Labortest-Protokoll Version 6.1

Apple iPhone 6s Plus mit Zeiss ExoLens Pro 0.6x

2017-05-10

Dieses Labortest-Protokoll besteht aus umfangreichen Bildqualitäts-Labormesswerten in Form von Diagrammen und Tabellen sowie Messwerten zur Auslöseverzögerung. Gemessen wird dabei in JPEG. Alle Brennweiten in diesem Protokoll sind äquivalent zum 35-Millimeter-Kleinbildformat angegeben. Einige Messwerte beziehen sich zur Vergleichbarkeit unterschiedlich auflösender Digitalkameras auf einen 20 x 30 Zentimeter großen Fotodruck. Die Auflösung wiederum wird zur Vergleichbarkeit unterschiedlich großer Sensoren auf einen 24 x 36 Millimeter großen Kleinbildsensor umgerechnet.

Schärfeabfall

Der Schärfeabfall gibt an, wie die Bildschärfe einzelner Motivpunkte von der Bildmitte bis zum Bildrand dargestellt wird. Bezugssystem ist ein 20 x 30 Zentimeter großer Ausdruck beziehungsweise Abzug, so dass Objektive von Kameras unterschiedlicher Auflösung annähernd vergleichbar werden. Auf der rechten Skala ist der absolute Schärfewert auf dem Bildsensor dargestellt. Hier ist ein scharfes Bild bis 1,5 Pixel² gegeben, ab 2,5 Pixel² wird die Unschärfe sichtbar.

Randabdunklung (Vignettierung)

Die Randabdunklung oder Vignettierung zeigt an, wie die Helligkeit von der Bildmitte zum Bildrand abfällt. Vignettierung ist ein natürlicher Effekt. Sollte sie sehr klein sein, so deutet das entweder auf einen großen Bildkreis des Objektivs hin oder aber die Vignettierung wird elektronisch von der Kamera korrigiert. Letzteres hat möglicherweise vor allem höheres Rauschen in den Bildecken zur Folge, kann aber auch die Randschärfe verschlechtern.

Maximale Randabdunklung
17 mm
F2,230 % (0,5 EV)

Chromatische Aberration

Gemessen wird hier die laterale Chromatische Aberrationen (CAs), auch Farbquerfehler genannt. Diese entsteht dadurch, dass die Lichtbrechung von der Wellenlänge (also Farbe) abhängt. CAs zeigen sich als Farbsäume an Kontrastkanten und sind am Bildrand stärker ausgeprägt als im Zentrum. Daher stellt das Diagramm einen Mittelwert sowie den Maximalwert dar. Ein hoher Farbquerfehler deutet auf eine minderwertig korrigierte optische Rechnung hin beziehungsweise auf eine schlechte apochromatische Korrektur.

F2,2
17 mm Max. CA60,7 µm (0,9 px)
17 mm Mittlere CA38,0 µm (0,5 px)

Auflösung MTF

Die gemessene Auflösung in der Bildmitte und am Bildrand leitet sich direkt aus der gemessenen MTF-Kurve ab. Sie stellt die Auflösung des Gesamtsystems aus Objektiv, Bildsensor und Bildverarbeitung für verschiedene Kontraste dar. MTF ist die Abkürzung für Modulation Transfer Function. Bewertet wird die Auflösung bei 50 Prozent Motivkontrast (MTF50), da die Darstellung aller gemessenen MTF-Kurven den Rahmen dieses Labortestprotokolls sprengen würde. Zwar gilt der bei fünf bis zehn Prozent Kontrast gemessene Wert als höchste darstellbare Auflösung. Die Praxis jedoch hat gezeigt, dass der MTF50-Wert aussagekräftiger ist: Einerseits reagiert das menschliche Auge auf Kontraste von etwa zehn Prozent nicht besonders empfindlich, zum anderen ist der Unterschied zwischen guten und schlechten Objektiven bei MTF50 viel offensichtlicher und vergleichbarer. Ebenfalls zur Erhöhung der Vergleichbarkeit zwischen Kameras mit unterschiedlichen Sensorgrößen wird die Auflösung in Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) bezogen auf einen Kleinbildsensor (36 x 24 Millimeter) angegeben.

