Kleine Schwester für die Fujifilm FinePix X100

Fujifilm stellt FinePix X10 und FinePix Z950EXR vor

2011-09-01 Mit der Fujifilm FinePix X10 bekommt die erfolgreiche X100 eine kleine Schwester an die Seite gestellt. Anders als bei der X100 verfügt die X10 über ein Zoomobjektiv und ist eher dem Kompaktkamerasektor zuzuordnen, wenn auch in der Oberklasse. Dafür sorgt allein schon das mit F 2.0 lichtstarke Vierfachzoom mit 28 Millimeter Weitwinkel sowie der 2/3" große EXR-CMOS-Sensor, womit diese Größenklasse wieder auflebt. Wer eher auf stylische Kameras steht, bekommt mit der FinePix Z950EXR ebenfalls ein neues Modell von Fujifilm angeboten.  (Benjamin Kirchheim)

Fujifilm FinePix X10 [Foto: Fujifilm]Beim 2/3"-Sensor handelt es sich um den größten derzeit erhältlichen Kompaktkamerasensor, hier sticht Fujifilm also die Konkurrenz wie Panasonic Lumix DMC-LX5, Samsung EX1 oder Olympus XZ-1 aus. Bemerkenswert ist, dass es sich nicht um einen rückwärtig belichteten CMOS-Sensor handelt, sondern um einen konventionellen, bei dem die Leiterbahnen einen kleinen Teil der lichtempfindlichen Fläche abdecken. Bereits vor zwei Jahren erklärte Sony im Gespräch mit digitalkamera.de, dass die Technik des rückwärtig belichteten Sensors sich nur bei sehr kleinen, hoch integrierten Sensoren lohne, da hier verhältnismäßig viel der ohnehin schon kleinen Pixelfläche von den Leiterbahnen abgedeckt wird. Fujifilm bestätigte dies bei der Vorstellung der X10 vor einigen Wochen uns gegenüber, was auch der Grund sei, dass diese Technik beim 2/3"-Sensor nicht zum Einsatz komme. Ein 2/3" großer Sensor ist etwa 1,5 Mal größer als ein Sensor mit einer 1/1,8"-Diagonalen , wie er in teuren High-End-Kompaktkameras eingesetzt wird. Gegenüber den üblichen 1/2,3" kleinen Sensoren ist er sogar um einen Faktor von gut 2,5 größer. Hier ist also durchaus ein sichtbarer Qualitätssprung zu erwarten.

Fujifilm FinePix X10 [Foto: Fujifilm]Der CMOS löst Zwölf Megapixel auf und setzt die EXR-Technologie von Fujifilm ein. So kann er wahlweise zwölf Megapixel auflösende Bilder liefern oder alternativ mit sechs Megapixeln rauschärmere durch Zusammenschaltung benachbarter Pixel gleicher Farbe oder alternativ Bilder mit mehr Dynamik, indem die benachbarten Pixel unterschiedlich stark belichtet werden, um Details in Lichtern und Schatten besser einfangen zu können; ein eingebauter HDR-Modus auf dem Bildsensor sozusagen. Das F2.0 lichtstarke Objektiv beginnt bei 28 Millimeter Weitwinkel entsprechend Kleinbild und zoomt vierfach bis 112 Millimeter (KB), wobei die Lichtstärke im Tele noch stattliche F2,8 beträgt. Das Objektiv verfügt über einen optischen Bildstabilisator und einen manuellen Zoomring. Über diesen kann das Objektiv auch in seine "Parkposition" zusammen gefaltet werden, was die Kamera gleichzeitig ausschaltet. Ein Dreh Fujifilm FinePix X10 [Foto: Fujifilm]am Zoomring, und die Kamera ist wieder einsatzbereit.

