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Testbericht


Panasonic Lumix DMC-GX80


2016-08-16, aktualisiert 2016-09-05Mit der Lumix DMC-GX80 bietet Panasonic ein deutlich preisgünstigeres Schwestermodell zur GX8 an, das zwar in einigen Punkten abgespeckt wurde, sich aber technisch keineswegs zu verstecken braucht. So bietet die GX80 etwa einen 16-Megapixel-Sensor mit 5-Achsen-Bildstabilisierung, einen beweglichen Touchscreen, einen hoch auflösenden elektronischen Sucher und den schnellen DFD-Kontrastautofokus. Völlig neu ist gar der elektromagnetische Verschluss, der ohne Spannfedern auskommt und viel leiser und auch vibrationsärmer arbeitet. Grund genug, das Preis-Leistungs-Monster im Test genauer unter die Lupe zu nehmen.  (Benjamin Kirchheim)

Steckbrief
HerstellerPanasonic
ModellLumix DMC-GX80
SensorCMOS 4/3" 17,3 x 13,0 mm (Cropfaktor 2,0)
16,8 Megapixel (physikalisch)
16,0 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,7 µm
Auflösung (max.)4.592 x 3.448 (4:3)
Video (max.)3.840 x 2.160 25p
ObjektivPanasonic Lumix G Vario 12-32 mm 3.5-5.6 Asph. OIS (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 2.764.800 Bildpunkte Auflösung, 1,39-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,70-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 3,0 dpt)
Monitor3,0" (7,5 cm)
  Auflösung1.040.000 Bildpunkte
  kippbarja
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Motivprogramme24
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionja, Schwenkpanorama
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (1.728 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/4.000 s
Blitzeingebauter Blitz
  Synchronzeit1/160 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Olympus/Panasonic (auch Leica-Kompaktkamera), Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-25.600
  manuellISO 100-25.600
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder49 Kontrastsensoren
  Geschwindigkeit0,15 s bis 0,16 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen122 x 71 x 44 mm
Gewicht (betriebsbereit)430 g (nur Gehäuse)
495 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit290 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

Kurzbewertung

  • Gehäuse wirkt trotz Kunststoff hochwertig
  • Sensor-Shift-Bildstabilisator mit Hybridfunktion für Objektiv-Stabilisatoren
  • 4K-Videofunktion mit hoher Bildqualität
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 1.600, gute bis ISO 3.200
  • Hinteres Einstellrad wirkt billig und ist zu rutschig
  • Schwergängige Klappmechanik des Bildschirms
  • Sucher für Brillenträger wenig übersichtlich
  • Störgeräusche auf der Tonspur, kein externer Mikrofonanschluss

Ergonomie und Verarbeitung

Mit gut 430 Gramm betriebsbereitem Gewicht ist die Panasonic Lumix DMC-GX80 trotz ihrer kompakten Abmessungen wahrlich kein Leichtgewicht. Entsprechend robust wirkt das Gehäuse, obwohl es aus Kunststoff besteht. Die Verarbeitung ist sauber, nichts knarzt. Die GX80 ist im Stil einer Messsucherkamera gebaut, kommt also ohne ausladenden Handgriff und Blitz-Sucherbuckel aus. Dennoch besitzt sie einen Sucher, einen eingebauten Blitz und sogar einen kleinen Handgriff. Die großzügige Kunststoff-Belederung des Gehäuses sorgt für die nötige Griffigkeit. Das Programmwählrad, die beiden Einstellräder sowie die Knöpfe sind gut erreichbar. Zwar sitzt der Ein-Ausschalter ergonomisch günstig hinten unter dem Programmwählrad, jedoch passiert es mitunter, dass man dieses Rad beim Ein- oder Ausschalten versehentlich mitbetätigt. Auch bei der Bedienung des Programmwählrads, jedenfalls, wenn man nur den Daumen dafür verwendet, kann es schonmal passieren, dass man die Kamera versehentlich ausschaltet.

