediaNord]Als Sucher dient der rückwärtige, drei Zoll (etwa 7,5 Zentimeter) große und perfekt ins Gehäuse eingelassene Bildschirm. Im Gegensatz zu manch anderer Kamera steht das Schutzglas also nicht das Design störend auf der Rückseite hervor. Mit feinen 921.000 Bildpunkten Auflösung, knackigen Kontrasten, kräftigen Farben und hoher Blickwinkelstabilität bietet das Display zwar ein brillantes Bild, kommt in sehr hellen Umgebungen, etwa bei Sonne am Meer, jedoch an seine Grenzen, so dass das Motiv dann etwas schwerer zu erkennen ist, vor allem mangelt es unter solchen Bedingungen an Tiefenzeichnung. Als einzige Abhilfe bietet Nikon einen rein optischen Aufstecksucher an, das aber zu einem gepfefferten Preis von 300 Euro. Für dasselbe Geld bekommt man bei anderen Herstellern einen elektronischen Aufstecksucher (beispielsweise der VF-4 von Olympus mit 2,3 Millionen Bildpunkten), die aber selbstverständlich nicht auf die Nikon Coolpix A passen.

Die Bedienung der Coolpix stellt einen bisweilen vor Rätsel. Zwar ist das Menü Nikon-typisch klar strukturiert und nicht überfrachtet, aber die Nutzung beziehungsweise brach liegende Funktion mancher Bedienelemente wirft doch Rätsel auf. Mit zwei Userprogrammen, zwei Fn-Tasten (eine als ISO-Taste vorbelegt) und einem Extra-Menü für die zuletzt verwendeten Menüeinstellungen bietet die Nikon durchaus einige Individualisierungsmöglichkeiten, allerdings dürften gerne mehr Nikon Coolpix A [Foto: MediaNord] Direktwahltasten beziehungsweise programmierbare Tasten vorhanden sein. Die Vierwegewippe beispielsweise liegt brach beziehungsweise verschiebt nur das Autofokusfeld, der hintere Einstellring und der Objektivring sind oft ohne Funktion. Hier dürfte Nikon gerne nachbessern, denn auf Blitzfunktion, Weißabgleich, ISO, Belichtungskorrektur, Auslösebetriebsart und vielleicht auch die Belichtungsmessung möchte man schon gerne gleichzeitig zugreifen können, statt nur auf zwei dieser Funktionen, zumal die FN1-Taste sich nur mit einer von drei Funktionen belegen lässt, die Fn2-Taste mit immerhin einer von sieben.

Ausstattung Schon der Blick auf das Programmwahlrad verrät: Ambitionierte Anwender haben Vorfahrt! Programm-, Blenden- und Zeitautomatik sowie manuelle Belichtung und die zwei Benutzerprogramme "U1" und "U2" dominieren, dennoch gibt es eine Vollautomatik sowie eine Stellung für Motivprogramme. 18 Stück stehen zur Verfügung, Klassiker wie Porträt, Landschaft, Makro, Baby oder Tiere sowie Strand, Schnee, Kerzenlicht und Feuerwerk fehlen dabei nicht. Wie man das Motivprogramm wechselt, erschließt sich indes nicht so leicht. Im Menü, auf dem Infobildschirm, ein Drehen am Programmwahlrad oder ein Druck auf eine Taste führen jedenfalls nicht ans Ziel, erst der Dreh am oberen Daumenrad zaubert die Einstellung auf den Bildschirm. Auch in den Halbautomatiken spielt dieses Rad die Hauptrolle, verstellt also Belichtungszeit oder Blende. Der Objektivring und das rückwärtige Einstellrad hingegen bleiben ohne Funktion.

Nikon Coolpix A [Foto: MediaNord]Erst bei der Fokussierung kommt der Objektivring zum Einsatz. Die Coolpix A bietet keinen Mehrfeld-Autofokus, sieht man von der Gesichtserkennung einmal ab. Stattdessen lässt sich das einzelne Fokusmessfeld, das in zwei Größen konfiguriert werden kann, per Vierwegewippe auf dem Bildschirm bewegen, eine Motivverfolung ist zuschaltbar und in dunklen Umgebungen hilft die orange LED dem Autofokus auf die Sprünge. Bei halbgedrücktem Auslöser kann der Fokus mittels Objektivring manuell nachgeregelt werden. Dazu wird eine kleine Skala eingeblendet, die Auskunft über die ungefähre Fokusdistanz gibt, weitere Hilfen wie etwa eine Fokuslupe können dabei jedoch nicht aktiviert werden. Schaltet man die A über den links am Gehäuse angeordneten Schalter auf manuellen Fokus, so lässt sich der markierte Bereich in feinen Stufen vergrößern und verschieben, moderne Fokussierhilfen wie etwa Fokus-Peaking bietet die Coolpix hingegen nicht. Derselbe Schalter aktiviert auf Wunsch auch die Makrofunktion, der Nahbereich unterhalb von einem halben Meter wird ansonsten vom Autofokus zwecks Beschleunigung ausgespart. Vergisst man entsprechend die Makrofunktion zu deaktivieren, so wird der Autofokus der Nikon mitunter recht träge. Die minimale Fokusdistanz von zehn Zentimetern im Makromodus erlaubt aufgrund des Weitwinkelobjektivs keine atemberaubenden Vergrößerungen, 15 Zentimeter kleine Motive können formatfüllend abgebildet werden, kleinere dagegen nicht.

