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Spiegelloses Systemkamera-Flaggschiff


Testbericht: Olympus OM-D E-M1 Mark II


2016-11-08Auf der Photokina 2016 präsentierte Olympus mit der OM-D E-M1 Mark II nicht ohne Stolz sein neues Micro-Four-Thirds-Flaggschiff, das beeindruckende Leistungen verspricht. So sitzen auf dem Sensor 121 Phasen-Autofokus-Sensoren, erstmals in der digitalen Kamerawelt handelt es sich um Kreuzsensoren. Die Serienbildrate soll 18 Bilder pro Sekunde mit AF-C oder 60 Bilder pro Sekunde mit AF-S betragen; bei voller Auflösung von 20 Megapixeln versteht sich. Dass das neue Flaggschiff als erste Olympus 4K-Videos beherrscht, gerät dabei fast zur Nebensache. Die Markteinführung findet zwar erst Anfang Dezember statt, aber wir konnten bereits ein erstes Serienmodell testen.  (Benjamin Kirchheim)

Steckbrief
HerstellerOlympus
ModellOM-D E-M1 Mark II
SensorCMOS 4/3" 17,3 x 13,0 mm (Cropfaktor 2,0)
21,8 Megapixel (physikalisch)
20,4 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,3 µm
Auflösung (max.)10.368 x 7.776 (4:3)
Video (max.)4.096 x 2.160 24p
ObjektivOlympus 12-40 mm 2.8 ED (EZ-M1240) (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 2.360.000 Bildpunkte Auflösung, 1,48-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,74-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
Monitor3,0" (7,5 cm)
  Auflösung1.037.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbarja
  schwenkbarja
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Motivprogramme23
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionja, Stich-Panorama-Assistent (zum extern zusammenfügen)
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (324 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitzmitgelieferter Aufsteckblitz
  Synchronzeit1/320 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Olympus/Panasonic (auch Leica-Kompaktkamera), Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, Smartphone als GPS-Logger
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
  Slot 2
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 200-6.400
  manuellISO 64-25.600
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder121 Kreuzsensoren
800 Kontrastsensoren
  Geschwindigkeit0,08 s bis 0,11 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen134 x 90 x 69 mm
Gewicht (betriebsbereit)578 g (nur Gehäuse)
960 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit440 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

Kurzbewertung

  • Sehr hochwertig verarbeitetes, ergonomisches Gehäuse
  • Hervorragender mechanischer Bildstabilisator für Fotos und Videos
  • Sehr gute Bildqualität bei Fotos (bis ISO 3.200) und 4K-Videos
  • Äußerst großer Funktionsumfang
  • Auslöser etwas schwammig
  • Die höchsten Serienbildraten gibt es nur mit elektronischem Verschluss
  • Nur einer der beiden Speicherkartenslots ist UHS-II-kompatibel
  • Durch die hohe Funktionsvielfalt Einarbeitung bei Bedienung und vor allem Menüs erforderlich

Ergonomie und Verarbeitung

Knapp drei Jahre ist es her, seit wir die E-M1 getestet haben. Die Zeit hat Olympus für viele sinnvolle Weiterentwicklungen genutzt, um die Mark II nicht nur auf den aktuellen technischen Stand zu bringen, sondern neue Maßstäbe zu setzen. Das Gehäuse selbst wurde sanft überarbeitet. Die Verwandtschaft zur E-M1 sieht man der Mark II sofort an, doch in den Details hat sich so einiges geändert. Die Grifftiefe der recht kompakten spiegellosen Systemkamera ist vor allem im unteren Bereich etwas gewachsen, was großen europäischen Männerhänden entgegenkommt. Der Griff ist großzügig mit Gummi beklebt, der Mittelfinger gräbt sich geradezu unter der angenehmen Kerbe ein, so dass die Kamera sogar mit schwerem Objektiv, wobei das selbst im MFT-System relativ leicht ist, nicht aus der Hand rutschen kann. Der kleine Finger findet dennoch nur leidlich Platz am Griff. Wer es wuchtiger mag, greift zum neuen Multifunktionsgriff, der nicht nur die Akkulaufzeit verdoppelt und der Kamera einen Netzteilanschluss sowie weitere Bedienelemente spendiert, sondern auch für mehr Griffhöhe und einen Hochformatauslöser sorgt. Man kann die E-M1 Mark II also in klein, unauffällig und handlich bekommen oder in groß, dominant, besonders griffig und schwer.