Bild Die Panasonic Lumix DMC-GX80 sieht der GX8 zwar recht ähnlich, besitzt aber ein kompakteres Gehäuse, das aus sehr gut verarbeitetem Kunststoff besteht. [Foto: MediaNord]

Die Panasonic Lumix DMC-GX80 sieht der GX8 zwar recht ähnlich, besitzt aber ein kompakteres Gehäuse, das aus sehr gut verarbeitetem Kunststoff besteht. [Foto: MediaNord]

Bild Auf der Rückseite besitzt die Panasonic Lumix DMC-GX80 einen 7,5 Zentimeter großen Touchscreen, der sich nach oben und unten klappen lässt, sowie einen elektronischen Sucher, der im Gegensatz zur GX8 nicht beweglich ist. [Foto: MediaNord]

Auf der Rückseite besitzt die Panasonic Lumix DMC-GX80 einen 7,5 Zentimeter großen Touchscreen, der sich nach oben und unten klappen lässt, sowie einen elektronischen Sucher, der im Gegensatz zur GX8 nicht beweglich ist. [Foto: MediaNord]

Das vordere Einstellrad umgibt den Auslöser und macht einen hochwertigen Eindruck. Das kann man vom hinteren Klick-Einstellrad leider nicht behaupten. Es dreht sich etwas schwer, ist zu glatt und fühlt sich billig an. Auch die Belegung der Räder ist nicht besonders flexibel. In den Programmen P, A und S (Programmautomatik, Zeitautomatik und Blendenautomatik) besitzen beide Räder unveränderbar dieselbe Funktion, nämlich Programmshift, Blendeneinstellung oder Zeitvorwahl. Im Menü lässt sich zwar die Belegung der Räder einstellen, wann diese wirkt, konnten wir jedoch nicht herausfinden. Drückt man jedenfalls das hintere Rad, so wird die Belichtungskorrektur aktiviert, die über das hintere Rad verstellt werden kann, während das vordere Rad dann die Blitzbelichtungskorrektur verstellt. Nachtrag vom 05.09.2016: Von Panasonic aus Japan bekamen wir jetzt die Info, wie man die Radbelegung umstellen kann. Hierfür muss in der Tastenbelegung der Radwechsel auf eine der Funktionstasten gelegt werden, um per Funktionstastendruck dann den Funktionswechsel zu aktivieren.

Die restlichen 13 Knöpfe sind vielleicht etwas klein geraten, lassen sich aber gut bedienen. Vier der Tasten kann man individuell belegen, auf dem Touchscreen befinden sich weitere, frei belegbare Funktionstasten, die aber erst eingeblendet werden müssen. Zusammen mit dem Quick-Menü lassen sich somit alle wesentlichen aufnahmerelevanten Funktionen ohne Umwege über das Menü bedienen. Das Menü selbst ist aufgrund teilweise langer Scrolllisten nicht unbedingt besonders übersichtlich, bietet aber viele Funktionen.

Der rückwärtige Touchscreen im 3:2-Format löst gut 1,04 Millionen Bildpunkte auf und lässt sich nach oben und unten klappen. Der Mechanismus könnte leichtgängiger sein. Auf jeden Fall gelingen dank der Beweglichkeit bodennahe Aufnahmen sowie solche über Köpfe hinweg problemlos. Der elektronische Sucher befindet hinten ganz links oben über dem Display. Der Näherungssensor sorgt auf Wunsch für eine automatische Aktivierung. Der Bildschirm bleibt dabei für die Wahl des Autofokuspunkts weiterhin berührungsempfindlich, was für Fotografen, die mit dem linken Auge durch den Sucher blicken, nicht unbedingt vorteilhaft ist, allzu leicht legt man mit der Nase ungewollt den Fokuspunkt fest. Auch wer eine Brille trägt, wird den Sucher nicht optimal finden. Abgesehen davon, dass eine Suchermuschel zur Reduzierung von Fremdlicht generell fehlt, ist die Austrittspupille viel zu gering, so dass man mit Brille keine Chance hat, das Sucherbild komplett zu überblicken. Im Bereich von -4 bis +3 dpt hilft immerhin die Dioptrienkorrektur, auch wenn das Hochschieben oder Absetzen der Brille nicht immer eine optimale Alternative ist. Mit 2,76 Millionen Bildpunkten löst der Sucher immerhin sehr fein auf und bietet eine im Vergleich zu Kleinbild 0,7-fache Vergrößerung. Ein ebenfalls sehr ordentlicher Wert, der sogar die meisten APS-C-DSLRs übertrifft.