Darüber hinaus lässt die Nikon keine klassischen Funktionen vermissen: Etwa den Serienbildmodus mit flotten vier Bildern pro Sekunde für rund 20 JPEG-Fotos in Serie, bevor sie langsamer wird, oder Belichtungsreihen mit bis zu zwei EV Belichtungsunterschied, allerdings ganz klassisch nur mit maximal drei Aufnahmen. Geht es dagegen an modernere Funktionen wie HDR, Panorama oder digitale Filter, dann muss die Coolpix passen. Immerhin ist die Active-D-Lighting-Funktion an Bord, die Schatten digital aufhellt, auch verschiedene Bildmodi wie Standard, Neutral, Brillant, Monochrom, Porträt und Landschaft stehen zur Auswahl.

Die Videofunktion hingegen ist wiederum gut versteckt, sie findet sich unter den Aufnahmebetriebsarten, wo auch die Serienbildfunktion zu finden ist. Eine ähnliche Strategie verfolgte auch Fujifilm bei einigen klassisch angehauchten Kameras. Im Videomodus wird der Autofokus automatisch nachgeführt, reagiert jedoch sehr träge, langsam und neigt zuweilen zum Pumpen. Manueller Fokus, die Halbautomatiken sowie manuelle Belichtung stehen indes auch für Videoaufnahmen zur Verfügung, allerdings lässt sich die Belichtung nicht während einer laufenden Aufnahme korrigieren. Der Ton wird über das integrierte Mikrofon in Stereo aufgezeichnet, ein externes Mikro lässt sich jedoch nicht anschließen, eine Pegelanzeige oder entsprechende Regelung fehlen. Für Stummfilme lässt sich das Mikrofon Nikon Coolpix A [Foto: MediaNord]abschalten. Immerhin werden die Videos mit H.264-Kompression, als im MPEG-4-Standard, als MOV-Dateien auf der Speicherkarte abgelegt. Die Bildwiederholrate beträgt wahlweise 30, 25 oder 24 Bilder pro Sekunde in HD- oder Full-HD-Auflösung.

Modernere Ausstattungsdetails wie integriertes WLAN, Fernsteuerbarkeit oder ein GPS fehlen der Coolpix A zwar, aber ein GPS lässt sich per Kabel anschließen und die Fernauslösung übernimmt eine Infrarotfernbedienung. Außerdem verfügt die Nikon über ein integriertes Blitzgerät, das zur Aktivierung manuell ausgeklappt werden muss, sowie einen TTL-Systembliotzschuh, über den sich die Nikon-Systemblitze anschließen lassen. Leider kann der relativ schwache integrierte Blitz nicht als Auslöser dienen, einen Automatikmodus bietet er nur in den Motivpropgrammen sowie bei der Vollautomatik. In den Kreativprogrammen löst der Blitz hingegen immer aus, wenn er ausgefahren wurde. Ein Vorblitz zur Reduzierung roter Augen, eine Langzeitsynchronisation, das Blitzen am Ende der Belichtung sowie eine Blitzbelichtungskoprrektur werden dem Anwender aber geboten.

Immerhin kann die Nikon mit zahlreichen Bildbearbeitungsfunktionen und nachträglich anwendbaren Filtereffekten aufwarten, was über das simple Beschneiden und Verkleinern, womit sich manche Kameras begnügen, weit hinaus geht. Auch die Farben lassen sich nachträglich anpassen und sogar die Entwicklung von Raw-Dateien zu JPEGs ist möglich, wobei sich im Aufnahmemodus aber auch gleich beide Formate parallel speichern lassen.