Bild Die Olympus OM-D E-M1 Mark II besitzt ein robustes Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung, das gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet ist. Auch Frost bis -10 Grad Celsius hindert die Technik nicht an der Funktion. [Foto: MediaNord]

Die Olympus OM-D E-M1 Mark II besitzt ein robustes Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung, das gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet ist. Auch Frost bis -10 Grad Celsius hindert die Technik nicht an der Funktion. [Foto: MediaNord]

Bild Trotz ihrer kompakten Abmessungen bietet die Olympus OM-D E-M1 Mark II sehr viele Bedienelemente. [Foto: MediaNord]

Trotz ihrer kompakten Abmessungen bietet die Olympus OM-D E-M1 Mark II sehr viele Bedienelemente. [Foto: MediaNord]

Bild Das Menü der Olympus OM-D E-M1 Mark II wurde leicht überarbeitet, was insbesondere beim Zahnradmenü zu einer etwas besseren Übersichtlichkeit führt. [Foto: MediaNord]

Das Menü der Olympus OM-D E-M1 Mark II wurde leicht überarbeitet, was insbesondere beim Zahnradmenü zu einer etwas besseren Übersichtlichkeit führt. [Foto: MediaNord]

Apropos Gewicht: Dieses ist betriebsbereit um satte 70 Gramm gestiegen, das Gehäuse bringt es nun auf fast 580 Gramm. Für eine DSLM ist das gar nicht so leicht. Aber dafür ist das Gehäuse äußerst robust gebaut. Es besteht aus einer widerstandsfähigen Magnesiumlegierung und ist gegen Umwelteinflüsse abgedichtet. Mancher Fotograf wäscht die Kamera (natürlich nur mit entsprechend gedichtetem Objektiv) sogar unter fließendem Wasser sauber, falls es erforderlich ist. Untertauchen sollte man sie indes nicht. Auch Staub kann nicht ins Innere dringen und die Kamera ist samt Akku bis -10 °C frostsicher. Aber wo kommt das Mehrgewicht her? Einerseits verbaut Olympus (endlich) einen Doppel-SD-Kartenslot. Beide Slots sind zu SDHC und SDXC kompatibel, aber nur Slot 1 unterstützt den UHS-II-Standard und bietet somit deutlich höhere Schreibraten (wir maßen bis zu 170 Megabyte pro Sekunde). Wer das Potential der Kamera ausnutzen möchte, sollte sich definitiv eine große, schnelle SDXC UHS II Karte zulegen, es lohnt sich!

Ein anderer Teil des Mehrgewichts fällt auf den 40 Prozent größeren Akku. Dieser besitzt nun deutlich mehr Intelligenz, so gibt es etwa eine prozentgenaue Akkustandanzeige, wie man es aus dem Smartphonesektor oder auch von vielen Sony-Kameras längst gewohnt ist. Doch der Akku kann noch mehr: In ihm wird gespeichert, wie viele Bilder bereits damit aufgenommen wurden und in welchem Zustand er ist. So kann der Fotograf nach einem Blick ins Kameramenü erkennen, wann er für Ersatz sorgen sollte. Da die Informationen im Akku und nicht in der Kamera gespeichert werden, kann der Akku auch mit mehreren Kameras eingesetzt werden. Zum alten E-M1- und E-M5-Akku ist der neue jedoch nicht kompatibel. Der 73 Gramm schwere Akku bringt es immerhin auf 12,8 Wh, was für 440 Aufnahmen nach CIPA-Standard reicht. In der Praxis konnten wir diesen Wert problemlos deutlich toppen, insbesondere bei Serienbildern sind erheblich mehr Aufnahmen möglich. Wem das nicht reicht, der kann die Bilderanzahl mit Hilfe des Multifunktionsgriffs verdoppeln.

Auch bei den Schnittstellen lässt sich Olympus nicht lumpen. So wird USB 3 unterstützt, wobei der moderne Typ C Stecker zum Einsatz kommt, der sich in beiden Richtungen einstecken lässt. Der HDMI-Anschluss ist als Micro-Version (Typ D) ausgeführt. Des Weiteren gibt es einen Kopfhörerausgang sowie einen Stereo-Mikrofoneingang, jeweils als 3,5 mm Klinke. Auch ein Blitzsynchronanschluss ist vorhanden und ein TTL-Systemblitzschuh mit ISO-Kompatibilität für Mittenkontaktblitze sowieso. Der Multifunktionsanschluss ist hingegen entfallen, womit er nur noch in der Pen-Serie als Sucheranschluss zum Einsatz kommt. Anderes Zubehör wie der Mikrofonanschlussadapter sowie der Drahtlosadapter sind ohnehin nicht mehr nötig, beides ist wie auch der Sucher fest in der OM-D E-M1 Mark II eingebaut. Dass das Metallstativgewinde in der optischen Achse sitzt, ist in dieser Klasse schon eine Selbstverständlichkeit. Auch ein Fernauslöseanschluss (2,5 mm Klinke) fehlt nicht.