Auf der Unterseite des Gehäuses sitzt das Metallstativgewinde ordnungsgemäß in der optischen Achse. Der kleine Lithium-Ionen-Akku mit lediglich 290 Bildern Laufzeit gemäß CIPA teilt sich ein gemeinsames Fach mit der SD-Speicherkarte. Aufgrund der 4K-Videofunktion empfiehlt sich eine SDHC- oder SDXC-Speicherkarte mit der Speed Class U3, um die hoch auflösenden Videos mit bis zu 100 MBit/s Qualität auch verdauen zu können. Bei Serienbildern profitiert man ebenfalls von entsprechend schnellen Speicherkarten. Geladen wird der Akku über die seitlich angebrachte Micro-USB-Schnittstelle. Kabel und Netzadapter liegen bei. Es kann aber auch jedes andere Micro-USB-Kabel mit einem USB-Netzteil verwendet werden. Besonders praktisch ist das unterwegs, dann kann die Kamera auch beispielsweise am USB-Ladeadapter im Auto und an einer Powerbank (Zusatzakku) fürs Smartphone geladen werden. Wer den Akku extern laden möchte, muss jedoch das passende Ladegerät separat erwerben (am besten zusammen mit einem zweiten Akku). Hinter der wenig hochwertigen Schnittstellenabdeckung befindet sich außerdem der Micro-HDMI-Anschluss.

Bild Dank den großzügigen Gummi-Applikationen lässt sich die Panasonic Lumix DMC-GX80 trotz des winzigen Handgriffs erstaunlich gut halten. [Foto: MediaNord]

Dank den großzügigen Gummi-Applikationen lässt sich die Panasonic Lumix DMC-GX80 trotz des winzigen Handgriffs erstaunlich gut halten. [Foto: MediaNord]

Bild Neben dem Programmwählrad besitzt die Panasonic Lumix DMC-GX80 zwei Bedienräder. Die Anordnung des Einschalters unter dem Programmwählrad ist nicht ganz optimal. [Foto: MediaNord]

Neben dem Programmwählrad besitzt die Panasonic Lumix DMC-GX80 zwei Bedienräder. Die Anordnung des Einschalters unter dem Programmwählrad ist nicht ganz optimal. [Foto: MediaNord]

Ausstattung

Mit knapp 600 Euro für das Gehäuse beziehungsweise ab 700 Euro mit Objektiv (wahlweise das 14-42 oder das hier getestete, besonders kompakte 12-32) liegt die GX80 eine Klasse über den Einsteigergeräten und bietet eine entsprechend umfangreiche Ausstattung, die auch Hobbyfotografen und Enthusiasten zufriedenstellen sollte. So gibt es neben einer Motivautomatik und 24 wählbaren Motivprogrammen sowie zahlreichen Filtereffekten auch die klassischen Kreativprogramme P, A, S und M, bei denen der Fotograf wahlweise Zeit, Blende und oder ISO-Empfindlichkeit manuell regeln kann. Zudem bietet die GX80 drei Speicherplätze für individuelle Einstellungen, die dadurch schnell abgerufen werden können. Sehr gut funktioniert beispielsweise die Gesichtserkennung samt Augenerkennung. So wird nicht nur das Gesicht eingerahmt und fokussiert sowie korrekt belichtet, sondern im Rahmen befindet sich obendrein noch ein Kreuz genau durch die Pupille, die aktuell fokussiert wird. Das funktioniert tatsächlich sehr gut, wobei natürlich vor allem Fotos mit lichtstarken und/oder langbrennweitigen Objektiven davon profitieren. Auch als ambitionierter Fotograf kann man diese Funktion getrost benutzen, denn sie funktioniert hervorragend. Dank der Gesichtswiedererkennung lassen sich zudem besonders häufig fotografierte Personen abspeichern, diese werden dann in Fotos mit mehreren Gesichtern priorisiert.