Bildqualität Augenscheinlich bewährt sich die Nikon Coolpix A in der Praxis mit einer guten Bildqualität auf hohem Niveau und präziser Schärfe, wobei man aufpassen muss, dass der Fokus auch wirklich da sitzt, wo er hin soll. Aufgrund der geringen Schärfentiefe ist gerade bei offeneren Blenden eine Schärfekontrolle mittels Wiedergabelupe unabdingbar. Bravorös verhält sich die Nikon bei Gegenlicht, Lensflares, flaue Kontraste oder gar Geisterbilder sind kein Problem. Aber selbstverständlich musste sich die Bildqualität der Coolpix A auch im digitalkamera.de-Testlabor bewähren. Die ausführlichen Laborergebnisse mit zahl- und detailreichen Diagrammen sowie ausführlichen Erklärungen sind wie immer kostenpflichtig über die weiterführenden Links abrufbar. Als Gegenwert gibt es nicht nur die interaktive Onlineansicht, sondern auch ein langes PDF mit allen Diagrammen zum Archivieren und Ausdrucken.

Nikon Coolpix A Speicherkartenfach und Akkufach [Foto: MediaNord]​Bei offener Blende zeigt die Coolpix A im Bildzentrum bereits eine hohe Schärfe und Auflösung, die über 40 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) liegt. Diese lässt sich durch Abblenden kaum noch steigern, ab F11 sinkt die Auflösung durch Beugung leicht, ab F16 sogar deutlich. Am Bildrand hingegen kann die Nikon bei Offenblende nicht überzeugen, dort liegt die Auflösung gerade einmal bei 20 lp/mm – das ist die Hälfte der Auflösung im Bildzentrum! Bei F4 steigert sich die Randauflösung aber bereits auf 32 lp/mm und ab F5,6 liegt die Randauflösung gleichauf mit der im Bildzentrum. Diesen Auflösungsverlust sieht man leider bereits auf einem 20 x 30 Zentimeter großen Ausdruckt, wer also scharfe Ränder will, sollte mindestens auf F4, besser noch auf F5,6 abblenden. Sichtbar ist auch die Randabdunklung von gut einer Blendenstufe. Zwar ist der Verlauf recht sanft, aber selbst Abblenden hilft hier kaum etwas. Auch mit chromatischen Aberrationen hat die Nikon durchaus zu kämpfen – jedenfalls an den äußersten Bildrändern, dort werden Farbsäume bereits bei 20 x 30 Zentimeter sichtbar, sie liegen bei etwa 1,5 bis zwei Pixeln Breite. Nahe der Bildmitte hingegen sind diese Farbsäume nicht sichtbar, selbst der Mittelwert weist keine nennenswerte Ausschläge auf, so dass wirklich nur der äußerste Bildrand betroffen ist. Die minimale Verzeichnung von etwa 0,9 Prozent Tonnenform hingegen geht für ein 28 Millimeter vollkommen in Ordnung und fällt kaum negativ ins Gewicht.

Überzeugen kann die Nikon beim Signal-Rauschabstand, dieser liegt bis einschließlich ISO 400 bei über 40 dB im grünen Bereich, bei ISO 1.600 und 3.200 wird die kritische Grenze von 35 dB nur ganz knapp unterboten, hier kann man nochmal ein Auge zudrücken. Das Bildrauschen ist mit rund zwei Pixeln Korngröße fein genug, einzig der Rotkanal bricht mit rund drei Pixeln ab ISO 3.200 etwas nach oben aus. Farbrauschen spielt da noch keine große Rolle, erst bei den höchsten Empfindlichkeiten von ISO 12.800 und 25.600 wird es sichtbar, wohingegen das Luminanzrauschen bereits ab ISO 6.400 leicht sichtbar wird und darüber steil ansteigt. Nikon verzichtet auf eine allzu aggressive Rauschunterdrückung vor allem bei den höchsten Empfindlichkeiten, was jedoch der Detailtreue zu Gute kommt. Bis einschließlich ISO 1.600 gibt die Coolpix A feinste Texturen ohne messbaren Verlust wieder. Darüber sinkt die Detailtreue zwar minimal, jedoch selbst bei höchster Empfindlichkeit kann der Fotograf noch detailreiche statt zermatschte Bilder betrachten.

Nikon Coolpix A [Foto: MediaNord]Die zurückhaltende Rauschunterdrückung sorgt für eher mäßige Messwerte beim Dynamikumfang, so kratzt die Coolpix A bei ISO 800 mit 9,6 Blendenstufen zwar fast an der Marke von zehn Blendenstufen, bewegt sich ansonsten aber eher etwas oberhalb von neun Blendenstufen und sinkt über ISO 1.600 sogar darunter ab. Bei ISO 25.600 wird nur noch eine schlechte Dynamik von lediglich 7,3 Blendenstufen erreicht. Die Messung der Tonwertkurve bestätigt den knackigen, kontrastreichen visuellen Eindruck, bei der Nachschärfung hingegen geht die Coolpix konservativ zur Sache, so dass die Artefaktrate von unter fünf Prozent nicht negativ ins Gewicht fällt. Der Ausgangs-Tonwertumfang weiß nur bis ISO 800 zu überzeugen, darüber nutzt die Nikon weniger als 160 der 256 möglichen Grauwertstufen. Auch bei der tatsächlichen Farbtiefe kann die Coolpix bei hohen Empfindlichkeiten nicht so recht überzeugen, über ISO 1.600 unterscheidet sie weniger als zwei Millionen Farben. Bei ISO 100 bis 400 hingegen sind es sogar über vier Millionen, ein guter Wert. Während der manuelle Weißabgleich tadellos arbeitet, bevorzugt die A etwas wärmere Farben und gibt diese auch etwas kräftiger wieder, was auch auf Grün zutrifft. Insgesamt bewegen sich die Abweichungen aber im grünen Bereich und kann durchaus als "schöne" Farbwiedergabe durchgehen.

