Microsoft

Testbericht: Microsoft Fotostory 3 für Windows

2007-01-03 Microsoft bietet einige kostenlose Programme für das Betriebssystem Windows XP an, die kaum einer kennt. Sie werden nicht beworben und müssen aus dem Internet herunter geladen werden. Fotostory 3 ist eines dieser Programme, das zur Erstellung von animierten Diashows dient. Wer sich ein solches Programm nicht kaufen möchte, hat hier eine gute Alternative.  (Benjamin Kirchheim)

Microsoft Fotostory 3 [Foto: Benjamin Kirchheim]Zum Herunterladen wird allerdings eine gültige Windows XP-Lizenz benötigt, da sonst die Gültigkeitsprüfung nicht möglich ist. Auch sollte der Internet-Explorer zum Herunterladen verwendet werden. Die Installationsdatei ist dabei nur 3,2 MBytes groß und damit schnell geladen und installiert. Nach dem Start des Programms kann man in sechs Hauptschritten seine Diashow erstellen. Das Hauptfenster ist dabei in der Größe fixiert, man kann aber von jedem Schritt zu den Vorigen zurückkehren, um etwas zu verändern – auch die Änderung der Bildreihenfolge im ständig unten eingeblendeten "Storyboard" ist jederzeit möglich. Ebenfalls integriert ist eine Speicher- und Lademöglichkeit für Projekte, wobei die importierten (und bearbeiteten) Bilder mit gespeichert werden, die Originale also unangetastet bleiben. So kann man seine Arbeit jederzeit unterbrechen und später fortsetzen oder alte Diashows überarbeiten.

Zur Erstellung einer neuen Diashow müssen im ersten Schritt die Bilder iMicrosoft Fotostory 3 [Foto: Benjamin Kirchheim]mportiert werden, wobei maximal 300 möglich sind – die wohl ärgerlichste Einschränkung des Programms – aber das kann den Benutzer auch zu "besseren" Diashows zwingen, denn manchmal ist weniger eben mehr. Daraufhin kann man die Reihenfolge der Bilder ändern und auch ein paar grundlegende Bildoptimierungen vornehmen. Dazu gehören Drehen, Zuschneiden, die automatische Korrektur von Farben, Kontrasten und roten Augen sowie zehn verschiedene Effekte wie Buntstift, Sepia oder Wasserfarben. Zu diesem Bearbeitungsschritt gehört auch das Entfernen schwarzer Ränder, wozu der Benutzer recht nachdrücklich aufgefordert wird – man kann den Warnhinweis aber auch ignorieren. Es ist wohl eher eine Geschmacksfrage, ob man alle Bilder ins 4:3-Querformat wandeln möchte – schließlich kann man durch ein andersformatiges Bild auch eine wunderschöne Kamerafahrt definieren.

Microsoft Fotostory 3 [Foto: Benjamin Kirchheim]Im dritten Schritt können den Bildern nochmals die Effekte und vor allem auch Titel zugewiesen werden, die dann in beliebiger Farbe, Größe und Schrift links, mittig oder zentriert, oben, mittig oder unten im Bild erscheinen. Ab dem vierten Schritt wird es dann bewegt. Die vorerst zufällig zugewiesenen Übergangs- und Animationseffekte können personalisiert werden. Für jedes einzelne Bild sind Anzeigedauer, Art des Übergangs sowie Animationseffekts definierbar. Animationseffekte sind dabei Kamerafahrten durch das Bild, wobei man Start- und Zielpunkt beliebig definieren kann – kombiniert wird das Ganze mit einem Ein- oder Auszoomen des Fotos bzw. eines bestimmten Teils davon. Außerdem kann zu jedem Bild eine Sprachaufnahme mit bis zu fünf Minuten Aufnahmedauer hinzugefügt werden – ein paar Notizen kann man sich ebenfalls machen. Die Sprachaufnahmen sind allerdings nur in der Vorschau abhörbar und geben gleichzeitig die minimale Anzeigedauer des Bildes vor, damit die Audioaufnahme nicht abgeschnitten wird.

Microsoft Fotostory 3 [Foto: Benjamin Kirchheim]Im fünften und damit vorletzten Schritt kann noch eine Hintergrundmusik definiert werden. Dabei ist es möglich, für jedes Bild (bzw. die darauf Folgenden) eine eigene Musik zu wählen. Eine Musik wird so lange gespielt, bis sie zu Ende ist oder durch eine andere Musik ersetzt wird. Man sieht dabei im Storyboard, bei welchem Bild eine Musik anfängt bzw. endet. Insbesondere ist es möglich, sich Musikstücke mit verschiedenen Parametern generieren zu lassen. Stilrichtung, Instrumente, Stimmung und andere Parameter bestimmen dabei die Musik. Im schließlich letzten Schritt werden die Fotos mit Effekten, Musik etc. in einen WMV-Film konvertiert, den man per eMail verschicken kann oder – mit einem zusätzlichen Programm – auf eine CD oder DVD brennen kann. Die Qualität (und damit der Speicherbedarf) der Videos sind dabei je nach Ausgabemedium einstellbar.

Mit Fotostory 3 hat man schnell eine ansehnliche Diashow erstellt. Das Programm ist zwar spartanisch ausgestattet, bietet aber die nötige Grundfunktionalität für eine Show, die sich nicht zu verstecken braucht. Insbesondere die Qualität der ausgegebenen Videos ist in weiten Teilen definierbar und äußerst hoch. Für das Erstellen einer Video-CD oder DVD benötigt man allerdings ein separates Brennprogramm, das die WMV-Videos in das entsprechende Format wandeln kann.


Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 39, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.

Steckbrief

Hersteller
Microsoft
Betriebsysteme
Windows, Win2000, WinMe und Windows XP
Sprachen
Deutsch
Festspeicher
400 MByte
RAM
256 MByte
Anspruch
Anfänger, Einsteiger mit Grundwissen, Fortgeschrittener, Amateur und Profi
k. A.
Bezugsquelle
Internet

Kurzbewertung

  • Preis
  • optisch ansprechende Ergebnisse
  • einfache Bedienung
  • nur Grundfunktionalitäten
  • kein direktes Brennen von CDs/DVDs
  • keine Erstellung von CD/DVD-kompatiblem MPEG-Filmen
  • maximal 300 Bilder möglich