IMatch ist ein deutsches Programm (Autor: Mario M. Westphal aus Usingen), das über das Internet für knapp 60 US-Dollar (ca. 47,80 EUR) erworben werden kann, eine 30-Tage Testversion steht ebenfalls zur Verfügung. Trotzdem gibt es allerdings weder eine Kaufmöglichkeit in Deutschland noch eine deutsche Sprachversion, so dass der Benutzer zumindest etwas Englisch beherrschen sollte. Die Programmbedienung ist zwar leicht verständlich, aber spätestens, wenn man die Anleitung oder die häufig erscheinenden Tipps umsetzen möchte, sollte man in der Lage sein, englische Texte zu verstehen.
Hat man die Sprach- und Bezahlhürde genommen, kann das Programm installiert werden, was ohne Probleme abläuft. Nach dem Programmstart fallen immer wieder erscheinende Tipps auf, die ständig – falls gewünscht – durch das Programm leiten. Die Tipps erklären dem Benutzer jeweils den nächsten Schritt. Als erstes muss eine neue Datenbank angelegt werden, für die einige Parameter festzulegen sind. Dazu gehört u. a. die Thumbnailgröße, die leider im Nachhinein nicht mehr geändert werden kann. Sind die Einstellungen, die man in der Regel bei den Defaultwerten belassen kann, bestätigt, wird die neue Datenbank angelegt. Sogleich fordert IMatch den Benutzer auf, Bilder zu dieser Datenbank hinzu zu fügen. Dabei wird einfach ein Verzeichnis ausgewählt, in dem sich Bilder befinden. Dieses Verzeichnis kann rekursiv nach Bildern durchsucht werden, was bedeutet, dass auch alle Bilder der Unterordner hinzugefügt werden. Außerdem kann man IMatch mitteilen, ob es alle bekannten Formate oder nur bestimmte hinzufügen soll. IMatch unterstützt den Benutzer dabei vorbildlich mit kurzen Beschreibungen der Funktionen.
Anschließend wird das gewählte Verzeichnis gescannt, was je nach Dateigröße und Anzahl sowie Rechenleistung einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Beim Test erreichte IMatch Geschwindigkeiten von 100-600 Bildern pro Sekunde, was als guter Wert angesehen werden kann. Die spätere Zuordnung von Schlagworten, Beschreibungen und Kategorien dürfte wesentlich länger dauern. In der Datenbank werden dabei Referenzen zu den Bilddateien angelegt, die Originale bleiben unangetastet. IMatch unterstützt neben den üblichen Bildformaten wie TIF, JPG und BMP auch RAW-Dateien verschiedener Kamerahersteller.
Ist das Einlesen der Bilder abgeschlossen, kann die Datenbank geöffnet werden. Im Fenster kann der Benutzer, genau wie mit dem Windows Explorer auf der Festplatte, die eingelesenen Verzeichnisse öffnen und die Bilder in einer Voransicht (Thumbnails) betrachten. Bereits zu diesem Zeitpunkt hat die Datenbank eine Menge Informationen zu jedem Bild gespeichert, so z.B. die Bildgröße, Aufnahmedatum, EXIF- sowie IPTC-Daten. Weitere Daten können (und sollten) vom Benutzer hinzugefügt werden, so z.B. eine Beschreibung oder Zuordnung in bestimmte Kategorien bzw. Zuordnung von Schlagworten, was über eine Auswahl leicht erfolgen kann. Der Benutzer kann, um die Übersichtlichkeit zu steigern, den Verzeichnissen der Datenbank andere Namen als auf der Festplatte geben.
Der wohl wichtigste Teil einer Bilderdatenbank ist die Suchfunktion. Hier bietet IMatch zahlreiche, verschiedene Suchfunktionen, die nicht nur nach Kategorien oder Beschreibungen suchen, sondern auch nach Bildgrößen, Aufnahmedaten, EXIF-Daten und IPTC-Daten. Außerdem kann IMatch den Bildinhalt analysieren, wodurch auf binärer Ebene oder auf Bildinhaltsebene nach Duplikaten, ähnlichen Bildern oder Farben gesucht werden kann, was bei einer wachsenden Datenbank sinnvoll erscheint. Dabei sollte man den Aufwand nicht unterschätzen, denn schon bei rund 12000 Bildern müssen über 150 Millionen Vergleiche gemacht werden! Beim Test funktionierte dies erstaunlich gut, und die Datenbank fand automatisch ähnliche Bilder (dasselbe Motiv bei unterschiedlichen Hintergründen) in verschiedenen Verzeichnissen, wobei die rund 150 Millionen Vergleiche in weniger als 4 Minuten erfolgten.
IMatch verfügt noch über zahlreiche andere Funktionen, so z. B. eine Diashow oder zahlreiche Skripting-Funktionen. Skripte können dabei auch vom Benutzer selbst erstellt werden, was aber etwas Erfahrung voraussetzt. Erfahrungen im Programmieren oder in der Benutzung von z. B. Linux oder Skriptsprachen im Allgemeinen sind hier von Vorteil.
Fazit: Wer seine Bilder in einer mächtigen Datenbank katalogisieren möchte, findet in IMatch ein Programm, das kaum Wünsche offen lässt und dabei selbst bei vielen Bildern in der Datenbank noch flott arbeitet.