Licht und Schatten

Fotowiedergabe auf Fernsehgeräten im Zeitalter von HD-Ready

2006-10-23 Die digitalkamera.de-Redaktion hat sich einmal den aktuellen Stand der Technik zur Wiedergabe (ohne Computer) von Fotos auf Fernsehgeräten angeschaut. Getestet wurden das eingebaute SD-Card-Lesegerät eines Panasonic Viera TH-42PX600E Plasma-TV, der Panasonic HDTV Photo Player DMW-SDP1, die Digitalkamera Samsung Digimax L85 samt Dockingstation SCC-S7 (mit HDMI-Schnittstelle) sowie der DVD-Spieler Philips DVP5960 mit HD-JPEG-Wiedergabe.  (Jan-Markus Rupprecht)

Der Panasonic HDTV Photo Viewer stellt Digitalfotos in überzeugender Qualität auf dem Panasonic HD-Ready Plasma-Fernseher dar [Foto: MediaNord] Frühere Tests von Geräten zur Wiedergabe von Fotos auf Fernsehgeräten brachten durchweg unbefriedigende Bildergebnisse auf den Fernsehschirm, die jeden Digitalfotografen enttäuschen mussten. Von der Anzeige seiner Digitalfotos auf dem Computermonitor verwöhnt, wünscht man sich natürlich auch eine brauchbare Qualität bei der Diaschau in größerer Personenrunde im heimischen Wohnzimmer. Nun leuchtet ein, dass die Auflösung eines PAL-Fernsehers (nominal 768 x 576 Pixel) nicht annähernd mit der eines Computermonitors (heute mindestens 1.024 x 768 Pixel) mithalten kann. Aber eine Bildqualität, wie man sie von DVDs oder zumindest guten Fernsehsendungen gewohnt ist, hätte man schon erwartet. Und genau an diesen Erwartungen scheiterte bisher jedes Gerät. Egal ob DVD-Spieler mit JPEG-Abspielmöglichkeit oder spezieller Viewer für Speicherkarten – immer war die Bildaufbereitung so schlecht, dass schräge Linien grobe Treppenstufen bekamen und Details in Bildern kaum auszumachen waren. Selbst bei großem Betrachtungsabstand lag die Bildqualität durchweg unter dem von TV und DVD gewohnten Niveau.

Nun schreiben wir das Jahr 2006, und aktuelle Fernsehgeräte – heute meist LCD- oder Plasma-Flachbildschirme – ziert ein "HD-Ready"-Logo. Dieses besagt, dass die Geräte in der Lage sind, High-Density-Signale mit hoher Auflösung wiederzugeben. Solche Geräte haben meist 1.024 x 768 oder 1.366 x 768 Bildpunkte, müssen aber HD-Signale intern auf diese Werte herunterrechnen. Das ist zwar ein Kompromiss, aber zumindest bis zu den gewohnten Betrachtungsabständen und Bildgrößen bis hin zur beliebten 42 Zoll (106 cm) Bilddiagonale kann man damit gut leben, zumal richtiges HD-Programmmaterial heute noch dünn gesät ist. Auf der diesjährigen IFA wurde sogar schon die nächste Stufe "Full-HD" gezeigt, die mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten Auflösung HD-Programmmaterial in voller Qualität auf den Bildschirm bringt. Steht man dicht genug vor dem Gerät, kann man – entsprechendes Programmmaterial vorausgesetzt – Details erkennen, die man sonst allenfalls aus dem Kino oder von seinem hoch auflösenden Computermonitor auf dem Schreibtisch kennt. Dies bedeutet aber auch, dass man seine (Fern-)Sehgewohnheiten und die Wohnzimmereinrichtung ändern muss, denn bei dem gewohnten Betrachtungsabstand wird man praktisch keinen Unterschied zu den HD-Ready-Geräten sehen.

