PMA 2004

Breitgefächertes Neuheitenaufgebot auch bei Olympus

2004-02-12 "Was Canon kann, können wir schon lange" – hat sich Olympus offenbar gesagt und präsentiert anlässlich der PMA ebenfalls mehr als ein halbes Dutzend neue Kompaktdigitalkameras: die 8-Megapixel-Kamera C-8080 Wide Zoom, die Ultra-Zoom-Modelle C-725, C-765 und C-770 Ultra Zoom, die Einsteigermodelle C-310 Zoom, C-360 Zoom und C-460 Zoom sowie die µ[mju:] 410 Digital.  (Yvan Boeres)

   Olympus C-8080 Wide Zoom [Foto: Olympus]
 

Dass es den 8-Megapixel-CCD von Sony anscheinend nicht nur in einer exklusiven 4-Farb-Version mit RGBE-Filtermatrix, sondern auch in einer Ausführung mit klassischem RGB-Farbfiltermosaik gibt, weiß man spätestens seit den letzten Kameraankündigungen von Canon und nun auch Olympus. Denn beide Hersteller geben in ihren Datenblättern an, dass der verwendete 8-Megapixel-Chip im 2/3"-Formfaktor mit RGB-Filtermatrix bestückt ist. Bei der neuen C-8080 Wide Zoom von Olympus liefert der Chip JPEG-, TIFF- oder RAW-Dateien mit einer Bildgröße von maximal 3.264 x 2.448 Bildpunkten, die wahlweise auf xD-Picture Cards oder auf CompactFlash-Wechselspeicherkarten des Typs I und II (inkl. Microdrive) gespeichert werden. Die C-8080 Wider Zoom, die ein bisschen wie eine Mischung aus einer C-5060 Wide Zoom und einer E-20 aussieht, orientiert sich auch vom Funktionsumfang und von vielen Ausstattungsmerkmalen (z. B. Hybrid-AF, Zubehörkompatibilität) her an der 5-Megapixel-Schwester C-5060 Wide Zoom. Selbst das Objektiv fängt wie bei der C-5060 Wide Zoom bei einer kürzesten Brennweite von 28 mm (Kleinbild-äquivalent) an, dehnt sich aber ein bisschen weiter in den Tele-Bereich (bis hin zu 140 mm entspr. Kleinbild) aus. Trotz längerem Zoom (5-fach vs. 4-fach) ist das Objektiv bei der C-8080 Wide Zoom lichtstärker und öffnet je nach Brennweite bei F2,4 bis F3,5. Ob die C-8080 Wide Zoom auch schneller geworden ist, wird sich erst in der Praxis bzw. in Testberichten herausstellen; aber die Angaben von Olympus (z. B. Auslöseverzögerung von 0,3 s) klingen viel versprechend. So soll die Kamera trotz vergleichsweise großer Datenmengen auch mit einer extrem schnellen Datenverarbeitung aufwarten, wodurch sehr schnelle Aufnahmefolgen realisierbar sind, beispielsweise 1,6 Bilder pro Sekunde bei Serienbildern und Belichtungsreihen. Eine gewisse Kompaktheit konnte die C-8080 Wide Zoom dank elektronischem Videosucher beibehalten. Der LC-Farbsucher besitzt dabei eine Auflösung von 240.000 Pixeln, eine Bildwiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde sowie eine Verzögerung von nur 50 ms. Der LCD-Bildschirm an der Kamerarückseite soll auch bei Sonnenschein bzw. grellem Licht gut lesbar sein und lässt sich um 20 Grad nach unten und um 90 Grad nach oben neigen. Weitere besondere Merkmale der C-8080 Wide Zoom sind u. a. die USB 2.0-Schnittstelle, die Unterstützung des USB-Direktdruckstandards PictBridge, die weiterhin bestehende Kompatibilität zu Weitwinkel- und Tele-Konvertern und der Pop-Up-Blitz. Die Olympus C-8080 Wide Zoom ist ab April zu einem Listenpreis von rund 1.250 EUR im Handel zu bekommen.

   Olympus C-765 Ultra Zoom [Foto: Olympus]
  

Neben der neuen "Wide Zoom" gibt es drei neue "Ultra Zooms". Während die C-765 Ultra Zoom und die C-770 Ultra Zoom das Konzept der kürzlich eingeführten C-760 Ultra Zoom fortführen, ist die C-725 Ultra Zoom sowohl vom Design als auch von der Ausstattung her an die "alte" Ultra-Zoom-Linie angelehnt. Die C-765 Ultra Zoom könnte man als 4-Megapixel-Version der C-760 Ultra Zoom bezeichnen, unterscheiden sich die beiden Kameras hauptsächlich durch den eingesetzten CCD-Chip und die daraus resultierende Auflösung. Jedenfalls ist die C-765 Ultra Zoom mit einem 4,2-Megapixel-CCD ausgerüstet und liefert Bilder in einer klassentypischen Höchstauflösung von 2.272 x 1.704 Bildpunkten. Da der CCD aber einen anderen Formfaktor als der der C-760 Ultra Zoom (1/2,7" vs. 1/2,5") besitzt, bleibt zwar der Zoomfaktor (10x) erhalten, aber der Brennweitenbereich verschiebt sich von 42-420 mm auf 38-380 mm (jeweils entspr. Kleinbild). Die C-765 Ultra Zoom wird im Mai für rund 580 EUR auf den Markt kommen.

