Testbericht

Casio Exilim EX-Z850

2006-02-22 Ganze vier Jahre ist es her, seit wir mit der QV-4000 die letzte Casio Kamera getestet haben. Dem hat Casio ein Ende gesetzt, indem eine Beta-Version der funkelnagelneuen EX-Z850 für einen Vorabtest vor der offiziellen Vorstellung zur Verfügung gestellt wurde. Die Kamera beinhaltet im Vergleich zum Vorgängermodell zahlreiche Detailverbesserungen und Innovationen, die einen Blick wert sind. Zudem ist die Kamera klein und edel – so dass man sie immer dabei haben kann. Die Alltagstauglichkeit haben wir im Test auf die Probe gestellt.  (Benjamin Kirchheim)

Casio Exilim EX-Z850  [Foto: MediaNord]Da es sich bei der Kamera noch nicht um die endgültige Version handelt (zumindest was die Firmware angeht), werden einige Teile des Tests ergänzt, sobald wir eine Serienkamera zur Verfügung haben. Daher fällt der Abschnitt "Bildqualität" eher kurz aus, auch die Geschwindigkeitswerte können bis zur Serienreife noch optimiert werden, obschon hier die vorliegende Vorserienkamera durchaus beeindrucken kann. Die Z850 tritt dabei die Nachfolge der ein Jahr alten Z750 an und wurde in zahlreichen Punkten gegenüber ihrer Vorgängerin verbessert. So konnte neben einer deutlichen Erhöhung der Akkulaufzeit (440 Fotos vs. 325 Fotos) auch die Bildschirmhelligkeit verdreifacht werden, was insbesondere bei sehr hellem Umgebungslicht (schneebedeckte Berge oder am Strand bei Sonne) die Ablesbarkeit erhöhen sollte. Nebenbei wurde auch der CCD-Sensor gegen einen höher Auflösenden ausgetauscht, so dass nun 8 Millionen Bildpunkte zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es neue Blitzfunktionen, eine Belichtungswarnung, eine Videolampe, Videostabilisierungsfunktion – und noch vieles mehr. Weitere Details können unsere Leser sowohl im nachfolgenden Text als auch im nebenstehenden Steckbrief, in der Tabelle "Messwerte" am Ende des Tests und in unserem digitalkamera.de-Datenblatt zu dieser Kamera nachlesen.

Ergonomie/Verarbeitung Die Casio Exilim Zoom EX-Z850 kommt wie ihre Vorgängerin in einem matt gebürsteten Metallgehäuse daher. Auch am Layout und Design hat sich gegenüber der Vorgängerin nichts geändert. Das Gehäuse ist schick, gut verarbeitet und wirkt sehr robust, so dass man keine Angst haben muss, dass die Kamera in einer Tasche "erdrückt" werden könnte. Dennoch muss natürlich vor allem der 2,5“ große TFT-Bildschirm auf der Kamerarückseite vor physikalischen Einflüssen geschützt werden. Das Gehäuse der Kamera ist dabei überall gut abgerundet und bietet keine scharfen Kanten oder Vorsprünge. Das einzige Plastikteil, das sofort ins Auge springt und die ansonsten edle Verarbeitung etwas stört, ist das Stativgewinde, das auch nicht mittig unterhalb des Objektivs angeordnet ist. Darüber hinaus ist es nicht möglich, den Akku oder die Speicherkarte zu entnehmen, wenn die Kamera auf einem Stativ montiert ist, da das kombinierte Akku- und Speicherkartenfach (MMC- und SD-Karten-kompatibel) an der Kameraunterseite direkt neben dem Stativgewinde angeordnet ist. Der Batteriefachdeckel selber ist ebenfalls aus Kunststoff, was aber aufgrund der Oberflächenstruktur nicht sofort ins Auge fällt – aber immerhin ist das Scharnier aus Metall. Die Akkuentnahme gestaltet sich dabei etwas fummelig, vor allem, da der Akku aus der Kamera "geschüttelt" werden muss – er springt nach dem Lösen der Arretierung nämlich nicht heraus. Beim Einlegen des Akkus sollte auf die Beschriftung geachtet werden, da er sich auch verkehrt herum einlegen lässt; dann aber – mit den Kontakten nach außen zeigend – natürlich keinen Strom an die Kamera liefern kann. Ebenfalls an der Kameraunterseite, direkt am Stativgewinde, befindet sich der – ohne Schutzkappe ausgestattete – Anschluss für die mitgelieferte Docking-Station, die die einzige Möglichkeit ist, die Kamera an Strom, USB (2.0 High Speed) oder Fernseher anzuschließen und nebenbei auch den Akku in der Kamera lädt. Leider ist es nur mit einem optional erhältlichen Ladegerät möglich, den Akku außerhalb der Kamera zu laden.

Casio Exilim EX-Z850  [Foto: MediaNord]Die Bedientasten der Kamera sind ausschließlich auf der Kamerarückseite sowie auf der Oberseite angeordnet. Auf der Oberseite befindet sich neben dem Auslöser noch der etwas versenkte Ein/Ausschalter sowie eine Ringwippe, die um den Auslöser herum angeordnet ist und den elektrischen Zoommechanismus in Gang setzt. Auf der Gehäuserückseite befinden sich neben dem großen 2,5"-TFT-Bildschirm, der fast die gesamte Gehäuserückseite in Beschlag nimmt, noch zahlreiche Tasten zur Steuerung der Kamera. Ins Auge fällt dabei der Drehschalter rechts oben, der für die Wahl des Aufnahmeprogramms zuständig ist. Neben einem vollautomatischen Modus bietet das Rad hier Einstellungen für die Motivprogramme (die bei Casio Best-Shot-Programme heißen), zwei Halbautomatiken (Blenden- bzw. Zeitautomatik), einen vollmanuellen Modus, einen Sprachaufzeichnungsmodus und zwei Videomodi, wobei einer normale Videos aufzeichnet und der andere auch noch die letzten 5 Sekunden vor dem Drücken des Auslösers mit aufzeichnet (so genannte Past-Movie-Funktion). Unter dem Drehschalter befinden sich noch die Menütaste, ein 4-Wege-Steuerkreuz mit mittlerem Bestätigungsknopf (auch Set-Taste genannt) und eine Display-Taste zum Einstellen der dargestellten Informationen auf dem Display. Das Steuerkreuz dient nicht nur zur Navigation in den Menüs, sondern auch zur Einstellung des Fokusmodus (obere Taste), der Blitzfunktion (untere Taste) und einer frei wählbaren Funktion (linke und rechte Taste, z. B. belegbar mit der Belichtungskorrektur).

