Vollformat-DSLM mit Bildstabilisator

Sony Alpha 7 II in Japan (Update: nun auch in Deutschland) angekündigt

2014-11-20, aktualisiert 2014-11-20 Sony Japan stellte heute die spiegellose Systemkamera Alpha 7 II mit integriertem Bildstabilisator und verbesserter Ergonomie vor. Erstmals baut Sony damit in eine Kamera mit E-Mount einen beweglichen Sensor zur Bildstabilisierung ein, außerdem ist es das erste solche System für Vollformat, das wie bei der Olympus OM-D E-M1, E-M5 und E-P5 mit einem 5-Achsen-Bildstabilisator arbeitet, der neben dem Kippen nach oben/unten und rechts/links sowie dem Verschieben nach oben/unten und rechts/links auch Drehbewegungen ausgleichen kann.  (Benjamin Kirchheim)

Mit dem kamerainternen Bildstabilisator ist die Alpha 7 II in der Lage, mit jedem originalen sowie adaptierten Objektiv eine optische Bildstabilisierung anzubieten. Bis zu 4,5 EV-Stufen längere Belichtungszeiten sind damit möglich. Erkennt die Kamera ein angesetztes Sony-E-Mount-Objektiv mit optischem Bildstabilisator, davon gibt es ohnehin nicht viele im System, so wird in einem speziellen Stabilisierungsmodus eine Kombination beider Bildstabilisatoren verwendet, um von allen Vorteilen zu profitieren. Bei adaptierten Alpha-Objektiven und Fremdobjektiven arbeitet der Kamerabildstabilisator alleine. Wie bei der Alpha 7 kommt ein 24 Megapixel auflösender Kleinbildsensor mit einer Größe von 36 mal 24 Millimeter zum Einsatz, der 24 Megapixel auflöst. Neben dem Kontrastautofokus mit 25 AF-Punkten besitzt der Sensor auch 117 Phasen-Detektions-Sensoren zur schnellen Autofokusmessung. Gegenüber der Alpha 7 soll die Alpha 7 II einen 30 Prozent schnelleren Autofokus und einen 50 Prozent schnelleren Verfolgungs-Autofokus (C-AF) besitzen. Ebenfalls schneller ist die Einschaltzeit, die um 40 Prozemnt verkürzt werden konnte.

  • Bild Die Sony Alpha 7 II wurde bisher nur in Japan angekündigt. Eine Markteinführung in Europa bzw. Deutschland ist noch ungewiss. [Foto: Sony]

    Die Sony Alpha 7 II wurde bisher nur in Japan angekündigt. Eine Markteinführung in Europa bzw. Deutschland ist noch ungewiss. [Foto: Sony]

  • Bild Der rückwärtige 3"-Bildschirm der Sony Alpha 7 II lässt sich weiterhin nach oben und unten klappen. Dank neuer weißer Subpixel löst der Bildschirm höher auf und bietet bessere Ablesbarkeit im Sonnenlicht. [Foto: Sony]

    Der rückwärtige 3"-Bildschirm der Sony Alpha 7 II lässt sich weiterhin nach oben und unten klappen. Dank neuer weißer Subpixel löst der Bildschirm höher auf und bietet bessere Ablesbarkeit im Sonnenlicht. [Foto: Sony]

  • Bild Der Vollformat-Bildsensor der Sony Alpha 7 II löst weiterhin 24 Megapixel auf und bietet 117 Phasen-Autofokuspunkte. Der Autofokus soll aber um 30 Prozent schneller sein als noch bei der Alpha 7. [Foto: Sony]

    Der Vollformat-Bildsensor der Sony Alpha 7 II löst weiterhin 24 Megapixel auf und bietet 117 Phasen-Autofokuspunkte. Der Autofokus soll aber um 30 Prozent schneller sein als noch bei der Alpha 7. [Foto: Sony]

  • Bild Bei der Sony Alpha 7 II kommt mehr Magnesiumlegierung und weniger Plastik als Gehäusematerial zum Einsatz. Der Auslöser ist auf den Handgriff gewandert. [Foto: Sony]