Überhaupt verdient der Fokus ein dickes Lob. Zwar arbeitet die GX80 mit einem Kontrastautofokus, dank der DFD-Technologie ist dieser jedoch rasend schnell, innerhalb von 0,15 bis 0,16 Sekunden ist das Motiv nicht nur fokussiert, sondern auch bereits abgelichtet. Allenfalls bei der Fokusverfolgung im Serienbildmodus bieten DSLRs damit noch leichte Vorteile, denn bei voller Serienbildleistung von acht Bildern pro Sekunde, die die GX80 bei JPEG fast eine halbe Minute beziehungsweise knapp 230 Bilder in Folge durchhält, wird der Fokus nicht mehr nachgeführt und statt des Live-Views gibt es das jeweils zuletzt aufgenommene Foto als Sucherbildersatz zu sehen. In Raw hingegen ist die Serienbildrate mit 6,3 Bildern pro Sekunde nicht ganz so hoch und wird auch "nur" für 74 Aufnahmen durchgehalten (eigentlich ebenfalls kein schlechter Wert). Schaltet man die Serienbildrate herunter, kann zwischen den Aufnahmen nachfokussiert und ein Livebild angezeigt werden.

Bisher einzigartig sind Panasonics 4K-Fotofunktionen. Mit Hilfe der 4K-Videofunktion werden 30 Serienbilder pro Sekunde aufgenommen, es gibt verschiedene Modi zum Starten und Stoppen der Aufnahmen. Im Anschluss können jederzeit Fotos mit einer Auflösung von 8,3 Megapixel extrahiert werden, deren Bildqualität allerdings aufgrund der Videokomprimierung etwas hinter normalen Fotos mit acht Megapixeln Auflösung zurückbleibt. Bei der Post-Focus-Funktion kann sogar nach der Aufnahme der Fokuspunkt neu gewählt werden, entsprechende Drittanbieterprogramme erlauben sogar Fokus-Stacking aus einer solchen Datei.

Bild Der Micro-Four-Thirds-Sensor der Panasonic Lumix DMC-GX80 ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert und löst 16 Megapixel auf. [Foto: MediaNord]

Der Micro-Four-Thirds-Sensor der Panasonic Lumix DMC-GX80 ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert und löst 16 Megapixel auf. [Foto: MediaNord]

Bild Der neue elektromagnetisch gesteuerte Verschluss der Panasonic Lumix DMC-GX80 (links) arbeitet sehr leise und vibrationsarm, ganz im Gegensatz zur alten Mechanik mit starken Spannfedern und elektrischer Steuerung, wie sie rechts zu sehen ist. [Foto: MediaNord]

Der neue elektromagnetisch gesteuerte Verschluss der Panasonic Lumix DMC-GX80 (links) arbeitet sehr leise und vibrationsarm, ganz im Gegensatz zur alten Mechanik mit starken Spannfedern und elektrischer Steuerung, wie sie rechts zu sehen ist. [Foto: MediaNord]

Bild Das Stativgewinde der Panasonic Lumix DMC-GX80 sitzt vorbildlich in der optischen Achse. Die Anordnung so weit vorne sorgt für eine bessere Balance mit größeren Objektiven. [Foto: MediaNord]

Das Stativgewinde der Panasonic Lumix DMC-GX80 sitzt vorbildlich in der optischen Achse. Die Anordnung so weit vorne sorgt für eine bessere Balance mit größeren Objektiven. [Foto: MediaNord]