Über dem Display sind zwei Tasten angeordnet, die zum direkten Wechseln in den Aufnahme- bzw. Wiedergabemodus dienen, wobei mit diesen Tasten auch die Kamera ein- und ausgeschaltet werden kann (Direct-On/Off). Leider hat die Kamera keine Aufnahmepriorität. So ist es nicht möglich, aus dem Wiedergabemodus oder z. B. dem Menü mittels Antippen des Auslösers direkt in den Aufnahmemodus zu wechseln und ein Bild zu machen. Zwei weitere Tasten "verstecken" sich links neben dem TFT-Bildschirm. Die Tasten können leicht übersehen werden, da sie etwas schräg angeordnet sind; dabei sind sie sehr nützlich. Die obere der beiden Tasten wechselt den Aufnahmemodus zwischen Einzelbild, Serienbildaufnahme, Hochgeschwindigkeitsserien, Aufnahmeserien mit Blitz, einer Zoom-Aufnahmefunktion und einer Multi-Serienaufnahme, bei der die Bilder im Schachbrettmuster zu einem zusammengesetzt werden. Die untere Taste ruft ein sehr nützliches Schnellwahlmenü für wichtige Aufnahmeparameter wie Auflösung, Weißabgleich, Empfindlichkeit und Autofokus-Feldwahl auf. In diesem Schnellwahlmenü herrscht übrigens ausnahmsweise Auslösepriorität, das heißt beim Betätigen des Auslösers wird das Menü verlassen und fokussiert bzw. ein Bild aufgenommen.

Casio Exilim EX-Z850  [Foto: MediaNord]Neben den vielen Tasten und dem großen Bildschirm auf der Kamerarückseite bleibt leider kein Platz für den Daumen der rechten Hand, so dass man bei Einhand-Haltung vorsichtig sein muss, dass man mit dem Daumen nicht versehentlich eine Taste drückt und etwas verstellt. Als Sucher kommen bei der kleinen Casio der Bildschirm mit Live-Vorschau und ein kleiner optischer Sucher zum Einsatz. Der optische Sucher ist dabei so winzig, dass er kaum brauchbar erscheint – höchstens in Notsituationen, wo über das Display kein Bild sichtbar ist (sei es, weil es zu dunkel ist oder so hell, dass das Display kaum noch abgelesen werden kann). In solchen Fällen kann man froh sein, noch einen optischen Sucher zu haben. Das Display ist aufgrund der Größe und Bequemlichkeit sicher der bevorzugte Sucher. Es ist nicht nur sehr groß (6,4 cm Bildschirmdiagonale), sondern auch brillant und hell. Die Bildschirmhelligkeit ist dabei in drei Helligkeitsstufen bzw. auch per Automatik einstellbar. Die Automatik erkennt selbstständig, ob sich die Kamera in einer besonders hellen oder dunklen Umgebung befindet und passt die Bildschirmhelligkeit entsprechend an. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass das Display in der hellsten Einstellung dreimal so hell ist wie das Display der Vorgänger-Kamera Z750, so dass selbst hellste Umgebungen kein Problem mehr darstellen sollten. Die Auflösung fällt dagegen, verglichen mit der Bildschirmgröße, mit 115.200 Pixeln etwas bescheiden aus; hier gibt es andere Displays, die doppelt so hoch auflösen. Eine Schärfekontrolle der Bilder ist so nicht unbedingt optimal möglich, obschon es eine 8-fache Bildschirmlupe gibt. Ein weiterer Nachteil ist die Blickwinkelabhängigkeit. So ist das Bild zwar von links und rechts gut einsehbar, aber von oben und unten gibt es schnell eine Helligkeitsänderung. Schräg von unten wird das Display schwarz, von oben hingegen weiß – auch hier gibt es andere Hersteller, die es besser können. Ansonsten gefällt das Display sehr gut, das Vorschaubild wird ruckelfrei dargestellt, die Farbdarstellung ist gut. Neben dem Vorschau- bzw. Wiedergabebild können auch zahlreiche Informationen eingeblendet werden, das reicht von den Aufnahmeparametern über ein Histogramm bis hin zu einem Gitternetz. Eine Belichtungsvorschau hingegen gibt es nur bedingt, zumindest ist sie nur bei halb gedrücktem Auslöser aktiv. Einzig die Belichtungskorrektur führt zu einer direkten Änderung der Helligkeit. Außerdem warnt die Kamera den Benutzer beim Betätigen des Auslösers, falls das Bild über- bzw. unterbelichtet würde.