Die Bedienung gestaltet sich denkbar gut, auch wenn man sich aufgrund der vielen Tasten, die sich teilweise umfangreich programmieren lassen, gut einarbeiten muss. Der Auslöser besitzt eher schwammige als knackige Druckpunkte. Die Meinungen darüber, was besser sei, gehen weit auseinander. Bis zum ersten Punkt lässt sich der Auslöser recht leicht drücken, darüber nimmt die Federspannung deutlich zu, so dass man recht gut den Auslöser halbgedrückt halten kann, was für einige Funktionen unbedingt erforderlich ist, etwa Pro Capture (dazu später mehr). Insbesondere die Arbeit mit elektronischem Verschluss ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig, da es weder ein akustisches, noch ein haptisches Auslösefeedback gibt. Irgendwann ist der Auslöseknopf halt am Anschlag und lässt sich nicht weiter drücken. Sehr praktisch ist die Schnellumschaltung der Belegung der beiden Einstellräder. Ein klassisches Programmwählrad besitzt die E-M1 Mark II übrigens auch; es lässt sich sogar verriegeln. Ein separates Belichtungskorrekturrad wie an der Pen-F gibt es zwar nicht, die Belichtungskorrektur steht aber wie die ISO-Automatik auch im manuellen Modus zur Verfügung.

Bild Die Olympus OM-D E-M1 Mark II besitzt einen insbesondere im unteren Bereich ausgeprägteren Handgriff als das Vorgängermodell. [Foto: MediaNord]

Die Olympus OM-D E-M1 Mark II besitzt einen insbesondere im unteren Bereich ausgeprägteren Handgriff als das Vorgängermodell. [Foto: MediaNord]

Bild Die Olympus OM-D E-M1 Mark II bietet viele Schnittstellen: USB 3.0 (Typ C), Micro-HDMI, Kopfhörer und Mikrofon (jeweils 3,5 mm Klinke) sowie (auf der anderen Gehäuseseite) einen Fernauslöseanschluss (2,5 mm Klinke). [Foto: MediaNord]

Die Olympus OM-D E-M1 Mark II bietet viele Schnittstellen: USB 3.0 (Typ C), Micro-HDMI, Kopfhörer und Mikrofon (jeweils 3,5 mm Klinke) sowie (auf der anderen Gehäuseseite) einen Fernauslöseanschluss (2,5 mm Klinke). [Foto: MediaNord]

Der Sucher funktioniert wie beim Vorgängermodell einwandfrei und besitzt dieselben technischen Eckwerte wie etwa die im Vergleich zum Kleinbild 0,74-fache Vergrößerung oder die Auflösung von 2,36 Millionen Bildpunkten. Jedoch ist der Sucher nochmals schneller geworden und die Verzögerung wurde weiter reduziert. Beim Bildschirm hingegen gibt es eine entscheidende Änderung, die wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. So ist der 7,5 Zentimeter große Monitor nun seitlich schwenk- und um 270 Grad drehbar. Für Hochformataufnahmen und Selfies ist das wunderbar, wer hingegen gerne den Monitor nur mal schnell nach oben oder unten klappen will, muss ihn nun nicht nur deutlich mehr verrenken und ein wenig Fingerakrobatik üben, sondern findet ihn nun neben der Kamera statt dahinter. Apropos Fingerakrobatik: Es handelt sich um einen Touchscreen, der auch bei der Verwendung des Suchers als AF-Touchpad aktiv bleibt. Wer mit dem linken Auge durch den Sucher blickt, wird sich schnell daran stören, verschiebt doch die Nase ungewollt den AF-Punkt. Zum Glück lässt sich die Touchpadfunktion wie auch die gesamte Touchfähigkeit abstellen; oder man klappt den Bildschirm einfach verkehrt herum an die Kamera, was ihn sogar vor Kratzern schützt. Strom spart das nebenbei auch, sofern der Näherungssensor am Sucher aktiviert bleibt, dann schaltet sich dieser nämlich nur bei Bedarf ein.

Leicht überarbeitet hat Olympus das Zahnradmenü. Dieses ist zwar noch umfangreicher geworden, besitzt nun aber eine übersichtlichere Zwischenmenüebene mit Buchstaben und Zahlen. In diesem Menü gibt es fast nichts, was man an der Kamera nicht einstellen kann. Bis hin zur Justage der Belichtung oder etwa der elektronischen Wasserwaage, die sich genauso wie zahlreiche Gittermuster und ein Livehistogramm im Sucher beziehungsweise auf dem Bildschirm einblenden lassen. Auch ob man eine Belichtungsvorschau wünscht oder nicht, lässt sich einstellen.

Ausstattung

Das Programmwählrad der E-M1 Mark II wird dominiert von den Kreativmodi P, A, S und M sowie den drei Benutzerspeichern. Dennoch bietet die Mark II eine intelligente Automatik, so dass die Kamera auf Wunsch vollkommen automatisch arbeitet, etwa für einen Schnappschuss zwischendurch oder wenn mal jemand damit fotografiert, der sich mit der Technik nicht so auskennt. Ihr volles Potential entfaltet die Kamera indes nur, wenn man sich mit ihr auseinandersetzt. Wer weniger technisch kreativ werden möchte, kann auf die vielen Art-Filter zurückgreifen, die sich auf Wunsch übrigens auch als Bildstil in einem Kreativprogramm aktivieren lassen. Eine manuelle Belichtung und ein Art-Filter schließen sich somit nicht gegenseitig aus. Auch HDR-Bilder erstellt die OM-D auf Wunsch automatisch, wer es lieber selbst macht, kann auf eine ausgereifte Belichtungsreihenfunktion zurückgreifen. Diese beschränkt sich übrigens nicht nur auf die Belichtung, sondern auch Fokus-Reihenaufnahmen und sogar Fokus-Stacking direkt in der Kamera sind möglich. In einem Fototipp (siehe weiterführende Links) gehen wir genauer darauf ein. Auch eine weitere, interessante Funktion möchten wir hier nicht breittreten, verweisen aber auf unseren Fototipp zum Thema Live-Bulb und Live-Composite, denn beides beherrscht die Mark II selbstverständlich.