Für die Wiedergabe von Fotos ist Full-HD und HD-Ready natürlich wie geschaffen, und noch mehr als früher stellt sich die Frage, wie denn die Fotos in guter Qualität auf den Flachbildschirm kommen. Für beste Qualität scheidet die Einspeisung über die bekannten Video- und Scart-Eingänge aus, denn hier ist grundsätzlich PAL-Auflösung im Spiel, und der Fernseher rechnet dieses Signal dann hoch. Hierbei kann bestenfalls Fernseh- bzw. DVD-Qualität herauskommen, wir haben aber den Anspruch, die maximal mögliche Auflösung des Flachbildschirm-Panels auszunutzen und das Publikum mit dem größtmöglichen Detailreichtum zu beeindrucken. Hierfür kommen ein analoger VGA-Anschluss, der digitale DVI- oder die moderne HDMI-Schnittstelle infrage. Darüber hinaus gibt es Fernsehgeräte, in die man SD-Speicherkarten direkt einstecken kann, wobei der Anwender erwarten dürfte (aber nicht darf, wie wir später sehen), dass seine Fotos in optimaler Qualität auf dem Bildschirm erscheinen. Als Abspielgeräte kommen infrage: Digitalkameras oder deren Docking-Stationen (sofern diese einen hoch auflösenden Ausgang hätten), Speicherkarten-Abspielgeräte mit hoch auflösendem Ausgang, moderne DVD-Spieler (mit JPEG-Wiedergabe und HDMI-Ausgang) sowie natürlich PCs und Macintosh-Rechner, ggf. als Mediacenter mit Fernbedienung.

SD-Card-Steckplatz (geschlossen) des Panasonic Viera TH-42PX600E Plasma-Fernsehgerätes [Foto: MediaNord]
SD-Card-Steckplatz (offen) des Panasonic Viera TH-42PX600E Plasma-Fernsehgerätes [Foto: MediaNord]
Bildschirmmenü der Fotowiedergabefunktion des Panasonic Viera TH-42PX600E Plasma-Fernsehgerätes [Foto: MediaNord]

Als Wiedergabegerät stand in diesem Test der Panasonic Viera TH-42PX600E zur Verfügung, ein 42-Zoll-HD-Ready-Plasma-TV. Dieses HD-Ready-Gerät zeigt 1.042 x 768 Bildpunkte an und verfügt über einen VGA-Anschluss, zwei HDMI-Schnittstellen sowie einen eingebauten SD-Karten-Steckplatz zur Wiedergabe von Fotos. Sogar die Aufzeichnung des laufenden Fernsehprogramms als Video auf SD-Card verspricht der Katalog. Den SD-Card-Steckplatz testeten wir natürlich als Erstes, denn einfacher und komfortabler kann es ja eigentlich nicht gehen: Speicherkarte aus der 16:9-Format-Digitalkamera Panasonic Lumix DMC-LX1 in den Steckplatz eingeführt, "SD" an der Fernbedienung ausgewählt, und schon erscheint eine Übersicht mit den auf der Karte enthaltenen Fotos. Diese lassen sich im Einzelbildmodus oder als Diaschau betrachten. Bei Letzterer lässt sich das Zeitintervall für den Bildwechsel einstellen, und man kann mit der Fernbedienung ein Bild vor oder zurück springen. Die Bildanzeige geht selbst mit den 8-Megapixel-Fotos der DMC-LX1 recht flott und die Fotos werden intern "vorgeladen", d. h. bei einem Bildwechsel erscheint das Nächste sofort und wird nicht erst langsam aufgebaut. Die 16:9-Fotos füllen den gesamten Bildschirm und lassen sich zumindest in der Einzelbildansicht drehen und zoomen. Hochformatige 16:9-Fotos werden allerdings oben und unten abgeschnitten, bei "gemäßigteren" 3:2- oder 4:3-Formaten passiert dies nicht. Die Bildqualität hat allerdings leider mit "High Density" nichts zu tun. Die Qualität liegt nur unwesentlich über derjenigen der früher getesteten Speicherkarten-Viewer und erreicht nicht einmal normale PAL-Fernsehqualtiät. Schräge Linien oder runde Bildelemente, wie beispielsweise Brillengestelle, zeigen deutliche Treppenstufen, strukturierte Flächen zeigen Moirés statt Details, und das ganze Bild erscheint unscharf und wirkt wie von einer niedrigen Auflösung hochgerechnet – unbrauchbar für die hochwertige Fotowiedergabe. Vielleicht ist der SD-Card-Steckplatz wenigstens zur Videoaufzeichnung laufender TV-Programme zu gebrauchen? In bester Qualität landen die Filme mit kümmerlichen 320 x 240 Pixeln auf der Speicherkarte. Das traut sich der Fernseher bei der Wiedergabe nicht einmal aufs Vollbild hochzurechnen und beschränkt dessen Anzeigefläche auf die Mitte des Bildschirms. Fazit: Den gesamten SD-Card-Steckplatz hätte sich Panasonic wirklich sparen können.