Die 4K-Videofunktion arbeitet hierzulande hingegen maximal mit 25 Bildern pro Sekunde, als Videoformate stehen MP4 und AVCHD zur Verfügung, wovon auch die Bildwiederholraten und Komprimierungsraten abhängen. Auf Wunsch führt die GX80 den Fokus während der Aufnahme lautlos und flott nach, allerdings kann es bei statischen Videomotiven immer wieder zu leichtem Fokuspumpen kommen, weshalb sich unter Umständen der Einzelautofokus (AF-S) ohne Nachführung empfiehlt. Dank der dedizierten Videoaufnahmetaste können jederzeit Videoaufnahmen erfolgen, man sollte aber den entsprechenden Beschnitt berücksichtigen. Schaltet man vorher auf den Videomodus um, wird bereits vor der Aufnahme der korrekte Bildausschnitt angezeigt. Der Video-Bildstabilisator arbeitet wie bei Fotos dank fünf Achsen äußerst effektiv. Nicht ganz optimal fällt dagegen der Ton aus. Zwar gibt es eine Pegelanzeige und eine manuelle Pegelkorrektur, jedoch kann lediglich das akustisch etwas begrenzte und von Störgeräuschen nicht ganz freie interne Stereomikrofon verwendet werden, denn ein Mikrofonanschluss fehlt leider. Wer diesen benötigt, sollte zum gleich teuren Schwestermodell Lumix G70 greifen, das dafür allerdings keinen Sensor-Shift-Bildstabilisator besitzt. Da dieser aber ein ständiges leises Rauschen erzeugt, ist das vielleicht für Videoaufnahmen gar nicht verkehrt.

Eine Neuerung und bisher im Micro-Four-Thirds-System einzigartig ist der neue Verschluss der GX80. Zwar bietet diese auch einen lautlosen elektronischen Verschluss mit bis zu 1/16.000 Sekunde kurzen Belichtungszeiten, durch die zeilenweise Belichtung des Sensors wird jedoch bei schnellen Motiven der Rolling-Shutter-Effekt sichtbar. Auch zum Blitzen eignet sich der elektronische Verschluss nicht. Der neue mechanische Verschluss kommt ohne Spannfedern aus und arbeitet rein elektromagnetisch. Das sorgt nicht nur für eine kompaktere Verschlusseinheit, was eine Voraussetzung für die kompakte Bauweise der Kamera trotz Sensor-Shift-Bildstabilisator ist, sondern der Verschluss arbeitet auch wesentlich leiser und vibrationsärmer. Bei bestimmten Verschlusszeiten, die sonst zu Unschärfen durch Verschlussvibrationen neigen sowie in sehr ruhigen Umgebungen, bemerkt man den Unterschied deutlich. Bleibt zu hoffen, dass Panasonic auch anderen Neuvorstellungen diesen schönen Verschluss spendieren wird.

Trotz ihres kompakten Gehäuses bietet die Panasonic GX80 einen integrierten Pop-Up-Blitz, der mechanisch entriegelt werden muss. Seine Leitzahl beträgt nach unserer Messung lediglich 4,7. Man kann den Blitz sogar mit dem Finger nach hinten klappen, um indirekt zu Blitzen. Bei der geringen Leitzahl dürfte das jedoch lichtmäßig dem berühmten Tropfen auf den heißen Stein gleichen. Ansonsten bietet der Blitz viele Einstellungen wie einen Vorblitz zur Reduzierung roter Augen, eine Langzeitsynchronisation, das Blitzen am Ende der Belichtung und eine Blitzbelichtungskorrektur. Die schnellste Blitzbelichtungszeit beträgt lediglich 1/160 Sekunde. Wer möchte, kann die Blitzleistung sogar manuell regeln. Eine Drahtlosblitzfunktion bietet der integrierte Blitz indes nicht. Dank des TTL-Blitzschuhs mit Mittenkontakt lassen sich aber einfache Automatikblitze sowie Systemblitze von Panasonic und Olympus verwenden, mit entsprechendem Blitz als Steuergerät sogar mit drahtlos-TTL oder mit Highspeed-Synchronisation.

