Mobile Bildbearbeitungssoftware

Testbericht: Adobe Lightroom Mobile

2014-04-09 Lightroom-Sammlungen lassen sich jetzt auch auf dem iPad organisieren. Die neue Lightroom-App bearbeitet Fotosammlungen, die Sie zuvor in Lightroom am Mac oder unter Windows angelegt haben. Ändern Sie Kontrast, Weißabgleich oder Bildzuschnitt, kennzeichnen Sie Bilder mit einer Flagge oder als abgelehnt. Wir haben die Lightroom-App bereits für Sie getestet. Unser Testbericht sagt, was derzeit bereits am iPad möglich ist – und welche Einschränkungen Lightroom Mobile noch aufweist.  (Heico Neumeyer)

Wer Lightroom auf dem iPad nutzen will, muss Lightroom 5.4 (oder neuer) für Windows oder MacOS nutzen (erhältlich seit 8. April 2014). Der Nutzer klickt dann im Programm links oben auf den Lightroom-Schriftzug und meldet sich mit seiner Adobe-ID an. Diese Möglichkeit gibt es nur bei Lightroom-Versionen, die innerhalb des Creative Cloud-Abonnements laufen. Wer dagegen eine einmal bezahlte Lightroom-Fassung auf DVD oder als Download gekauft hat, bleibt außen vor – die Bilder lassen sich nicht mit der Mobil-App synchronisieren. Damit bietet Lightroom innerhalb der Creative Cloud erstmals mehr als die einmal bezahlte Lightroom-Ausgabe mit Endlos-Lizenz.

  • Bild Wer sich in Lightroom 5.4 mit der Adobe-ID anmeldet (links oben), kann anschließend Sammlungen zum Synchronisieren freigeben (links unten).  [Foto: Heico Neumeyer]

    Wer sich in Lightroom 5.4 mit der Adobe-ID anmeldet (links oben), kann anschließend Sammlungen zum Synchronisieren freigeben (links unten). [Foto: Heico Neumeyer]

  • Bild Jede Lightroom-Sammlung erscheint in der App mit einem Erkennungsbild, das sich ändern lässt. Die Offline-Bearbeitung wird für jede Sammlung einzeln eingeschaltet.  [Foto: Heico Neumeyer]

    Jede Lightroom-Sammlung erscheint in der App mit einem Erkennungsbild, das sich ändern lässt. Die Offline-Bearbeitung wird für jede Sammlung einzeln eingeschaltet. [Foto: Heico Neumeyer]

  • Bild Für die Miniaturen bietet Lightroom nur eine Größe an. Kameradaten oder Pixelzahlen lassen sich wahlweise darüberblenden. [Foto: Heico Neumeyer]

    Für die Miniaturen bietet Lightroom nur eine Größe an. Kameradaten oder Pixelzahlen lassen sich wahlweise darüberblenden. [Foto: Heico Neumeyer]

  • Bild Die App bietet die Befehle aus den Grundeinstellungen der Lightroom-Version für den Desktop, also Regler wie Temperatur, Belichtung, Tiefen, Schwarz oder Dynamik. [Foto: Heico Neumeyer]

    Die App bietet die Befehle aus den Grundeinstellungen der Lightroom-Version für den Desktop, also Regler wie Temperatur, Belichtung, Tiefen, Schwarz oder Dynamik. [Foto: Heico Neumeyer]

  • Bild Das Freistellen und Drehen funktioniert wie im Lightroom-Hauptprogramm. Dabei stehen unterschiedliche Orientierungslinien zur Verfügung. [Foto: Heico Neumeyer]

    Das Freistellen und Drehen funktioniert wie im Lightroom-Hauptprogramm. Dabei stehen unterschiedliche Orientierungslinien zur Verfügung. [Foto: Heico Neumeyer]