Völlig neu entwickelt hat Olympus den Bildsensor, und wie man hört, war die Medizin-Abteilung, die den Löwenanteil im Konzern ausmacht und wo Olympus Weltmarktführer ist, maßgeblich daran beteiligt, da man auch im Medizinbereich leistungsfähige Bildsensoren braucht, die aber wiederum nicht zu groß ausfallen dürfen. Der Micro-Four-Thirds-Formfaktor ist auch dort ein guter Kompromiss. Olympus baut die Sensoren zwar nicht selbst, sondern lässt sie fertigen, aber der Entwurf beziehungsweise die Spezifikationen stammen von Olympus. Dass es sich um den ersten Bildsensor mit integrierten Kreuz-Phasen-AF-Sensoren handelt, unterstreicht diese Tatsache. Wir konnten diesen Autofokus wie auch die leistungsfähige Serienbildfunktion anhand mehrerer Motive testen: unter anderem mit auf uns zu und an uns vorbeifliegende Greifvögel oder etwa einer Rinderherde sowie galoppierenden Pferden. Tatsächlich erwiesen sich eher die Fähigkeiten des Fotografen, das Motiv im Bildausschnitt zu behalten als die größte Gefahr für unbrauchbare Fotos. Der Autofokus hingegen saß, wenn ein Motiv im Bild war und er Gelegenheit hatte, es zu erfassen. Der Autofokus ist wirklich fix und nochmal ein gutes Stück schneller als im Vorgängermodell, das auch schon über einen Phasen-Autofokus verfügte. Fotografen, die alte Four-Thirds-Objektive adaptieren, profitieren ebenfalls deutlich von dem nochmals schnelleren Autofokus. Unsere Labormessung bestätigt dies; wir konnten bei der Olympus tatsächlich einen rasanten Autofokus messen: Inklusive 0,02 Sekunden Auslöseverzögerung war das Bild nur 0,08 Sekunden nach dem Drücken des Auslösers tatsächlich im Kasten. Übrigens gibt es im Menü neue Optionen zur Autofokus-Steuerung, die etwa die Reaktionsgeschwindigkeit einstellen, denn nicht immer soll der AF auf ein neu ins Bild kommendes Motivdetail scharfstellen.

Bild Einen Vogel im Flug zu fokussieren, ist für die Olympus OM-D E-M1 Mark II kein Problem. [Foto: MediaNord]

Einen Vogel im Flug zu fokussieren, ist für die Olympus OM-D E-M1 Mark II kein Problem. [Foto: MediaNord]

Bild Auch im schnellen Vorbeiflug erfasste der Autofokus der Olympus OM-D E-M1 Mark II trotz unruhigen Hintergrunds unweit des Motivs den Vogel einwandfrei. [Foto: MediaNord]

Auch im schnellen Vorbeiflug erfasste der Autofokus der Olympus OM-D E-M1 Mark II trotz unruhigen Hintergrunds unweit des Motivs den Vogel einwandfrei. [Foto: MediaNord]

Bild Selbst ein schnell auf die Kamera zufliegender Vogel war kein Problem für den Autofokus der Olympus OM-D E-M1 Mark II. [Foto: MediaNord]

Selbst ein schnell auf die Kamera zufliegender Vogel war kein Problem für den Autofokus der Olympus OM-D E-M1 Mark II. [Foto: MediaNord]

Bild Der Pro-Capture-Modus der Olympus OM-D E-M1 Mark II nimmt bereits vor dem Auslösen 14 Bilder auf, so dass man den richtigen Moment nicht mehr verpasst. Ausgelöst wurde erst, als der Pfeil längst im Strohballen links vom Wasserballon steckte. [Foto: MediaNord]

Der Pro-Capture-Modus der Olympus OM-D E-M1 Mark II nimmt bereits vor dem Auslösen 14 Bilder auf, so dass man den richtigen Moment nicht mehr verpasst. Ausgelöst wurde erst, als der Pfeil längst im Strohballen links vom Wasserballon steckte. [Foto: MediaNord]

Bild 60 Bilder pro Sekunde kann die Olympus OM-D E-M1 Mark II bei voller Auflösung von 20 Megapixeln aufnehmen. Dank Pro Capture werden zudem bereits vor dem Auslösen 14 Bilder gespeichert, wodurch man das perfekte Bild nicht mehr verpasst. [Foto: MediaNord]

