Rubriken: Geotagging, Tipps zu einzelnen Kameras

Die Funktionen der Fujifilm Camera Remote App in der Anwendung

2016-02-22 Fujifilm bietet zwar schon einige Jahre eine WLAN-Funktionalität mit entsprechender App an, doch lange ließen sich damit lediglich Bilder übertragen (siehe Fototipp in den weiterführenden Links). Inzwischen konnte Fujifilm sich dem Trend nicht mehr widersetzen und bietet nun mit einer neuen App einen deutlich erweiterten Funktionsumfang an. Dazu gehört nicht nur das Geotagging mittels Smartphone-GPS, sondern auch eine Fernsteuerung der Kamera samt Livebildübertragung. Unser Fototipp zeigt, wie einfach das funktioniert.  (Benjamin Kirchheim)

Sucht man nach Fujifilm im Google-Play-Store, so findet man gleich drei offizielle Apps des Herstellers. Ein Blick in die Bewertungen verrät, dass viele Anwender Verbindungsprobleme haben. Das tritt tatsächlich auf, wenn man die falsche beziehungsweise eine App für eine ältere Kamera auswählt. Hier sollten Sie also genau aufpassen, dass Sie die richtige App erwischen. Hier im Fototipp geht es um die aktuellste Version der App, die "Fujifilm Camera Remote" heißt. Ausprobiert haben wir sie mit der Fujifilm X-T10. Wenn Sie in der Kamera den entsprechenden Menüeintrag im Aufnahmemenü zur Drahtloskommunikation aufrufen, so können Sie sich dort eine Hilfe anzeigen lassen. Diese verweist auf eine Internetadresse, über die Sie direkt die nötige App im Google-Play-Store oder bei Apple iTunes ansteuern können. Die Adresse haben wir in den weiterführenden Links hinterlegt. Dort ist auch die Anwendung PC Auto Save zu finden, mit der sich die Bilder ins Heimnetzwerk auf einen PC übertragen lassen. Das soll in diesem Fototipp aber nicht das Thema sein.

  • Bild Zur Herstellung der Verbindung müssen gleichzeitig sowohl in der App als auch im Kameramenü die entsprechende Option gewählt werden. Wer die WLAN-Funktion oft benötigt, kann sie sich auf eine Funktionstaste legen. [Foto: MediaNord]

    Zur Herstellung der Verbindung müssen gleichzeitig sowohl in der App als auch im Kameramenü die entsprechende Option gewählt werden. Wer die WLAN-Funktion oft benötigt, kann sie sich auf eine Funktionstaste legen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Fujifilm Camera Remote App erlaubt vier Modi: Fernsteuerung, die Bildübertragung mit Bildauswahl über die Kamera, eine Bildübertragung mit Auswahl über die App sowie einen Geotagging-Modus. [Foto: MediaNord]

    Die Fujifilm Camera Remote App erlaubt vier Modi: Fernsteuerung, die Bildübertragung mit Bildauswahl über die Kamera, eine Bildübertragung mit Auswahl über die App sowie einen Geotagging-Modus. [Foto: MediaNord]

  • Bild Im Fernsteuerungsmodus gibt es nicht nur eine Livebildübertragung, sondern es kann auch per Fingertipper fokussiert werden. Zudem erlaubt die App einige grundlegende Aufnahmeeinstellungen, wie etwa den Weißabgleich oder die ISO-Empfindlichkeit. [Foto: MediaNord]

    Im Fernsteuerungsmodus gibt es nicht nur eine Livebildübertragung, sondern es kann auch per Fingertipper fokussiert werden. Zudem erlaubt die App einige grundlegende Aufnahmeeinstellungen, wie etwa den Weißabgleich oder die ISO-Empfindlichkeit. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Bilder können wahlweise in der Kamera einzeln ausgewählt und übertragen werden, die App zeigt dies dann als Stapel an. [Foto: MediaNord]

    Die Bilder können wahlweise in der Kamera einzeln ausgewählt und übertragen werden, die App zeigt dies dann als Stapel an. [Foto: MediaNord]

  • Bild Oder man wählt mehrere Bilder zur Übertragung in der App aus, diese werden dann in einem Rutsch übertragen. [Foto: MediaNord]

    Oder man wählt mehrere Bilder zur Übertragung in der App aus, diese werden dann in einem Rutsch übertragen. [Foto: MediaNord]