Mit der Mobil-App synchronisiert Lightroom nur sogenannte Sammlungen – das sind Foto-Zusammenstellungen aus unterschiedlichsten Ordnern, die für die Sammlung nicht physikalisch dupliziert werden. Dabei lassen sich auch mehrere Sammlungen im iPad anzeigen, sie müssen aber aus einem einzelnen Lightroom-Katalog stammen. Nicht synchronisiert werden Smart-Sammlungen (also Suchergebnisse), Ordner oder der gesamte Lightroom-Katalog. Natürlich kann man den Inhalt von Ordnern oder des gesamten Katalogs jederzeit in eine Sammlung ziehen und dann auch auf dem iPad sichten – mindestens 60.000 Aufnahmen verwaltet Lightroom Mobile laut Hersteller. Wer die kostenlose App Lightroom Mobile auf dem iPad startet und sich mit der Adobe-ID anmeldet, sieht sofort die Bilder aus den synchronisierten Sammlungen. Wahlweise zeigt die App Fotos aus der Tablet-Kamera automatisch in einer Sammlung, sie erscheinen dann auch im Desktop-Lightroom. Beim Synchronisieren nutzt Lightroom Mobile zunächst nur Wifi-Verbindungen. Die Datenverbindung von Mobilfunk-Anbietern lässt sich aber je nach Gerät dazuschalten.

Diese Möglichkeiten bietet Lightroom am iPad derzeit:

  • Kontrast- und Farbkorrektur wie im Grundeinstellungen-Bedienfeld,
  • Zuschneiden,
  • Voreinstellungen aus Lightroom anwenden,
  • Ablehnen oder Markieren per Flaggen-Symbol,
  • Aus Sammlung entfernen,
  • Mailen und Übertragung zu Twitter, Facebook und Google+.

Die App überträgt zudem vorhandene Korrekturen von einem Bild auf weitere Aufnahmen. Sind beide Geräte mit dem Internet verbunden, erscheinen die Änderungen vom iPad umgehend auch in der Desktop-Version von Lightroom; wie üblich lässt sich jeder Eingriff verlustfrei zurücksetzen. Andere interessante Lightroom-Funktionen fehlen derzeit noch: zum Beispiel Gradationskurve, Scharfzeichnen, Entrauschen, Perspektivkorrektur, eigene Voreinstellungen, Radialfilter, Korrekturpinsel, Retusche, IPTC-Zugriff, zum Löschen vormerken und die Suchmöglichkeit.

  • Bild Voreinstellungen, die ab Werk zu Lightroom gehören, lassen sich auch in der App nutzen. Für jede Voreinstellung erscheint eine kleine Vorschau. [Foto: Heico Neumeyer]

    Voreinstellungen, die ab Werk zu Lightroom gehören, lassen sich auch in der App nutzen. Für jede Voreinstellung erscheint eine kleine Vorschau. [Foto: Heico Neumeyer]

  • Bild Für E-Mails oder soziale Netzwerke kann man bequem ganze Bildreihen auswählen.   [Foto: Heico Neumeyer]

    Für E-Mails oder soziale Netzwerke kann man bequem ganze Bildreihen auswählen. [Foto: Heico Neumeyer]

  • Bild Fotos, die aus der Lightroom-App heraus gemailt werden, haben maximal 2048 Pixel auf der längeren Seite.  [Foto: Heico Neumeyer]

    Fotos, die aus der Lightroom-App heraus gemailt werden, haben maximal 2048 Pixel auf der längeren Seite. [Foto: Heico Neumeyer]

  • Bild Die synchronisierten Sammlungen lassen sich auch auf der Internetseite lightroom.adobe.com als Katalog und Diaschau anzeigen.  [Foto: Heico Neumeyer]

    Die synchronisierten Sammlungen lassen sich auch auf der Internetseite lightroom.adobe.com als Katalog und Diaschau anzeigen. [Foto: Heico Neumeyer]

  • Bild Die Sammlungen auf der Lightroom-Internetseite sind zunächst privat. Die Sammlungen können per Mail oder über ein soziales Netzwerk freigegeben werden. [Foto: Heico Neumeyer]

