Farbmanagement

Globell stellt eigenes Monitorkalibrationssystem globellColor vor

2017-06-12 Je mehr die digitale Fotografie die breite Masse erreichte, desto interessanter wurde das Thema Farbmanagent für ambitionierte Amateure. Verschiedene Anbieter brachten und bringen Farbmanagementsysteme für jeden Anspruch und Geldbeutel auf den Markt. Die net SE Group bediente mit ihrem Tochterunternehmen Globell dieses Segment bislang als Vertriebspartner von Datacolor, stellt mit dem globellColorMeter und der passenden Software nun jedoch das erste eigene Monikalibrierungs- und Farbmanagementsystem "made in Germany" vor.  (Harm-Diercks Gronewold)

Das Kolorimeter ist in Zusammenarbeit mit Meyer-Optik-Görlitz entstanden und konnte dank einer erfolgreichen Crowfundingkampagne deutlich weiterentwickelt werden. Die Idee des Kolorimeters ist ziemlich pfiffig, da es einfach an den Monitor gelehnt wird, anstelle es vor dem Monitor per Gegengewicht auszutarieren. Bislang hatten Kolorimeter das Problem, dass die verwendeten Farbfilter mit organischen Bestandteilen gefertigt wurden. Diese verändern ihre Filtereigenschaften mit der Zeit und können so zu unbrauchbaren Ergebnissen führen. Das globellColorMeter Kolorimeter nutzt nach Aussage des Hersteller einen CIE Tristimulus Glas-Filter, der ohne diese „verderblichen“ Elemente auskommt und dank einer eigens entwickelten Optik dafür sorgt, dass die unterschiedlichen Wellenlängen des Lichts gleichmäßig auf dem Sensor landen. Der Sensor besitzt eine Farbtiefe von 20 Bit und kann einen Dynamikunfang von 0,001 bis 5000 cd/m² erfassen und bietet eine Farbgenauigkeit von 0,006. Laut Aussage von Globell kann das globellColorMeter für alle gängigen Bildschirmtypen eingesetzt werden.

  • Bild Das globellColorMeter ist ungewöhnlich vom Design, aber sehr pfiffig von der Art und Weise, wie es angewendet wird. [Foto: globellColor]

    Das globellColorMeter ist ungewöhnlich vom Design, aber sehr pfiffig von der Art und Weise, wie es angewendet wird. [Foto: globellColor]

  • Bild Das globellColorMeter ist das Herzstück des hauseigenen Farbmanagement-Systems. [Foto: globellColor]

    Das globellColorMeter ist das Herzstück des hauseigenen Farbmanagement-Systems. [Foto: globellColor]

Die zum globellColorMeter passende Software ist beim Kauf inkludiert, kann aber auch separat erworben werden. Die Software ist in der Lage, die Messdaten des hauseigenen Kolorimeters zu verarbeiten. Darüber hinaus können auch fremde Kolorimeter mit der Software betrieben werden. Eine Liste der kompatiblen Kolorimeter findet sich auf der Globell-Website (siehe weiterführende Links). Die Benutzeroberfläche wurde möglichst einfach gestaltet, so dass auch Einsteiger zu guten Kalibrations- und Profilierungsergebnissen kommen sollten. Farbmanagement-Experten können hingegen manuell Parameter auswählen, um die Ergebnisse zu optimieren. Bei den meisten Bildschirmen entfällt zudem das mühsame Einpegeln der Helligkeits- und Kontrastwerte, da der Anwender dies dank DCC/CI-Protokollen aus der Software heraus vornehmen kann. Die Farbtemperatur soll von der Software nicht nur am Zielwert korrekt eingestellt werden, sondern an allen relevanten Helligkeitswerten. Dies soll Farbstiche in Schattenbereichen vermeiden.

Neben der reinen Softwareseitigen Kalibration ist globellColorSoftware in der Lage, eine Hardware-Kalibration durchzuführen. Bei der Markteinführung sollen „viele“ hardwarekalibrierbare Monitore kompatibel sein. Globell verspricht jedoch, diese Liste ständig zu erweitern. Weitere Funktionen der Software umfassen wahrnehmungsbasierte Voreinstellungen, eine Ermittlung der Bildschirmqualität mit anschließender Anpassung des Kalibrationsvorgangs und einen integrierten 3D-Gamut-Viewer, der die Beurteilung von ICC-Farbprofilen vereinfacht und einen visuellen Vergleich verschiedener Profile ermöglicht. Die Software ist ab Juni 2017 als Windows- sowie als Apple-OS-Version verfügbar.

  • Bild In der mit vielen Kolorimetern kompatiblen globellColor Software ist ein 3D-Gamut-Viewer implementiert, der den Farbumfangsvergleich vereinfacht. [Foto: globellColor]

    In der mit vielen Kolorimetern kompatiblen globellColor Software ist ein 3D-Gamut-Viewer implementiert, der den Farbumfangsvergleich vereinfacht. [Foto: globellColor]

  • Bild Verschiedene Presets erlauben eine unkomplizierte und einfache Targetauswahl der Monitorkalibrierung und Profilierung. [Foto: globellColor]

    Verschiedene Presets erlauben eine unkomplizierte und einfache Targetauswahl der Monitorkalibrierung und Profilierung. [Foto: globellColor]

  • Bild Natürlich fehlt auch eine Vorher-Nachher Anzeige nicht in der Software. [Foto: globellColor]

    Natürlich fehlt auch eine Vorher-Nachher Anzeige nicht in der Software. [Foto: globellColor]

Wie schon mit dem Meyer-Görlitz-Objektiven zeigt Globell auch mit dem globellColor-System, dass eine Konzeption und Produktion von elektronischen und optischen Geräten in der Bundesrepublik Deutschland möglich ist, ohne dabei in unattraktive Preisbereiche vorzustoßen. Die globellColorSuite, bestehend aus dem globellColorMeter und der globellColorSoftware, ist für knapp 250 Euro vorbestellbar und soll im Juli 2017 ausgeliefert werden, wobei zunächst die Unterstützer der Crowdfunding-Kampagne beliefert werden. Die globellColorSoftware wird bis zum ersten August 2017 für knapp 90 Euro Einführungspreis erhältlich sein und soll danach knapp 120 Euro kosten.


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Autor

Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 46, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.