Bevor Sie die Kamera mit dem Smartphone verbinden, sollten Sie ins Setup-Menü wechseln, bei der X-T10 ins Setupmenü 2 (Schraubenschlüssel mit einer 2 dahinter) und "Verbindungs-Einstellung" auswählen. Unter Funkeinstellungen finden Sie die Möglichkeit, die Bilder zur Übertragung verkleinern zu lassen oder aber nicht. Standardmäßig ist hier die Verkleinerung auf drei Megapixel aktiv, was den Datentransfer beschleunigt und für die Veröffentlichung im Internet ausreichen sollte. Benötigen Sie hingegen die volle Auflösung beispielsweise zur Weiterverarbeitung oder Ausschnittsvergrößerung, sollten Sie die Bilder in voller Auflösung übertragen, was je nach Bild bei der X-T10 (16 Megapixel) etwa die zehnfache Datenmenge bedeutet. Über die Konfiguration der Funktionstasten haben Sie übrigens die Möglichkeit, die WLAN-Funktion, die bei der X-T10 im Aufnahmemenü 5 unter "Drahtlos-Komm." zu finden ist, auf eine Funktionstaste zu legen.

Die Verbindung zwischen Kamera und Smartphone kann recht einfach hergestellt werden. Hierfür wählen Sie einfach den eben genannten Menüpunkt im Aufnahmemenü der Kamera aus oder drücken die entsprechende Funktionstaste. Die Kamera wartet nun auf die Verbindung mit dem Smartphone. Hier brauchen Sie lediglich die App zu starten und auf Verbindung zu tippen. Nach kurzer Zeit haben Smartphone und Kamera sich gefunden und verbinden sich, was an der Kamera noch bestätigt werden muss. Das funktioniert also ohne NFC, ohne Passworteingabe und ohne Scannen eines QR-Codes. Ausprobiert haben wir das Ganze mit dem Blackberry Priv unter Android 5.1.1.

Steht die Verbindung, so erscheint ein Auswahlbildschirm mit vier Optionen. Bevor Sie den Punkt Fernbedienung aufrufen, sollten Sie sich entscheiden, ob Sie in der Programmautomatik, einer Halbautomatik oder dem manuellen Modus belichten wollen, denn dies muss vorher an der Kamera gewählt werden, denn sie App erlaubt hier keine Veränderung. Nach der Verbindung erscheint im oberen Teil der App das Livebild, hier können Sie per Fingertipper den Fokuspunkt wählen. Im unteren Teil können Sie einige Aufnahmeeinstellungen ändern. Je nach Aufnahmemodus sind dies Belichtungszeit, Blende, Belichtungskorrektur, ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, Blitzmodus, Selbstauslöser und Filmsimulationsmodus. Außerdem können Sie hier auf die Videofunktion umschalten. Das Livebild erscheint mit einer minimalen Verzögerung und bietet sogar eine Belichtungsvorschau, allerdings ohne Histogramm. Die aufgenommenen Bilder landen auf der Speicherkarte der Kamera und nicht automatisch im Smartphone.

Vom Livebildmodus kann direkt in den Wiedergabemodus gewechselt werden, dies entsprich dem Eintrag links unten von den vier Modi auf dem Auswahlbildschirm der App. In diesem Modus werden kleine Bilder aller auf der Speicherkarte befindlichen Fotos in der App angezeigt und Sie können anwählen, welche der Fotos übertragen werden sollen. Hierbei werden sowohl der freie interne Speicher als auch die zu übertragende Datenmenge angezeigt. Eine andere Funktion der App zur Bildübertragung findet sich oben rechts auf dem Auswahlbildschirm. Sie wechselt in den Wiedergabemodus auf der Kamera. Hier können Sie beim Durchblättern einzelne Bilder direkt auf das Smartphone übertragen. Die Fotos landen übrigens auf dem internen Speicher des Smartphones im Unterverzeichnis "Photo Receiver" im Verzeichnis "fujifilm". Auf die Fotos können Sie mit jeder anderen App zugreifen, um sie weiterzuverarbeiten oder ins Internet zu stellen.

  • Bild Noch vor der Verbindung zur Kamera sollte für das Geotagging nicht nur die Standortbestimmung in den Smartphone-Optionen aktiviert werden, sondern auch die Dauer des Geotaggings in der Fujifilm Camera Remote App voreingestellt werden. [Foto: MediaNord]

    Noch vor der Verbindung zur Kamera sollte für das Geotagging nicht nur die Standortbestimmung in den Smartphone-Optionen aktiviert werden, sondern auch die Dauer des Geotaggings in der Fujifilm Camera Remote App voreingestellt werden. [Foto: MediaNord]

  • Bild Im Geotagging-Modus bleibt die App permanent für eine voreinstellbare Zeit mit der Kamera verbunden und überträgt ständig die Positionsdaten. [Foto: MediaNord]