    Die Sammlungen auf der Lightroom-Internetseite sind zunächst privat. Die Sammlungen können per Mail oder über ein soziales Netzwerk freigegeben werden. [Foto: Heico Neumeyer]

Die Lightroom-App sortiert Sammlungen nach derzeit nur Kriterien – Aufnahmezeit, Änderungsdatum und Dateiname. Wahlweise zeigt das Tablett alle Aufnahmen oder nur gewählte oder verworfene Fotos. Auf Wunsch blendet das mobile Lightroom Belichtungswerte oder Aufnahmedatum, Pixelzahl und Dateiname über die Miniaturen. Zum Mailen oder Kopieren zwischen Sammlungen lassen sich mehrere Bilder bequem gleichzeitig markieren. Die Miniaturgröße innerhalb der Sammlung lässt sich nicht ändern – bei wenigen Bildern in einer Sammlung bleibt also Tabletfläche ungenutzt; sind es dagegen zahlreiche Fotos, muss man durch mehrere Seiten blättern. Videos zeigt die Lightroom-App überhaupt nicht an. Generell überträgt Lightroom nur Smart-Vorschauen der Originaldateien auf das iPad – 2540 Pixel breit in leicht abgespeckter Raw-Qualität; die Originaldateien landen generell nicht auf dem Tablet. Aus der Lightroom-App heraus gemailte Fotos haben sogar stets nur 2.048 Pixel Breite. Wer Bilder aus der iPad-Kamera synchronisiert, erhält dagegen die voll aufgelösten Originaldaten auch auf dem Desktop-Rechner. Wer Bilder ganz ohne Internetverbindung am iPad bearbeiten will, muss die Offline-Bearbeitung einzeln für jede Sammlung einschalten. Die Sammlungen lassen sich auch im Internet unter lightroom.adobe.com anzeigen und als Diashow abspielen. Zunächst sind die Sammlungen privat, per Link kann man komplette Sammlungen freigeben; der Link lässt sich bequem auch in Facebook, Twitter oder Google+ veröffentlichen.

Fazit Insgesamt ist das ein interessanter Einstieg in die mobile Verwaltung von Lightroom-Katalogen. Doch viele Wünsche bleiben offen, so Scharfzeichnen, Entrauschen, Perspektivkorrektur, die IPTC-Technik, Geotagging und Apps für Android oder Windows Phone. Auch dass Lightroom Mobile nur mit Smart-Vorschauen und nicht mit Originalen arbeitet, wird Profis enttäuschen.


Autor

Heico Neumeyer

Heico Neumeyer schreibt Testberichte und Praxistipps für PC- und Fotozeitschriften und gibt Schulungen. Er ist auf digitale Bildbearbeitung und Fotografie spezialisiert. Sein Photoshop-Kompendium im Verlag Markt+Technik gilt seit vielen Jahren als Standardwerk. Neumeyer studierte Deutsch, Pädagogik und Politik in Berlin und Köln und war Redakteur bei einer Fotozeitschrift. Er ist bekannt für praxisnahe, gut lesbare Texte und maßgeschneiderte Schulungen. Er lebt in Oberbayern.

Steckbrief

Hersteller
Adobe
Betriebsysteme
Sprachen
Deutsch
Festspeicher
k. A.
RAM
k. A.
Anspruch
Anfänger, Einsteiger mit Grundwissen, Fortgeschrittener, Amateur und Profi
Preis
k. A.
Bezugsquelle
Internet

Kurzbewertung

  • unkomplizierte Synchronisierung mit Lightroom-Sammlungen auf dem Desktop
  • greift auf Camera Roll des iPad zu
  • derzeit kein Scharfzeichnen, keine Perspektivkorrektur, keine Retusche, kein IPTC
  • übernimmt nicht die volle Auflösung
  • nicht für Lightroom-Versionen mit Einmal-Lizenz