Erstmals mit 5-Achsen-Bildstabilisierung

APS-C-Flaggschiff Sony Alpha 6500 angekündigt

2016-10-06 Mit der Alpha 6500 kündigt Slony ein neues APS-C-Flaggschiffmodell seiner spiegellosen Systemkameraserie an. Erstmals integriert Sony bei der A6500 einen Sensor-Shift-Bildstabilisator bei einem APS-C-Alpha-Modell. Bisher war das aufgrund der kompakten Gehäuseabmessungen nicht möglich, die Sony dennoch nicht aufgeben musste. Wie bei der RX100 V kommt ein neuer Front End LSI zum Einsatz, der den Bionz X Bildprozessor unterstützt. Weitere Neuerungen sind der Touchscreen, das stabilere Bajonett und der 425-Punkt-Phasen-Autofokus.  (Benjamin Kirchheim)

Eine hohe Serienbildgeschwindigkeit und einen schnellen Autofokus bot schon die Alpha 6000, mit der Sony große Verkaufserfolge feiert. Die Alpha 6300 brachte diese Leistung in ein wesentlich robusteres Gehäuse, war aber deutlich teurer. Die Alpha 6500 setzt dem als Flaggschiffmodell nun die Krone auf, auch der Preis steigt entsprechend und nähert sich der 2.000-Euro-Marke, bleibt aber noch ein gutes Stück darunter. Das neu entwickelte Gehäuse ist nochmals robuster als bei der Alpha 6300 und bietet einen ergonomischeren Griff. Auch das Bajonett wurde von Sony verstärkt, um auch schwere Teleobjektive tragen zu können. Denn die Alpha 6500 soll auch für Profifotografen eine Alternative sein, vor allem zur Vollformat-Alpha-7-Reihe. Gerade für Sportaufnahmen liegen die Vorteile des APS-C-Sensors auf der Hand: Die Telebrennweite verlängert sich um den Faktor 1,5. Alternativ kann der Sportfotograf bei gleicher effektiver Brennweite das Gewicht deutlich reduzieren. Denn auch im APS-C-Format bieten die Kameras inzwischen eine oft ausreichende Performance bei hohen ISO-Empfindlichkeiten.

  • Bild Die Sony Alpha 6500 arbeitet mit einem 0,05 Sekunden schnellen Phasen-Autofkus, der mit 425 Messpunkten einen großen Bildbereich abdeckt. [Foto: Sony]

    Die Sony Alpha 6500 arbeitet mit einem 0,05 Sekunden schnellen Phasen-Autofkus, der mit 425 Messpunkten einen großen Bildbereich abdeckt. [Foto: Sony]

  • Bild Elf Serienbilder pro Sekunde nimmt die Sony Alpha 6500 bei voller 24-Megapixel-Auflösung und Autofokus-Nachführung für gut 300 Bilder am Stück auf. [Foto: Sony]

    Elf Serienbilder pro Sekunde nimmt die Sony Alpha 6500 bei voller 24-Megapixel-Auflösung und Autofokus-Nachführung für gut 300 Bilder am Stück auf. [Foto: Sony]

  • Bild Der klappbare Touchscreen der Sony Alpha 6500 ermöglicht Aufnahmen aus bodennahen sowie Über-Kopf-Perspektiven. Der Touch-Autofokus funktioniert auf bei Verwendung des OLED-Suchers. [Foto: Sony]

    Der klappbare Touchscreen der Sony Alpha 6500 ermöglicht Aufnahmen aus bodennahen sowie Über-Kopf-Perspektiven. Der Touch-Autofokus funktioniert auf bei Verwendung des OLED-Suchers. [Foto: Sony]

Bei Sportfotografen steht natürlich der Autofokus im Mittelpunkt. Dieser verfügt in der Alpha 6500 über 425 Phasen-AF-Punkte, die direkt auf dem Bildsensor integriert sind und für eine Fokussierung innerhalb von 0,05 Sekunden sorgen. Laut Sony ist das damit der schnellste Autofokus der Welt. Übrigens unterstützt die Alpha 6500 auch mit über den LA-EA3 adaptierten SSM- und SAM-Objektiven der A-Mount-Serie die automatische Fokussierung. Die maximale Serienbildgeschwindigkeit der Alpha 6500 liegt inklusive Autotokus-Nachführung weiterhin bei elf Bildern pro Sekunde ohne Live-View beziehungsweise acht Bildern pro Sekunde mit Live-View. Hier ist die Technik also noch nicht ganz so weit wie bei der ebenfalls heute vorgestellten RX100 V, obwohl auch die Alpha 6500 über den neuen Front End LSI verfügt, der bei ihr aber eher für eine bessere High-ISO-Performance sorgen soll. Die maximale Empfindlichkeit beträgt ISO 25.600 im normalen beziehungsweise ISO 51.200 im erweiterten Bereich. Der APS-C-Sensor löst 24 Megapixel auf und kann bei Serienbildern bis zu 307 JPEG-Aufnahmen am Stück liefern. Dank der beweglichen Lagerung des CMOS-Sensors bietet die A6500 zudem einen 5-Achsen-Bildstabilisator, der bis zu fünf Blendenstufen längere Belichtungszeiten ermöglicht.