F2,2
17 mm Bildmitte29,4 lp/mm
17 mm Bildrand19,0 lp/mm

Schärfeartefakte

Bildsensoren können keine scharf abgegrenzten Hell-Dunkel-Kanten wiedergeben, steile Änderungen der Helligkeiten stellen sie als weichen Verlauf dar. Dadurch würde ein unbearbeitetes Bild als unscharf wahrgenommen werden. Um dem zu begegnen, schärft die Bildaufbereitung in der Kamera die Aufnahmen nach, indem sie Kantenkontraste erhöht. Je stärker nachgeschärft wird, desto höher steigt die Auflösung. Allerdings nehmen damit auch Störungen wie Schärfeartefakte und Überschwinger zu. Die Stärke dieser Artefakte gibt dieser Messwert wieder. Hohe Werte sind nicht generell unerwünscht, sie stehen für eine starke Aufbereitung des Sensorsignals wie sie für die Ausgabe der Aufnahmen auf einem Monitor oder Papierabzug meist gewünscht ist. Eine geringe Artefaktrate ist von Vorteil, wenn die Aufnahmen am PC nachbearbeitet beziehungsweise aufbereitet werden sollen.

F2,2
17 mm Bildmitte4,2 %
17 mm Bildrand1,7 %



Labortest-Protokoll-Auswahl

Derzeit stehen 1.679 Labortests zur Verfügung.

Labortests von Kameras mit festem Objektiv
Labortests von Kameras mit Wechselobjektiv
Labortests von Objektiven ab Version 6.0

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Labortest-Versionen

Die Zahlen in eckigen Klammern in den Ausklapp-Menüs und Links zeigen, über welchen Informationsumfang das jeweilige Protokoll verfügt:

[v3.x] DCTau-Messverfahren: Auflösung Bildmitte-Rand, Richtungsabhängigkeit, Wir- kungsgrad und Nettodateigröße, Artefaktnote und Kommentar, Scharfzeichnung horiz./vertikal, Randabdunklung, Verzeichnung, Rauschverhalten, Signalüber- tragung, Komprimierung, Einzel- noten und Gesamtnote. Kom- mentare zu jedem Abschnitt sowie Fazit.

[v4.x] Wie 3.x, jedoch zusätz- lich mit Original-Testbildern für Artefakte, Scharfzeichnung und Rauschen.

[v5.0] Wie 4.x, jedoch zusätz- lich mit Auflösung bei mehreren Blenden, Rauschverhalten bei allen ISO-Werten (inkl. Aus- schnitten aus Testbildern), Eingangsdy- namik bei allen ISO-Werten, ausführlicheres Fazit statt Einzelkommentare zu jedem Abschnitt.

[v5.0+] Wie 5.0 jedoch zusätz- lich mit Autofokus-Geschwin- digkeit/Auslöseverzögerung.

[v6.x] Neues Messverfahren (DxO für Bildqualität, Image Engineering für die Auslöse- verzögerung und Autofokus- geschwindigkeit) mit neuen Diagrammen und ausführlichen Erklärungen sowie Ablesehilfen. Die Messungen erfolgen in Blenden- und ISO-Reihen, soweit es die Kamera- einstellungen zulassen. Bei Objektivtests und Kameratests sind folgende Diagramme enthalten: Schärfeabfall Bildmitte-Rand, Rand- abdunklung, Verzeichnung, Chromatische Aberration, Auflösung (bei Objektivtests an allen damit gemessenen Kameras ). Bei Kameratests zusätzlich: Schärfeartefakte, tatsächliche ISO-Empfindlich- keit, Signal-Rauschabstand, Texturschärfe, Korngröße, Luminanzrauschen, Farb- rauschen, Eingangsdynamik, Tonwertübertragungskurve, Ausgangs-Tonwertumfang, Farbtreue, Farbabweichung, Weißabgleichsgenauigkeit, tatsächliche Farbtiefe, Auslöseverzögerung und Autofokusgeschwindigkeit sowie Blitzausleuchtung.