60 Bilder pro Sekunde kann die Olympus OM-D E-M1 Mark II bei voller Auflösung von 20 Megapixeln aufnehmen. Dank Pro Capture werden zudem bereits vor dem Auslösen 14 Bilder gespeichert, wodurch man das perfekte Bild nicht mehr verpasst. [Foto: MediaNord]

Doch man kann sogar schon Bilder aufnehmen, bevor man den Auslöser durchdrückt. Olympus nennt das Pro Capture. Sobald man den Auslöser halb drückt, wird der Puffer ständig mit neuen Bildern gefüllt, die letzten 14 verbleiben im Puffer (die Funktion deaktiviert sich nach 60 Sekunden automatisch, man sollte also nicht zu lange mit dem Auslösen warten). Drückt man nun den Auslöser, so werden diese Bilder inklusive der folgenden gespeichert, solange man den Auslöser festhält und die Serienbildfunktion noch mitkommt (irgendwann ist der Puffer voll, weil die Speicherkarte nicht ganz hinterherkommt). Mit dieser Funktion gelingt es problemlos, den richtigen Moment einzufangen. Die Serienbildrate erreicht nämlich bis zu 60 Bilder pro Sekunde bei höchster Auflösung! Allerdings gibt es zwei Einschränkungen: Der Autofokus wird bei dieser hohen Serienbildrate nicht mehr nachgeführt und der Verschluss arbeitet elektronisch, was bei sehr schnell bewegten Motiven zu Bildverzerrungen führen kann (die Sensorauslesung dauert 1/60 Sekunde). Schaltet man die Serienbildgeschwindigkeit auf 18 Bilder pro Sekunde herunter, so kann die E-M1 Mark II den Autofokus nachführen, was wie bereits erwähnt hervorragend funktioniert. Mit mechanischem Verschluss sind hingegen maximal 15 (mit AF-S) beziehungsweise zehn Serienbilder pro Sekunde (mit AF-C) möglich. Des Weiteren gilt: Je langsamer die Serienbildrate, desto längere Serien sind möglich. Bei 60 Bildern pro Sekunde reicht der Puffer nur für 48 Fotos im Raw-Format, bei zehn Serienbildern pro Sekunde sind dreimal so viele Aufnahmen am Stück möglich. Auf die Speicherkarte schreibt die Olympus übrigens problemlos 8,5 Raw-Bilder (knapp über 20 MByte pro Stück) pro Sekunde, das entspricht etwas über 170 Megabyte pro Sekunde – ein hervorragender Wert! In JPEG reicht der Puffer noch länger, wobei dies vom Motiv und der Kompression abhängt.

Neben der Serienbildfunktion hat Olympus aber auch die Videofunktion deutlich aufgewertet. Neben dem Videoaufnahmeknopf für spontane Aufnahmen in jedem Aufnahmeprogramm gibt es einen speziellen Videomodus, in dem weitreichendere Funktionen zur Verfügung stehen, etwa manuelle Einstellungen für die Belichtung. Maximal 30 Bilder pro Sekunde werden in 4K (3.840 x 2.160) erreicht, 24 Bilder pro Sekunde in Cinema-4K (4.096 x 2.160) und 60 Bilder pro Sekunde bei Full-HD (1.920 x 1.080). Mit Bitraten von 202 (Full-HD) bis 237 (4K) Mbit/s werden zudem sehr hohe Bildqualitäten möglich. Gespeichert wird mit H.264-Kompression im MOV-Format. Das ist etwas unglücklich, da nicht alle 4K-fähigen Geräte dieses Videoformat unterstützen. Etwa unser Panasonic-Fernseher aus dem Jahr 2015, der mit 4K-Material im MP4-Format mit H.264- oder sogar H.265-Kompression wunderbar klarkommt, nicht jedoch mit MOV-Filmen. Der Autofokus arbeitet dank der Phasen-Sensoren im Videomodus ebenfalls hervorragend. Wer möchte, kann auch den AF-S-Modus einstellen, womit die Videos noch ruhiger werden und der Fokus sich nur dann ändert, wenn man auf dem Touchscreen ein anderes Motivdetail antippt. So macht das Filmen auch mit Autofokus Spaß, denn der Fokus springt nur dann (beziehungsweise wird sanft geändert), wenn man es explizit wünscht. Dass die Olympus über ein internes Stereomikrofon sowie Anschlussmöglichkeiten für Mikrofon und Kopfhörer verfügt, der Tonpegel sich aussteuern lässt und der Timecode gespeichert wird, unterstreicht die Video-Ambitionen. Einzig eine Zebrafunktion vermissen wir. Immerhin lässt sich die Schwelle der normalen Über- und Unterbelichtungsanzeige anpassen.

