Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.


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Artikel mit Tipp-Charakter

Hier stellen wir für unsere Leser einige Hintergrund-Artikel mit Tipp-Charakter zusammen.

Zusammenfassung

Die drahtlose Übertragung von Bildern ist dank der Eye-Fi-WLAN-SD-Karte mir fast jeder Kamera möglich. Auch die Einrichtung gestaltet sich relativ simpel, es sind allerdings Dinge wie ein Internetzugang oder die Registrierung bei Eye-Fi unbedingt erforderlich.

Rubrik: Zubehör

Drahtlos-Bildübertragung mit einer Eye-Fi-WLAN-SD-Karte

2010-10-11 Zum Übertragen der Fotos muss man die Kamera per USB an einen Computer anschließen oder aber einen Kartenleser verwenden. Das kann lästig sein, die drahtlose Übertragung scheint da viel bequemer. Digitalkameras mit WLAN oder Bluetooth sind jedoch sehr rar am Markt, kosten diese Module den Hersteller doch Geld in der Produktion und Entwicklung. Der Kundenkreis wiederum, der bereit ist, dafür mehr Geld auszugeben, scheint zu klein zu sein, so dass sich WLAN-Kameras bisher nicht durchgesetzt haben. Eye-Fi springt mit seinen WLAN-Karten in die Bresche.  (Benjamin Kirchheim)

Eye-Fi Pro X2 Kabellose Spiecherkarte 8 GB SDHC und Kartenlesegerät [Foto: MediaNord]Bevor man die Eye-Fi-Karte verwenden kann (wir benutzten das Modell Pro X2 mit 8 GBytes Speicherkapazität in einer Casio Exilim EX-H15, die uns Casio freundlicherweise zur Verfügung stellte), muss sie zuerst einmal mit dem beiliegenden USB-Kartenleser an den PC angeschlossen werden. Ggf. muss man dazu ein USB-Verlängerungskabel zur Hilfe nehmen. Es funktioniert aber auch jeder andere SDHC-fähige Kartenleser, bei uns im Test bspw. ein im Notebook integrierter SDHC-Slot. Ohne Softwareinstallation läuft nichts. Diese startet aber automatisch oder man macht das manuell. Dabei wird auch eine aktualisierte Version aus dem Internet geladen und nachinstalliert. Auch Adobe AIR, eine mobile Laufzeitumgebung für Webanwendungen, die von der Eye-Fi-Software vorausgesetzt wird, wird installiert, wobei auch dieses eine aktuellere Version aus dem Internet nachlädt. Beim ersten Start muss man sich mit einer E-Mail-Adresse bei Eye-Fi registrieren und sich ein mindestens 6stelliges Passwort ausdenken. Anschließend muss das Konto manuell über einen Bestätigungslink bestätigt werden, den man an die angegebene E-Meila-Adresse geschickt bekommt.

Eye-Fi: Neues Netzwerk [Foto: MediaNord]Sind diese Hürden genommen, die bei einem schnellen Internetanschluss keine 10 Minuten Zeit in Anspruch nehmen, kann die WLAN-Karte konfiguriert werden, schließlich muss die Karte gesagt bekommen, welches WLAN sie verwenden soll, wie das Passwort lautet und wohin die Fotos drahtlos übertragen werden sollen. Die Karte kann dabei bis zu 32 WLANs speichern. Über das Menü "Datei" -> "Einstellungen" -> "Eye-Fi Card" gelangt man zum umfangreichen Einstellungsdialog. Praktischerweise scannt die eingesteckte Karte selbst nach WLAN-Netzwerken, die sich in Reichweite befinden, man kann also das passende auswählen und braucht nur noch das Passwort eingeben. Kann die Verbindung zum Eye-Fi-Server nicht hergestellt werden, liegt das wahrscheinlich an der Firewall. Sachdienliche Hinweise, welche Ports man bspw. öffnen sollte, gibt die Eye-Fi-Software leider nicht und lässt den Anwender somit im Regen stehen. Will die Verbindung mit dem Router nicht klappen oder hat man gar keinen Router, empfiehlt sich die Verwendung des Modells Pro X2, denn das beherrscht auch Ad-Hoc-Verbindungen, also die direkte Verbindung zwischen einem Computer und der WLAN-Karte ohne Router. Dazu sollte man zuerst auf dem Computer die WLAN-Verbindung Casio Exilim EX-H15 [Foto: MediaNord]einrichten (unter Windows 7 ist das besonders einfach) und dabei Netzwerkname, Verschlüsselungstyp (WPA2 ist am sichersten) und Kennwort (mind. 8 Zeichen) wählen. Anschließend gibt man dieselben Daten in der Eye-Fi-Software ein, woraufhin sich die Karte mit dem WLAN verbinden sollte.