Panasonic HDTV Photo Player DMW-SDP1 mit Fernbedienung [Foto: MediaNord]
Panasonic HDTV Photo Player DMW-SDP1 Bildschirmmenü [Foto: MediaNord]

Dabei beherrscht Panasonic die qualitativ hochwertige Fotowiedergabe auf Fernsehgeräten durchaus, nur bedarf es dazu des externen HDTV Photo Players DMW-SDP1. Das schmucklose Kästchen hat diesen Herbst seine Markteinführung, und es bleibt zu hoffen, dass Panasonic zukünftige TV-Geräte mit HDTV-Technik des DMW-SDP1 ausrüstet, statt mit der antiquierten niedrig auflösenden Elektronik. Anschluss an ein Fernsehgerät (oder einen Videoprojektor) findet der Panasonic DMW-SDP1 ausschließlich per Componenten-Anschluss, der das Helligkeitssignal und die Farbdifferenzsignale in drei getrennten Kabeln überträgt und so die Voraussetzung für eine hochwertige, wenn auch analoge Signalübertragung schafft. Ein entsprechendes Dreifach-Cinch-Kabel liegt dem Gerät bei. Die Bildqualität erfüllte unsere Erwartungen dann auch voll. Details erscheinen scharf und brillant auf dem modernen Plasma-Display und machen bei abgedunkeltem Raum mit einem Kontrast von 9.000:1 richtig Spaß. Im Menü des Gerätes lässt sich auch das Seitenverhältnis des angeschlossenen Gerätes einstellen (in unserem Fall also 16:9), und dann gibt der DMW-SDP1 Fotos in allen Formaten im richtigen Seitenverhältnis auf dem angeschlossenen Plasma-Bildschirm aus und nutzt dabei die gesamte Höhe. Dazu glänzt der HDTV Photo Player durch eine erfreulich hohe Arbeitsgeschwindigkeit: vor und zurück von einem 8-Megapixel-Foto zum anderen in kaum einer Sekunde und ohne sichtbaren Bildaufbau. Die Diaschau-Funktion bietet sogar einige Überblendeffekte und die Möglichkeit, die Betrachtungszeit pro Bild auf 2, 3 oder 5 Sekunden einzustellen. Bedient wird das Gerät per Fernbedienung. Die Bildschirm-Menüs ähneln denen einer Digitalkamera und werden Besitzern einer Panasonic-Kamera gleich vertraut vorkommen. Im Hochformat aufgenommene Bilder werden nur automatisch seitenrichtig dargestellt, wenn sie aus einer Panasonic-Kamera stammen. Andere "liegen auf der Seite", was ja nicht so schlimm wäre, wenn man dies mit einem einfachen Tastendruck korrigieren könnte. Leider erfordert eine manuelle Bilddrehung aber zahlreiche Tastendrücke auf der Fernbedienung, so dass dies während einer Bildpräsentation nicht praktikabel ist. Aber die Funktion ist wohl auch mehr zum Vorbereiten einer Vorführung gedacht, denn sie dreht die Bilder dauerhaft. Durch die flüssig funktionierende Zoom-Funktion lasst sich auch hochformatigen Bildern auf einem 16:9-Bildschirm noch einiges abgewinnen, indem man hineinzoomt. Soweit so gut, nur leider kommt jetzt das große Aber: Der Panasonic DMW-SDP1 Player ist ausschließlich in der Lage, JPEG-Bilder wiederzugeben die dem DCF-Standard entsprechen. In diesem "Design rule for Camera File system"-Standard legen alle modernen Digitalkameras die Dateien in entsprechenden Ordnern auf der Speicherkarte ab und benennen sie entsprechend. Eine Speicherkarte einer beliebigen Kamera zu entnehmen und mittels des DMW-SDP1 wiederzugeben, geht also klar. Wurden die Bilder aber auf dem PC auch nur umbenannt oder gar bearbeitet, hat es sich mit der Wiedergabe auf dem DMW-SDP1 erledigt. Dazu reicht bereits eine einfache Bilddrehung in Windows, die (da verlustbehaftet) eine Bildbearbeitung darstellt, oder die automatische Umbenennung des Dateinamens in das Aufnahmedatum. Mit dieser gravierenden Einschränkung wird der Panasonic HDTV Photo Viewer wohl nur wenige (zufriedene) Besitzer finden. So kann der DMW-SP1 ausschließlich Anwendern empfohlen werden, die ihre Bilder ausschließlich direkt aus der Kamera und unbearbeitet betrachten möchten (wozu man normalerweise die Kamera an das Fernsehgerät anschließt), hierbei aber in den Genuss von HDTV-Qualität kommen wollen.