Das eigentliche Highlight bei den Videos aber auch Fotos ist der integrierte Bildstabilisator. Er ermöglicht bis zu 5,5 Blendenstufen längere Belichtungszeiten, mit einem bildstabilisierten Olympus-Objektiv sogar bis zu 6,5 Blendenstufen. Belichtungszeiten von 1-2 Sekunden kann man, bei 35 Millimeter (KB) und größeren Weitwinkeln, problemlos aus der Hand halten. Auch mit Teleobjektiven ergeben sich enorme Vorteile. Die Leistungsfähigkeit des Bildstabilisators wird bei Videoaufnahmen noch beeindruckender deutlich. Es wirkt, als wäre die Kamera auf einem Steady-Cam-System montiert, dabei kann man sich aber im Gegensatz zu einem schweren, echten Steadycam-System viel flexibler und freier bewegen. Auch einen Crop gibt es durch den rein mechanisch arbeitenden Stabilisator nicht, selbst bei 4K-Videoaufnahmen wird die volle Sensorbreite genutzt. Die Bildhöhe und damit auch die Diagonale wird jedoch aufgrund des Beschnitts vom 4:3-Sensorformat auf das 16:9-Filmformat natürlich deutlich kleiner. Der Bildstabilisator ermöglicht Videografen jedenfalls eine völlig neue Arbeitsweise mit kleinem, leichtem, unauffälligem Equipment.

Wer gerne blitzt, ist mit der OM-D E-M1 Mark II ebenfalls gut bedient. Zwar besitzt sie kein integriertes Blitzgerät, aber ein winziger Dreh- und schwenkbarer Aufsteckblitz (FL-LM3) wird mitgeliefert, der sogar als Master in einem Drahtlos-Systemblitz-Setup wirken kann. Funktionen wie eine Highspeedsynchronisation, eine Blitzbelichtungskorrektur, eine Langzeitsynchronisation oder etwa das Blitzen am Ende der Belichtung beherrscht die OM-D ebenfalls. Die Blitzsynchronzeit liegt bei 1/250 (mit großen Systemblitzen) beziehungsweise 1/320 Sekunde (mit dem kleinen, mitgelieferten Aufsteckblitz). Mit lautlosem elektronischem Verschluss hingegen liegt die Blitzsynchronzeit bei 1/60 Sekunde. Besonders laut ist der mechanische Verschluss übrigens nicht, er klingt aber nicht so schön "analog" wie etwa bei der Pen-F.

Bild Der zur Bildstabilisierung beweglich gelagerten Bildsensor der Olympus OM-D E-M1 Mark II ermöglicht bis zu 5,5 Blendenstufen längere verwacklungsfreie Belichtungen. [Foto: MediaNord]

Der zur Bildstabilisierung beweglich gelagerten Bildsensor der Olympus OM-D E-M1 Mark II ermöglicht bis zu 5,5 Blendenstufen längere verwacklungsfreie Belichtungen. [Foto: MediaNord]

Bild Auf der Unterseite bietet die Olympus OM-D E-M1 Mark II einen Anschluss für einen Multifunktionsgriff, der Handling und Akkulaufzeit verbessert. [Foto: MediaNord]

Auf der Unterseite bietet die Olympus OM-D E-M1 Mark II einen Anschluss für einen Multifunktionsgriff, der Handling und Akkulaufzeit verbessert. [Foto: MediaNord]

Wenn die (Foto-)Aufnahme im Kasten beziehungsweise auf der Speicherkarte ist, sind die Möglichkeiten der E-M1 Mark II noch längst nicht erschöpft. Handelt es sich um Raw-Aufnahmen, so können diese bereits in der Kamera umfangreich entwickelt werden, inklusive Anwendung der Art-Filter. Auch JPEG-Aufnahmen lassen sich (in gwissen Grenzen) in der Kamera bearbeiten. Dank WLAN schickt die E-M1 Mark II Fotos zudem auf Wunsch drahtlos an Smartphones oder Tablets. Auf diesem Wege können zudem GPS-Daten in die Fotos gelangen, wenn sie vorher mittels der OI-Share-App aufgezeichnet wurden. Wer möchte, kann zudem die Kamera via WLAN fernsteuern, dafür gibt es sogar eine Software eines findigen Programmierers (siehe Fototipp in den weiterführenden Links). Von Olympus selbst gibt es ebenfalls eine Studiosoftware, die aber kabelgebunden arbeitet.

Bildqualität

Selbstverständlich musste die Olympus OM-D E-M1 Mark II auch in unserem Testlabor ihre Bildqualität unter Beweis stellen. Dabei kam das Objektiv 12-40mm F2.8 Pro zum Einsatz, mit dem die E-M1 Mark II im Set für knapp 2.600 Euro verkauft werden soll. Der Labortest, auf dem die folgenden Betrachtungen im Wesentlichen beruhen, ist wie immer gegen ein kleines Entgelt von 1,40 Euro mit all seinen Diagrammen und Erläuterungen dazu über die weiterführenden Links abrufbar. Mit dem Kauf wird übrigens unsere Arbeit an kostenlosen Inhalten wie diesen hier unterstützt. Wer sich für mehrere Labortests interessiert, etwa die Messergebnisse verschiedener Micro-Four-Thirds-Objektive zu betrachten, die wir fast alle getestet haben, fährt mit einer Flatrate besser. Diese wird für einen Monat (9,90 Euro) oder ein Jahr (29,90 Euro, umgerechnet 2,08 Euro monatlich) im Voraus bezahlt, dabei entstehen keinerlei Folgekosten.