Casio Exilim EX-Z850 – BestShot Programm  [Foto: MediaNord]Bei den Menüs hat sich Casio zwar beim Design Mühe gegeben, nicht jedoch bei der Strukturierung. So findet man unter "Aufnahme" einige Punkte, die man evtl. auch unter "Einstellung" suchen würde (z. B. welche Parameter beim Ausschalten der Kamera gespeichert werden), während sich im Menü "Qualität" auch Einstellungen zur Blitzbelichtungskorrektur, Empfindlichkeit und zum Weißabgleich befinden. Insgesamt befinden sich in den Menüs 42 Einstellungspunkte, wobei einige davon wieder Untermenüs öffnen, wie z. B. bei der Einstellung der zahlreichen Kamerasounds. Das Menü ist dabei gerade noch übersichtlich genug, um sich nicht vollends darin zu verlieren, aber an der Aufteilung könnte Casio noch einmal arbeiten. Ebenfalls umfangreich ist das Wiedergabemenü ausgefallen, in dem sich immerhin 17 Punkte verbergen, unter anderem so hilfreiche Möglichkeiten wie das Ändern des Weißabgleichs, des Datums bzw. der Uhrzeit (falls die Kamera bei der Aufnahme verstellt war) als auch die Änderung der Auflösung, des Bildausschnitts und vieles mehr. Hier bleibt das Menü auch übersichtlich genug, so dass schnell die gewünschte Bearbeitungsfunktion gefunden ist. Übrigens lassen sich auch Filme schneiden, zusammenfügen oder Einzelbilder daraus extrahieren.

Casio Exilim EX-Z850  [Foto: MediaNord]Optik Die Casio Exilim Zoom EX-Z850 besitzt wie ihre Vorgängerinnen eine 3-fach-Zoomoptik, die sich im ausgeschalteten Zustand komplett im flachen Gehäuse (23,7 mm) der Kamera versteckt. Sie deckt einen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von 38 bis 114 mm ab, wobei das Zoom motorisch über eine Ringwippe verstellt wird, die um den Auslöser herum angeordnet ist. Der Zoombereich wird sehr schnell (d. h. in weniger als 1 Sekunde) durchfahren; es ist mit etwas Feingefühl aber auch möglich, insgesamt 7 Zoomstufen anzufahren. Die Geräuschentwicklung ist recht moderat, wenn auch das Surren deutlich hörbar ist. Im eingeschalteten Zustand reckt sich das Objektiv bis zu 21 mm weit aus dem Kameragehäuse heraus; seine geringste Länge erreicht das Objektiv in mittlerer Zoomposition. Bei der Lichtstärke beginnt das Objektiv in Weitwinkelposition bei Blende 2,8, um mit zunehmendem Zoom kontinuierlich lichtschwächer zu werden, bis in Telestellung nur noch Blende 5,1 erreicht wird, was man nicht gerade als lichtstark bezeichnen kann – ein Tribut an die geringe Baugröße der Kamera bzw. des Objektivs. Beim Zoomen wird auf dem Display ein Fortschrittsbalken angezeigt, an dem sich die ungefähre Zoomposition ablesen lässt. Sehr nützlich ist dabei auch die Anzeige des momentan einstellbaren Fokusbereichs, da dieser von der eingestellten Zoomstufe abhängt.

Im Weitwinkelbereich kann man sich dem Motiv bis auf 40 cm nähern, in Telestellung immerhin bis auf 50 cm, wobei das Objektiv innenfokussiert ist und sich dadurch beim Fokussieren keine äußeren Objektivteile bewegen. Im Makromodus ändert sich der Einstellbereich, die Kamera ist aber so "intelligent", dass sie erkennt, wenn sich ein Motiv im Nahbereich befindet, und selbständig in den Makromodus umschaltet (im Makromodus schaltet die Kamera aber nicht automatisch auf den weiteren Einstellbereich um). Die Fokuseinstellgrenzen sind im Makromodus in Weitwinkelstellung des Objektivs 10 cm bis 50 cm und in Telestellung magere 50 cm bis 60 cm, womit besonders im Telebereich die Einstellmöglichkeit im Makromodus äußerst gering ist und man sich dem Motiv auch nicht weiter nähern kann als bei normaler Fokuseinstellung.

Casio Exilim EX-Z850 [Foto: MediaNord]Vielfältig zeigt sich die Kamera bei der Wahl der Fokusfelder. Zum einen gibt es eine automatische Wahl des Fokuspunktes, wobei 9 Messpunkte hinzugezogen werden. Zum anderen verfügt die Kamera über einen Spot-Autofokus, der nur das mittlere Autofokus-Feld in die Messung einbezieht. Schließlich hat der Benutzer noch die freie Wahl aus knapp 12.000 Positionen, also praktisch stufenlos, für das Autofokus-Feld. Die Einstellung der freien Autofokus-Position ist allerdings nur aus dem Menü "Qualität" heraus möglich, so dass dies eher für Stativaufnahmen geeignet erscheint.

Die automatische Fokussierung funktioniert, obwohl es sich noch um ein Vorserienmodell handelt, äußerst schnell. Hier hat Casio gegenüber dem Vorgängermodell einiges verbessert. Besonders in Weitwinkelstellung arbeitet die Fokussierung äußerst schnell und stellt in der Regel in unter 0,5 s scharf. In Telestellung braucht die Kamera etwas mehr Zeit – an dieser Stelle sei aber erwähnt, dass sich diese Werte, obwohl sie schon sehr gut sind, noch zum Positiven hin verbessern können, bevor die Kamera in Serie geht. Sollte das Umgebungslicht einmal zu schwach für den Autofokus sein, schaltet die Kamera ihr grelles, weißes Fokushilfslicht ein, womit die Kamera sehr gut fokussieren kann. Allerdings sollten Personen nicht direkt in dieses Licht schauen, da es sehr blendet. Zusätzlich zum normalen Autofokus verfügt die Kamera über eine so genannte Pan-Fokus-Funktion, die die Fokuseinstellung auf die Hyperfokaldistanz einstellt. Dies hat den Vorteil, dass man die Kamera sofort, ohne weitere Fokussierzeit, auslösen kann – die Motive müssen nur weit genug entfernt sein, um innerhalb des voreingestellten Schärfebereichs zu liegen. Die Funktion erreicht man, indem man den Auslöser gleich voll durchdrückt und nicht erst halb. Die Funktion ist daher etwas gefährlich – wenn man nicht weiß, was man da tut; führt das zu unscharfen Fotos bei näheren Objekten. Schließlich verfügt die Kamera auch noch über eine manuelle Fokussierung, bei der der gesamte Fokusbereich incl. Makrobereich eingestellt werden kann. Zur Einstellung dient das Steuerkreuz auf der Kamerarückseite, wobei auf dem TFT-Bildschirm das Fokusfeld vergrößert dargestellt wird, um die eingestellte Schärfe besser beurteilen zu können. Richtig gut funktioniert die Schärfebeurteilung aber nicht, da vor allem die Bildschirmauflösung nicht sehr hoch ist. Für z. B. Landschaftsfotografie verfügt die Kamera dann noch über eine Unendlichkeitsstellung für den Fokus.

