Rubrik: Bauanleitungen

Kombinierter Aufheller/Abdunkler im Eigenbau

2009-09-14 Ausrüstung fürs eigene Studio ist ein weites Feld und kann viel Geld verschlingen. Es gibt aber auch Lösungen Marke Eigenbau – insbesondere beim Lichtsetzen –, die gute Dienste leisten können und den Geldbeutel schonen. digitalkamera.de bringt daher seit Jahren auch Fototipps über pfiffige Eigenbauideen (siehe weiterführende Links). In dieser Ausgabe stellen wir unseren Lesern einen Vorschlag für eine Vorrichtung zum Aufhellen in div. Tönen und zum Abdunkeln von Motiven vor. Das Kombigerät ist für handwerklich begabte und mit dem notwendigen Werkzeug ausgestattete Fotografen im Do-it-Yourself-Verfahren für weniger als 30 Euro realisierbar.  (Jan-Gert Hagemeyer)

Fototipp - Reflektor im Eigenbau, vier verschiedene Oberflächen auf Styropor-Platten [Foto: MediaNord]Das Ziel ist ein multifunktionaler Reflektor, der groß genug ist, um auch Personen bis zu voller Größe geeignet aufzuhellen, etwa bei Blitz-, Dauer- oder Tageslicht-Einsatz. Er ist darüber hinaus auch für Aufnahmen kleiner bis mittlerer Gegenstände brauchbar. Hier wird nur ein Einzelexemplar beschrieben, zwei oder mehr Geräte gleicher Bauart können aber sinnvoll sein. Selbstverständlich wird das Werkstück gleich als Kombi ausgeführt, um Objekte auch abdunkeln zu können.

Der erste Weg für den Kombi-Aufheller/Abdunkler führt in den Baumarkt. Dort findet man (fast) alles, was als Baumaterial dafür erforderlich ist (siehe Stückliste unten). Zunächst packt man drei Styropor-Wärmedämmplatten auf den Einkaufswagen, empfehlenswert sind vornehmlich solche mit 5 cm Dicke und einer Größe von 50 x 100 cm. Die genaue Bezeichnung dafür ist (gemäß DIN 4108, Teil 10) "Mehrzweckdämmplatte EPS 035 DEO/WAB (Druckspannung ≥150 kPa)", Stückpreis um die 5 EUR. Zum Kleben eignen sich Tesa-Alleskleber, Uhu POR oder Styroporkleber (für größere Flächen), jedenfalls nichtlösungsmittelhaltige Kleber. Soviel vorweg. Daraus entstehen die Reflektor-Flächen.

Fototipp - Reflektor im Eigenbau, Maße in mm [Foto: MediaNord]Wer keine Kreis- oder Bandsäge besitzt (und damit ggf. vorhandene Holzplattenreste verwerten könnte), lässt sich an Ort und Stelle drei Hartfaser-, MDF- oder Spanplatten zuschneiden (siehe Stückliste). Außerdem bietet der Baumarkt schwarze Abtönfarbe, die nötigen acht Holzschrauben und Kleber bzw. Doppelklebeband (Teppichklebeband, 50 mm breit). Silber- und Goldfolie bekommt man im Haushalts- oder Papierwarenladen. Schließlich besorgt man sich drei dünne Stricknadeln, ca. 20 bis 25 cm lang.

Zunächst werden dann die drei Styropor-Platten vorbereitet: Zwei bleiben einseitig weiß, auf der Rückseite werden sie mit schwarzer Abtönfarbe je zweimal gestrichen oder gerollt. Die Dritte wird einseitig mit Silberfolie (leicht zerknittert) kaschiert und rückseitig mit Goldkarton beklebt. Dadurch vergrößert sich ihre Stärke etwas, was bei der folgenden Montage der Haltevorrichtung eine Rolle spielt.

Gemäß unsereren Abbildungen verschraubt man zunächst die große Basisplatte und das Endstück. Um sich keine Fehlschraubungen zu erlauben, markiert man an der kleinen Platte vier Bohrstellen genau so, dass die Bohrungen die Mitte der Basisplatte treffen, körnt sie an und bohrt 4,5 mm starke Löcher. Dann fixiert man die kleine Platte rechtwinklig und bündig an der Bodenplatte und bohrt durch die vorgebohrten Löcher hindurch 4,5 mm starke Löcher für die Verschraubung. Davor empfiehlt sich ein leichtes Absenken mit einem 90°-Senker der erstgesetzten Bohrlöcher (damit die Holzschraubenköpfe Platz finden). Als nächstes stellt man eine der vorher beschichteten Styroporplatten (am besten die Kartonbeschichtete, Dickste) senkrecht gegen die schon montierte Endplatte und skizziert die Position der zweiten Halteplatte. Auch hier wird wieder vorgebohrt, nach Fixierung vier genügend tiefe Bohrlöcher gesetzt, entsprechend abgesenkt und schließlich verschraubt. Fertig.
 
Der Träger wiegt etwa 3,5 kg und ist geeignet, ein bis vier Styroporplatten (je etwa 400 g) aufzunehmen und sicher zu halten.Fototipp - Reflektor im Eigenbau [Foto: MediaNord] Es lassen sich die unterschiedlich beschichteten Styroporplatten in zwei Richtungen aufstellen und arrangieren. Zwei (oder mehr) Platten kann man auch mithilfe von Stricknadeln zu einer Einheit zusammenfügen und erhält dann eine 1 qm große, vielseitig verwendbare Reflexions- oder Abdunkelungsfläche, die Licht weicher oder härter oder warm getönt reflektiert. Auch ohne den Ständer lassen sich diese Platten händisch beim Lichtsetzen bestens einsetzen.

Stückliste:

  • 1 Holzfaser- oder MDF-Platte 2,2 x 40 x 40 cm
  • 1 Span- oder Holzfaserplatte 1,8 x 10 x 40 cm
  • 1 dto. 1,8 x 12,2 x 40 cm
  • 3 Styropor- (Polystyrol-Hartschaum) Isolierplatten 5 x 50 x 100 cm
  • 8 Kreuzschlitz-Holzschrauben (Spax) 5 x 60 mm
  • ca. 50 ml schwarze Abtönfarbe (lösungsmittelfrei)
  • Silberpapier 50 x 100 cm
  • Goldfolie oder -karton 50 x 100 cm
  • Papier-, Styroporkleber oder Doppelklebeband (Teppichband)
  • 3 Stricknadeln, ca. 20 – 25 cm lang

Weiterführende Links

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Hier stellen wir für unsere Leser einige Hintergrund-Artikel mit Tipp-Charakter zusammen.

Zusammenfassung

Ausrüstung fürs eigene Studio ist ein weites Feld und kann viel Geld verschlingen. digitalkamera.de bringt daher seit Jahren immer wieder Fototipps über pfiffige Eigenbauideen. In dieser Ausgabe stellen wir unseren Lesern einen Vorschlag für eine Vorrichtung zum Aufhellen in div. Tönen und zum Abdunkeln von Motiven vor. Das Kombigerät ist für handwerklich begabte und mit dem notwendigen Werkzeug ausgestattete Fotografen im Do-it-Yourself-Verfahren für weniger als 30 Euro realisierbar. Das Ziel ist ein multifunktionaler Reflektor, der groß genug ist, um auch Personen bis zu voller Größe geeignet aufzuhellen, etwa bei Blitz-, Dauer- oder Tageslicht-Einsatz.