Zwar gibt es im Gegensatz zur FinePix X100 keinen Hybridsucher mit optischem und elektronischem Bild, aber ein sehr großer optischer Sucher ist verbaut, der nicht im Entferntesten an die Gucklöcher der Nikon Coolpix P7100 oder Canon PowerShot G12 erinnert, sondern einen echten Komfort bietet; wenn auch ohne jegliche Fokus- oder Einstellungskontrolle. Vom real aufgenommenen Bildfeld werden 85 Prozent abgedeckt, die Größe des Suchers mit hochwertigen Glaselementen gibt Fujifilm mit einer Bildfeldgröße von 20 Grad an. Der Sucher zoomt übrigens mechanisch mit, wenn man am manuellen Zoomring des Objektivs dreht. Das Gehäuse der X10 erinnert wie das der X100 ebenfalls eher an eine klassische Messsucherkamera, nur dass die X10 deutlich kleiner als die X100 ausfällt. Fujifilm FinePix X10 [Foto: Fujifilm]Außerdem ist die X10 entsprechend hochwertig verarbeitet mit Deckel und Gehäuseboden aus einer Magnesiumlegierung, gefrästen Metallbedienrädern auf der Kameraoberseite und einer lederartigen Oberfläche, wodurch die X10 besser in der Hand liegen soll.

Zahlreiche manuelle Bedienelemente und Einstellräder sollen vor allem dem ambitionierten Hobbyfotografen eine schnelle Anpassung der Parameter bieten. Ein Blitzgerät ist genauso integriert wie ein Systemblitzschuh, beides unverzichtbar für eine Premium-Kompaktkamera. Der rückwärtige Bildschirm ist mit 2,8 Zoll (7,1 Zentimeter) Diagonale etwas kleiner als die üblichen drei Zoll, wodurch bei dieser kompakten Kamera, sie misst 117 x 70 x 62 Millimeter, etwas mehr Platz für die manuellen Bedienelemente bleibt. Doch auch auf Automatiken und eine hochwertige Videofunktion in FullHD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln inklusive Stereoton hat Fujifilm nicht verzichtet. Gespeichert werden Videos als MOV mit H.264-Komprimierung (MPEG-4), Fotos hingegen wahlweise als JPEG oder RAW. Der Speicherkartenslot ist mit SD, SDHC und SDXC kompatibel. Ab Ende Oktober 2011 soll die Fujifilm FinePix X10 in Schwarz erhältlich sein, einen Preis nannte Fujifilm noch nicht.

Fujifilm FinePix Z950EXR rot [Foto: Fujifilm]Eine andere Käuferschicht bedient Fujifilm mit der neuen FinePix Z950EXR: Sie zielt mit dem flachen Gehäuse mit Periskopobjektiv und den Gehäusefarben wahlweise Rot, Schwarz, Weiß, Pink und Rosé eher auf den Lifestylesektor. Dabei muss man keinesfalls auf exzellente Technik verzichten: Der EXR-CMOS-Bildsensor ist rückwärtig belichtet, um aus den recht kleinen Pixeln, 16 Millionen davon drängen sich auf der 1/2,3" kleinen Fläche, möglichst viel Lichtempfindlichkeit heraus zu holen. Wie bei der EXR-Technologie üblich kann der Benutzer wahlweise ein hoch auflösendes, ein dynamikreiches mit halber Auflösung oder ein rauscharmes ebenfalls mit halbierter Auflösung aufnehmen. Wer das nicht selbst entscheiden möchte, kann dies auch der Kameraautomatik überlassen. Eine Gesichtserkennung gehört genauso zur Ausstattung wie eine Bewegungserkennung und ein optischer Bildstabilisator, wodurch automatisch gelungene Aufnahmen entstehen sollen.

Fujifilm FinePix Z950EXR rot [Foto: Fujifilm]Das optische Fünffachzoom reicht von umgerechnet 28 bis 140 Millimeter Brennweite. Bedient wird die Z950EXR über den rückwärtigen Touchscreen mit üppigen 3,5 Zoll (8,9 Zentimeter) Bilddiagonale. Der Bildschirm ist multitouch-fähig, das heißt man kann mit zwei Fingern in ein Bild hinein oder heraus zoomen, wie man es bereits von Smartphones mit Multitouchscreen her kennt. Der Bildschirminhalt wird automatisch ins Hoch- beziehungsweise Querformat gedreht, außerdem ist eine vergleichende Nebeneinanderdarstellung von zwei Fotos möglich. Videos nimmt die Z950EXR in FullHD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) bei 20 Bildern pro Sekunde auf, gespeichert wird inklusive Stereo-Ton mit H.264-Kompression (MPEG-4) im MOV-Format. Auch Panoramaaufnahmen mit 360 Grad sind mit der Z950 EXR möglich. Ab Oktober 2011 soll die Fujifilm FinePix Z950EXR zu einem Preis von 250 EUR erhältlich sein.

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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.