Die kleine Casio hat einen so genannten Anti-Shake-DSP eingebaut, dessen Name dem Benutzer vorgaukeln könnte, die Kamera hätte eine Bildstabilisierungstechnik verbaut – dem ist aber nicht so. Die Kamera verfügt weder über einen optischen Bildstabilisator im Objektiv, noch über einen beweglichen CCD-Sensor, wie er von Konica Minolta her bekannt ist. Der Anti-Shake-DSP sorgt vielmehr für erhöhte Empfindlichkeiten des CCD-Sensors, so dass sich die Verschlusszeiten entsprechend verkürzen und damit auch einer möglichen Verwackelung entgegen gewirkt wird. Die so erreichbaren Empfindlichkeiten betragen ISO 800 und 1.600. Erkauft wird dies mit einem erhöhten Rauschen, so dass man auf diese Funktion nur in Notsituationen zurückgreifen sollte, frei nach dem Motto: "Lieber ein verrauschtes Foto als ein verwackeltes bzw. gar keines". Erstaunlicherweise erreicht das Rauschen bei ISO 800 und 1.600 aber nicht die erwarteten Werte, sondern fällt geringer aus, wozu sicher die Kamerasoftware beiträgt. Der Anti-Shake-DSP ist dabei nicht mit dem Blitz kombinierbar und wird z. B. in einigen Best-Shot-Programmen (Hohe Empfindlichkeit und Anti-Verwackelung) automatisch eingeschaltet. Die Auflösung der Fotos wird bei erhöhter Empfindlichkeit übrigens nicht verringert (keine Pixel-Zusammenlegung).

   Casio Exilim EX-Z850 – Einstellungsmenü   [Foto: MediaNord]
   Casio Exilim EX-Z850 – Aufnahmemenü
   Casio Exilim EX-Z850 – Qualitätsmenü [Screenshot: MediaNord]
  Casio Exilim EX-Z850 – Einstellungsmenü 2 [Screenshot:MediaNord]

Blitz Die Casio-"Flunder" verfügt selbstverständlich auch über einen kleinen internen Blitz, der mit einer Leitzahl von 8,5 auch gar nicht mal so schwach für so eine kleine Kamera ist. Bei Blitzverwendung und automatischer Empfindlichkeitseinstellung regelt die Kamera bis auf ISO 200 hoch und erreicht so im Weitwinkel immerhin eine Blitzreichweite von 4,5 Metern, was durchaus für ein kleines Gruppenportrait o. ä. reicht. In Telestellung des Objektivs hingegen schränkt die geringe Lichtstärke die Blitzreichweite deutlich ein, so dass er nur noch 2,4 m weit reicht. Ansonsten hat Casio dem Blitz zahlreiche Funktionen spendiert, sogar solche, die man bei anderen Herstellern nicht findet. Dazu gehört z. B. die Rapid-Flash-Funktion, bei der mit eingeschaltetem Blitz eine schnelle Aufnahmeserie von drei Bildern möglich ist – allerdings bei leicht verringerter Blitzreichweite. Da die Blitzenergie auf drei Auslösungen verteilt werden muss, reicht der Blitz in Weitwinkelstellung nur noch 3,3 m weit und in Telestellung 1,8 m. Außerdem verfügt der Blitz neben der obligatorischen Automatik, die dunkle bzw. Gegenlichtsituationen erkennt, über zahlreiche Modi wie Aufhellblitz, Blitz aus oder eine Rote-Augen-Unterdrückung, die nicht per Vorblitz, sondern mit Hilfe des hellen AF-Hilfslichts funktioniert. Die berüchtigten Kaninchenaugen treten aber selbst ohne diese Hilfe nur selten auf, da der Blitz nicht zu nah am Objektiv sitzt. Zwei weitere Einstellungsmöglichkeiten heißen Strong-Flash und Soft-Flash, die die Blitzdosierung erhöhen bzw. verringern. Im Menü versteckt befindet sich schließlich noch eine Blitzintensitätskorrektur mit 5 Einstellungen, womit der Blitz zwischen den Werten +2 und -2 eingestellt werden kann. Eine Blitzlangzeitsynchronisation erhält man dagegen nur im entsprechenden Best-Shot-Programm "Nachtszenenportrait" oder in der Blendenautomatik sowie dem manuellen Modus.

Zur Blitzausleuchtung sei gesagt, dass diese sehr gleichmäßig ausfällt, wenn auch im Weitwinkelbereich leicht dunklere Ecken auftreten, die aber nur selten auffallen. Bildbereiche, die das Blitzlicht nicht erreicht hat, können über die Flash-Assist-Funktion elektronisch aufgehellt werden, so dass das Bild etwas gleichmäßiger "ausgeleuchtet" ist. Auch die Ausleuchtung im Nahbereich ist sehr gut, selbst bei geringster Entfernungseinstellung von 10 cm gibt es keinen objektivbedingten Schatten im Bild, und der Blitz belichtet auch bei dieser Entfernung sehr zuverlässig. Überhaupt ist die Blitzdosierung sehr ausgewogen – und wenn sie doch einmal nicht den Wünschen des Fotografen entspricht, ist der Blitz mit den möglichen Einstellungen zur Blitzintensität über das Menü bzw. mit der Soft-/Strong-Flash-Funktion leicht zu bändigen. Auch die Farbneutralität mit Blitz ist gut, selbst Mischlicht mit zusätzlichem Blitz bringt die Farbtreue nicht ins Schleudern. Insgesamt kann man der Kamera also eine gute und in weiten Bereichen einstellbare Blitzfunktionalität zugestehen, einzig die Möglichkeit, auf den zweiten Verschlussvorhang (also zum Ende der Belichtung statt zu Anfang) zu blitzen, könnte man vermissen. Einen Blitzschuh gibt es bei der kleinen Kamera nicht, dafür fehlt aber auch der Platz. Wer mehr Blitzleistung benötigt oder indirekt blitzen möchte, muss somit auf einen Slave-Blitz zurückgreifen.