Für Sportfotografen ebenfalls nicht unwichtig ist die Lebensdauer des Verschlusses, die Sony mit mindestens 200.000 Auslösungen angibt. Das gegenüber der Alpha 6300 nur geringfügig größere Gehäuse besteht aus einer robusten Magnesiumlegierung und einem verstärkten Objektivbajonett. Dichtungen bieten laut Sony zudem einen Feuchtigkeits- und Staubschutz, jedoch ist die Alpha 6500 nicht spritzwassergeschützt. Die Ergonomie soll dank des besseren Griffs, dreier Funktionstasten sowie besserer Räder und Knöpfe, eines größeren Auslösers sowie einer Angleichung an die Bedienung der Alpha-7-Serie und neuen Menüs stark verbessert worden sein. Der rückwärtige 7,5-Zentimeter-Bildschirm lässt sich nach oben und unten klappen. Neuerdings handelt es sich um einen Touchscreen, so dass es auch sehr einfach möglich ist, den Autofokuspunkt zu platzieren. Das funktioniert auch, wenn der OLED-Sucher verwendet wird. Er bietet eine Auflösung von 2,36 Millionen Bildpunkten und eine 1,07-fache Vergrößerung, was einer 0,7-fachen Vergrößerung entsprechend Kleinbild gleicht. Die weichere Augenmuschel soll zudem die Ergonomie des Suchers verbessern.

  • Bild Das Gehäuse der Sony Alpha 6500 besteht aus einer robusten Magnesiumlegierung und besitzt ein verstärktes Bajonett. [Foto: Sony]

    Das Gehäuse der Sony Alpha 6500 besteht aus einer robusten Magnesiumlegierung und besitzt ein verstärktes Bajonett. [Foto: Sony]

  • Bild Der Verschluss der Sony Alpha 6500 bietet eine Lebensdauer von mindestens 200.000 Auslösungen. [Foto: Sony]

    Der Verschluss der Sony Alpha 6500 bietet eine Lebensdauer von mindestens 200.000 Auslösungen. [Foto: Sony]

  • Bild Der Sensor-Shift-Bildstabilisator der Sony Alpha 6500 arbeitet mit fünf Achsen und ermöglicht somit bis zu fünf Blendenstufen längere Belichtungszeiten. [Foto: Sony]

    Der Sensor-Shift-Bildstabilisator der Sony Alpha 6500 arbeitet mit fünf Achsen und ermöglicht somit bis zu fünf Blendenstufen längere Belichtungszeiten. [Foto: Sony]

Die Videofunktion arbeitet nun ohne Pixel-Binning mit 6K-Bildinformationen, was etwa 2,4-mal so viele Bildinformationen wie 4K besitzt, auf das letztlich per Oversampling heruntergerechnet wird. Dies soll zu vielen Details der noch besseren Videoqualität sorgen. Maximal 30 Bilder pro Sekunde sind in 4K möglich, bei Full-HD sind es bis zu 120 Bilder pro Sekunde. Auf Wunsch kann die Bildrate zudem in acht Stufen auf bis zu 1 fps reduziert werden. Außerdem profitieren die Videoaufnahmen natürlich von dem schnellen, präzisen Autofokus, zudem kann der Fokuspunkt dank Touchscreen punktgenau verschoben werden. Videografen werden sich zudem über S-Log3 Gamma mit rund 14 Blendenstufen Dynamikumfang sowie die Unterstützung von S-Gammut für einen erweiterten Farbraum freuen.

Die Belichtungsmessung der Alpha 6500 verfügt über zwei neue Modi. Einer konzentriert sich auf die korrekte Belichtung der hellen Bildbereiche, die andere bildet einen Mittelwert der Messung des gesamten Sensorfeldes. WLAN und NFC sind wieder an Bord, um die Kamera mit einem Smartphone verbinden zu können. Neu ist der QR-Code, der eine einfache Verbindung zu Smartphones ohne NFC ermöglicht. Dank stromsparendem Bluetooth kann zudem eine dauerhafte Verbindung zum Smartphone aufgebaut werden, um das GPS-Signal abzugreifen. Auch die Erweiterungsmöglichkeiten der Kamerafunktionalität mittels Kamera-Apps fehlt selbstverständlich nicht. Ab Dezember 2016 soll die Sony Alpha 6500 zu einem Preis von 1.700 Euro erhältlich sein. Das Set mit dem SEL1670Z (Zeiss 16-70 mm, 24-105 mm entsprechend Kleinbild) soll knapp 2.800 Euro kosten. 

Artikel-Vorschläge der Redaktion

Kaufberatung: Welche Speicherkarte ist die richtige für meine Kamera?

Wir erklären, welcher Speicherkartenstandard und welche Geschwindigkeitsklasse je nach Anwendung gebraucht wird. mehr…

Kaufberatung: Worauf Sie beim Kauf eines Stativkopfes achten sollten

In dieser Kaufberatung dreht sich alles um Stativköpfe und worauf man beim Kauf eines solchen achten sollte. mehr…

Kameras per USB laden zu können, eröffnet viele Möglichkeiten

Wir zeigen, welche Vorteile und Lade-Möglichkeiten sich eröffnen, wenn der Akku in einer Kamera per USB aufgeladen wird. mehr…

Version 3.0 von "Kaufberatung spiegellose Systemkameras" erschienen

Zum Frühjahr 2017 haben wir unser E-Book überarbeitet und um Neuheiten und Mittelformat-Kameras ergänzt. mehr…

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.