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In Digitalfotos gespeicherte EXIF-Informationen auswerten

2003-09-22 Oft kann es nützlich sein, im Nachhinein zu erfahren, mit welchen Einstellungen die Digitalkamera ein bestimmtes Foto aufgenommen hat. Bei besonders gelungenen oder auch missratenen Fotos lässt sich so analysieren, was zu dem Erfolg oder Misserfolg geführt hat, um bei zukünftigen Fotos mit manuellen Voreinstellungen entsprechend zu reagieren. Da die Aufnahmeparameter mit in der Bilddatei gespeichert werden, steht einer späteren Auswertung nichts im Wege.  (Jan-Markus Rupprecht)

  

EXIF-Daten ausgelesen mit Adobe Photoshop Elements [Screenshot: MediaNord]
  

Das Notieren der für jedes Foto eingestellten Aufnahmeparameter war schon zu Zeiten der analogen Fotografie eine nützliche Sache. Konnte der Fotograf doch auf dieser Weise Erfahrungen sammeln, wie sich unterschiedliche Einstellungen auf das Bildergebnis auswirkten. Für den engagierten Digitalfotografen gilt dasselbe. Ob bei der Suche nach dem Grund für das Missraten einer bestimmten Aufnahme oder beim Vergleich mehrerer Bilder miteinander. Oft wäre es nützlich, im Nachhinein zu wissen, welche Blende und Belichtungszeit man selbst oder die Programmautomatik der Kamera verwendet hat oder welche ISO-Zahl die auf Automatik eingestellte Kamera gewählt hat. Als Digitalfotograf hat man es dabei sehr bequem, denn praktisch alle relevanten Parameter werden zusammen mit den Bilddaten in der JPEG-Datei als so genannte EXIF-Daten gespeichert. Hierzu zählen der Name des Herstellers und des Kameramodells, das Aufnahmedatum, die Bildauflösung, die Brennweitenposition des Zoom-Objektives, die Belichtungszeit und Blendenöffnung, eine eventuell eingestellte Belichtungskorrektur, Einstellungen von Blitz und Weißabgleich, die Entfernung, auf die die Kamera fokussiert hat und vieles mehr.

EXIF steht für Exchangeable Image File und ist ein Standard für die Speicherung von Aufnahmeinformationen bei Bilddateien. Das Format ist Teil des DCF-Standards, der von der JEIDA entwickelt wurde, um die Zusammenarbeit verschiedener Geräte aus dem Bereich des Digital Imaging sicherzustellen. Aktuell ist der EXIF Standard 2.2, der im April 2002 verabschiedet wurde und heute von den meisten Digitalkameras verwendet wird. Die EXIF-Metadaten stehen dort im so genannten Header, d. h. in einem Bereich am Anfang der Datei noch vor den eigentlichen Bildinformationen. Ein Blick mit einem Text- oder Hexadezimal-Editor in eine JPEG-Datei offenbart am Anfang der Datei schon den einen oder anderen Hinweis, beispielsweise auf den Hersteller der Kamera, die Modellbezeichnung und die Version der Kamerainternen Firmware. Das meiste erscheint jedoch als scheinbar sinnlose Hieroglyphen.

Zum sinnvollen Auslesen der EXIF-Daten benötigt man deshalb ein Programm. Die meisten Bildbearbeitungsprogramme bieten heute eine Anzeigemöglichkeit für die EXIF-Informationen (und erhalten diese oft auch beim Speichern einer bearbeiteten JPEG-Datei, was früher in der Regel nicht der Fall war). Darüber hinaus gibt es spezielle Anzeigeprogramme für EXIF-Daten, die meist als Freeware im Internet erhältlich sind (siehe weiterführende Links). Damit lassen sich im Nachhinein die in der JPEG-Datei gespeicherten EXIF-Informationen anzeigen und manchmal auch in eine Text-Datei exportieren. Auch das digitalkamera.de-Online-Fotoalbum ist in der Lage, die EXIF-Informationen auszulesen und zeigt diese dann unter dem Bild an.

Nachfolgend als Beispiel einmal der Datensatz eines mit einer Fujifilm FinePix S602 gemachten Fotos, wie er von dem Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop Elements 2.0 angezeigt wird.

Hersteller FUJIFILM
Modell FinePix S602 ZOOM
Format Normal
x-Auflösung 72.0
y-Auflösung 72.0
Auflösungseinheit Zoll
Software Digital Camera FinePix S602 ZOOM Ver 1.00
Datum Uhrzeit 2002:01:26 05:06:15
yCbCr-Positionierung Cosited
EXIF-Copyright
Belichtungszeit 1/500 sec
Blendeneinstellung 6.3
Belichtungsprogramm Normales Programm
ISO-Geschwindigkeit 200
EXIF-Version 0220
Datum Uhrzeit des Originals 2002:01:26 05:06:15
Datum Uhrzeit der Digitalisierung 2002:01:26 05:06:15
Komponentenkonfiguration Unbekannt
Komprimierte Bits pro Pixel 1.5
Verschlussgeschwindigkeit 1/512 sec
Blendenwert  5.3
Helligkeitswert    836 / 100
Präferenzwert für Belichtung 0.0
Max. Blendenwert   3.0
Messungsmodus Muster
Lichtquelle  Unbekannt
Blitz  nicht definierter Wert
Brennweite 7.8 mm
FIashPix-Version   0100
EXIF-Farbraum sRGB
x-Maße in Pixel  2048
y-Maße in Pixel   1536
x-Auflösung der Fokalebene  2678.000
y-Auflösung der Fokalebene  2674.000
Auflösungseinheit der Fokalebene   Zentimeter
Sensortyp     Ein-Chip-Farbbereichssensor
Dateiquelle DSC
Szenentyp    Direkt fotografiertes Bild
EXIF-Tag 41986    0
EXIF-Tag 41987  1
EXIF-Tag 41990   0
EXIF-Tag 41994  0
EXIF-Tag 41996 3


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Autor

Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.

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Hier stellen wir für unsere Leser einige Hintergrund-Artikel mit Tipp-Charakter zusammen.

Zusammenfassung

JPEG-Dateien aus Digitalkameras enthalten außer den Bildinformationen auch einen kompletten Datensatz mit wichtigen Belichtungsparametern. Diese EXIF-Daten können mit einem Bildbearbeitungsprogramm oder mit einem speziellen Anzeigeprogramm übersichtlich dargestellt werden und liefern im Nachhinein interessante Informationen beispielsweise über die während der Aufnahme wirksame Blende, Belichtungszeit, Brennweite und vom Autofokus gemessener Entfernung zum Motiv.