Das 12-40 mm F2.8 gehört zu den besten Setobjektiven, die man bekommen kann. Das stellten wir in früheren Tests immer wieder fest, zuletzt an der OM-D E-M5 Mark II, wo es hervorragende Auflösungswerte lieferte. Tatsächlich hat die E-M1 Mark II Mühe, an diese hohen Auflösungswerte heranzukommen, obwohl ihr Bildsensor 20 statt 16 Megapixel auflöst. Das hat zwei Gründe: Einerseits hatten wir an der E-M5 Mark II wohl ein besonders gutes Exemplar des 12-40 erwischt, während es an der E-M1 Mark II ein mittelmäßiges Exemplar ist, das zudem nicht mehr fabrikneu, sondern schon sichtlich gebraucht war. Der andere Grund liegt darin, dass die Bildaufbereitung etwas zurückhaltender zur Sache geht, es gibt beispielsweise weniger Schärfeartefakte. Unterm Strich erreicht auch dieses 12-40 eine gute bis sehr gute Leistung. Die Auflösung übertrifft bei allen Brennweiten sowohl in der Bildmitte als auch am Bildrand spielend die Marke von 40 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm), im Bildzentrum sind im Weitwinkel und bei mittlerer Brennweite auch locker über 50 lp/mm drin. Das Objektiv leidet weder an einer ausgesprochenen Randschwäche wie viele andere, selbst hochwertige Standardzooms, noch muss man das 12-40 großartig abblenden, um eine hohe Auflösung zu erhalten. Ab F8 macht sich übrigens langsam die Beugung bemerkbar, schlägt aber erst bei Blenden jenseits von F11 deutlicher zu Buche. Verzeichnung, Randabdunklung und Farbsäume sind minimal bis nicht vorhanden. Hier spielt aber auch die digitale Korrektur teilweise eine Rolle, ohne aber beispielsweise für Randunschärfen zu sorgen.

Der neue 20-Megapixel-Sensor löst höher auf als noch das Vorgängermodell, das es nur auf 16 Megapixel brachte. Daher wäre es durchaus verständlich, wenn das Rauschen etwas stärker wäre. Doch Pustekuchen, trotz höherer Auflösung schlägt sich der neue Sensor sogar besser. Bei ISO 64, der neuen "ISO Low"-Einstellung der Mark II, beträgt der Signal-Rauschabstand knapp 45 dB, ein sehr guter Wert. Bis ISO 1.600 bleibt dieser Wert über der magischen Grenze von 35 dB. Das konnte die E-M1 auch, startete aber auf einem etwas geringeren Niveau und endete dafür bei den ganz hohen ISO-Empfindlichkeiten deutlich unter 30 dB, während die Mark II nur knapp unter 30 dB fällt bei ISO 12.800 und 25.600. Das Rauschen der Mark II ist feinkörnig, wobei Helligkeitsrauschen oberhalb von ISO 3.200 leicht sichtbar wird, während Farbrauschen praktisch keine Rolle spielt. Interessant wird es bei der Texturschärfe. Laut der Messung liefert die Mark II bis ISO 1.600 eine hervorragende Schärfe und bleibt bis ISO 6.400 noch akzeptabel. Das Vorgängermodell war noch bis ISO 800 hervorragend und bis ISO 3.200 akzeptabel, hier gibt es also einen deutlichen Fortschritt. Die Eingangsdynamik ist ebenfalls etwas besser. Höchstwerte werden bei ISO 200 und 400 mit über zwölf Blendenstufen erreicht, selbst bis ISO 3.200 sind es um die elf Blendenstufen.

Bild Der neue Micro-Four-Thirds-Sensor der Olympus OM-D E-M1 Mark II löst nun 20 Megapixel auf und unterstützt 4K-Videoaufnahmen. 121 integrierte Phasen-AF-Kreuzsensoren sorgen zudem für eine schnelle Fokussierung bei bis zu 18 Serienbildern pro Sekunde. [Foto: MediaNord]

Der neue Micro-Four-Thirds-Sensor der Olympus OM-D E-M1 Mark II löst nun 20 Megapixel auf und unterstützt 4K-Videoaufnahmen. 121 integrierte Phasen-AF-Kreuzsensoren sorgen zudem für eine schnelle Fokussierung bei bis zu 18 Serienbildern pro Sekunde. [Foto: MediaNord]

Bild Der nun 40 % größere Akku der Olympus OM-D E-M1 Mark II speichert viele wichtige Informationen zur Lebensdauer. Das Speicherkartenfach nimmt nun zwei SD-Karten auf, eines ist mit UHS-II-Kompatibilität bis zu 170 Megabyte/s schnell. [Foto: MediaNord]