Auch der weitere Funktionsumfang der GX80 etwa mit Schwenkpanorama, Belichtungsreihen mit bis zu sieben Bildern mit maximal 1 EV Belichtungsabstand, automatischer HDR-Funktion, Intervallfunktion und Zeitraffervideo etc. kann sich sehen lassen. In der Wiedergabe lassen sich hübsche Diashows samt Musik und Überblendeffekten abspielen. Wer möchte, kann seine Rohdatenbilder mit anpassbaren Einstellungen in JPEGs verwandeln. Dank WLAN können die Bilder im Netzwerk per DLNA übertragen werden, aber auch die Verbindung mit einem Smartphone ist möglich. Die passende App gibt es sowohl für Android als auch für iOS. Diese erlaubt nicht nur die Bildübertragung, sondern auch Geotagging sowie die Fernsteuerung der Kamera inklusive Livebild-Übertragung und zahlreichen Einstellmöglichkeiten.

Bild Der kleine Pop-Up-Blitz der Panasonic Lumix DMC-GX80 besitzt lediglich eine Leitzahl von 4, dank des Blitzschuhs lassen sich aber auch Systemblitzgeräte betreiben. [Foto: Panasonic]

Der kleine Pop-Up-Blitz der Panasonic Lumix DMC-GX80 besitzt lediglich eine Leitzahl von 4, dank des Blitzschuhs lassen sich aber auch Systemblitzgeräte betreiben. [Foto: Panasonic]

Bild Hinter der etwas fummelig zu öffnenden und nicht so hochwertig wirkenden Schnittstellenklappe der Panasonic Lumix DMC-GX80 verbergen sich eine Micro-HDMI- sowie eine Micro-USB-Schnittstelle. Über letztere lässt sich der Akku laden. [Foto: MediaNord]

Hinter der etwas fummelig zu öffnenden und nicht so hochwertig wirkenden Schnittstellenklappe der Panasonic Lumix DMC-GX80 verbergen sich eine Micro-HDMI- sowie eine Micro-USB-Schnittstelle. Über letztere lässt sich der Akku laden. [Foto: MediaNord]

Bildqualität

Im Gegensatz zur GX8, die einen neuen 20 Megapixel auflösenden Micro-Four-Thirds-Sensor beherbergt, setzt Panasonic bei der preiswerteren GX80 auf den bewährten 16 Megapixel auflösenden Sensor, der zur Steigerung der Auflösung ohne Tiefpassfilter auskommt. In unserem Testlabor sind wir der Frage nachgegangen, wie sich die Bildqualität der Lumix GX80 schlägt. Dabei kam das 12-32mm-Standardzoom zum Einsatz, das von seines geringen Durchmessers eigentlich besser zur GM-Serie passt. Der GX80 hätte beispielsweise das neue 12-60mm gut gestanden, ein solches stimmiges Set bietet Panasonic jedoch leider nicht an. Der gesamte Labortest, auf dem die folgenden Betrachtungen beruhen, kann wie immer gegen ein kleines Entgelt von 1,40 Euro in allen Details betrachtet werden. Prepaid-Flatrates ab umgerechnet 2,08 Euro pro Monat gewähren zudem den Zugang zum gesamten Labortestarchiv mit über 1.600 Tests, darunter nahezu alle Micro-Four-Thirds-Objektive.