   Olympus C-770 Ultra Zoom [Foto: Olympus]
  

Den gleichen Brennweitenbereich, die gleiche Auflösung und nahezu den gleichen Funktions- und Ausstattungsumfang wie die C-765 Ultra Zoom bietet die schwarze C-770 Ultra Zoom an, deren charakteristisches Merkmal – wie der Name es schon verrät – bei der Videoaufnahme zu finden ist. Die C-770 Ultra Zoom gehört nämlich zu den bisher noch selten zu findenden MPEG-4-Kameras. Das MPEG-4-Videokompressionsformat betrifft nicht die Fotoqualität, sondern die Videoqualität und zeichnet sich durch eine effizientere Kodierung aus als bei sonst von digitalen Fotokameras verwendeten Video-Aufzeichnungsformaten (z. B. Open DML Motion JPEG, MPEG-2 oder QuickTime-Movie). Das Resultat sind kleinere Dateigrößen bei verbesserter Bildqualität. Die C-770 Ultra Zoom nimmt ihre Filme dabei in VGA-Auflösung, mit einer Bildfrequenz von 30 Bildern pro Sekunde, inklusive Ton und ohne feste Zeitbegrenzung (maßgebend ist die Speicherkapazität der verwendeten xD-Card) auf. Was die C-770 außerdem von der C-765 Ultra Zoom unterscheidet, ist das Vorhandensein eines Blitzschuhs, das etwas stärkere Digitalzoom (4-fach vs. 3-fach), zwei zusätzliche Motivprogramme (Selbstporträt, Landschaftsporträt) und der auf die speziellen Fähigkeiten der Kamera zugeschnittene Lieferumfang. So wird die C-770 Ultra Zoom mit einer 128 MByte großen xD-Picture Card und mit dem Videobearbeitungsprogramm ULead VideoStudio 7 SE Basic ausgeliefert. Die C-770 Ultra Zoom soll ab April erhältlich sein und rund 750 EUR kosten.

   Olympus C-725 Ultra Zoom [Foto: Olympus]
  
  Olympus C-460 Zoom [Foto: Olympus]
  
  Olympus C-360 Zoom [Foto: Olympus]
  
  Olympus C-310 Zoom [Foto: Olympus]
  
  Olympus Mju 410 Digital [Foto: Olympus]
  

Die C-725 Ultra Zoom ist ihrerseits eng mit der C-720 Ultra Zoom aus der alten Ultra-Zoom-Generation verwandt. Im Vergleich zu dieser nimmt sie ihre Fotos nicht mehr auf SmartMedia-, sondern auf xD-Speicherkarten auf und verfügt jetzt über einen Autofokus mit Auswahl des AF-Bereiches und über die mehrsprachige Menüführung. Vermutlich wurde die C-720 Ultra Zoom aber nur von den Toten erweckt, um als kaum modifizierte, aber mit nur 330 EUR preislich sehr günstige C-725 Ultra Zoom gegen die OEM/ODM-Konkurrenz aus Taiwan, China und Korea anzutreten; anders können wir uns die "Wiederbelebung" des Ultra-Zoom-"Oldies" parallel zur neuen Gehäuselinie nicht erklären. Die C-720 Ultra Zoom soll ab Mai erhältlich sein.

Bei den Einsteigermodellen bzw. bei den konventionellen Kompaktdigitalkameras von Olympus gibt es auch etwas Neues. Die C-460 Zoom ist sozusagen die "offizielle Version" der C-450 Zoom, die hier in Deutschland nur über ganz bestimmte Vertriebskanäle vertrieben wird/wurde (siehe digitalkamera.de-Meldung vom 02.07.2003). In Sachen Design, Funktion und Ausstattung gibt es zwischen den beiden Kameras keinen nennenswerten Unterschied – abgesehen von der TruePic-Turbo-Technologie. Der schnelle Nachfolger der TruePic-Bildoptimierungstechnologie kommt mit Ausnahme der C-725 UZ bei allen in dieser Meldung erwähnten Kameras zum Einsatz und soll für noch bessere Bildergebnisse in noch kürzerer Zeit sorgen. Damit ist auch die C-360 Zoom ausgestattet, die 3-Megapixel-Schwester der C-460 Zoom. Im Vergleich zur C-460 Zoom weichen nur die auflösungsbezogenen Daten (Bildgröße, Stärke des Digitalzooms, Empfindlichkeit) ab; sonst unterscheidet sich die C-360 Zoom noch von der C-460 Zoom durch die Fähigkeit, mittels des optional erhältlichen "Software Development Kit" (kurz: SDK) vom Computer aus ferngesteuert (Zoom, Belichtung, Auslösung usw.) werden zu können.

Für 50 EUR weniger gibt es die technisch nahezu baugleiche C-310 Zoom, die sich von der C-360 Zoom vor allem durch das Design unterscheidet. Jedenfalls bringt die Gegenüberstellung der Datenblätter keine größeren bzw. bedeutenden Vorteile für die eine oder andere Kamera zu Tage. Abgerundet wird das Modellpflege-Programm des Herstellers von der Mju 400-Nachfolgerin Mju 410. Auch hier halten sich die Neuerungen in Grenzen. Dank neuem Supermakro-Modus fokussiert das Nachfolgemodell jetzt bis auf 9 cm hinunter, wartet mit ein Paar zusätzlichen Motivprogrammen auf (Strand/Schnee, Food, Innenaufnahme), verfügt über einen erweiterten Empfindlichkeitsbereich (ISO 64-480 vs. ISO 80-320), ist im Serienbildmodus doppelt so schnell (2 Bilder/s statt 1 Bild/s), ist PictBridge-kompatibel und hat einen etwas stärkeren Lithiumionenakku (4,8 V vs. 3,7 V). Weitere Details inkl. Preis und Markteinführungstermine zu allen hier vorgestellten Kameras gibt es in den entsprechenden digitalkamera.de-Datenblättern.

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