Der nun 40 % größere Akku der Olympus OM-D E-M1 Mark II speichert viele wichtige Informationen zur Lebensdauer. Das Speicherkartenfach nimmt nun zwei SD-Karten auf, eines ist mit UHS-II-Kompatibilität bis zu 170 Megabyte/s schnell. [Foto: MediaNord]

Die Tonwertkurve verläuft mit Ausnahme von ISO 64 sehr stark angesteilt. Bei ISO 64 macht sich damit die Signaldämpfung gegenüber der Basisempfindlichkeit von ISO 200 bemerkbar. ISO 100 bietet die Mark II übrigens nicht. Der Ausgangs-Tonwertumfang bewegt sich bis ISO 400 auf Spitzenniveau von über 224 von 256 möglichen Helligkeitsabstufungen, bei ISO 800 sind es über 192 und bei ISO 1.600 noch gute über 128 Abstufungen. Die Farbtreue ist im Mittel ziemlich gut, wobei es keine ausgesprochen großen Ausreißer zu beklagen gibt. Die Olympus zeichnet Violett- und Rottöne zwar etwas gesättigter auf als in Echt, ohne aber dabei zu sehr zu übertreiben. Das unterstreicht einen natürlichen Farbeindruck, während die Bilder durch die Nachschärfung und vor allem die steile Tonwertkurve sehr knackig und kontrastreich wirken. Dies alles gilt selbstverständlich für die sehr gute JPEG-Engine der Kamera, wer gerne neutralere Kontraste möchte, kann beispielsweise die Tonwertkurve in der Kamera umfangreich anpassen oder auf das Rohdatenformat zurückgreifen. Die tatsächliche Farbtiefe ist insbesondere bei ISO 64 und 200 mit über acht Millionen Farben sehr hoch, bis ISO 800 mit deutlich über vier Millionen Farben sehr gut und bis ISO 6.400 mit über zwei Millionen Farben immer noch gut.

Fazit

Die Olympus OM-D E-M1 Mark II ist ein echter Kracher. Zwar kostet sie mit gut 2.000 Euro nicht gerade wenig, bietet dafür aber auch jede Menge Leistung, die teilweise ihresgleichen sucht, etwa bei den Serienbildern und erst Recht beim hervorragenden Bildstabilisator. Die spiegellose Systemkamera ist einwandfrei verarbeitet und bietet eine sehr gute Ergonomie mit dem ausgeprägten Griff und den vielen Bedienelementen. Die vielen Funktionen mit den dadurch umfangreichen Menüs brauchen indes einiges an Einarbeitung, das lässt sich bei einer solchen eierlegenden Wollmilchsau kaum vermeiden. Autofokus und Serienbilder arbeiten blitzschnell, die Videofunktion bietet ebenfalls eine hervorragende Qualität. Selbiges kann man von den Bildern behaupten. Bis ISO 1.600 liefert die Olympus eine sehr gute Bildqualität, bis ISO 3.200 eine gute und selbst bei ISO 6.400 sind die Bilder durchaus noch akzeptabel, rauschen nur schwach und zeigen noch viele Details.

Diesen Artikel im Original auf digitalkamera.de

http://www.digitalkamera.de/Testbericht/Testbericht_Olympus_OM-D_E-M1_Mark_II/10132.aspx

Weiterführende Links

    2013-11-21 Olympus OM-D E-M1 (Testbericht):
    http://www.digitalkamera.de/Testbericht/Olympus_OM-D_E-M1/8586.aspx

    2016-02-08 Olympus Live-Bulb/Time- und Live-Composite-Funktion erklärt (Fototipp):
    http://www.digitalkamera.de/Fototipp/Olympus_Live-Bulb_Time-_und_Live-Composite-Funktion_erklart/9816.aspx

    2015-11-30 Fotos nachträglich fokussieren (Fototipp):
    http://www.digitalkamera.de/Fototipp/Fotos_nachtraglich_fokussieren/9731.aspx

    2014-08-11 Olympus Kameras vom PC aus via WLAN fernsteuern mit Camera Control (Fototipp):
    http://www.digitalkamera.de/Fototipp/Olympus_Kameras_vom_PC_aus_via_WLAN_fernsteuern_mit_Camera_Control/9024.aspx

    2014-06-02 Firmwareupdates mit dem Olympus Digital Camera Updater (Fototipp):
    http://www.digitalkamera.de/Fototipp/Firmwareupdates_mit_dem_Olympus_Digital_Camera_Updater/8910.aspx

    2014-01-27 Olympus Kameras per App fernbedienen mit Olympus Image Share (Fototipp):
    http://www.digitalkamera.de/Fototipp/Olympus_Kameras_per_App_fernbedienen_mit_Olympus_Image_Share/8712.aspx

    Labortest Olympus OM-D E-M1 Mark II mit Olympus 12-40 mm 2.8 ED (EZ-M1240):
    http://www.digitalkamera.de/Labortest/Test.aspx?ContentId=10577

    Olympus OM-D E-M1 Mark II Datenblatt:
    http://www.digitalkamera.de/Kamera/Olympus/OM-D_E-M1_Mark_II.aspx