Die Eye-Fi-Karte braucht anschließend nur noch in die Kamera eingelegt zu werden und schon überträgt sie die gespeicherten und neuen Bilder, was pro JPEG-Bild nur wenige Augenblicke dauert. Auch im Kartenleser überträgt die Karte noch nicht versendete Bilder automatisch an die Eye-Fi-Software, d. h. man hat immer den kompletten Karteninhalt auch auf dem Computer, sobald eine WLAN-Verbindung besteht. Manche Kamera haben eine spezielle Eye-Fi-Unterstützung, so etwa die Casio Exilim EX-H15: Sie zeigt einerseits auf dem Bildschirm ein Eye-Fi-Symbol, das während der aktiven Übertragung animiert wird, andererseits hat sie im Menü eine Option, die Eye-Fi-Karte zu aktivieren Eye-Fi Center [Foto: MediaNord]oder deaktivieren. Schaltet man die Kamera während der Übertragung aus, gibt es eine Sicherheitswarnung und man kann wählen, ob die Übertragung abgebrochen werden soll oder man sie zuerst fortsetzen möchte. Auch Kameras mit Metallgehäuse, etwa die Olympus Pen E-P1, stellen keine Hürde dar. Die hochfrequenten WLAN-Strahlen finden immer eine "Lücke" im faradayschen Käfig, den das Metallgehäuse bildet. Hat eine Kamera wie die Pen allerdings keine spezielle Eye-Fi-Unterstützung, zeigt sie auch kein Symbol auf dem Display oder warnt beim Ausschalten während einer aktiven Übertragung, sie wird dann einfach abgebrochen.

Die Eye-Fi-Software dient zur Bildverwaltung, sortiert diese bspw. nach Aufnahmedatum. Auch eine automatische Übertragung ins Internet zu einem Bilderhoster oder in social Networks ist möglich. Man sollte allerdings bei der Verwendung einer Eye-Fi-Karte stets darauf achten, das WLAN in Reichweite zu haben, möchte man die Bilder direkt übertragen. Die Reichweite der Karte ist arg beschränkt, da einerseits die WLAN-Antenne sehr klein ist und andererseits das Kameragehäuse mehr oder weniger abschirmend wirkt. Da die Software auf dem Computer die aktuelle Übertragung stets in einem Popup anzeigt, kann man aber gut verfolgen, ob man sich noch in Reichweite des WLANs befindet. Ggf. muss man eine zweite Person hinzuziehen.

Eye-Fi Pro X2 SDHC 8 GB Wi-Fi [Foto: MediaNord]Die Eye-Fi-Karte bietet noch andere interessante Funktionen wie etwa die Verortung von Fotos anhand von WLANs, die in Reichweite erkannt werden. Das ist zwar nicht so genau wie ein GPS, verspricht aber zumindest in Ballungszentren mit einer Vielzahl an WLANs zu funktionieren. Dabei ist keine Verbindung zum WLAN selbst nötig, es müssen nur seine Eigenschaften gescannt und im Internet verortet vorhanden sein. Hier arbeitet Eye-Fi mit "Skyhook Wireless", die die nötigen Informationen zur Verfügung stellen. Eine mögliche Fehlerquelle ist dabei, wenn jemand mit seinem WLAN umzieht, die Geoinformationen sind also mit Vorsicht zu genießen. Die Geoinformationen werden erst bei der Übertragung am PC in die EXIF-Daten des Fotos geschrieben.

Beim Kauf einer Eye-Fi-Karte sollte man auf das Modell achten, nicht jedes unterstützt Geotagging, Ad-Hoc-Netzwerke, die Übertragung an öffentliche Hot-Spots oder das RAW-Format. Nur das in diesem Fototipp verwendete Modell Pro X2 unterstützt alle Funktionen.


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