Geburtstagskind, Aufsteiger und Superzoom

Canon stellt Ixus 1000HS, PowerShot S95 und SX130 IS vor

2010-08-19 Canon stellt mit der Ixus 1000 HS, der PowerShot S95 und der PowerShot SX130 IS drei neue kompakte Digitalkameras unterschiedlicher Klassen vor. Die Ixus 1000 HS ist das Geburtstagskind, denn Canon feiert das zehnjährige Bestehen der digitalen Ixus-Serie. Sie ist das neue Topmodell und bietet erstmals in der Ixus-Serie ein optisches 10fach-Zoom von 36-360 mm (KB). Die Aufsteigerkamera S95 hat einen effektiveren Hybrid-Bildstabilisator und eine HD-Videofunktion verpasst bekommen. Die SX130 IS soll dagegen als preiswerte Superzoomkamera mit 12fach-Zoom von 28-336 mm (KB) und HD-Videofunktion punkten.  (Benjamin Kirchheim)

Canon Ixus 1000 HS [Foto: Canon]Zum zehnjährigen Jubiläum ist die Zehn Programm bei der Ixus 1000 HS: 10fach-Zoom mit optischem Bildstabilisator und 10 Megapixel Auflösung des Highspeed-CMOS-Sensors, der auch FullHD-Videos (1.080p) "ausspuckt". Mit einer Gehäusetiefe von nur 22,3 mm ist die Ixus 1000 HS die schlankste 10fach-Zoomkamera im Portfolio von Canon, allerdings lässt das Objektiv mit einem Brennweitenbereich von 36-360 mm etwas Weitwinkel vermissen, die maximale Lichtstärke beträgt F3,4 bzw. F5,6 im Weitwinkel bzw. Tele. Die ISO-Empfindlichkeit des CMOS-Bildsensors reicht bei voller Auflösung bis ISO 3.200, bei 2,5 Megapixeln ist ISO 6.400 möglich. Verwackelungsfreie Nachtaufnahmen will Canon nicht nur durch den effektiven Bildstabilisator, sondern auch das Übereinanderlegen einer Bildserie erreichen. Die Serienbildfunktion nimmt bei voller Auflösung 3,7 Bilder/s auf, 8,8 Bilder/s sind es bei einer auf 2,5 Megapixel reduzierten Auflösung. Für gelungene Aufnahmen ohne großartige Einstellungen soll der Automatikmodus sorgen, der nicht nur Gesichter erkennt, sondern auch automatisch eines von 28 Motivprogrammen einstellt.

FullHD-Videos (1.920 x 1.080 Pixel) zeichnet die Ixus 1000 HS bei 24 Bildern/s auf, sie werden als Quicktime-Movies mit H.264 komprimiert. Der sehr leise Objektivmotor erlaubt das Zoomen auch während der Filmaufnahmen, Canon Ixus 1000 HS [Foto: Canon]ohne dass Störgeräusche im Stereoton mit aufgenommen werden. Sowohl Zeitraffer- als auch Slow-Motion-Videos sind möglich, dazu werden entweder weniger Bilder/s oder beim Slow-Motion bis zu 240 Bilder/s aufgezeichnet. Dabei sinkt die Auflösung allerdings auf 320 x 240 Pixel (QVGA). Abgespielt wird mit 30 Bildern/s, also achtmal langsamer. Auch beim Filmen stellt die Ixus 1000 HS das passende aus immerhin 21 Motivprogrammen automatisch ein, und der Bildstabilisator sorgt sogar beim Gehen für verwackelungsarme Aufnahmen.

Die Wiedergabe von Fotos und Videos ist nicht nur auf dem 3" (7,6 cm) großen TFT-Bildschirm möglich, sondern auch auf einem Flachbildfernseher via HDMI-Anschluss. Ein Sicherheitsglas sorgt zudem für eine hohe Stabilität des Bildschirms, der im 16:9-Format daher kommt. Neben SD-, SDHC- und SDXC-Speicherkarten unterstützt die Ixus 1000 HS auch Eye-Fi-WLAN-Karten, ein spezielles Menü Canon Ixus 1000 HS [Foto: Canon]erlaubt hier wichtige Einstellungen zur drahtlosen Übertragung der Fotos und Videos. Die Ixus 1000 HS kommt wahlweise im silbernen, braunen oder pinken Metallkleid und ist ab September 2010 für rund 360 EUR erhältlich.

Eine ganz andere "Klientel" spricht die PowerShot S95 an. Sie ist die Nachfolgerin der S90, die im digitalkamera.de-Test (siehe weiterführende Links) vor allem mit der guten Bildqualität und dem Leistungsumfang im kompakten, gut verarbeiteten Gehäuse beeindruckte. Genau hier soll die S95 ansetzen, wurde aber in einigen Details verbessert. Geblieben ist der 10 Megapixel auflösende CCD-Bildsensor, das Rauschen soll aber nochmal gemindert worden sein. Bei voller Auflösung werden bis zu ISO 3.200 erreicht, bei 2,5 Megapixeln sogar ISO 12.800. Auch Canon PowerShot S95 [Foto: Canon]das F2,0 lichtstarke 3,8fach-Zoomobjektiv mit 28 mm (KB) Weitwinkel bleibt der S-Klasse erhalten. Kritik gab es bei der S90 für die VGA-Videofunktion, kann doch inzwischen fast jede "Billigknipse" bereits mindestens in HD-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) aufzeichnen; das beherrscht die S95 nun auch. 24 Bilder/s werden aufgenommen, der Ton dabei sogar in Stereo. Wie die Ixus 1000 HS beherrscht auch die PowerShot S95 Zeitraffervideos, nur Highspeed bzw. Slow-Motion kann sie nicht.