Bildqualität Da es sich bei der Kamera noch nicht um ein offizielles Serienexemplar handelt, können hier nur erste Anhaltspunkte gegeben werden. Auch ein DCTau-Testprotokoll stand aufgrund dessen noch nicht zur Verfügung. Trotzdem kann gesagt werden, dass die Bildqualität – visuell beurteilt – schon bei der Vorserienkamera sehr gut ist. Die Belichtung arbeitete sehr zuverlässig, auch bei Gegenlichtsituationen reagierte die Kamera gut. Verzeichnung und Vignettierung halten sich in Grenzen, allenfalls in der Weitwinkelstellung des Objektivs ist die tonnenförmige Verzeichnung (gerade Linien werden zum Bildrand hin gekrümmt) deutlich sichtbar, sie nimmt aber mit zunehmendem Zoom ab und ist schon bei mittleren Brennweiten kaum noch sichtbar. Auch Auflösung und Bildaufbereitung können sich sehen lassen, bei Alltagsmotiven fielen keine negativen Effekte ins Auge, was nicht heißen soll, dass im Labor bei der Serienkamera der eine oder andere Moiré- oder Aliasingeffekt sichtbar wird. Die Aufbereitung wirkt wenig aggressiv, die Scharfzeichnung moderat – das trifft auch auf das Rauschverhalten zu. Bei niedrigen Empfindlichkeiten waren die Bilder sehr "sauber", vor allem, wenn man die Sensorgröße und Auflösung berücksichtigt.

Casio Exilim EX-Z850 [Foto: MediaNord]Wem Scharfzeichnung, Kontrast, Farben oder Belichtung nicht ganz zusagen, der kann die Kamera mit zahlreichen Parametern seinen Wünschen anpassen. Hier erlaubt die Kamera einen weiten Einstellbereich (5 Stufen bei Scharfzeichnung, Kontrast und Farbsättigung), auch die Belichtungseingriffsmöglichkeiten sind groß, indem die Messart (Mehrfeld, mittenbetont und Spot) beeinflusst werden kann oder auch die Belichtung selber mittels Belichtungskorrektur von bis zu 2 EV in beiden Richtungen, jeweils in drittel Schritten. Wenn das immer noch nicht reicht, gibt es einen voll manuellen Modus mit einem weiten und feinen Einstellbereich der Belichtungszeit, nur bei der Blendeneinstellung ist man auf zwei Werte je Zoomstellung beschränkt. Letztendlich bleibt noch der Weißabgleich, dessen Automatik recht zuverlässig arbeitet und zudem zahlreiche Voreinstellungswerte (Tageslicht, Bewölkt, Schatten, Tagesweiß-Leuchtstoff, Tageslicht-Leuchtstoff, Kunstlicht) bis hin zu einem manuellen Weißabgleich bietet – es ist mit der Kamera sogar möglich, den Weißabgleich von gespeicherten Fotos nachträglich zu beeinflussen.

Sonstiges/besondere Funktionen Die kleine Casio verfügt über einen leistungsfähigen Videomodus, der kaum Wünsche offen lässt. Die Auflösung beträgt bis zu 640 mal 480 Bildpunkte, die Bildwiederholrate ist mit 30 Bildern pro Sekunde "fernsehtauglich". Hervorzuheben ist hier vor allem die MPEG4-Komprimierung, die nicht nur eine bessere Qualität als die üblichen Motion-JPEGs verspricht, sondern vor allem auch Speicherplatz spart. Die Videoqualität ist dabei anhand der Komprimierungsrate und Auflösung/Bildwiederholrate in drei Schritten einstellbar. Die höchste Qualität bietet volle Auflösung (640 x 480), 30 Bilder pro Sekunde und komprimiert die Videos auf 4 Mbit/s, womit in den internen, 8 MBytes großen Speicher 16 Sekunden Video passen, während eine 1 GByte große Speicherkarte immerhin schon 33 Minuten Video zulässt. Im normalen Qualitätsmodus bleiben Auflösung und Bildwiederholrate gleich, die Videos werden aber auf ca. 2,1 Mbit/s komprimiert, womit in den internen Speicher 31 Sekunden Video passen, während eine 1 GB Speicherkarte über eine Stunde Video aufnehmen kann. In der niedrigsten Qualitätsstufe verringert sich die Auflösung dann auf 320 mal 240 Bildpunkte, und es werden nur noch 15 Bilder pro Sekunde aufgezeichnet. Die Datenkomprimierung läuft auf 745 kbit/s hinaus, womit in den internen Speicher stolze 87 Sekunden Video passen, während eine 1 GByte große Speicherkarte fast 3 Stunden Video aufnimmt. Allerdings gibt es bei all diesen stolzen Zeitdauern eine gewichtige Einschränkung: Nach 10 Minuten beendet die Kamera die Filmaufzeichnung, und der Auslöser muss erneut gedrückt werden. Es ist also nicht möglich, eine längere Aufführung am Stück aufzuzeichnen.