    Bei der Sony Alpha 7 II kommt mehr Magnesiumlegierung und weniger Plastik als Gehäusematerial zum Einsatz. Der Auslöser ist auf den Handgriff gewandert. [Foto: Sony]

  • Bild Der neue Handgriff bietet bei der Sony Alpha 7 II deutlich mehr Volumen. [Foto: Sony]

    Der neue Handgriff bietet bei der Sony Alpha 7 II deutlich mehr Volumen. [Foto: Sony]

Weiteren Änderungen gegenüber dem technisch ansonsten weitgehend baugleichen Alpha 7 betreffen das um ca. 100 Gramm schwerere Gehäuse und die Ergonomie: So ersetzen beim Gehäuse Magnesiumteile einige Kunststoffteile und der Handgriff wurde ergonomischer mit größerem Volumen gestaltet, auch auf der Rückseite gibt es Verbesserungen für einen sichereren Halt. Der Auslöser ist auf den nun größeren Handgriff gewandert. Zudem hat Sony das Bajonett für schwere Teleobjektive stabiler gestaltet. Selbstverständlich ist das Gehäuse weiterhin spritzwasser- und staubgeschützt, wofür Dichtungen an den Bedienelementen sowie dem Speicherkartenfach sorgen. Wie gewohnt bietet die Alpha 7 II einen rückwärtigen Drei-Zoll-Bildschirm, der ich nach oben und unten klappen lässt. Seine Auflösung steigt indes von 921.000 auf nunmehr 1,23 Millionen Bildpunkte. Das liegt aber weniger an einer höheren effektiven Pixelauflösung, sondern am Einsatz der RGBW-Technologie, bei der jedes Echtfarbpixel zusätzlich einen weißen Subpixel für höhere Leuchtkraft und stärkere Kontraste bekommt.

Videografen wird freuen, dass die Alpha 7 II bei Full-HD-Aufnahmen nun auch im XAVC-S-Format mit bis zu 50 Mbit/s speichern kann, 4K hingegen ist weiterhin der Alpha 7S vorbehalten. Gespeichert wird wie gewohnt wahlweise auf einen MemoryStick oder eine SD/SDHC/SDXC-Karte. Der elektronische Sucher löst wie gewohnt 2,36 Millionen Bildpunkte auf, ein Blitz ist dagegen auch bei der 7 II nicht eingebaut und muss auf den Multiinterface-Zubehörschuh gesteckt werden. Dank WLAN lässt sich die Alpha 7 II zudem vom Smartphone (Android oder iOS) fernsteuern.

  • Bild In der Sony Alpha 7 II arbeitet erstmals ein Fünf-Achsen-Bildstabilisator in einer Vollformat-DSLM. [Foto: Sony]

    In der Sony Alpha 7 II arbeitet erstmals ein Fünf-Achsen-Bildstabilisator in einer Vollformat-DSLM. [Foto: Sony]

In Japan soll die Sony Alpha 7 II ab Anfang Dezember 2014 zu einem Preis von umgerechnet 1.300 Euro erhältlich sein. Sony Deutschland beziehungsweise Europa hingegen hat die Kamera bisher nicht angekündigt. Schade, denn die Sony-Anhänger würden sich sicherlich über die Innovationen freuen. Wir sind uns allerdings ziemlich sicher, dass Sony die Alpha 7 II früher oder später auch hierzulande auf den Markt bringen wird. Vielleicht, wenn die Alpha 7 entsprechend abverkauft ist oder die Produktionszahlen für eine Markteinführung in Europa ausreichend sind.

Update vom 20.11.2014 um 16:45 Uhr: Nun hat Sony Deutschland auch eine Pressemitteilung verschickt. Die Alpha 7 II (ILCE-7M2) soll ab Januar 2015 zu einem Preis von knapp 1.800 EUR auf dem hiesigen Markt verfügbar sein. Das Set mit dem SEL-2870 liegt bei knapp 2.100 EUR.


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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.