Fazit Die Nikon Coolpix A zeigt sich als äußerst interessante Digitalkamera mit sehr guter Bildqualität verpackt in einem hervorragend verarbeiteten, kompakten Gehäuse. Dadurch kann man sie immer dabei haben, muss für die sehr gute Bildqualität, dank APS-C-Sensor bis hin zu recht hohen ISO-Werten, jedoch den Kompromiss eingehen, dass es sich um eine Festbrennweitenkamera handelt. 28 Millimeter entsprechend Kleinbild sind weder besonders universell, noch ist das Objektiv mit F2,8 sonderlich lichtstark. Bereits bei Offenblende besitzt es aber eine hervorragende Schärfe im Bildzentrum, ab F5,6 steht der Bildrand dem in nichts nach. Die solide Bedienung mit allerdings etwas wenig individueller Knopfbelegung beziehungsweise zu wenigen Direktzugriffen wird durch die für eine moderne Kamera eher durchschnittliche Ausstattung ergänzt, moderne Funktionen wie Panorama oder HDR fehlen gänzlich. Der sportliche Preis von knapp 1.100 Euro hat sich inzwischen immerhin bei gut 850 Euro eingependelt.


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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.


Steckbrief
Hersteller Nikon
Modell Coolpix A
Preis ca. 900 EUR
Sensor Auflösung 16,2 Megapixel
Max. Bildauflösung 4.928 x 3.264
(Seitenverhältnis) (3:2)
Objektiv F2,8 28mm
Filtergewinde 46 mm (optional)
Sucher optisch (optional)
  Dioptrienausgleich
  Auflösung
  Vergrößerung
  Bildfeldabdeckung
LCD-Monitor 3"
  Auflösung 921.000
  drehbar
  schwenkbar
  als Sucher ja
Videoausgang HDMI (PAL/NTSC)
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
ja
Motivprogramme
  Porträt ja
  Kinder/Baby ja
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 14
Belichtungsmessung   Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz ja
  Blitzanschluss ISO TTL-Systemblitzschuh
Fernauslöser Kabel
Intervallaufnahme ja
Speichermedium SD/SDHC/SDXC
Videomodus
  Format MOV
  Codec H.264
  Auflösung (max.) 1.920 x 1.080
  bei Bildfrequenz
30p
Empfindlichkeit
  automatisch ISO 100-3.200
  erweitert ISO 100-25.600 (Obergrenze einstellbar)
  manuell ISO 100-25.600
Weißabgleich
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe ja
  Glühlampe ja
  Sonstiges Schatten, WB-Feinkorrektur
  Manuell ja
Autofokus
  Anzahl
  Messfelder
1
  AF-Hilfslicht LED, grell-orange
  Geschwindigkeit ca. 0,5 s
Sprachen Deutsch
  weitere 21
Gewicht
(betriebsbereit)
300 g
Zoom
  Zoomverstellung
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)

Auslösung während d. Speicherns mögl. ja
Akkulaufzeit ca. 230 Aufnahmen (gem. CIPA)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

Kurzbewertung

  • Ab F5,6 hervorragend gleichmäßige Auflösung bis zum Bildrand
  • Gut verarbeitetes, äußerst kompaktes Gehäuse
  • Hervorragende Bildqualität bis ISO 400, gute bis ISO 1.600
  • Viele kamerainterne Bildbearbeitungsfunktionen inklusive Effektfiltern und Raw-Entwicklung
  • Zu wenig Direktwahltasten bspw. für Weißabgleich, Aufnahmebetriebsart, Blitzfunktion etc.
  • Stativgewinde außerhalb der optischen Achse und zu dicht am Akku-/Speicherkartenfach
  • Fehlende Features wie HDR, Panorama und Bildstabilisator
  • Schwacher interner Blitz mit praktisch kaum vorhandener Randausleuchtung

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 93 %
Ausstattung 12,5 % 87 %
Handhabung 12,5 % 90 %
Geschwindigkeit 12,5 % 84 %
Bildqualität 50,0 % 92 %
Gesamtnote 90 %