Mit dem 12-32 erreicht die Lumix GX80 bei 50 Prozent Kontrast lediglich eine maximale Auflösung von knapp unter 50 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) im Bildzentrum, was für einen 16-Megapixel-Sensor nicht allzu viel ist. Diese Auflösung wird auch nur im Bildzentrum bei offenen Blenden im Weitwinkel erreicht, ab F5,6 nimmt die Auflösung langsam ab. Am Bildrand hingegen erreicht das 12-32 im Weitwinkel lediglich magere 22 lp/mm, was selbst bei nur DIN-A4-großen Ausdrucken bereits zu nicht mehr ganz so detaillierten Bildecken führt. Während die Auflösung am Bildrand beim Zoomen etwas zunimmt, sich aber mit maximal 25 lp/mm auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, nimmt die Bildauflösung im Bildzentrum beim Zoomen ab. Bei 40 Millimeter entsprechend Kleinbild (20 Millimeter am Objektiv) sind es 45 lp/mm im Maximum, bei 64 beziehungsweise 32 Millimetern sogar nur 40. Bei anderen Disziplinen zeigt das Objektiv weniger Schwächen. So ist etwa die Randabdunklung mit maximal 0,8 Blendenstufen recht gering, wobei etwas Zoomen und/oder Abblenden diese weiter verringert. Verzeichnung tritt lediglich im Weitwinkel mit zwei Prozent tonnenförmig auf, bei mittlerer und langer Brennweite ist das Objektiv an der GX80 verzeichnungsfrei. Auch Farbsäume in Form chromatischer Aberrationen sind im Mittel gering, selbst die maximale Ausprägung zu den Bildrändern hin fällt moderat aus.

Bei ISO 100 und 200 zeigt der 16-Megapixel-Sensor einen hohen Signal-Rauschabstand von über 40 dB, wohingegen dieser Wert oberhalb von ISO 800 bereits unter die noch akzeptable Grenze von 35 dB fällt. Während Farbrauschen über den gesamten Empfindlichkeitsbereich bis hin zu ISO 25.600 keine Rolle spielt, wird Helligkeitsrauschen ab ISO 6.400 leicht und bei ISO 25.600 etwas stärker sichtbar. Dabei bleibt das Rauschen aber angenehm feinkörnig. Verluste von feinen Details durch die Rauschunterdrückung werden erst oberhalb von ISO 1.600 sichtbar, kritische Auswirkungen auf das Bild hat dies aber erst ab ISO 6.400. Dabei zeigt die GX80 bis ISO 800 eine hervorragende Eingangsdynamik von teilweise deutlich über elf Blendenstufen. Bei ISO 1.600 und 3.200 sind es immer noch sehr gute zehn Blendenstufen, ab ISO 6.400 steigt der Wert durch die Rauschunterdrückung sogar wieder. Dieses Phänomen ist oft zu beobachten und liegt daran, dass sich der Schwarzwert durch das Unterdrücken des Rauschens in den Schatten scheinbar verbessert. Die Dynamik steigt, während jedoch in den dunklen Schatten tatsächlich keine Details mehr zu finden sind.

Die Tonwertkurve verläuft mit Ausnahme von ISO 100 für eine knackigere Bildwiedergabe angesteilt, vor allem die Mittenkontraste sind kräftig. Bei ISO 100 sorgt hingegen die Signaldämpfung für eine linearere Tonwertkurve, denn eigentlich besitzt der Sensor eine Grundempfindlichkeit von ISO 200. Die Scharfzeichnung ist kräftig und führt zu leichten, aber noch nicht kritischen Schärfeartefakten. So bietet die GX80 in JPEG knackige Bilder, während man in Raw alle Einflussmöglichkeiten behält. Wer möchte, kann aber auch die kamerainterne JPEG-Aufbereitung entsprechend mit Hilfe der Parameter im Menü auf seine Bedürfnisse abstimmen. Der Ausgangs-Tonwertumfang beginnt bei ISO 100 mit fast 256 Stufen auf sehr guten Niveau und fällt erst bei ISO 1.600 knapp unter den noch guten Wert von 160 Helligkeitsabstufungen.