Eine weitere Einschränkung des Videomodus ist es, dass man während der Aufzeichnung den optischen Zoom nicht verstellen kann, einzig der Digitalzoom bleibt aktiv, was allerdings beim Hineinzoomen zu deutlich pixeligen Videos führt. Außerdem gibt es bei den Videos noch zahlreiche Einstellungen: So kann man wählen, ob die Videoaufnahme beim Drücken des Auslösers beginnen soll oder schon 5 Sekunden vorher (so genannte Past-Movie-Funktion). Auch die Fokus-Einstellung ist sehr offen, es können alle Fokus-Modi gewählt werden, die auch beim Aufnehmen von Fotos zur Verfügung stehen. Dazu gehört neben dem bei Casio Exilim EX-Z850  [Foto: MediaNord]Videoaufzeichnungen leider hörbaren Autofokus noch der Makroautofokus, der manuelle Fokus und eine Unendlichkeitseinstellung sowie der Pan-Fokus, dessen Schärfebereich beim Betätigen des Zooms sogar angegeben wird (Schärfebereich ab 0,8 m bei Weitwinkel bis ab 3 m in Telestellung). Ebenfalls einstellbar ist eine Belichtungskorrektur. Besonders hervorzuheben ist die polyvalente, weiße LED-Lampe oberhalb des Objektivs. Diese dient nicht nur zur optischen Anzeige des Selbstauslösers, als Autofokus-Hilfslicht und als Anti-Rote-Augen-Licht, sondern auch als Video- und Fotolampe – allerdings mit entsprechend hohem Stromverbrauch. Beim Drücken auf den Blitz-Einstellknopf im Videomodus kann man wählen, ob die Videolampe permanent ein- oder ausgeschaltet sein soll, als auch eine Automatik einstellen, so dass sich die Lampe bei schlechten Lichtverhältnissen automatisch einschaltet. So sind Videos selbst bei völliger Dunkelheit bis auf einige Meter Entfernung möglich. Sogar bei Fotoaufnahmen ist es möglich, diese Lampe permanent, auch während der Belichtung, einzuschalten – womit selbst im Stockfinsteren ein Sucherbild möglich ist. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle, dass die Kamera im Videomodus über eine elektronische Bildstabilisierung verfügt, wie sie von Videokameras her bekannt ist.

Auch bei der Serienbildfunktion zeigt sich Casio innovationsfreudig. Neben einem Serienbildmodus mit Dauerlauf, der ca. 0,9 Bilder pro Sekunde aufzeichnet, bis die Speicherkarte voll ist, und einem schnellen Serienbildmodus mit 3,8 Bildern pro Sekunde (der allerdings nur 3 Bilder aufzeichnet) gibt es einen Serienbildmodus mit Blitz. Bei fast allen anderen Kameras ist die Blitzbenutzung im Serienbildmodus allenfalls mit einem externen Blitz möglich. Casio bedient sich des Tricks, die Blitzleistung zu reduzieren und so drei Blitze in kurzer Zeitfolge zu ermöglichen. Was man hingegen vermisst, ist eine Belichtungsreihenfunktion, die man bei digitalen Kompaktkameras – auch wenn diese ansonsten sehr viele Funktionen besitzen – leider immer seltener findet. Die Möglichkeit, die Bilder hinterher selber bearbeiten zu können, mag mit ein Grund dafür sein. Grundvoraussetzung für eine schnelle Serienbildfunktion ist eine entsprechend leistungsfähige Flash-Speicherkarte. Die Casio wird ohne eine solche Karte ausgeliefert, verfügt dafür aber über einen internen Speicher von 8 MBytes, was angesichts der Dateigröße für ein hoch auflösendes Bild nur als schlechter Witz empfunden werden kann – in bester Qualität passt nur ein Bild in den internen Speicher. Es ist also geradezu Pflicht, zur Kamera gleich eine kompatible SD- oder MMC-Speicherkarte hinzu zu kaufen, wobei ein High-Speed SD-Modell vorzuziehen ist, um auch die Serienbildzeiten erreichen zu können, denn immerhin muss die Kamera im Dauerlauf-Serienbildmodus mehr als 4 MBytes/s speichern.

Casio Exilim EX-Z850  [Foto: MediaNord]An dieser Stelle ist aber nicht Schluss, die kleine Casio verfügt noch über einige weitere, interessante Aufnahme- bzw. Bildbearbeitungsmöglichkeiten. Mit der so genannten Revive Shot-Funktion ist es möglich, alte Fotos zu fotografieren, wobei die Kamera nicht 100% ausgerichtet sein muss, da hinterher eine automatische Trapezkorrektur stattfindet. Auch das ist aber noch nicht alles. Alte Fotos leiden oft unter ausgeblichenen Farben oder Farbstichen – auch diese kann die Casio problemlos korrigieren, so dass anschließend alte Fotos wieder in neuem Glanz erstrahlen. Eine kleine Einschränkung gibt es dabei: Die Auflösung sinkt im Zuge der Bearbeitung von 8 auf 2 Megapixel, was aber immer noch für einen guten 10 x 15 cm großen Abzug reicht, auch die Qualität bei 13 x 18 cm ist durchaus noch familienalbumtauglich. Im Wiedergabemodus stehen diese Bearbeitungsmöglichkeiten ebenfalls zur Verfügung, wobei es noch zahlreiche andere Möglichkeiten gibt. So kann z. B. der Weißabgleich vom Foto geändert werden, falls dieser bei der Aufnahme falsch gewählt war, und unter- bzw. überbelichtete Fotos können korrigiert werden. Ein nachträgliches Beschneiden und Ändern der Auflösung gehört ebenfalls zu den vielen Bearbeitungsfunktionen. Eine Drehung von Fotos ist auch möglich und auch nötig, denn die Casio hat keinen Orientierungssensor eingebaut. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Möglichkeit, EXIF-Datum und -Zeit nachträglich ändern zu können, falls man auf einer Reise z. B. vergessen hat, die Zeit der entsprechenden Zeitzone anzupassen (falls der Fotograf die Zeit nicht sowieso auf GMT eingestellt hat).