Samsung Digimax L85 mit Docking-Station SCC-S7 und Fernbedienung [Foto: MediaNord]
Samsung Digimax L85 Bildschirmmenü [Foto: MediaNord]

Genau dies verspricht auch ein interessantes Samsung-Bundle, bestehend aus der Samsung Digimax L85 und dem SCC-S7 Kit, bestehend aus Docking-Station und Fernbedienung. An der Docking-Station befindet sich eine moderne HDMI-Schnittstelle, die das Signal digital an das Wiedergabegerät gibt. Ein hochwertiges, vergoldetes HDMI-Kabel befindet sich im Lieferumfang der Docking-Station. Daneben gibt es einen normalen Video-Anschluss, wie er auch an der Kamera selbst zu finden ist. Hier wird bei Bedarf das im Kamera-Lieferumfang befindliche Video-Kabel eingesteckt. Genauso versorgt das Netz/Ladegerät der Kamera im Docking-Station-Betrieb die Docking-Station samt Kamera mit Strom. Die Fernbedienung bedient nicht die Docking-Station, sondern die Kamera fern und kann auch als Fernauslöser beim Fotografieren genutzt werden. Die Docking-Station erweitert die Funktionalität der Samsung-Kamera also tatsächlich nur um die HDMI-Schnittstelle und damit um die Möglichkeit, Bilder in HDTV-Qualität auf entsprechenden Geräten auszugeben. Und die Bildqualität kann sich sehen lassen. Sie ist auf einem Level mit der des Panasonic HDTV Players und zeigt Bilder gestochen scharf und ohne Artefakte an. Auch die Reaktionsgeschwindigkeit beim Bildwechsel ist ebenso schnell. Ziemlich ruckelig laufen allerdings die wählbaren Effekt-Übergänge während der Diaschau ab; das sieht unprofessionell aus und macht keinen Spaß, auf die Übergänge verzichtet man lieber. Die Betrachtungsdauer lässt sich auf 1, 3, 5 oder 10 Sekunden einstellen. Nicht so schön ist, dass die Kamera keine Einstellmöglichkeit für das Seitenverhältnis des angeschlossenen TV-Bildschirms oder Video-Projektors bietet. Standardmäßig füllen alle Querformat-Bilder – egal welches Seitenverhältnis sie haben – den Bildschirm des Wiedergabegeräts in voller Höhe und Breite aus und erscheinen deshalb unter Umständen verzerrt. Die richtige "Aspect Ratio" muss also (so gut es geht) am TV-Gerät eingestellt werden (für 3:2-formatige Spiegelreflexfotos gibt es gar keine optimale Einstellung), und das bei jedem Formatwechsel erneut. Nun beherrscht die Samsung Digimax L85 zwar zahlreiche verschiedene Bildgrößen, aber ausschließlich solche im 4:3-Format, und sie ist nicht auf die Wiedergabe von Fremddaten spezialisiert, sondern soll primär ihre eigenen Bilder wiedergeben. So wollen wir ihr nachsehen, dass es mit der Kompatibilität genauso schlecht bestellt ist wie beim Panasonic Viewer. Umbenannte Bilder werden gar nicht angezeigt und im Betriebssystem Gedrehte nur in der Vorschau, die eigentliche Wiedergabe wird dann mit einem "File Error" quittiert. Da die Digimax L85 keine Funktion besitzt, um im Hochformat gemachte Aufnahmen zu erkennen, liegen solche Aufnahmen zunächst auf der Seite und müssen per Kamera-Menü gedreht werden. Dies muss man aber nicht erst während der Präsentation machen, sondern kann es vorher (auch ohne Fernsehgerät) an der Kamera tun. Diese speichert die gedrehten Bilder als Kopie, so dass man das Original noch separat löschen muss. Etwas unbequem also, aber wir wollen nicht vergessen, dass wir hier "nur" von der Foto-Wiedergabefunktion einer Digitalkamera sprechen, die mit einer HDMI-Schnittstelle in der Docking-Station "aufgemotzt" wurde und dadurch herzallerliebste Bildqualität produziert. Das leistet derzeit keine andere Digitalkamera, und deshalb verdient die HDTV-Wiedergabe der Samsung Digimax L85 unsere Anerkennung.