Bild Auch auf der linken Gehäuseseite besitzt die Panasonic Lumix DMC-GX80 Gummiapplikationen, die nicht nur schick aussehen, sondern auch für den nötigen "Grip" sorgen. [Foto: MediaNord]

Auch auf der linken Gehäuseseite besitzt die Panasonic Lumix DMC-GX80 Gummiapplikationen, die nicht nur schick aussehen, sondern auch für den nötigen "Grip" sorgen. [Foto: MediaNord]

Bild Der kleine Lithium-Ionen-Akku der Panasonic Lumix DMC-GX80 reicht lediglich für 290 Aufnahmen. Bei der SD-Karte sollte man nicht sparen und zu einem schnellen SDHC- oder SDXC-Modell mit Speed Class U3 greifen. [Foto: MediaNord]

Der kleine Lithium-Ionen-Akku der Panasonic Lumix DMC-GX80 reicht lediglich für 290 Aufnahmen. Bei der SD-Karte sollte man nicht sparen und zu einem schnellen SDHC- oder SDXC-Modell mit Speed Class U3 greifen. [Foto: MediaNord]

Die Farbabweichung ist im Mittel gering, aber selbst im Maximum noch knapp tolerierbar. Die GX80 verkneift sich sehr starke Ausreißer, die eigentlich fast jede Kamera zeigt. Gelb tendiert leicht ins Grüne, Cyan hingegen leicht ins Blaue und Violett- sowie Magenta- und Rottöne sind etwas stärker gesättigt. Insgesamt zeigt die GX80 jedoch recht neutrale Farben mit nur geringen Beschönigungen für eine subjektiv angenehmere Farbwiedergabe. Der manuelle Weißabgleich arbeitet hervorragend genau, bei den Presets kann man höchstens die fehlenden Einstellungen für Leuchtstofflampenlicht kritisieren. Die tatsächliche Farbtiefe zeigt sich im Messlabor ebenfalls sehr gut. Bis einschließlich ISO 3.200 werden über vier Millionen Farbnuancen unterschieden, was längst keine Selbstverständlichkeit ist.

Fazit

Die Panasonic Lumix DMC-GX80 ist ein echter Preis-Leistungskracher. Wer auf das flache Design ohne Blitz/Sucherbuckel steht, aber auf Blitz und Sucher nicht verzichten möchte, bekommt mit der Lumix GX80 eine hervorragend ausgestattete und sehr gut verarbeitete spiegellose Systemkamera mit pfeilschnellem Autofokus. Bis auf die vielleicht etwas geringe Auflösung, an der das 12-32mm-Objektiv nicht unschuldig ist, liefert Panasonic mit der GX80 eine wirklich gut abgestimmte Kamera mit einer super Bildqualität ab. Nur wer einen hohen Wert auf die Videofunktionalität legt, sollte aufgrund des fehlenden Mikrofonanschlusses doch eher zum Schwestermodell Lumix G70 greifen, um im gleichen Preisbereich zu bleiben, muss dabei jedoch auf den sehr gut arbeitenden mechanischen Bildstabilisator sowie den super leisen mechanischen Verschluss der DMC-GX80 verzichten.

Diesen Artikel im Original auf digitalkamera.de

http://www.digitalkamera.de/Testbericht/Panasonic_Lumix_DMC-GX80/10012.aspx

Weiterführende Links

    2015-11-27 Panasonic Lumix DMC-GX8 (Testbericht):
    http://www.digitalkamera.de/Testbericht/Panasonic_Lumix_DMC-GX8/9712.aspx

    2013-09-26 Panasonic Lumix DMC-GX7 (Testbericht):
    http://www.digitalkamera.de/Testbericht/Panasonic_Lumix_DMC-GX7/8486.aspx

    Labortest Panasonic Lumix DMC-GX80 mit Panasonic Lumix G Vario 12-32 mm 3.5-5.6 Asph. OIS:
    http://www.digitalkamera.de/Labortest/Test.aspx?ContentId=10565

    Panasonic Lumix DMC-GX80 Datenblatt:
    http://www.digitalkamera.de/Kamera/Panasonic/Lumix_DMC-GX80.aspx