    Im Geotagging-Modus bleibt die App permanent für eine voreinstellbare Zeit mit der Kamera verbunden und überträgt ständig die Positionsdaten. [Foto: MediaNord]

  • Bild Wie zu sehen ist, werden die Positionsdaten direkt bei der Aufnahme ins Bild geschrieben. [Foto: MediaNord]

    Wie zu sehen ist, werden die Positionsdaten direkt bei der Aufnahme ins Bild geschrieben. [Foto: MediaNord]

Fujifilm baut, wie viele andere Hersteller, weder ein GPS in die Kamera ein noch gibt es einen Anschluss für ein Zubehör-GPS. Stattdessen setzt Fujifilm auf die App "Fujifilm Camera Remote". Ein Smartphone kann ohnehin mit Hilfe von dem klassischen amerikanischen GPS-Satellitensystem, Informationen der erreichbaren Funkzellen und WLANs, anderen Satellitensystemen wie GLONASS, dem japanischen und vielleicht irgendwann einmal auch dem europäischem sowie unterstützenden Informationen aus dem Internet über die aktuellen Satellitenpositionen viel schneller und genauer die Position feststellen als ein einfaches Kamera-GPS. Bevor Sie aber das Smartphone als GPS verwenden, sollten Sie einerseits in den Einstellungen des Smartphones die Standortbestimmung aktivieren und andererseits nach dem Start der App "Fujifilm Camera Remote" noch vor der Verbindungsherstellung zur Kamera unten Links das Einstellungsmenü aufrufen. Dort finden Sie eine Option "Standby". Dies ist vor allem für die Geotagging-Funktion wichtig, da Sie hier auswählen, wie lange das Geotagging aktiv sein soll. Eine Zeit nicht länger als benötigt schont dabei den Akku.

Wählen Sie nach der Verbindungsherstellung mit der Kamera den Punkt Geotagging aus, so wird die voreingestellte Zeit lang ständig die aktuelle Position an die Kamera übertragen. Diese speichert die Koordinaten fortan direkt bei der Aufnahme in den Metadaten (EXIF) des jeweiligen Fotos. Im Livebild ist ein entsprechendes Symbol in Weiß zu sehen. Es blinkt rot, wenn Probleme mit der Verbindung oder Standortbestimmung auftreten. Es ist auch kein Problem, die Kamera zwischendurch auszuschalten, nach dem Wiedereinschalten sollte sie sich wieder automatisch verbinden beziehungsweise sie hält die Verbindung auch im ausgeschalteten Zustand. Die Positionsdaten sind übrigens direkt bei der Wiedergabe solcher Fotos auf dem Kamerabildschirm zu sehen.


Weiterführende Links

Artikel-Vorschläge der Redaktion

Kaufberatung: Worauf Sie beim Stativkauf achten sollten

In diesem Fototipp zeigen wir, worauf Sie beim Stativkauf achten sollten, um keine bösen Überraschungen zu erleben. mehr…

Vor- und Nachteile von Sensor- und Objektiv-Bildstabilisatoren

Sensor- und Objektiv-Bildstabilisatoren sind sehr effektiv, bieten aber je nach Brennweite Vor- und Nachteile. mehr…

Kaufberatung: Welche Speicherkarte ist die richtige für meine Kamera?

Wir erklären, welcher Speicherkartenstandard und welche Geschwindigkeitsklasse je nach Anwendung gebraucht wird. mehr…

Mit Sun Surveyor für iOS und Android Outdoorshootings planen

Sun Surveyor hilft dem Fotografen und dem Filmer, Outdoorshootings besser auf Sonnen- und Mondlauf abzustimmen. mehr…

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.

Seminare & Reisen

Kategorie
Anbieter
Titel,Ort und Kurzinfo

Artikel mit Tipp-Charakter

Hier stellen wir für unsere Leser einige Hintergrund-Artikel mit Tipp-Charakter zusammen.

Zusammenfassung

Die neue App von Fujifilm beherrscht nicht mehr nur die Bildübertragung, sondern auch Geotagging und Fernsteuerung. Die Verbindung kann trotz fehlenden NFCs ohne Passworteingabe hergestellt werden. Dann lassen sich Bilder wahlweise mit der Auswahl über die Kamera oder aber die App übertragen. Die Geotagging-Funktion zapft das GPS des Smartphones an und sendet die Positionsdaten permanent für eine Ausgewählte Dauer an die Kamera. Die Fernsteuerung wiederum zeigt ein Livebild, bietet einen Touchautofokus und die Einstellung einiger Aufnahmefunktionen.