Auch für die Aufnahme verfügt die Z850 über sehr viele Einstellungen. Das reicht von den vielen Motivprogrammen für alle erdenklichen fotografischen Situationen wie z. B. Gegenlicht, Nachtaufnahmen, Nachportrait, Kinder, Party, Haustiere oder Herbstblätter sowie Gegenlicht. Zu jedem dieser Programme werden auch eine kleine Info sowie ein Beispielbild eingeblendet, wobei man die Motivprogramme entweder aus einer Übersicht heraus, die nur die Beispielbilder anzeigt, oder aber einer Großansicht mit weiteren Informationen wählen kann. Ebenfalls für die Aufnahmeeinstellung interessant bzw. nützlich ist die Option, zwei Tasten des Steuerkreuzes mit einer von fünf wichtigen Einstellungsmöglichkeiten belegen zu können, dazu gehören Belichtungskorrektur, Weißabgleich, Empfindlichkeit, Belichtungsmessart und Selbstauslöserfunktion, wobei man beachten sollte, dass Weißabgleich und Empfindlichkeit auch über das Schnellwahlmenü verstellt werden können. Auch einstellbar ist, welche Einstellungen die Kamera nach dem Ausschalten vergisst und welche beibehalten werden, als da wären: Blitz, Fokus, Weißabgleich, Empfindlichkeit, AF-Bereich, Belichtungsmessart, Selbstauslösefunktion, Blitzintensität, Digitalzoom, MF-Position und Zoom-Position.

Casio Exilim EX-Z850 [Foto: MediaNord]Schon Standard dürfte die Möglichkeit sein, die Kamera direkt an einen Drucker anschließen zu können; die Standard-Verständigungssprache dieser Geräte, die PictBridge heißt, ist inzwischen weit verbreitet. Man sollte bei der kleinen Casio aber die Dockingstation nicht vergessen, denn diese wird benötigt, um das USB-Kabel mit der Kamera zu verbinden. Selbstverständlich kann dieses USB-Kabel statt mit einem Drucker auch gleich mit einem Computer verbunden werden, wobei die Übertragungsgeschwindigkeit mit USB 2.0 High Speed hoch ausfällt. Hier meldet sich die Kamera dann als Standard Massenspeichergerät, womit jedes aktuelle Betriebssystem zurechtkommen sollte. So hat man Zugriff auf die Fotos, die auf der Speicherkarte bzw. im kamerainternen Speicher abgelegt sind. Außerdem ist über die Dockingstation auch gleich die Stromversorgung bzw. die Aufladung des Akkus gesichert, sofern das beiliegende Netzteil angeschlossen ist. Somit steht nach Anschluss an einen Fernseher (PAL oder NTSC kompatibel) einer stundenlangen Diashow nichts mehr im Wege.

Fazit Hosentaschentauglich ist die neue Casio Z850 von ihrer Größe her allemal, aber außerdem taugt sie durch ihre hohe Geschwindigkeit auch sehr gut für spontane Schnappschüsse und dürfte sogar anspruchsvollere Anwender durch zahlreiche manuelle Eingriffsmöglichkeiten zufrieden stellen. So eignet sich die Kamera ebenfalls hervorragend als Ergänzung zu einer ausgewachsenen Prosumer-Kamera oder DSLR, auch wenn die Wahl der Blendenwerte etwas eingeschränkt ist. Obendrein ist die Kamera gut verarbeitet und macht einen edlen und robusten Eindruck. Ein paar kleine Abstriche muss man beim täglichen Fotografieren nur bei der Ergonomie und Handhabung machen. So hat uns die Kamera insgesamt sehr gut gefallen.

Messwerte
Einschaltzeit ca. 1 s
Brennweitenverstellung
  Anzahl Stufen
  Zeit Weitwinkel bis Tele
motorisch über Ringwippe
7
0,9 s
Autofokus-Geschwindigkeit unter 0,5 s, abhängig von Motiv und Aufnahmebedingungen (vorläufiges Testergebnis)
Auslöseverzögerung <0,1 s
Blitz
  Leitzahl
 
8,5 (ISO 200) (vorläufiges Testergebnis)
Batterielaufzeit ca. 440 Aufnahmen (CIPA)
Speicherzeiten
  RAW
  JPEG
  TIFF
 

ca. 1,2 s (4,7 MByte)

Auslösung während Speicherung möglich
Serienbilder
   Verwendete Auflösung
   Geschwindigkeit
   Anzahl
   mit Blitz
 
3.264 x 2.448 (Fein)
ca. 0,9 Bilder/s bzw 3,8 Bilder/s (High-Speed,
vorläufiges Testergebnis)
3 mit Blitz bzw. High-Speed, ansonsten bis Karte voll
ja
 

Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Kameras

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 39, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.

Steckbrief
Hersteller Casio
Modell Exilim EX-Z850
Preis ca. xxx
Auflösung CCD-Sensor 8,1 Millionen Pixel
Max. Bildgröße
(Seitenverhältnis)
3.264 x 2.448 (4:3)
3.264 x 2.176 (3:2)
2.816 x 2.112 (4:3)
2.304 x 1.728 (4:3)
1.600 x 1.200 (4:3)
640 x 480 (4:3)
Videoaufnahme
  Auflösungsstufen

  mit Ton
  Videoformat  
  Bildfrequenz

  Aufnahmedauer

640 x 480 (4:3)
320 x 240 (4:3)
ja
MPEG4
30 Bilder/s
15 Bilder/s
max. 10 Min
Tonaufnahmen
  bei Video
  Sprachnotiz
 
ja
30 sec. abhängig
von der Speicherkapazität
optischer Sucher
   Dioptrienausgleich
ja
Spiegelreflex
LCD-Monitor
  Auflösung
  drehbar
  schwenkbar  
  als Sucher
  verzögerungsfrei