Philips DVP5960 DVD-Spieler mit Fernbedienung [Foto: MediaNord]
USB-Steckplatz des Philips DVP5960 mit eingestecktem Samsung MP3-Spieler mit darauf gespeicherten Fotos [Foto: MediaNord]
Philips DVP5960 Fotowiedergabe Bildschirmmenü [Foto: MediaNord]

Auf der Suche nach HDTV-Fotowiedergabe wird man aber auch in ganz anderen Geräteklassen fündig. Der Philips DVP5960 ist ein aktueller, gut ausgestatteter Marken-DVD-Spieler der 100-EUR-Klasse. Für diesen bezahlbaren Preis bekommt man ein schickes, ultraflaches Gerät mit Status-Display (das Billig-DVD-Player aus Kostengründen meist nicht haben) und zeitgemäßer HDMI-Schnittstelle (ein HDMI-Kabel ist allerdings nicht im Lieferumfang). Das Gerät kann DivX-Videos direkt wiedergeben und JPEG-Dateien in HD-Qualität anzeigen. An der Vorderseite befindet sich sogar ein USB-Anschluss zum Einstecken eines USB-Sticks oder zum Anschließen einer externen USB-Festplatte oder eines Kartenlesegeräts. Auf die externen Geräte kann der Philips DVD-Spieler dann – leider nur mit langsamer USB1.1-Geschwindigkeit – zugreifen und darauf enthaltene JPEG- oder MP3/WMA-Dateien wiedergeben. Dieselben Dateien können natürlich per CD-R/W oder DVD-R/W den Weg in den DVD-Spieler finden, wobei die Verzeichnisstruktur keine Rolle spielt, da man per On-Screen-Menü im Verzeichnisbaum navigieren kann. An den Panasonic Plasma-Fernseher schlossen wir den DVD-Spieler im Interesse einer optimalen Bildqualität natürlich per HDMI-Schnittstelle an, und dann durfte der Philips DVP5960 zeigen, was er kann. Gefüttert mit 4- bis 8-Megapixel-Fotos in den Formaten 4:3 bis 16:9, überzeugt er durch exzellente Bildqualität. Details erscheinen scharf und brillant auf dem modernen Plasma-Display und machen bei abgedunkeltem Raum mit einem Konstast von 9.000:1 richtig Spaß. 4:3-Format-Bilder haben natürlich links und rechts schwarze Balken, nutzen aber auch die Höhe nicht ganz aus. 3:2-Format-Fotos nutzen bereits fast die ganze Breite des 16:9-Bildschirms, und 16:9-Fotos haben sogar oben und unten einen schmalen schwarzen Balken – alle Fotos werden also etwas in die Breite gezogen, was allerdings meist kaum auffällt. Leider beschränkt sich der Spaß auf die reine Wiedergabequalität, das Handling bereitet weniger Freude. Eine richtige Einzelbildwiedergabe ist nicht möglich, es startet immer gleich eine Diaschau, deren Zeitintervall nicht einstellbar und viel zu schnell ist. Dabei baut der Player jedes Bild sichtbar von oben nach unten Zeile für Zeile auf, was bei hoch auflösenden Fotos schon ein bis zwei Sekunden dauert (und über USB noch länger). Dazwischen wird der Bildschirm schwarz, eine Vorbereitung des nächsten Fotos erfolgt also nicht. Per Fernbedienung kann man vor und zurück blättern und in dem aktuellen Bild in mehreren Stufen zoomen und dann den Bildausschnitt verschieben. Um ein Bild länger zu betrachten, nimmt man besser die Zoom- als die Pausetaste, denn während sich das Pause-Symbol dauerhaft über das Foto legt, verschwindet der angezeigte Zoom-Prozentwert nach kurzer Zeit. In seiner eigentlichen Aufgabe, nämlich als DVD-Spieler, betrieben, hatten wir am DVP5960 nichts auszusetzen. Das Gerät arbeitet schnell und leise bei exzellenter DVD-Bild- und Tonqualität. Fazit: Schwächen beim Foto-Handling, aber gute Bildqualität und tolle Ausstattung inklusive HDMI- und Front-USB-Schnittstellen für weniger als 100 EUR ist eine tolle Leistung des Philips DVP5960.