Erstmals in einer kompakten Digitalkamera kommt Canons neuer Hybrid-Bildstabilisator zum Einsatz. Er erlaubt nicht nur bis zu 4 EV längere Belichtungszeiten als ohne Stabilisator, sondern arbeitet sogar bei Kameraverschiebungen, wie sie vor allem bei Makroaufnahmen verstärkt auftreten, äußerst effektiv. Selbstverständlich ist die S95 auf Wunsch halbautomatisch oder sogar manuell steuerbar, und auch der Objektivring zum Verstellen der Blende oder Brennweite ist weiterhin vorhanden. Er kann nach Wunsch auf die ISO-Empfindlich oder die Belichtungskorrektur einstellen. Canon PowerShot S95 [Foto: Canon]Andere Bedienelemente wurden ebenfalls weiter optimiert, und der Fotograf kann sich seine Einstellungen sogar speichern und bestimmte Knöpfe individualisieren. Um auch in kontrastreichen Aufnahmesituationen technisch gute Fotos aufnehmen zu können, verfügt die S95 über eine HDR-Funktion. Sie setzt dabei drei unterschiedlich belichtete Aufnahmen zusammen, um ausfressende Lichter und absaufende Schatten zu vermeiden. Der Autofokus ist nun sogar in der Lage, einem Motiv oder Gesicht zu folgen und somit ständig scharf zu halten, bis man auslöst.

Das visuelle Schaltzentrum der Kamera ist der 3" (7,6 cm) große Bildschirm, der 461.000 Bildpunkte auflöst. Er wird durch ein Sicherheitsglas geschützt. Hier wird auch das neue RGB-Histogramm angezeigt. Im Übrigen zeichnet die PowerShot S95 neben JPEG auch Fotos im RAW-Format auf, die Canon DPP-Software liegt der Kamera bei. Wer die Einstellungen gerne der Digitalkamera Canon PowerShot S95 [Foto: Canon]überlässt, findet eine Motivprogrammautomatik, die eigenständig eines von 28 Motivprogrammen auswählt. Neu sind die verschiedenen Seitenverhältnisse, neben 4:3 sind auch 3:2, 1:1, 16:9 und 4:5 möglich. Im Zubehörprogramm findet man bspw. ein Unterwassergehäuse, auch ein HDMI-Kabel ist an die S95 anschließbar. Die Schnittstelle ist CEC-kompatibel und erlaubt somit sogar die Fernbedienung der Kamera mit einer geeigneten Fernbedienung bzw. kompatiblem Fernseher. Wie die Ixus 1000 HS ist auch die PowerShot S95 kompatibel mit SD, SDHC und SDXC, erlaubt also die Verwendung von Speicherkarten mit bis zu 2 Terabyte Kapazität. Die schwarze PowerShot S95 ist ab Ende August 2010 für ca. 410 Canon PowerShot SX130 IS [Foto: Canon]EUR erhältlich.

Die Canon PowerShot SX130 IS ersetzt als Nachfolgerin die SX120 IS. Mit rund 210 EUR ist sie eine relativ günstige Superzoomkamera mit 12 Megapixeln Auflösung und optischem 12fach-Zoom von 28-336 mm (KB) – selbstverständlich mit optischem Bildstabilisator, der eine bis zu drei Lichtwertstufen längere Belichtung erlaubt. Sie soll in Schwarz schon ab Ende August 2010 erhältlich sein. Der rückwärtige Bildschirm misst 3" (7,6 cm) in der Diagonale und zeigt bspw. Tipps zum Menü und für Aufnahmen an, um die Bedienung zu vereinfachen. Wie auch bei den anderen beiden Neuvorstellungen wählt der intelligente Automodus eines aus 28 Motivprogrammen für die Aufnahme aus – das geschieht selbstverständlich nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern anhand des Livebilds. Wer möchte, kann die Belichtung aber auch manuell steuern oder bspw. die Blende vorwählen und die Belichtungszeit automatisch einstellen lassen. Zahlreiche Kreativmodi sollen für den Spaß beim Fotografieren und teilweise sogar beim Filmen sorgen, wie etwa der Minituarisierungseffekt. Videos werden in 720p Canon PowerShot SX130 IS [Foto: Canon]mit Stereoton aufgezeichnet, auch Zeitrafferaufnahmen sind möglich. Das leise Zoomobjektiv ist auch während des Filmens bedienbar, der Autofokus wird nachgestellt.

Allerlei weitere digitale Helfer sollen für gelungene Aufnahmen sorgen, so etwa die Gesichtserkennung, die Lächelerkennung oder der Selbstauslöser, der erst auslöst, wenn ein weiteres Gesicht hinzu kommt. Neu ist die Möglichkeit, die Kamera im Selbstauslösermodus etwa durch ein Lächeln oder ein Zwinkern zum Auslösen zu bewegen – all das soll helfen, den Fotografen stressfrei mit aufs Bild zu bekommen. Die i-Contrast-Funktion sorgt für durchgezeichnete Schatten und vermindert ausfressende Lichter. Gespeichert werden Fotos und Videos auf SD-, SDHC- und SDXC-Speicherkarten.



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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.