115.200 Pixel


ja
ja
Lichtmessung
  Matrix/Mehrfeld-
  Messung
  mittenbetonte 
  Integralmessung
  Spot 
  Multi-Spot
  Messwertspeicher
  (AE-Lock)
 
ja
 
ja
 
ja

Anzeige der Belichtungswerte ja
Programmautomatik ja (mit Shift-Möglichkeit)
Blendenautomatik 1/2.000 bis 60 s
in 52 Stufen
Zeitautomatik F2,8 bis F4 in 2 Stufen (WW)
F5,1 bis F7,4 in 2 Stufen (Tele)
manuelle Belichtung
  Blende
  
  

  Verschlusszeit
  
  BULB-Langzeit-
  belichtung

Blende F2,8 bis F4 in 2 Stufen (WW)
F5,1 bis F7,4 in 2 Stufen (Tele)
1/1.000 bis 60 s in 49 Stufen
ja
Motivprogramme
  Porträt
  Sport/Action
  Landschaft
  Nahaufnahmen
  Porträt bei Nacht
  Sonstige 
 
ja
ja
ja

ja
29 weitere Motiv-
programme
Automatische Belichtungsreihen 3 Aufnahmen

1/3 oder 2/3 LW
Empfindlichkeit
  automatisch
  
  manuell
 
ISO 50-200

ISO 50, 100, 200,
400
Weißabgleich
  Automatik
  Voreinstellungen
 
 
 
  
  

  manuell   (Weißpunkt-
  speicherung)
  sonstiges
 
ja
Tageslicht, Bewölkt, Schatten, Tagesweiß-Leuchtstoff, Tageslicht-Leuchtstoff, Kunstlicht
ja
 
 
Brennweite
  real
  Kleinbild-äquivalent
  Zoomfaktor

7,9 bis 23,7 mm
38 bis 114 mm
Lichtstärke
(Weitwinkel bis Tele)
F2,8 bis F5,1
Digitalzoom
Autofokus
  Anzahl Messfelder
  Messfeld-Wahl
    Einzel-AF
  kontinuierlicher AF
  AF-Hilfslicht
ja
1 oder 9
ja
ja

ja
Naheinstellgrenze 40 cm (WWnormal),
10 cm (WW/Makro)
50 cm (Tele/Makro)
Filtergewinde
Weitwinkelkonverter*
Telekonverter*
Blitzmodi
  Automatik
  manuell an
  Rote-Augen-
  Korrektur
  Langzeitsynchron.
  auf 2. Ver-
  schlussvorhang
  Blitzbelichtungs-
  korrekturfunktion
    Slave-Funktion
 
ja
ja
ja
 
ja

 
ja

Blitzanschluss
  Blitzschuh
  Synchronbuchse
  int. u. ext. Blitz
  gemeins. auslösbar



PC-Übertragung
  USB 2.0-Schnitt-
  stelle
  

  USB-Mass Storage   Class-Kompatibilität
  Firewire-
  Schnittstelle
 
USB 2.0-Schnittstelle über Docking-Station (High Speed)
ja

Kompatibilität
  PTP-Bildüber-
  tragungsprotokoll
 
ja
Video-Ausgang
   
  PAL
  NTSC
über Docking-Station
ja
ja
Akku NP-40
Lithiumionenakku
(3,7 V, 1.230 mAh)
Aufladung innerhalb der Kamera
Standardbatterien
einsetzbar
Netzeingang über
Dockingstation
Speichertyp
  CompactFlash
 
 
 
Microdrive-
  kompatibel  
 
Secure Digital (SD)
MultimediaCard
(MMC)
Selbstauslöser 2s (mit Spiegel
vorauslösung)
oder 10 s
Fernauslöser optional
Intervall-Aufnahmen
Bildfeineinstellung
  Bildkontrast
  Farbsättigung
  Scharfzeichnung
  Farbton

5 Stufen
5 Stufen
5 Stufen
Menüsprachen en, de, fr, es, it, jp, pt
Wiedergabe-
funktionen
Index, Diaschau, mehrstufiges Wiedergabe-
zoom, Bilder drehen und schützen/löschen, nachträgliche Bildgrößen-veränderung (Auflösung/
Ausschnitt) Sprachnotiz hinzufügen, Filmbearbeitung, Weißabgleich, Helligkeit, Trapezfehler, Farbenkorrektur, Datums/
Zeitkorrektur
Bildeffekte
  Graustufen
  Sepia
  Schwarzweiß
  (2 Bit)
 
ja
ja
Druckfunktionen
  DPOF
  PictBridge
  EXIF 2.2/Print
  Epson Print Image   Matching II
 
ja
ja

Rückstellung auf Werkseinstellung ja
Firmware-Update
durch Benutzer
ja
Einschaltzeit ca. 1,0 s
Einhandbedienung
(Zoom + Auslöser)
ja
Gewicht (betriebsbereit) 161 g
 
– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

* optionales Zubehör erforderlich, vom Kamerahersteller angeboten

Kurzbewertung

  • Verarbeitung
  • guter/heller LC-Bildschirm
  • AF-Hilfslicht/Videolampe
  • schneller AF
  •  schnelle Reaktionszeiten
  • Bildbearbeitungsfunktionen
  • sehr lange Akkulaufzeit
  • Serienbilder mit internem Blitz (mit eingeschränkter Blitzreichweite)
  • Filmaufnahme mit MPEG4-Komprimierung und Bildstabilisierung
  • Auto-Makro-Funktion
  • Schnellwahlmenü für wichtige Aufnahmeeinstellungen
  • keine Ruheposition/Platz für Daumen auf Kamerarückseite
  • Anschluss ausschließlich über Kameradock
  • nur zwei Blendenwerte in Zeitautomatik und im manuellen Modus einstellbar
  • hohe Motivprogrammzahl wenig übersichtlich
  • Kamera wechselt beim drücken des Auslösers nicht in den Aufnahmemodus (Bildwiedergabe/Menü muss manuell verlassen werden)
  • keine Belichtungsreihenfunktion
  • Auflösung des LC-Bildschirms könnte besser sein
  • keine permanente Belichtungsvorschau
  • "Durchdrücken" des Auslösers führt oft zu unscharfen Fotos