Testfazit: "HD-Ready" ist seit rund zwei Jahren das Thema in der Unterhaltungselektronik, und moderne Digitalkameras liefern sagenhaft hoch auflösende Bilder, "HD-Ultra" sozusagen. Da verwundert es schon, dass die beiden Lieblinge der Unterhaltungselektronik-Branche, Digitalkameras und Flachbildfernsehgeräte, noch nicht so recht zusammenfinden. Fast jede Kamera hat einen PAL/NTSC-Videoanschluss, und die Bildqualität, den dieser produziert, muss jedem, dem Bildqualität nicht völlig egal ist, die Tränen in die Augen treiben. Mit HD-Ready-Fernsehern und -Videoprojektoren stehen sinnvolle Wiedergabegeräte in vielen Haushalten und Heimkinos, aber es gibt – außer über einen PC – offenbar keine Möglichkeit, für eine Diaschau vorsortierte, umbenannte und bearbeitete Bilder in adäquater Qualität zur Anzeige zu bringen. Externen Photo Viewer-Kästchen gehört sicherlich nicht die Zukunft, zu speziell ist ihr Anwendungsgebiet, und ihr Preis/Leistungsverhältnis war stets unterirdisch schlecht. Die Ansätze, Lesegeräte in Fernsehgeräte oder HDMI-Schnittstellen in Digitalkameras (oder Docking-Stationen) einzubauen oder DVD-Spieler mit einer ordentlichen Fotowiedergabefunktion auszurüsten, erscheinen da wesentlich sinnvoller. Nur muss man es richtig machen, und dazu gehören tadellose Bildqualität, gute Bildwechselgeschwindigkeit und eine möglichst umfassende Kompatibilität – Kriterien, die heute in Kombination nicht erfüllt werden. Da ist der Weg von Samsung, wenigstens die Bilder aus der eigenen Kamera in Top-Qualität per HDMI-Schnittstelle auszugeben, bisher der Beste.

Artikel-Vorschläge der Redaktion

Version 3.0 von "Kaufberatung spiegellose Systemkameras" erschienen

Zum Frühjahr 2017 haben wir unser E-Book überarbeitet und um Neuheiten und Mittelformat-Kameras ergänzt. mehr…

Kameras per USB laden zu können, eröffnet viele Möglichkeiten

Wir zeigen, welche Vorteile und Lade-Möglichkeiten sich eröffnen, wenn der Akku in einer Kamera per USB aufgeladen wird. mehr…

Testbericht: Huawei Mate 9 Smartphone mit Leica-Doppelkamera

Das große Smartphone überzeugt nicht nur im Labor, sondern auch in der Praxis und ist derzeit eine ganz heißer Tipp. mehr…

Foto-Datensicherung in der Cloud mit Amazon Prime

Amazon-Prime-Kunden haben einen unbegrenzten Speicher für Fotos; wie das funktioniert haben wir ausprobiert. mehr…

Autor

Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.